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saloiv 10.09.2012 17:31

Zitat:

Gibt es eigentlich einen Unterschied in der Wirksamkeit und Wirkweise zwischen neuem und altem Impfstoff? Falls der IDT-Impfstoff wirksamer wäre, würde ich wieder auf den zurückgreifen, wäre kein Problem für mich.
Nein, die Wirksamkeit ist identisch, das Wirkprinzip auch. Der einzige Unterschied ist, dass die IDT-Wirkstoffe aus der Leber künstlich infizierter Kaninchen gewonnen werden, d.h. es wird ein gesundes Kaninchen mit RHD infiziert, dann getötet und aus der Leber die Impfdosen gewonnen. Daher verwende ich (seit es ihn gibt) nur noch den neuen Impfstoff, er wird künstlich gewonnen, also ohne Tierleid.

Ich kopiere dir mal was u.a. im Kasten steht (mit Antwort des Impfhersteller-Arztes). Bei manchen Kaninchen ist der Verlauf auch sehr schwach, daher impft man die Kaninchen gegen Myxomatose.

Zitat:

"Im vergangenen Jahr hatten zahlreiche Züchter in ihrem Bestand die Kaninchenseuche Myxomatose obwohl die Tiere geimpft waren. Viele Tiere haben die Seuche nicht überstanden, einige haben jedoch überlebt und sind jetzt wieder wohlauf. Sie haben aber kleine vernarbte Stellen auf der Nasenkuppe (leichte Verschorfung)."
Achim S. LV Berlin-Brandenburg in einem Brief an den Impfstoffhersteller IDT Biologica

Bei RHD sieht es übrigens anders aus, da ist die Impfung deutlich wirksamer!

Alexandra B 10.09.2012 18:25

- Strolch´s Beispiel zeigt auch, dass er leider zu demjenigen Prozentsatz gehörte, der trotz Impfung erkrankt und stirbt. Zu welchem Prozentsatz das evtl. eigene, geimpfte und dennoch erkrankte Kaninchen gehört, weiß man vorher nicht. Ein geimpftes Tier hat die Chance, auf der „guten Prozentseite“ zu landen, ein ungeimpftes nicht.

- Bei Strolch war zudem lt. Besitzer nicht klar, ob in seiner Vergangenheit eine korrekte Grundimmunisierung erfolgte.

Wir haben hier gerade einen Thread von PepperundMax wegen Impf-Myxo
Ihr Nin kämpft auch gerade gegen diese Krankheit und der Zustand verschlechtert sich.
Trotz das sie geimpft hat.
Ich wünsche ihr von ganzem Herzen viel Kraft,denn wie Strolch´s Beispiel zeigt können die Tier trotzdem sterben.

saloiv 10.09.2012 18:33

Doch, auch ungeimpfte Kaninchen können selbstverständlich die Myxomatose überleben! Sonst gäbe es keine Wildkaninchen mehr. ;)

Jinro 10.09.2012 18:45

Zitat:

Zitat von saloiv (Beitrag 402331)
Doch, auch ungeimpfte Kaninchen können selbstverständlich die Myxomatose überleben! Sonst gäbe es keine Wildkaninchen mehr. ;)

So ganz allgemein: Rafft ein Virus in der ersten Welle 100% seiner Wirte dahin, stirbt es aus. Krankheiten, die sich lange halten, werden daher immer von einem Teil ihrer Wirte überlebt werden.

Lilith 11.09.2012 00:59

Hallo zusammen,

@ Saloiv

Abermals vielen Dank für deine Infos! :)

Wenn das so ist, dann bleibe ich bei dem neuen Impfstoff. Neben den längeren Impfintervallen sprechen dann auch ethische Gründe sehr dafür.

Strolch hat wohl auch leider sehr viel Pech gehabt. :(
Denn wenn die Verläufe bei geimpften Tieren üblicherweise milder sind, so dass ein Kaninchen in der Züchterbucht ohne besondere Betreuung wieder gesund werden kann, dann hat es Strolch wirklich volle Breitseite erwischt.

Wär wirklich interessant zu wissen, ob er korrekt grundimmunisiert wurde. Schade, dass die Besitzer das nicht herausfinden konnten.



@ Alexandra B

Ich muss jetzt mal ganz dumm fragen:
Wie kann man eine "Impfmyxo" von einer regulären Myxo unterscheiden?

Den Thread von PepperundMax hab ich gefunden und gelesen. Eine Userin hat dort geschrieben, was auch meine TÄ gesagt hat: Der Impfstoff kann keine Myxo auslösen. Wenn das Kaninchen zum Zeitpunkt der Impfung ein geschwächtes Immunsystem hat, dann wird der Körper nicht genügend Antikörper bilden und die Schutzwirkung ist abgeschwächt oder bleibt ganz aus (das sind die sog. Impfversager, gibt es bei Menschen auch). Diese Kaninchen werden dann bei Erregerkontakt genauso schwer wie ein ungeimpftes Tier erkranken (und sterben).

Wenn das Kaninchen zum Zeitpunkt der Impfung den Erreger bereits im Körper hat, dann kommt die Impfung zu spät.

Unter 6. Nebenwirkungen und unter 15. Weitere Angaben schreibt der Hersteller auf der Packungsbeilage:
Zitat:

Eine vorübergehende Erhöhung der Körpertemperatur um 1-2 °C kann auftreten. Eine kleine, nicht schmerzhafte Schwellung (max. Durchmesser 2 cm) an der Injektionsstelle wird im Allgemeinen innerhalb der ersten beiden Wochen nach der Impfung beobachtet. Die Schwellung bildet sich innerhalb von 3 Wochen nach der Impfung vollständig zurück.

Zitat:

Nach einer Infektion mit virulentem Myxomatose-Virus können einige geimpfte Tiere einige sehr kleine Schwellungen, insbesondere auf unbehaarten Körperregionen, entwickeln, die schnell verschorfen. Diese Krusten verschwinden im Allgemeinen innerhalb von 2 Wochen nach Auftreten der kleinen Schwellungen. Die Krusten werden nur bei Tieren mit einer aktiven Immunität beobachtet und haben keinen Einfluss auf Gesundheitsstatus, Fresslust oder Verhalten des Kaninchens.


Der Hersteller schreibt nichts über irgendwelche schweren, gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach der Impfung und/oder zu myxomatosegleichen Krankheitsverläufen. :confused:

Ich habe im Laufe der letzten 3 Jahre insg. 6 Kaninchen regelmäßig gegen RHD und Myxo impfen lassen und keines der Tiere hatte irgendwelche gesundheitliche Beeinträchtigungen dadurch. Klar, das ist nun nicht repräsentativ. Aber wenn in großem Stil schwere Nebenwirkungen der Impfung beobachtet worden wären, hätte der Impfstoffhersteller doch bestimmt seinen "Waschzettel" diesbezgl. überarbeitet. :confused:

Grüße
Lilith

Alexandra B 11.09.2012 09:14

@Lilith

Wie man eine Impf-Myxo von einer regulären unterscheidet?
Sehr gute Frage!Ich bin kein TA und kein Pharmakonzern.

Ich kann dir dazu nur eines sagen,als damals unsere Pauline vor knapp 10 Jahren eine Impf-Myxo hatte ( was für mich soviel heißt,dass es eine Raktion auf die Impfung ist und so steht es ja auch bei den Herstellern )
wurde mir damals von einer weißen alten TA gesagt,einfach so,sollte sich der Zustand nicht bessern,muss man einschläfern lassen.

Es käme hin und wieder vor das aufgrund das das Kaninchen doch nicht wirklich gesund war oder den Virus evtl. in sich trug,die Krankheit zum Ausbruch kommen kann und tödlich endet in den meisten Fällen.

Welcher TA kann uns wirklich sagen ob unsere Tiere wirklich gesund sind?
Oder ob sie den Virus in sich tragen?

Unsere Pauline war verdammt jung gewesen und ich habe mir sehr große Vorwürfe gemacht,dass ich eine gewisse Mitschuld trage,dass diese Krankheit zum Ausbruch gekommen ist.

Es sollte jeder für sich selbst entscheiden!

Ich für mich kann sagen,da wir hier keinerlei Anzeichen auch nicht über die Seuchenkarten haben,werde ich die Myxo nicht impfen.

Es gibt wie beim Mensch auch Impfungen die sehr nützlich sind und wieder andere die einfach nur die Wirtschaft ankurbeln sollen.

P.S.:Und was die Hersteller betrifft,ganz im Ernst,alles was man lesen kann stimmt nicht immer.Das ist genauso wie mit den Nachimpfungen.Die Wirklichkeit kommt meist selten ans Tageslicht oder?
Meistens hält der Wirkstoff länger an,als uns gesagt wird.
Deshalb impfen einige auch nur 1 mal im Frühjahr so wie ich das hier schon mitbekommen habe.

saloiv 11.09.2012 10:30

Der Züchter schreibt ja auch, dass viele geimpfte Kaninchen an der Myxo gestorben sind, Strolch hätte wohl zu diesen gezählt (er ist ja auch gestorben) und viele Züchter kümmern sich rührend um ihre erkrankten Tiere, ich glaube nicht, dass sie diese eingehen lassen...
Hier hast du noch mal geimpfte Kaninchen mit Myxomatose: http://wuselbande.blogspot.de/2008/08/myxomatose-tagebuch.html
Im Schnitt ist durch die Impfung der Ausbruch milder, aber sehr viele Kaninchen sterben trotzdem oder müssen eingeschläfert werden. Der Verlauf ist nur selten so mild, dass die Tiere nicht schwer krank werden.

Les dir auch mal hier durch http://kaninchendorf.dreipage2.de/link_97625349.html
Es gibt auch eine Statistik der durch Tierärzte gemeldeten Nebenwirkungen der Impfung.

Zitat:

Von 2003 bis 2007 haben sich die eingegangenen Meldungen bezüglich Kaninchenimpfstoffe fast verneuntfacht. Im Jahr 2006 gingen Meldungen zu 643 Kaninchen ein, 139 dieser Kaninchen waren als Impffolge verstorben, der Rest kam mit einem Impfschaden davon und überlebte die Impfung.
Zitat:

Bei keiner anderen Tierart außer dem Kaninchen werden so viele Todesfälle als Impffolge gemeldet. Und bei keiner anderen Tierart gehen so gehäuft Meldungen zur Unwirksamkeit der Impfstoffe ein. Deshalb ist es auch verständlich, dass in der Schweiz die Kaninchenzüchter durchsetzten, dass die Myxomatose-Impfung verboten wurde. Eine Überarbeitung der Impfstoffe und weitere Studien zur Wirksamkeit, den Impfabständen und Nebenwirkungen sind dringend nötig.

Trotz der jährlich auffällig hohen Rate an eingehenden Meldungen zu Todesfällen nach der Impfung wurden bisher keine weiteren Studien durchgeführt. In den offiziellen Berichten wird lediglich der Mängel erwähnt:

„Leider gibt es beim Kaninchen häufiger Meldungen über „plötzliches Verenden am Folgetage", die aufgrund unzureichender Angaben nicht näher zu beurteilen sind." [Hoffmann, 2006]

„Neben weiteren eher allergoiden Reaktionen wurden auch schwer abzuklärende Fälle wie „plötzliches Verenden nach Impfung" gemeldet" [Hoffmann, 2003]
Impfmyxomatose ist gar nicht so selten.
Wenn ein Kaninchen mit Myxomatose infiziert ist (was z.B. der Fall ist, wenn es diese überstanden hat) und dann geimpft wird, bekommt es davon keine Impfung. Die Myxomatose aus der Impfung ist schwächer als die, mit der es infiziert ist. Und wenn es die richtige abwenden kann (durchs Immunsystem), dann macht die Impfstoff-Myxo nichts aus.
Deshalb spricht man von einer Impfmyxomatose, wenn nach der Impfung diese Symptome auftreten. Diese Gefahr besteht leider...

Jinro 11.09.2012 10:38

Wird bei Züchtern eigentlich berücksichtigt, dass die Besatzungsdichte eine negative Auswirkung auf den Infektionsdruck und das Immunsystem hat? Durch enge Haltungsformen werden Kaninchen anfälliger, Massenhaltungstiere sind daher nicht mit Haustieren in Kleingruppen vergleichbar.

Lilith 12.09.2012 02:08

Hallo zusammen,

@ Alexandra B

Tut mir sehr leid, dass deiner Pauline die Impfung damals so stark zugesetzt hat.
Ich kann verstehen, dass du dich schuldig gefühlt hast, denke aber, dass dieses Schuldgefühl unberechtigt war. Du hast das Beste für Pauline gewollt. Du wolltest sie vor einer sehr schlimmen Krankheit bewahren. Du hättest dich bestimmt ebenso schuldig gefühlt, wenn sie ungeimpft geblieben wäre und sich irgendwann die Myxomatose geholt hätte.

Vor vielen Jahren - ich war noch ein kleines Kind - machten wir Urlaub bei meinen Großeltern auf dem Land. Das machten wir jedes Jahr, mindestens einmal. Meine Großeltern hielten u.a. viele Schlachtkaninchen (in Buchten natürlich). Es waren immer so zwischen 30 und 40 Kaninchen, immerhin versorgten meine Großeltern die Verwandtschaft mit Kaninchenfleisch. Für uns Kinder war dieser Urlaub immer ein Highlight. Meistens fuhren wir in den Sommerferien dorthin, wenn es kleine Kaninchenkinder dort gab. Mit ihnen konnten wir spielen, sie auf der Wiese laufen lassen, das weiche Fell durchkraulen usw. Ich fuhr stets gerne dorthin, bis zu unserem „Myxomatose-Urlaub“.

Es war ein Sommer wie jeder andere. Nicht zu heiß, nicht zu kalt, nicht zu feucht (zumindest erinnere ich mich an nichts „Besonderes“ in diesem Jahr). Wir fuhren also dorthin und wie jedes Jahr warteten ein paar süße Kaninchenbabys auf uns. Die Myxomatose brach ca. eine Woche nach unserer Ankunft aus. Was ich in diesem „Urlaub“ erlebte und sah, waren mitunter die schlimmsten Eindrücke und Erlebnisse, die ich in Verbindung mit Kaninchenhaltung, ja mit Heimtierhaltung überhaupt, jemals hatte. Bis heute kriege ich die Bilder der kranken, sterbenden und toten Tiere nicht aus dem Kopf. Das Leid dieser Kaninchen war sehr groß, obwohl mein Opa jeden Tag durch die Buchten ging, tote Tiere entfernte und schwer erkrankte notschlachtete.

Am Ende meines Urlaubs lebten noch zwei Kaninchen: Eines hatte eine milde Verlaufsform gehabt und die Krankheit überlebt. Warum ausgerechnet bei diesem Tier die Krankheit so mild verlief, blieb unbekannt.
Das andere war gesund geblieben (bzw. es hatte zumindest niemand an dem Tier Krankheitszeichen bemerkt). Das war der zugekaufte Zuchtrammler, der vom Züchter noch vor dem Verkauf an meine Großeltern gegen Myxo geimpft worden war. Ich erfuhr in diesem Urlaub nicht nur, dass es eine fürchterliche Kaninchenkrankheit namens „Myxomatose“ gibt, ich erfuhr außerdem auch, dass man dagegen impfen kann.

Unsere Eltern – aufgrund der Ereignisse ebenso erschüttert wie wir Kinder – fragten, warum nur der Deckrammler geimpft worden war und nicht alle anderen auch. Die traurige Wahrheit war, dass es meinen Großeltern zu teuer war, den gesamten Bestand durchzuimpfen. Schlachtkaninchen waren es ihnen nicht wert (sie hielten die Tiere nicht aus wirtschaftlicher Not. Für die beiden Alten war es halt ein schönes Hobby, die Tiere zu halten und zu pflegen und für die Verwandtschaft fiel das Fleisch ab, was jedoch nicht UNBEDINGT benötigt wurde). So eine Myxo-Epidemie käme alle paar Jubeljahre mal vor, dann wäre der Bestand halt verloren, nächstes Jahr würde man dann eben wieder von vorne anfangen.

Das erste was wir nach unserer Rückkehr taten, war die Impfung unserer beiden Kinderzimmer-Zwergkaninchen. Das zweite war ein längeres Telefonat mit Oma und Opa, in dem unsere Eltern ihnen mitteilten, dass wir (Eltern und Kinder) weitere Besuche dort verweigern würden, wenn die Kaninchen nicht geimpft werden würden. Das taten wir im nächsten Jahr dann auch mit der Begründung, dass wir keine sterbenden Kaninchen im Urlaub sehen wollen. Im übernächsten Jahr wurde geimpft, denn Oma und Opa wollten ihre Enkel dann doch mal wiedersehen und soooo teuer war´s schließlich doch nicht (mein Vater wollte es zunächst zahlen, aber das ging dann doch zu sehr an die Ehre meiner Großeltern, so dass sie vor unserer Ankunft schon impfen ließen und uns bereits bei unserer Ankunft mit einer Impfbescheinigung des TA´s erwarteten :cool:). Ob und ggf. wieviele Tiere durch die Impfung Probleme hatten, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich dort nie wieder Myxomatose erlebte und wir besuchten meine Großeltern noch viele Sommer.

Wir gaben unsere Kinderzimmer-Zwergkaninchenhaltung irgendwann auf. Erst viele Jahre später, als ich meinen heutigen Mann kennen lernte, der ein Haus mit großem Garten bewohnt(e), ließ ich mein altes Hobby wieder aufleben. Von Anfang an wurde jedes meiner Kaninchen geimpft. Wir wohnen in einem Gebiet, das lt. Seuchenkarte jedes Jahr von Myxo betroffen ist. Vor zwei Jahren hatten wir angeblich einen starken Ausbruch hier im Landkreis, meine TÄ hat viele Kaninchen einschläfern müssen. Glücklicherweise nicht meine, obwohl sie durch ihre Lebensweise gefährdet sind. Ich habe Außenhaltung, hier gibt es viele Mücken (Landschaftschutz- und Naturschutzgebiet, Feuchtbiotope und keine behördliche Mückenbekämpfung, weil hier ja alles „Bio“ und „Öko“ zu sein hat… :mad:).

Zitat:

Zitat von Alexandra B
Welcher TA kann uns wirklich sagen ob unsere Tiere wirklich gesund sind?
Oder ob sie den Virus in sich tragen?

Absolute Sicherheit gibt es nicht. Der TA kann die Impflinge einer Allgemeinuntersuchung unterziehen und den Kot auf Parasiten begutachten. Mehr kann man nicht tun (auch bei Menschen wird vor einer Impfung nicht mehr untersucht, eher weniger. Ich werde immer gefragt: „Sind Sie gesund oder fühlen Sie sich krank? Gesund? Gut, dann impfen wir!“ :D).

Wenn ein Kaninchen das Myxo-Virus bereits in sich trägt, wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit binnen kürzester Zeit sowieso daran erkranken und sterben, Impfung hin oder her.

Wie lange die Impfwirkung vorhält? Schwierig (diese Diskussion kenne ich schon von den Katzenimpfstoffen :p). Der Hersteller gibt halt eine gewisse Garantie (jetzt 1 Jahr, ehemals ½ Jahr bei Myxo). Wenn ein Halter seltener impft, nimmt er das Risiko auf seine Kappe. Ich denke, beim Hersteller drehen sich die Impfempfehlungen auch um Haftungsfragen (neben dem wirtschaftl. Aspekt der Gewinnmaximierung, der sicherlich auch eine Rolle spielt :cool:).



Hallo Saloiv,

im Moment werde ich auf jeden Fall weiterimpfen.

Unsere Haltungsbedingungen stehen ja weiter oben schon. Außenhaltung ist halt schon noch mal eine andere Hausnummer als Innenhaltung, was Myxo angeht. Naturschutz- bzw. Landschaftsschutzgebiet, Pampa vor dem Haus, Rehe auf dem Grundstück (Wildkaninchen wahrscheinlich auch, denn wo Rehe sind, sind wohl auch Kaninchen), Gras von wilden Wiesen und aus dem Garten, ein Haufen Stechmücken und jedes Jahr ist unser Gebiet auf der Myxo-Karte rot eingefärbt.

Zumindest unsere derzeitigen Kaninchen vertragen die Impfung problemlos. Also wird weitergeimpft. Bei Neuzugängen werde ich das (in meinen Augen trotz allem geringe) Risiko einer Impfreaktion lieber eingehen als das (in meinen Augen doch nicht unbeträchtliche) Risiko einer Myxo-Erkrankung. Zumindest vom momentanen Standpunkt aus. Wie ich entscheiden würde, wenn ich ein chronisch krankes, schwächliches, kränkliches Tier in die Hände kriege, weiß ich jetzt noch nicht. Aber ein impfwürdiges Kaninchen werde ich impfen lassen, auch wenn irgendwann mal Nebenwirkungen auftreten sollten oder ich irgendwann gar eines verlieren sollte.

Mir ist diese Krankheit wirklich in Mark und Bein gefahren damals (s.o.).

Die Internetberichte, in denen der Myxo-Erreger selbst in geimpften Beständen wüten konnte, zeigen doch eines: es erkranken niemals alle Tiere, immer nur ein Teil (und dieser Teil hat eine reelle Überlebenschance, wenngleich die Berichte und Bilder wirklich heftig sind). Wenn der Erreger hingegen auf einen ungeimpften Bestand trifft, dann ist Ende im Gelände… :(

Ich würde mir wünschen, dass die Forschung hier nicht stehen bleibt, dass die Impfstoffe weiter verbessert werden in Bezug auf ihre Sicherheit und Verträglichkeit.

Viele Grüße
Lilith

Alexandra B 12.09.2012 09:55

Hallo Foris,

@Lilith

ich gebe dir da Recht,natürlich hätte ich mich auch schuldig gefühlt,wenn ich nicht geimpft hätte.


So,nun mal allgemein in die Runde gefragt:

Wer hat von Euch schon mit dem neuen Impfstoff ( Nobivac RHD-MYXO ) seine Nins impfen lassen?
Welche Erfahrung habt ihr gemacht?
Wie verhält es sich nun,wenn man vorher mit dem alten Impfstoff geimpft hatte und was muss ganz wichtig dabei bedacht werden?


Wie ihr generell merkt tue ich mich mit dem Thema schwer,durch meine Erlebnisse auch!Versteht das aber nicht falsch.

Lg Alex

saloiv 12.09.2012 13:31

Meine Kaninchen wurden seit diesem Jahr mit dem neuen Impfstoff geimpft und davor mit dem Alten. Sie haben den neuen Impfstoff gut vertragen.
Ich mache allerdings grundsätzlich davor eine Kotprobe (die unauffällig sein muss) und beobachte sie genau. Zudem gehe ich spontan zum impfen wenn das Wetter nicht zu heiß oder zu kalt ist und die Kaninchen einen guten Tag haben, fit sind und entspannt wirken.

@Lilith
Meine Kaninchen sind auch geimpft, allerdings impfe ich nur 100% gesunde Kaninchen und keine altersschwachen, chronisch kranken oder geschwächten Tiere.
Ich weiße auf die Probleme der Impfung hin um eben zu zeigen, dass sie durchaus auch problematisch sein kann und es immer eine Abwägungssache ist. Es geht nicht darum, sich gegen die Impfung auszusprechen sondern dafür, genau abzuwägen welches Tier mit was und wann man impft. Denn Impfungen sind kein Hustensaft sondern können durchaus auch Probleme verursachen, z.B. wenn das Tier krank oder geschwächt ist.

Alexandra B 12.09.2012 13:39

@Saloiv

vielen Dank für deine Antwort ;)

Lilith 13.09.2012 01:16

Hallo zusammen,

@ Alexandra B
Zitat:

Zitat von Alexandra B
Wer hat von Euch schon mit dem neuen Impfstoff ( Nobivac RHD-MYXO ) seine Nins impfen lassen?
Welche Erfahrung habt ihr gemacht?
Wie verhält es sich nun,wenn man vorher mit dem alten Impfstoff geimpft hatte und was muss ganz wichtig dabei bedacht werden?

Ich habe 2 Kaninchen mit dem neuen Impfstoff impfen lassen (die anderen sind noch mit dem alten geimpft worden, werden beim nächsten Impftermin dann umgestellt).

Meine Tiere haben die Impfung gut vertragen.

Wir sind nahtlos vom alten zum neuen Impfstoff übergegangen. Als die Impfe wieder fällig war, wurde einfach der neue Impfstoff verwendet.

Etwas Besonderes haben wir dabei nicht bedacht. Vor jeder Impfung werden die Tiere regulär einer Allgemeinuntersuchung unterzogen und eine Sammelkotprobe von 3 Tagen wird angeschaut. Wenn alles passt, wird geimpft.

Ein, zwei Tage danach habe ich dann ein besonders wachsames Auge auf das geimpfte Tier. Bisher war aber immer alles gut.

Ich kann dich verstehen, dass du nach deinen Erfahrungen skeptisch bist. Bei Kaninchen hatte ich – wie gesagt – noch nie Probleme mit Impfungen. Dafür mit einer meiner Katzen, die von einigen Jahren an einem Impfsarkom erkrankte. Die Folgekatzen habe ich trotzdem alle impfen lassen und bis heute keine Probleme mehr gehabt (*aufHolzklopf*). Letztendlich muss jeder Tierbesitzer seine eigene Entscheidung treffen, mit der er im Reinen ist.



@ Saloiv

Ich stimme dir zu 100 % zu.

Ich habe irgendwie nur manchmal den Eindruck, dass die Probleme, die in Verbindung mit Kaninchenimpfungen auftreten können, in Foren omnipräsent sind, wobei die Tatsache der absoluten Letalität von Myxo und RHD bei ungeimpften Tieren in den Hintergrund rückt. Ich bekomme beim Lesen in Kaninchenforen einfach oft den Eindruck, dass gefühlt jedes 2. Kaninchen Impfprobleme hat. Vielleicht kommt es mir aber auch nur so vor, keine Ahnung.

Viele Grüße
Lilith

Lilly98 13.09.2012 06:12

achja, wo du da sgerade angesprochen hatest, Saloiv was ich noch zum thema impfen fragen wollte, war nichtnur wegen lilly, wegen dem alter, sondern auch nochml wegen luna und lolly, sie haben nämlich kaninchenschnupfen. bei der letzen impfung hat das die TÄ festgestellt und uns ert ein mediakment mitgegeben, was wir dann eine woche täglich gegeben haben. nach einer woche dann, hat sich sich diebeiden nochmal angeguckt und geimpft... ist es ein großes risiko, schnupfer impfen zu lassen?? früher haben mir viele davon abgeraten, sie trotz schnupfen impfen zu lassen... aber die TÄ meinte, es wäre kien problem, und es wäre echt wichtig zu impfen...

Lupine 13.09.2012 09:06

Zitat:

Zitat von Lilith (Beitrag 403392)
... Ich bekomme beim Lesen in Kaninchenforen einfach oft den Eindruck, dass gefühlt jedes 2. Kaninchen Impfprobleme hat. Vielleicht kommt es mir aber auch nur so vor, keine Ahnung.
...

Das liegt daran, dass die Halter die Kaninchen ohne besondere Vorkommnisse impfen lassen sich selten in den Foren dazu äußern, das erfolgt nur im Rahmen solcher Umfrage-Threads. Es gibt ja auch keinen Grund ein neues Thema aufzumachen nur um zu schreiben: die Impfungen sind reibungslos verlaufen und wurden bestens vertragen. Würde das gemacht, käme man durch die Menge der Threads wohl kaum noch durch fürchte ich :o

Und so entsteht eben leicht der Eindruck dass die Impfzwischenfälle sehr häufig sind, weil die massive Überzahl der Impfungen ohne Zwischenfälle eben "unter den Tisch fällt".

Außerdem ist das menschliche Gehirn darauf "programmiert" sich an unangenehme Dinge besonders gut zu erinnern - eigentlich wichtig, um problematische Situationen im Leben zu vermeiden. In solchen Fällen wie hier setzen sich aber die Problemfälle massiv fest, während die Vielzahl der nicht-problematischen Fälle nicht so gut erinnert wird.

saloiv 13.09.2012 10:07

Es gibt Umfragen...
http://www.kaninchenforum.com/forum/viewtopic.php?p=1371486
Leider gab es nicht die Option ungeimpft (erkrankt / nicht erkrankt) dann wüsste man ob bei den ungeimpften mehr als 5% erkranken oder gleich/weniger etc. und könnte den Effekt der Impfung sehen.

saloiv 13.09.2012 10:08

EDIT: Die Umfrage ist alt, d.h. der neue Impfstoff blieb unberücksichtigt.

Lilith 14.09.2012 00:01

Hallo saloiv,

ah, im blauen Forum gibt´s eine Umfrage! :)

Die hab ich noch nie gesehen, vielen Dank!

Ja, wahrscheinlich täuscht der Eindruck über die Häufigkeit der Impfzwischenfälle. Als ich mit der Kaninchenhaltung nach vielen Jahren schließlich wieder begann und in die Foren schaute, war ich zuerst ganz erschrocken, wie (gefühlt) häufig über Zwischenfälle berichtet wurde. Klar, über Impfungen ohne Zwischenfälle wird nicht extra berichtet, das leuchtet ein.

Übrigens habe ich heute auf der Seite des Kleintierzuchtvereins Vogt folgendes über Impf-Myxo gefunden:
Zitat:

Zitat von Kleintierzuchtverein Vogt
Wie kann man Myxomatose vorbeugen?
Der wichtigste Schutz vor dieser Erkrankung ist die regelmäßige Impfung. Sie erfolgt alle vier bis sechs Monate, je nachdem, wie hoch der Infektionsdruck in der Region gerade ist.
Ab und zu kann an der Impfstelle eine leichte Geschwulst entstehen, die sich aber nach einiger Zeit wieder zurückbildet. Die Behauptung, dass Kaninchen, die gegen Myxomatose geimpft werden, nach einigen Tagen eine sogenannte „Impfmyxomatose“ bekommen, ist so nicht ganz richtig. Kaninchen, die nach einer Impfung erkranken, wären früher oder später an Myxomatose erkrankt, da das Virus schon latent im Körper vorhanden war. Die Impfung hat es somit nur an den Tag gebracht. Kaninchen, die das Myxomatosevirus nicht latent in sich tragen, erkranken auch nicht durch eine Impfung.

Also hat lt. dieser Seite nur dasjenige Kaninchen eine „Impfmyxomatose“ zu befürchten, das bereits den Erreger in sich trägt und sich in der Inkubationszeit befindet. Nicht jedoch das alte, kranke Tier mit dem geschwächten Immunsystem. :confused:

Puh, echt verwirrend, das Ganze… Gibt es eigentlich irgendwo eine medizinische Definition, was eine "Impfmyxomatose" genau ist?

Irgendwie stehen auf 10 Internetseiten 10 verschiedene Meinungen. :confused:

Die Frage von Lilly98 bzgl. der Impfung von Schnupfern interessiert mich auch. Habe auch eine Schnupferin, die trotz ihrer Krankheit geimpft wurde. Die Impfung wurde gut vertragen, aber die Frage ist, ob das angeschlagene Immunsystem genügend Antikörper hat bilden können. Ein AK-Titer-Test ist bei Kaninchen wahrscheinlich nicht üblich/möglich, oder?

Viele Grüße
Lilith

saloiv 14.09.2012 00:31

Schnupfer ist nicht Schnupfer. Ein trockener Schnupfer kann (wenn er nicht erst seit vorgestern trocken ist sondern z.B. schon 3 Monate) geimpft werden. Ein nasser Schnupfer sollte erst trocken werden und wenn er trocken ist noch etwas warten... Es gibt Schnupfer, die nie trocken werden, diese würde ich nicht impfen.
Ich habe das schon mal an anderer Stelle erklärt und es steht übrigens auch in der Packungsbeilage, dass man kranke Tiere niemals impfen sollte...

Ich würde davon abraten kranke Tiere zu impfen (egal ob chronisch oder akut krank). Das Risiko ist einfach zu hoch...

Das Immunsystem ist zwei-schienig, es besteht aus der TH-1 und der TH-2-Schiene. Impfstoffe schalten die TH-1-Schiene aus damit der abgeschwächte Impfstoff an die TH-2-Schiene herankommt. Denn nur wenn er die TH-2-Schiene erreicht, entstehen Antikörper (das ist der sogenannte "Impfschutz"). Die TH-1 Schiene ist gerade bei chronisch erkrankten Tieren sehr wichtig um das Tier vor Ansteckungen zu schützen. Wenn diese jetzt ausgeschaltet wird (dies geschieht durch die Zusatzstoffe im Impfstoff), dann kann gerade ein chronisch krankes Tier damit ernsthafte Probleme bekommen denn die chronische Erkrankung (Schnupfen etc.) wird ja dann nicht mehr richtig abgewehrt und kann sich besser ausbreiten...

TH-1-Schiene = Weiße Blutkörperchen die den Körper vor Erkrankungen schützen
TH-2-Schiene = spezifische Abwehr durch Antikörper

Ja, die Impfmyxomatose wird gedreht, wie man sie gerade braucht. Laut der meisten Hersteller sind latent infizierte Kaninchen diejenigen, die infiziert sind. Allerdings gibt es Impfungen in Großgruppen bei denen eines oder wei Impfmyxo bekommt. Warum streckt die Seuche dann nicht alle nieder? Zudem wird doch zur Notimpfung geraten wenn Myxomatose auftritt, also wenn Kaninchen im Bestand infiziert sind. Ist es nicht unsinnig, wenn dann alle infizierten Myxomatose dadurch bekommen?
Der Myxomatose-Impofstoff ist ein abgeschwächter Myxomatosestamm, der gespritzt wird. Weil er abgeschwächt ist, kann ihn das Immunsystem besiegen (anders als beim nicht abgeschwächten Myxomatose-Stamm) und bildet Antikörper. Wenn dann die echte Myxomatose kommt, hat sich das Immunsystem die Antikörper gemerkt und kann schneller reagieren als bei Tieren die nicht geimpft wurden, da braucht das Immunsystem länger (es ist ja noch nicht auf dieses Virus vorbereitet!).
Nun stell dir ein geschwächtes Kaninchen vor, dass nicht mal mit seinem Schnupfenvirus fertig wird. Sein Immunsystem wird mit dem abgeschwächten Stamm beschossen und kann gegen diesen nicht ankommen, die Myxomatose (abgeschwächte Form) gewinnt gegen das Immunsystem und bricht aus. Deshalb ist Impfmyxomatose schwächer als die richtige Myxomatose. Die Impfmyxomatose ist ja der abgeschwächte Impfstamm!
Einen Titertest kannst du auch beim Kaninchen durchführen lassen.

Lilly98 14.09.2012 06:29

ah... wsas heißt ein trockender schnuper?? also das die nase nichtmehr läuft etc??

Lupine 14.09.2012 08:24

Ein trockener Schnupfer ist ein Kaninchen das zeitweise (also während der trockenen Phasen) keine Schnupfensymptome zeigt. Es handelt sich aber trotzdem um einen chronischen Schnupfer, denn wenn der Schnupfen erst einmal chronisch geworden ist und sich die Erreger für Medikamente unerreichbar in den Tiefen der Nasennebenhöhlen festgesetzt haben, dann ist er unheilbar.

Ob bzw. wie schnell ein trockener Schnupfer wieder zum akuten Schnupfer wird, hängt zum Beispiel von seinem Immunsystem ab, was in gutem Zustand die Schnupfenerreger in Schach hält auch wenn es sie nicht vollständig zerstören kann. Wird das Immunsystem überbeansprucht (z. B. durch Stress, Ernährungsfehler, Infekte) oder werden die Schleimhäute in ihrer Abwehrfähigkeit geschwächt (zu trockene Luft wie z. B. Heizungsluft, Schadstoffe in der Luft, Schimmelpilzbefall in Stall oder Gehege), dann gewinnen die Erreger wieder die Überhand und der Schnupfen bricht erneut akut aus.

Trockene Schnupfer tragen den jeweiligen Erreger permanent, sie sind damit potenziell ansteckend auch wenn sie keine Symptome zeigen!

Lilith 15.09.2012 00:11

Hallo saloiv,

wow, viiielen Dank für den Input!! :)

Die Schnupferin war trocken zum Zeitpunkt der Impfung. Das lässt ja dann hoffen…

Muss ich eigentlich davon ausgehen, dass alle Kaninchen in der Gruppe trockene Schnupfer sind, wenn eines definitiv einer ist?

Würdest du einen Neuzugang vor der Integration in eine (mutmaßlich) trockene Schnupfergruppe gegen den Kaninchenschnupfen impfen lassen? In diesem Punkt hadere ich so sehr mit mir, weil ich ja derzeit noch einen Neuzugang von der Gruppe separiert halte. Ich weiß, der Impfstoff wirkt auch nicht gegen alle Erreger, hat auch Nebenwirkungen etc. Andererseits denke ich mir: Besser ein wenig Schutz als gar keiner… ach, ich weiß auch nicht. :confused:


Zitat:

Zitat von Saloiv
Ja, die Impfmyxomatose wird gedreht, wie man sie gerade braucht. Laut der meisten Hersteller sind latent infizierte Kaninchen diejenigen, die infiziert sind. Allerdings gibt es Impfungen in Großgruppen bei denen eines oder wei Impfmyxo bekommt. Warum streckt die Seuche dann nicht alle nieder? Zudem wird doch zur Notimpfung geraten wenn Myxomatose auftritt, also wenn Kaninchen im Bestand infiziert sind. Ist es nicht unsinnig, wenn dann alle infizierten Myxomatose dadurch bekommen?

Ich kenne das jetzt „nur“ vom Menschen. Da wird doch zwischen Schutzimpfung, Notimpfung und Heilimpfung unterschieden, wenn mich mein altes, verschüttetes, biologisches Schulwissen jetzt nicht ganz im Stich lässt. Mutmaßlich infizierten Menschen werden doch im Falle einer Notimpfung fertige Antikörper gespritzt, weil der Körper für die eigenständige Antikörperproduktion als Reaktion auf die Antigene im Schutz-Impfstoff keine Zeit mehr hat. Gibt es diese Unterschiede bei Kaninchenimpfstoffen vielleicht auch? Keine Ahnung… :confused:


Zitat:

Zitat von Saloiv
Nun stell dir ein geschwächtes Kaninchen vor, dass nicht mal mit seinem Schnupfenvirus fertig wird. Sein Immunsystem wird mit dem abgeschwächten Stamm beschossen und kann gegen diesen nicht ankommen, die Myxomatose (abgeschwächte Form) gewinnt gegen das Immunsystem und bricht aus. Deshalb ist Impfmyxomatose schwächer als die richtige Myxomatose. Die Impfmyxomatose ist ja der abgeschwächte Impfstamm!

Ja, das klingt logisch. Das ist das Risiko bei aktiver Immunisierung. Die passive Immunisierung (bzw. das, was beim Menschen darunter verstanden wird) ist/wäre diesbezgl. ungefährlich.
Also darf ich deinen Worten entnehmen, dass es bei Kaninchen lediglich einen einzigen Impfstoff gibt, der sowohl bei gesunden als auch bei latent infizierten Tieren eingesetzt wird (und folglich kein wirklicher Unterschied zwischen Schutzimpfung und Notimpfung besteht)?


Kann man die AK-Titer-Bestimmung in jedem Vet-medizinischen Labor (z.B. Synlab oder Laboklin) machen lassen? Ich frage, weil ich mir die Reaktion meiner TÄ gerade bildlich vorstelle, wenn ich eine solche Titerbestimmung in Auftrag gebe… :D :cool:


Viele Grüße
Lilith

saloiv 15.09.2012 03:01

Zitat:

Also darf ich deinen Worten entnehmen, dass es bei Kaninchen lediglich einen einzigen Impfstoff gibt, der sowohl bei gesunden als auch bei latent infizierten Tieren eingesetzt wird (und folglich kein wirklicher Unterschied zwischen Schutzimpfung und Notimpfung besteht)?
Ja, so ist es.

Zitat:

Kann man die AK-Titer-Bestimmung in jedem Vet-medizinischen Labor (z.B. Synlab oder Laboklin) machen lassen? Ich frage, weil ich mir die Reaktion meiner TÄ gerade bildlich vorstelle, wenn ich eine solche Titerbestimmung in Auftrag gebe…
Ob es in jeden geht weiß ich nicht... Aber die Tierärzte können im Zweifelsfall beim Labor anfragen und werden dann ggf. auch an ein Labor weiter verwiesen, das diese durchführt.

Lilly98 15.09.2012 10:33

also wenn ich meine beiden (die schnupfer sind) jetzt im moment ab und zu mal niesen höre heißt es das sie nicht ,,trocken'' sind... also sollte ich sie besser nicht impfen lassen?? bei der letzen impfung hat di TÄ gesagt, das wäre kein problem, also nachem ich denen dieses medikment gegeben habe... und sie haben die impfung auch ganz gut weggesteckt!

saloiv 15.09.2012 13:03

Ja, wenn sie niesen sind sie nicht trocken. Ich habe auch Schnupfer in meiner Gruppe, ich impfe sie nur, wenn sie gerade absolut trocken sind.
Wenn sie nicht trocken sind, ist die Wahrscheinlichkeit für Impfkomplikationen halt deutlich größer. Ich würde sie auch allgemein behandeln lassen wenn sie nicht trocken sind... Auch ein gelegentliches Niesen ist behandlungsbedürftig, mit Schnupfen ist ja nicht unbedingt zu spaßen. Was anderes ist es, wenn nichts hilft...

maybe 15.09.2012 14:17

Hallo,

ich hätte zu dem Thema Impfen auch mal eine Frage und hoffe es ist OK wenn ich die Frage in den thread poste.

Meine kleine ist 9 Wochen alt und mit 12 Wochen sollte man sie ja erst Impfen lassen. Der TA meinte es würde reichen sie erst im nächsten Frühjahr Impfen zu lassen. Wäre das wirklich OK?

LG

Lilly98 15.09.2012 21:17

klar, darfst du hier fragen!

ah... also mir hat die TÄ gesagt, solange es nicht extram akut ist, also das dienase durchgehend läuft oder die sehr strkt träende agen haben etcetc dann müsste man da erstmal keine großen bdenken haben... ich werde dem nächstes mal nochmal auf den zahn fühlen, wnen wir da sind... also bei meinen is es eig ict soo extram, ich höre sie ab und an mal niesen... ich glaube, dann müssen wir wirklich nochmal mit den beiden losfahren...


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