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Smultron 31.08.2021 16:20

Fragen zum Speiseplan
 
Hallo an alle Kaninchenexperten hier,



ich wage mich nochmal an ein paar Fragen zur Ernährung, die die erfahrenen unter Euch vielleicht beantworten können. Ich habe schon einige Themen hier durchgelesen und auch die Suche probiert (da gibt es allerdings bei mir immer keine Treffer, das kann eigentlich nicht sein, das funktioniert wohl bei mir nicht?).


Bei uns sind nun vor gut 2 Wochen zwei kleine Rammler und ein Mädel eingezogen, sie leben außen in einer offenen Voliere mit angebautem Stallhaus und zusätzlichem Tagesfreilauf auf dem Rasen wenn jemand hier ist.



Wir haben sie mit 10 Wochen bekommen. Beim vorherigen Halter wurden sie mit Grünhopper Adult und Nösenberger Strukturmüsli im Wechsel (morgens), Haselnusszweige o.ä. und Löwenzahn (mittags) und abends Gemüse (Salat, Fenchel, Karotten, Sellerie). Das habe ich erstmal übernommen, jedoch das Mittagsangebot ausgeweitet auf 2-3 Handvoll Wiese (also was ich kenne, müssten so ca. 10 Sachen sein) und verschiedene Äste dazu. Nun füttere ich morgens idR Grünhopper Adult (ca. 3 gehäufte EL, wobei bestimmt die Hälfte liegen bleibt) und frische Äste mit Blättern (Haselnuss, Buche, Apfel, manchmal Weide und Birke) und evtl ein paar frische Kräuter oder Erdbeerblätter, Stockrose oder Frauenmantel aus dem Garten (das ist natürlich nicht so ein riesen Haufen). Und abends dann Gemüse (wie bisher Fenchel, Sellerie mit grün, versch. Salats und Karotten mit grün und auch mal Brokkoli dabei oder Chicoree). Heu und Stroh ist immer da, Heu wird auch gefressen.



Das sind unsere ersten Kaninchen und ich habe nun soviel gelesen, dass ich echt Angst habe, gleich mit dem Füttern etwas falsch zu machen, seht mit also bitte die vll aus eurer Sicht überflüssigen Fragen nach.



1. Es wird ja nun schon Herbst, dann füttern viele von Euch Kohl. Nun steht aber auch oft da, dass Kohl und Trockenfutter nicht geht oder schlecht ist, gilt das auch für das Grünhopper? Ebensosoll ja auch Trockenfutter und Klee schlecht sein?





2. In der letzten Heulieferung waren drei Extras dabei, nun bin ich aber auch nicht sicher, ob die mit Frischfutter zusammen gehen oder dann zu sehr aufquellen im Bauch? Dabei waren HeuCobs (die sehen aus wie grüne Pellets), HeuCrispy und trockene Wiesenkräuter (sehr kleine Stücke, sieht aus wie geschnittenes Heu). Kann ich das dazu geben oder ist das schlecht zusammen mit dem frischen Grün?


3. Im Winter dann Saaten dazu geben? Gemischte (Öl- und Mehlsaaten)? Falls ja ab wann ungefähr und wieviel?



Bin leider noch ziemlich unsicher mit dem Thema, soll ja keiner verhungern (und die fressen echt was weg ;-) oder Bauchweh bekommen.



Viele Grüße

Honeymouse 31.08.2021 16:39

Hallöchen!


Grundsätzlich gilt: blättrig, blättrig, blättrig; frisch, frisch, frisch; und das 24h am Tag zur Verfügung.

Heißt: Trockenkram (Grünhopper, Nösenberger) auf ein Minimum (Leckerchen!) reduzieren. Ebenso alles Gemüse, was ich nicht blättrig ist, sprich Fenchel, Sellerie, Karotten. Das alles sind höchstens Leckerchen! Dafür mehr blättriges (Wiese, Bittersalate, Kohl, Küchenkräuter, Gemüsegrün) und zwar so viel, dass es 24h zur Verfügung steht.



Kaninchen brauchen das blättrige um die Zähne vernünftig abzunutzen. Alles trockene zerstört die Darmflora nachhaltig, ebenso wie alles, was nicht blättrig ist und/oder zu viel Kohlehydrate hat, denn Kaninchen sind auf "karge" Kost angewiesen. Alles, was nicht blättrig ist, kann auch den Zähnen und dem Kiefer schaden, denn auch die Zähne sind sehr besonders beim Kaninchen.


Damit erübrigt sich auch 1.: Wenn du das Trockenfutter reduzierst (denn das brauchen Kaninchen echt nicht), kannst du ohne Probleme Kohl füttern.
2. Kannst du füttern, aber ebenfalls als Leckerchen.

3. Saaten brauchen Kaninchen nicht: trocken, zu hart für Zähne und Kiefer, viel zu nahrhaft, die bringen die Verdauung ziemlich durcheinander.


Für den komplexen Zusammenhang zwischen Zähne, Kiefer, Verdauung und Fütterung ist das hier absolut empfehlenswert: https://elopage.com/s/DianaRuf/kaninchen-zaehne-aufzeichnung

Smultron 02.09.2021 09:53

Danke schon mal für die Tipps. Das heißt aber, Du gibst im Winter kein extra Futter draußen auch nicht vorher im Fellwechsel, nur was an Blättern noch da ist, Salat, Gemüsegrün und Wiese?

Angora-Angy 02.09.2021 10:04

Für den Fellwechsel empfiehlt sich Leinkuchen, das ist das, was nach dem Ölpressen von Leinsamen übrig bleibt. Da sind essentielle Fettsäuren enthalten, die für den Haaraufbau wichtig sind (Methionin) und die Schleimstoffe aus den Leinsamenschalen helfen, verschluckte Haare rauszuflutschen. Ein bis zwei solcher Presskuchen pro Tier und Tag reichen. Im Winter KANN man bei Außenkaninchen auch mal Kraftfutter geben (nichts anderes sind die beiden von dir aufgezählten Futtermittel). oder wenn man merkt, dass die Tiere dünn sind/werden. Grundfutter ist das nicht, vor allem nicht in der wahnsinnigen Menge, die du angibst. Das macht auf Dauer fett. Ausstellungszüchter wollen ihre Nachzucht schnell "auf Gewicht" für die Ausstellung bringen, daher pumpen sie schnell viel Energie rein. Bei Schlachtern ja ohnehin. Jungtiere im Wachstum brauchen durchaus etwas mehr Energie als Alttiere, man kann schon ab und an mal ein bisschen was zufüttern. Haupt- und Grundnahrungsmittel bleibt aber trotzdem Wiese satt. So viel, dass sie nie leer ist. Ich fülle abends die Raufen ordentlich auf, abends und nachts wird der Großteil gefressen. Was bei der nächsten Fütterung übrig ist, fliegt halt auf den Mist. Gerade dieses Jahr herrscht ja beileibe kein Mangel, da muss nicht gespart werden.

Honeymouse 02.09.2021 10:20

Zitat:

Zitat von Smultron (Beitrag 1256153)
Danke schon mal für die Tipps. Das heißt aber, Du gibst im Winter kein extra Futter draußen auch nicht vorher im Fellwechsel, nur was an Blättern noch da ist, Salat, Gemüsegrün und Wiese?

Hier gibts unregelmäßig mal einen Leinkuchen oder ein, zwei Cunis als Leckerchen oder wie gestern einen Apfel aus der "zu verschenken"-Schubkarre an der Straße. Auch im Winter sonst nix. Außer wenn beim Menschenkochen mal Möhrenschalen o.ä. anfallen wandern die auch nach draußen.
Für den Fellwechsel ist frisches, blättriges Grünfutter ideal, es macht den Futterbrei schön geschmeidig (Trockenfutter trocknet den Futterbrei aus) und er kann die Haare gut mittransportieren. Hier hilft z.B. Broccoli gut im Fellwechsel (vermutlich durch das viele Wasser), aber da muss man gucken, was man macht. Besser als Trockenkram füttern ist immer noch Bürsten oder halt das lose Fell rausstreicheln/vorsichtig zupfen.

Smultron 02.09.2021 11:18

Ok, dann werde ich das Grünhopper reduzieren bis weglassen, sie lassen sowieso inzwischen ca. die Hälfte übrig. Nösenberger habe ich gar nicht gefüttert, das hatten sie nur vorher.

Ja, Wiese ist im Prinzip genug da, nur motgens vorm Büro manchmal schwierig. Kann man das abends schon pflücken und in der Garage bis früh lagern?

Leinkuchen ist sowas wie Leinflocken oder sind Kuchen besser?

Honeymouse 02.09.2021 11:25

Wir pflücken einmal am Tag eine entsprechend große Menge (bei uns bekommen 2 Tiere eine der blauen IKEA-Tüten voll), dass beim nächsten Füttern noch etwas da ist. Soll ja eh nicht leer werden, von daher passt das immer ganz gut.

Angora-Angy 02.09.2021 11:26

Leinflocken sind im Prinzip nur plattgequetschte Leinkuchen. Nur teurer...


Man kann Grünzeug kühl lagern, das ist kein Problem. Darf nur nicht gestopft und gedrückt sein. Locker in einem Korb oder ausgebreitet ist das möglich.

Wie gesagt, ich gehe nur abends los und hole zwei Säcke Grünfutter, die ich direkt in die Raufen gebe. Morgens hab ich auch keine Zeit dafür. Lagermöglichkeiten habe ich gar nicht.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 17:44 Uhr.



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