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annettesuter 29.11.2015 00:15

Geistige Gesundheit
 
Hab neulich mit einer Frau geredet, deren Katze ins Wasser gefallen ist und nachher "gestört" war, sie habe viel geschrien und sei total ängstlich geworden und habe keine Mäuse mehr fangen können.
Nun nimmt es mich Wunder, ob es so etwas auch bei Kaninchen gibt. Tiere, die von Geburt an oder durch Unfall/Krankheit kognitiv beeinträchtigt werden oder irgendwie "dumm" werden oder sich charakterlich wandeln.
Hab keine Erfahrung damit, aber die frage nimmt mich einfach Wunder.
Wisst ihr darüber mehr?

janh 29.11.2015 17:59

"Dumm werden" ist finde ich der falsche Begriff.Aber natürlich gibt es auch Kaninchen,die traumatisiert sind oder Verhaltensauffälligkeiten zeigen.
Das kann durch ein Einzelereignis (Unfall,Misshandlung,usw.) oder aber in den meisten Fällen wohl durch fortlaufende,nicht artgerechte Haltung ausgelöst werden.
Am meisten verbreitet dürfte Aggressivität sein.Da heisst es dann immer,das Tier beisst.Dabei versucht das Ninchen nur verzweifelt sein viel zu kleines Revier als Rückzugsort zu verteidigen.Es gibt dann auch die extremen Auffälligkeiten,wo Ninchen sich ständig im Kreis drehen oder sich selbst das Fell rupfen.

Umgekehrt das Beispiel Fehlprägung durch Einzelhaltung.
Das Ninchen ist mangels Partnertier extrem menschenbezogen und anhänglich.

Ein Ninchen,was vernachlässigt oder gar misshandelt wurde,wird sehr scheu sein,weil es Menschen nur als Gefahr wahrnimmt.

Lupine 29.11.2015 19:53

Selbstverständlich gibt es so etwas auch bei Kaninchen.

Das hättest du dir jedoch auch selbst denken können - schließlich können Kaninchen sich ja erschrecken, sie können leiden, sie können einen Schock mit sämtlichen medizinischen Auswirkungen bekommen. All das ist weithin bekannt, deshalb wundert mich deine Frage doch ganz erheblich.

janh hat es schon erklärt, ich steuere deshalb nur noch ein Beispiel aus eigener Erfahrung bei:

Mein Leo wurde von den Vorbesitzern dem Hund in der Familie zum "spielen" überlassen :mad:

Während meine anderen Kaninchen im Wartezimmer des Tierarztes auf Hunde nicht groß reagierten solange diese von der Transportbox ferngehalten wurden, reichte bei Leo bereits der Geruch im Wartezimmer bzw. ein kurzes Bellen oder Winseln in unmittelbarer Nähe, um ihn massiv in Panik zu versetzen.

Leo hatte also durch die Misshandlung durch die Vorbesitzer (bzw. durch deren Hund) ein Trauma erlitten.

Mit "geistiger" Gesundheit hat das übrigens nichts zu tun, sondern mit psychischer Gesundheit. Das ist ein sehr großer Unterschied, den du dir erst einmal klar machen solltest. Solch ein Geschehen hat nichts mit "dumm" oder "kognitiv eingeschränkt" zu tun, es handelt sich um eine Schädigung auf psychischer Ebene.

Dagegen setzen muss man Einschränkungen auf körperlicher oder geistiger Ebene. Hierzu würden z. B. überstandene Hirnblutungen bzw. Schlaganfälle zählen oder verbliebene Auswirkungen von Hirnhautentzündungen wie z. B. einer Encephalitozoonose mit andauernder Gehirnbeteiligung.

Deine Fragestellung war aber eine ganz andere, wenn man von deinem Beispiel ausgeht - denn in dem geschilderten Fall handelte es sich ähnlich wie bei Leo eher um ein Trauma, also eine psychische Erkrankung. Denn ich gehe nicht davon aus dass die Katze bereits bewusstlos war als sie aus dem Wasser gezogen wurde und reanimiert wurde - dann wäre eine Schädigung des Gehirns durch Sauerstoffmangel denkbar, aber wer schafft es schon eine Katze zu reanimieren, wenn er kein Tierarzt ist?

annettesuter 29.11.2015 22:26

Nein, eigentlich meinte ich wirklich organisch hirngeschädigt. Dass Kaninchen traumatisiert werden können ist mir klar. Aber ob es nach Unfall/Krankheit Schädigungen an ihrem Gehirn gibt, die zu Gehirnvernarbungen führen, wie bei Menschen nach Schlaganfall oder überlebtem Wiederbelebung, die dann weiterleben, und anders sind, das nimmt mich Wunder.
dumm ist natürlich ein blödes Wort, das gebe ich zu. rabbit with special needs würde vielleicht der Amerikaner sagen.

annettesuter 29.11.2015 22:28

Uebrigens, wegen Reanmiation, bei Kaninchen das geht. Bruders Nepumok wurde nach Einer OP reanimiert, 2 Std beatmet, hat es nicht überlebt, aber theoretisch besteht die technisch Möglichkeit dazu.

Natie 29.11.2015 22:41

Ein früheres Kaninchen von mir hatte einen Schlaganfall und danach eine halbseitige Gesichtslähmung

annettesuter 30.11.2015 16:29

Zitat:

Zitat von Natie (Beitrag 852487)
Ein früheres Kaninchen von mir hatte einen Schlaganfall und danach eine halbseitige Gesichtslähmung

Und wie war es danach drauf? Normal verhalten, gehoppelt, gemoppelt, gefressen? Und konnte es normal fressen mit der halbseitigen gesichtslähmung?

Natie 30.11.2015 16:36

Ja, alles normal. Die Gesichtslähmung ist auch nur aufgefallen wenn man genau hingeguckt hat.

JayJay 30.11.2015 17:07

Zitat:

Zitat von annettesuter (Beitrag 851997)
Hab neulich mit einer Frau geredet, deren Katze ins Wasser gefallen ist und nachher "gestört" war, sie habe viel geschrien und sei total ängstlich geworden und habe keine Mäuse mehr fangen können.
Nun nimmt es mich Wunder, ob es so etwas auch bei Kaninchen gibt. Tiere, die von Geburt an oder durch Unfall/Krankheit kognitiv beeinträchtigt werden oder irgendwie "dumm" werden oder sich charakterlich wandeln.
Hab keine Erfahrung damit, aber die frage nimmt mich einfach Wunder.
Wisst ihr darüber mehr?

Zitat:

Zitat von annettesuter (Beitrag 852482)
Nein, eigentlich meinte ich wirklich organisch hirngeschädigt. Dass Kaninchen traumatisiert werden können ist mir klar. Aber ob es nach Unfall/Krankheit Schädigungen an ihrem Gehirn gibt, die zu Gehirnvernarbungen führen, wie bei Menschen nach Schlaganfall oder überlebtem Wiederbelebung, die dann weiterleben, und anders sind, das nimmt mich Wunder.
dumm ist natürlich ein blödes Wort, das gebe ich zu. rabbit with special needs würde vielleicht der Amerikaner sagen.

Entschuldige bitte die kurze Zwischenfrage, aber was heißt denn das nimmt mich Wunder !? :confused::confused::confused:
Ich dachte erst es handele sich um einen Tipfehler...

Was ist denn jetzt deine eigentliche Frage?Auch Tiere können durch Erkrankungen und Unfälle Hirnschäden davon tragen und natürlich kann das auch Einschränkungen sowohl in physischer als auch in psychischer Sicht verursachen.
Da sind Kaninchen keine Ausnahme
Ich nehme mal an die Katze wurde tierärztlich untersucht und versorgt, sodaß eventuell vorliegende organische Ursachen ausgeschlossen werden konnten.

Auch Kaninchen haben ein Gehirn und natürlich kann das Schaden nehmen und Ausfallerscheinungen verursachen - wie bei jedem anderen Lebewesen auch.

Unten auf dem Foto auf der rechten Seite siehst du übrigens mein "special needs" Mädchen Yuki.
Yuki hat zwei E.C Ausbrüche überlebt, hat eine halbseitige Lähmung an der Schnute und eine starke Kopfschiefhaltung beibehalten, außer ihren körperlichen Einschränkungen ist ihr sonstiges Verhalten meiner Meinung nach unverändert.

Lupine 01.12.2015 17:58

Zitat:

Zitat von annettesuter (Beitrag 852482)
Nein, eigentlich meinte ich wirklich organisch hirngeschädigt. ....

Dann hatte dein Beispiel mit der Katze nichts mit dem von dir erfragten Sachverhalt zu tun. Denn allein schon aus der Sachverhaltsschilderung kann man ersehen dass es sich in dem Fall der Katze eben eher nicht um eine organische Schädigung, sondern um ein Trauma handeln dürfte.

Zitat:

Zitat von annettesuter (Beitrag 852484)
Uebrigens, wegen Reanmiation, bei Kaninchen das geht. ...

Ja, natürlich geht das. Warum auch nicht? Allerdings ist die Erfolgsquote selbst bei fachkundigen Reanimateuren sehr gering, wie ihr ja selbst erlebt habt. Das war auch der Grund warum ich ohne nähere Nachfrage eine Reanimation der Katze (und damit einen sauerstoffmangelbedingten organischen Schaden im Gehirn) ausgeschlossen habe.

Ob das Verhalten mit betroffen ist, wenn es zu einer organischen Hirnschädigung kommt, hängt davon ab welche Hirnregionen betroffen sind.

Stephanie P. 15.12.2015 20:44

Zitat:

Zitat von annettesuter (Beitrag 851997)
... Katze ins Wasser gefallen ist und nachher "gestört" war, sie habe viel geschrien und sei total ängstlich geworden und habe keine Mäuse mehr fangen können.

Eigentlich wurde schon alles geschrieben, was ich auch hätte antworten können. Daher nur ein Beispiel:

Meine beiden großen kamen mit 9 Monaten zu mir. Flocke hatte von Anfang an extreme Angst, wenn der Staubsauger lief. Sie duckte sich platt auf den Boden, zitterte und rollte mit den Augen - schlimm!
Meine Vermutung war, dass sie mal was Unangenehmes mit einem Staubsauger erlebt hat. Die Vorbesitzerin wusste auch nichts genaues, wollte aber mal ihre Kinder fragen... Kurz: ich habe es nie herausgefunden!

Es hat Jahre gebraucht. Ich arbeite viel mit dem Handfeger, bin Expertin im "Turbosaugen" und lasse immer einen Fluchtweg frei. Flocke darf den Sauger ausgiebig beschnuppern und kratzen (wenn sie sich traut!).
Seit ca. 3 Jahren toleriert sie den Sauger, keine Angstzustände mehr, aber meistens ist sie einfach schnell weg.

"Nimmt mich Wunder ..." - ich hab´ das für einen schweitzer Slangausdruck gehalten!
Was soll ich sagen? Ich halte Kaninchen, mich wundert gar nichts mehr! :rofl:

Stephanie


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