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DieHattifnatten 21.03.2014 00:35

"Wild"acker als Futterquelle anlegen?
 
Huhu,

Nachdem meine beiden Jungs den Winter über schon massig Gemüse vertilgt hatten und dieses Jahr zudem noch zwei Häsinnen einziehen (bzw. es eine schon ist) und ich dann 2 Stallis, 1 Riesen und 1 Zwerg hier wohnen habe, bin ich schon jetzt am grübeln wie ich die Futterkosten im Winter zumindest etwas senken kann.
Da wir ein großes Grundstück mit angemeldeter Landwirtschaft haben, wäre es ein leichtes hier winterharte Futterpflanzen anzubauen, die keinen Lagerraum bedürfen sondern auf dem Feld stehen bleiben können.
Mein Vater ist Jäger und bewirtschaftet im Revier einige Wildacker, diese sind kaum pflegebedürftig und bieten viele verschiedene zum großteil Winterharte Futterpflanzen.
Nun frage ich mich ob das zusätzlich zum Anbau typischer Kulturgemüsesorten (Möhren, Kohlrabi etc) nicht eine Idee wäre.

Was haltet ihr denn davon?

LG, Maxi

Mollimaus 21.03.2014 00:41

Hallo!
An sich ist das keine schlechte Idee, jedoch würde ich dir davon abraten. Das hat ganz einfache Gründe: Dort leben ganz offensichtlich viele wilde Tiere. Diese können Krankheiten übertragen und werden evtl. ihr Geschäft dort verrichten.
Es ist nunmal so, dass Kaninchen ganz schön viel fressen können. Ich habe täglich Ausgaben für etwa 5 Kilo Gemüse und Obst. Aber das muss man in Kauf nehmen. Frag mal im örtlichen Supermarkt nach, oft geben die Gemüse raus, das nicht mehr verkauft werden kann, weil es eine faule Stelle hat, etc.. Bei uns ist das so, dass wir das dann billiger bekommen, verschenken werden sie das wohl eher nicht.

Applejack 21.03.2014 05:02

Hm, ob da nun ein Reh drauf pinkelt oder es mit Dünger vollgepumpt wurde....Vielleicht weiß eine schlaue Person hier im Forum, ob es überhaupt Krankheiten gibt, die über Pflanzen übertragen werden können?

DieHattifnatten 21.03.2014 08:17

Sagen wir's mal so, ich glaube nicht, dass der Acker mit mehr Krankheiten durch Wildkontakt belastet ist, als die Wiese daneben.
Leider hatte bis vor zwei Jahren ein absolut unmöglicher Jäger das Revier um unser Grundstück und der Wildbestand hat sich noch nicht erholen können.
Kaninchen gibt es bei uns ohnehin nicht.

hasis2011 21.03.2014 08:47

Ich sehe darin auch kein Problem, denn dann dürfte man gar kein Futter von der Natur holen, Wildtiere gibt es überall. Und, wie Applejack schreibt, ist es tausend mal gesünder als das gedüngte, vollgespritzte Zeug aus dem Supermarkt. Und Mollimaus, woher denkst du, kommt das Gemüse aus dem Supermarkt? Das muss ja auch erst mal auf dem Feld wachsen, und da wird es sicher auch Wildtiere geben...das wächst nicht im Supermarkt.

Ich habe dieses Jahr dasselbe vor, ich pachte ein Fleckchen Acker und werde da Gemüse für den Winter anbauen. Samen habe ich schon bestellt, vorwiegend Kohlsorten, Grünkohl ist bei den Kaninchen sehr beliebt und der ist auch bis zu einem gewissen Grad Frostfest.
Dann baue ich noch Futterrüben an, im Spätherbst geerntet und Frostfrei gelagert halten die den ganzen Winter. Möhren, Kräuter, usw. kommen auch dazu.

Guck mal, wir haben hier einen Thread darüber, da kannst du dich anschließen. :wink5:

[url]http://www.kaninchenforum.de/small-talk/32575-der-garten-anbauthread.html[/url]

Keks3006 21.03.2014 11:59

So isses :D

Wer meint, dass an gekauftem Gemüse alles besser wäre, nur weil es sauber und hübsch angerichtet in Supermarktregalen liegt und man es teuer bezahlt, gibt sich klar einer Illusion hin. Wenn das Gemüse weniger zerfressen ist, dann deshalb, weil Pestizide drankleben...

Ich würde in erster Linie Kohl anbauen, der sich den Winter über auf dem Feld wirklich gut hält. Grünkohl z.B., den kann man eigentlich komplett stehen lassen. Und wenn man abgeerntete Strünke stehen lässt, treiben sie im Frühjahr wieder neu aus und liefern nochmal eine kleine Mahlzeit.

Ob sich der Anbau von Möhren lohnt, weiß ich nicht, denn die bekommt man ja auch als Futtermöhren super günstig und das leckere Grün gibt es im Winter ja nicht mehr.

Angora-Angy 21.03.2014 19:43

Coole Idee! Ich würde sowas wie Raps oder Grünkohl nehmen. Und was, das dann im Frühjahr schnell und als erstes wächst, da fällt mir aber so auf die Schnelle nichts ein...

DieHattifnatten 21.03.2014 21:12

Ich hätte an Grünkohl, Markstamm-/Futterkohl, Raps, Mais und Topinambur gedacht. Die Knolle von Topinambur und die Maiskörner sind zwar sehr Kalorienreich, aber hin und wieder schadet den Kaninchen im Winter sicher nicht. Ansonsten kann ich den Topinambur ja gut selbst in der Küche verwenden, oder aber, wie auch den Mais an meine Hühner, Gänse und Enten verfüttern.

Was die Parasiten angeht denke ich, das man die bei artgerechter Ernährung (= Wiese) einerseits eh nicht ausschließen kann, andererseits entwurme ich die Nickel lieber wenn sie sich wirklich mal was geholt haben sollten, als sie mit Pesiziden und Herbiziden vollzustopfen. Ganz ausschließen kann man das zwar nie, ich werde auch im Winter nicht ganz ohne gekauftes Gemüse auskommen, aber wenigstens reduzieren kann ich es.

Möhren baut meine Oma eh immer in großen Mengen an, aber nicht nur mir schmecken die aus dem eigenen Garten 1000x besser als die gekauften ;-)
Und Kohlrabi mit allen Blättern, sowie Salate wachsen momentan schon fleißig im Gewächshaus.


Wie siehts eigentlich mit dem Kaninchen- und Hühnermist aus, den kann man doch sicher gut als Bio-Dünger verwenden? Meine Häschen haben ja keine Parasiten?

hasis2011 21.03.2014 21:16

Ja, den kannst du als Dünger verwenden, wobei Hühnermist relativ "scharf" sein soll, da muss man aufpassen weil den verträgt nicht jedes Gemüse.

Angora-Angy 21.03.2014 21:21

Mit Kaninchenmist kannst du prima mulchen. Ich mache das, erspart hacken, Gießen und düngen.

DieHattifnatten 21.03.2014 22:00

Euren Gartenthread hab ich mir eben komplett reingezogen. Schrecklich das man bei interessanten Threads das Lesen nicht aufhören kann...

Der Mist ist leider gemischt (nur 1 Mishaufen) aber überwiegend Kaninchen und sehr strohig.

Habt ihr Erfahrung mit dem anbau von Weiß- und Rotkohkohl? Der soll ja leider viel empfindlicher sein....

hasis2011 21.03.2014 22:05

Ich hab da leider noch gar keine Erfahrungen, aber die werde ich mir von der Biobäuerin im Ort holen. :cool:

Angora-Angy 21.03.2014 22:35

Weiß und Rotkohl hatte ich letztes Jahr. Mag sein dass ich Glück hatte, aber ich fand ihn nicht sehr empfindlich. Sie brauchen viel Platz, Nahrung und Feuchtigkeit, da hilft wieder mulchen mit Kaninchenmist. Wenn du die Köpfe so abschneidest, dass der Strunk mit einigen Hüllblättern unversehrt stehen bleibt, treiben sie wieder aus und erzeugen Futter.

DieHattifnatten 22.03.2014 01:21

Meine Oma meinte sie hätte große Probleme mit Kohlweißlingen (bzw. deren Raupen) gehabt und baut deshalb bis auf Kohlrabi keine Kohlsorten mehr an. Aber da sie doch ein paar km weg wohnt werde ich es mal mit ein paar älteren Sorten versuchen. Die werden zwar wohl nicht so groß und wachsen langsamer, aber ich denke das die nicht so empfindlich sind.

Futter- und Grünkohl hätte ich etwas weiter entfernt angebaut, also die Kohlköpfe im Garten und die anderen Sorten zusammen mit den "Wildackerpflanzen" am Feldrand.
Kennt ihr eine gute Bezugsquelle für die Saaten?

Keks3006 22.03.2014 13:05

Weißkohl wurde hier auch sehr zerfressen, Broccoli ging auch gar nicht (voller Raupen, bah). Rotkohl gedeiht ganz gut.

Weißkohl gibt es meistens so günstig, dass sich der Anbau und der Ärger damit nicht lohnt...

hasis2011 22.03.2014 21:07

Ich bestelle sämtliche Samensorten hier:

http://www.samen-frese.de/catalog/index.php

Feli 22.03.2014 21:16

Weißkohl hab ich auch immer Probleme, etwa 50% Verlust:cuss:

Dafür wird bei mir der Chinakohl und Endiviensalat immer toll:thumbsup:

Was ich noch immer gerne baue (ok, bauen lasse:D) ist Kleegras, das darf ich dann für meine Kaninchen nehmen, den Raps lass ich lieber stehen, sonst lässt sich mein Mann scheiden:willy_nilly:

Streicher 22.03.2014 22:55

Wenn du nach übertragbaren Krankheiten gehst, dürftest du nicht mal mehr über eine Wiese gehen und anschließend zu den Nins, geschweige denn mit Wildgrün ernähren.
Eigen angebautes Gemüse/Kräuter ist im Grunde das Beste was du machen kannst, du weißt immerhin womit es gespritzt wurde.
Ist es nicht so, dass man Rot- und Weißkohl nicht immer auf derselben Fläche anbauen darf? Also einmal Kohl und dann erst zwei Jahre später wieder auf dem Stück wieder?
Das Problem mit dem Kohlweißling hast du nicht nur bei manchen Kohlsorten. Mein Futterkohl und meine Kohlrabi sind dem vorletztes Jahr vollkommen zum Opfer gefallen.
Du könntest Zwiebelgewächse und Lavendel zwischen die Gemüsepflanzen sähen, die halten die Insekten was ab.

DieHattifnatten 23.03.2014 00:32

Streicher, das denke ich eben auch ;-)
Man kann nicht alles vermeiden. Und der Gesundheit der Kaninchen schadet ein Wurm sicher weniger als der Lebenslange Konsum stark behandelter Futtermittel.

Lavendel wäre eine Idee, den dürften die Kaninchen ja sogar futtern, wenn ich mich richtig erinnere? Und die Katzen fänden ein Duftkissen sicher toll :-D

Gopu1990 23.03.2014 00:59

Wer schon mal Würmer hatte und weder Haustiere noch Kinder hat, wird vom Hausarzt erfahren das man sich sowas nicht selten mit Salaten ins Haus holt.
Oder kocht jemand von euch seinen Salat ab bevor er ihn zupft?
Beim Feldsalat vielleicht?
Nicht?

Egal ob Wiese oder Supermarkt, man kann sich immer was einfangen ;)
Das waren nur meine 5ct dazu.


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