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Wie kriege ich mein Kaninchen dicker ? Hallo Leute, Folgendes Problem : Mein Kaninchen ist jetzt 7 1/2 Jahre alt und so lange auch in meinem Besitz. Er war von Anfang an alleine ( hört man ja viel schlechtes drüber, aber kann nur Gutes sagen, da mein Kaninchen eher wie ein Hund ist ) Heu hat er noch nie angerührt. Habe viele verschiedene Heusorten probiert, aber nichts hat er gefressen. An so "Steine" an denen geknabbert werden soll, geht der Kleine jedoch auch nicht ran. Morgens bekommt er Trockenfutter, was er aber nie aufisst. Und sonst hat sich so eingespielt, dass sein Lieblingsessen Haferflocken und Banane ist.. also eigentlich sollte er dick genug sein. Dann gibt's so noch verschiedene Salatblätter, Stück Apfel, etc. Vor einem Jahr hat er dann auf einmal kaum noch gefressen, was an seinen langen Zähnen lag, die seit dem in immer kürzer werdenden Abständen abgeknipst werden, was soweit geht, da er das auch ohne OP mit sich machen lässt. Damals wäre er fast daran gestorben, weil sich eine Entzündung im Mundraum gebildet hat, welche auf die Lunge ging.. (muss sich anhören, als sei ich eine Kaninchenquälerin :( ) Vor 3 Monaten, war es dann fast nochmal so, obwohl die Zähne regelmäßig (inzw 2-3 Wochen) kürzer gemacht werden. Leider ist der liebe Herr etwas dünner geworden. Noch mehr Banane und Haferflocken geht schon fast nicht. Kriegt auch jeden Tag eine Herztablette aufgelöst in Wasser in einer Spritze. Habe also mal überlegt, bestimmtes Essen klein zu machen und dann ihm durch die Spritze zu geben, falls er bald noch schlechtere Zähne hat ( die durch den Zucker in Banane ja auch nicht besser werden ) uiu, lange Problemschilderung. Habt ihr eine Idee, was ich machen kann ? Er frisst wirklich nicht viel unterschiedliches, deswegen dachte ich an die Sache mit der Spritze.. Bin euch über Vorschläge sehr dankbar !!! |
Ja, eine ganze Menge Ideen sogar. Erst einmal: keine Sorge, das mit der Entzündung hört sich nicht nach Kaninchenquäler an. Jeder, der ein Zahnkaninchen hat oder hatte, kann nachvollziehen wie leicht man etwas übersieht, vor allem wenn man nicht darauf gefasst ist. Und Kaninchen sind Meister im Verstecken von Erkrankungen - leider. Vorab noch ein Wort zur Einzelhaltung: Gerade weil Kaninchen ihr Unwohlsein so sehr verstecken, merkt der Einzelhalter nicht wie sehr sein Tier leidet. Das Verhalten was du beschreibst, ist aber bereits als Verhaltensstörung einzustufen. Allerdings ist er in diesem Zustand nicht vergesellschaftungsfähig, so dass wir das Thema erst einmal aufschieben müssen. Nun zu deinem eigentlichen Problem, mir fällt da eine ganze Menge auf. Fangen wir mit der (fehlenden?) Diagnostik an, du schreibst nichts von
Die Röntgenaufnahme ist wichtig um zu sehen, ob es zu einem sogenannten retrograden Wurzelwachstum gekommen ist, und auch einige Abszess-Ereignisse können hier ihre Schatten werfen, buchstäblich. Die Kotuntersuchung ist deshalb wichtig, weil Würmer und auch Kokzidien zu einer Gewichtsabnahme führen können, und weil Hefenbefall bei Zahnkaninchen sehr häufig vorkommt - auch der kann zur Gewichtsabnahme führen. Die Kontrolle der Zähne in Kurznarkose sollte deshalb erfolgen, weil man erst dann weit genug in den Mundraum hineinsehen kann wenn das Tier durch die Narkotisierung erschlaffte Muskeln hat. Bei meinem Zahnkaninchen Leo war es mehrfach so, dass der Tierarzt im Wachzustand mit dem Othoskop kaum Probleme sah, Leo aber auf meinen Wunsch hin (Auffälligkeiten in der Kaubewegung) trotzdem in Gasnarkose legte. Ich hatte in allen Fällen Recht, weit hinten an den Backenzähnen fanden sich jeweils tatsächlich erhebliche Probleme. Weitere Diagnostik, die in eine andere Richtung zielt, und unternommen werden sollte wenn die Ursache bei den ersten Untersuchungen nicht gefunden wird:
Der Herzfehler, wurde der durch einen Herzultraschall nachgewiesen? Oder rein durch abhören? E. Cuniculi erkennen leider immer noch viele Tierärzte nicht, wenn das angebliche Leitsymptom, die schiefe Kopfhaltung, fehlt. Es gibt aber durchaus E. Cuniculi-Patienten die lediglich durch eine Gewichtsabnahme auffallen, andere durch Gleichgewichtsstörungen, wieder andere durch eine Hinterhandlähmung, und weitere nur durch Erblindung. Die Krankheit ist extrem vielseitig, erkennt man sie aber, kann man sie auch behandeln. Weiterhin fällt mir eine kritisch zu sehende Behandlungsmethode auf:
Besser ist es, die Zähne zu feilen! Dann kommt der nächste Themenkomplex, die Fütterung. Die ist leider grundfalsch und fördert die Zahnprobleme so massiv, dass ihr immer schneller und schneller zur Korrektur müsst. Banane und Haferflocken sollten nur ganz wenig gegeben werden, er muss ja gar nicht mehr kauen wenn er so viel davon bekommt. Dazu noch Trockenfutter. Da beißt sich die Katze in den Schwanz, denn wenn er kaum kaut werden die Zähne noch viel schlechter! Richtig wäre eine Ernährung, die das Kauverhalten fördert. Handelsübliches Trockenfutter wird durch Trockenkräuter ersetzt, Banane und Haferflocken werden langsam durch blättrige Futtermittel ersetzt. So wie du jetzt fütterst, machst du ihm leider obendrein noch die Darmflora kaputt. Hat er noch keinen Durchfall, oder zumindest Matschkot? Die Darmflora ist bei Zahnkaninchen ohnehin sehr gefährdet, da ist ein Ernährungsfehler besonders stark in seiner Auswirkung. Bitte schreibe einmal noch genauer, wie viel er in welcher Zeit abgenommen hat und was genau du jeden Tag fütterst. By the way: die Knabbersteine taugen ohnehin nichts! Sie können dem Kaninchen eher schaden als dass sie nützen. Besser wäre es, du holst vom nächsten Haselnussstrauch einen Ast samt Blättern. Das kommt auch deutlich günstiger als das gekaufte Zeug. |
Hallo und erst mal herzlich willkommen im Forum, schön dass du den Weg zu uns gefunden hast :) Leider schonmal vorweg: Die Probleme, die ihr habt, sind vermutlich hausgemacht. Handelsübliches Trockenfutter ist leider absolut ungeeignet als Ernährung. Die richtige Ernährung für ein Kaninchen besteht aus blättrigem Grün (Wiese im Sommer/blättriges Gemüse im Winter), ein paar festen Gemüsesorten im Winter und Heu. Ich gehe davon aus, dass die Zahnprobleme aus der Ernährung resultieren und daher die Zähne gekürzt werden müssen. Leider ist vom Knipsen der Zähne abzusehen, da es hierbei zu Verletzungen kommen kann, die Zähne können abgebrochen oder ausgerissen werden. Das Abschleifen ist hier die bessere Alternative, wahrscheinlich kommt die Entzündung im Mundraum daher, dass ein Zahnsplitter o.ä. eine Verletzung hervorgerufen hat. Viele hier haben Kaninchen mit Zahnproblemen, und häufig wird es durch die richtige Fütterung besser, sodass weniger bis gar nicht mehr geschliffen werden muss. Schau doch mal auf [url]www.kaninchenwiese.de[/url] unter "Ernährung" rein, bzw hier im Ernährungsbereich. LG P.S.: Einzelhaltung ist keine Option! Lupine war schneller ;) |
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