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arya900 12.05.2013 19:50

Bärenklau
 
Ich wollte mal fragen, warum darf man Bärenklau nicht an hellhäutige Tiere verfüttern? :/

Kreusa 12.05.2013 19:52

Zitat:

Zitat von arya900 (Beitrag 506759)
Ich wollte mal fragen, warum darf man Bärenklau nicht an hellhäutige Tiere verfüttern? :/

Davon habe ich noch nie etwas gehört?

Meine bekommen schon immer Bärenklau und haben beide helle Haut.

arya900 12.05.2013 19:55

Steht bei diebrain, deswegen wollte ich mal nachfragen ^^'

Jinro 12.05.2013 20:01

Die Pflanze enthält Furocumarin:

"Furocumarine gehen unter UV-Einwirkung kovalente Bindungen mit den Pyrimidinbasen der DNA ein, vernetzen so die DNA-Doppelstränge irreversibel miteinander (cross-linking) und wirken dadurch krebserregend" (http://www.chemie.uni-hamburg.de/bibliothek/2005/DissertationHerde.pdf)

Da hellhäutige Tiere einen geringeren Melaninwert aufweisen und damit noch anfälliger für UV Einstrahlung sind, sind sie durch Überfütterung mit solchen Pflanzen gefährdeter an Hautkrebs zu erkranken.

ANNISTAR 12.05.2013 20:46

davon habe ich auch noch nie was gehört,also ich würde es auch an hellhäutige tiere verfüttern,bzw tue ich bereits.

diebrain.de ist in dem ernährungsbereich sowieso veraltet,da würde ich eher kaninchenwiese.de oder ähnliches vorziehen.
vllt ist ja sogar was dran,aber diebrain.de kann man allgemein in der ernährung nicht allzu empfehlen.

hasis2011 12.05.2013 21:37

Furocumarine sind nur bei direktem Hautkontakt in Verbindung mit UV-Licht "gefährlich", bei Kaninchen, egal welche Farbe, hat es keine Bedeutung weil sie Fell haben und damit keinen direkten Hautkontakt, und im Magen scheint ja keine Sonne.;)

Bärenklau kann bedenkenlos gefüttert werden.

Kreusa 12.05.2013 21:41

Zitat:

Zitat von hasis2011 (Beitrag 506831)
im Magen scheint ja keine Sonne.;)

Dieser Satz ist so poetisch, den will ich mir einrahmen :o:D:D

Keks3006 12.05.2013 23:01

Vielleicht ist es auch bedenklich bei glücklichen Kaninchen mit Sonne im Herzen?

Nana, diebrain hat sich schon gebessert. Wenn ich mich richtig erinnere, stand Bärenklau letztes Jahr noch als komplett giftig für alle drin :D

Jinro 13.05.2013 00:00

Zitat:

Zitat von Kreusa (Beitrag 506833)
Dieser Satz ist so poetisch, den will ich mir einrahmen :o:D:D

Der Satz ist dummerweise falsch und zeugt von mangelndem Quellenverständnis. Die Hautkontaktreaktion ist ein anderer Vorgang, als der von mit oben beschriebene. Furocumarine können durch den normalen Stoffwechsel jede Zelle des Körpers erreichen. Und in jedem Zellkern ist die eigene DNA gespeichert. Man muss also nicht das Kaninchen mit dem Pflanzensaft einreiben, es reicht zu viel davon zu füttern.

hasis2011 13.05.2013 08:03

Wenn man sich über jede Pflanze Gedanken machen würde, welche negativen Reaktionen sie auslösen könnte, dürfte man gar nix mehr füttern und ich denke das niemand Bärenklau in so großen Mengen füttert das es solche Reaktionen auslösen könnte, das ist nur Panikmache.
Genauso ist es mit jeder anderen Pflanze, in einer guten Mischung sicher kein Problem, und darum geht's.

Benny 13.05.2013 08:15

Zitat:

Zitat von Jinro (Beitrag 506889)
Der Satz ist dummerweise falsch und zeugt von mangelndem Quellenverständnis. Die Hautkontaktreaktion ist ein anderer Vorgang, als der von mit oben beschriebene. Furocumarine können durch den normalen Stoffwechsel jede Zelle des Körpers erreichen. Und in jedem Zellkern ist die eigene DNA gespeichert. Man muss also nicht das Kaninchen mit dem Pflanzensaft einreiben, es reicht zu viel davon zu füttern.

Ich denke nicht, dass sich ein Kaninchen mit Bärenklau schadet, denn man sollte, wie schon erwähnt, KEIN Futtermittel in Riesenmengen füttern, denn dann wäre fast jedes Futtermittel irgendwann mal schädlich. ;)

Dazu passend fällt mir die "gefährliche" Karotte ein:
Die Karotte enthält u.a. das Blutgift Anilin, N-Methyl-Benzamine, Toluidin und das Nervengift Carotatoxin.

Jinro 13.05.2013 09:52

Zitat:

Zitat von Benny (Beitrag 506907)
Ich denke nicht, dass sich ein Kaninchen mit Bärenklau schadet, denn man sollte, wie schon erwähnt, KEIN Futtermittel in Riesenmengen füttern, denn dann wäre fast jedes Futtermittel irgendwann mal schädlich. ;)

Dazu passend fällt mir die "gefährliche" Karotte ein:
Die Karotte enthält u.a. das Blutgift Anilin, N-Methyl-Benzamine, Toluidin und das Nervengift Carotatoxin.

Es geht ja auch nicht um ein Kaninchen, sondern um hellhäutige. Ein Tier mit geringerer Melatoninproduktion oder gleich ohne Melanozyten, ist per se schon eine Risikotier, dass UV Strahlung schlechter verträgt. Futtermittel, die Hautkrebs begünstigen können, sollte man bei solchen Tieren daher besonders vorsichtig einsetzen.

Dein Möhrenspruch ist natürlich cool, aber ohne Mengenangabe wertlos. Eine Möhre enthält Farbstoff, Farbstoff, Farbstoff und Alkohol klingt dann auch gleich langweiliger.

Kadda 13.05.2013 09:59

bei dem hier üblichen wiesenbärenklau muss man sich keine sorgen machen, der ist nur ganz schwach fototoxisch, davon merken auch nur sehr empfindliche menschen was (also mit empfindlicher haut)
gefährlich ist der riesenbärenklau (erkennt man an gezackteren blättern und wenn er erwachsen ist an seiner größe, ich finde es schwer die beiden zu unterscheiden). der riesenbärenklau war die giftpflanze des jahres 2007 oder 2008, weil er neu ist in deutschland und die meisten menschen anfangs nicht wussten, dass es gefährlich ist, ihn anzufassen. fasst man so eine pflanze an, bleibt das gift eine woche in den obersten hautschichten und wirkt bei sonneneinstrahlung. die brandblasen entstehen aber meist erst eine woche später, sodass manche dann gar nicht mehr wissen, woher jetzt plötzlich die verbrennungen kommen... ich habe damals auch gelernt, dass es tieren mit dünnem/weißen fell gefährlich werden kann. weil da eben auch die sonne durchkommt. ob das wirklich stimmt, weiß ich leider auch nicht. ich weiß nur das schafe eingesetzt werden, um das zeug zu vernichten :-D

aliena 13.05.2013 10:52

Die fototoxische Wirkung von Bärenklau kommt nicht durch orale Aufnahme des Wirkstoffs zustande, sondern durch Hautkontakt bei gleichzeitiger Sonneneinstrahlung. Wer also Wiese nicht in der prallen Sonne füttert, braucht sich daher auch bei hellhäutigen Tieren keine Gedanken zu machen.

Jinro 13.05.2013 12:06

Zitat:

Zitat von aliena (Beitrag 506976)
Die fototoxische Wirkung von Bärenklau kommt nicht durch orale Aufnahme des Wirkstoffs zustande, sondern durch Hautkontakt bei gleichzeitiger Sonneneinstrahlung. Wer also Wiese nicht in der prallen Sonne füttert, braucht sich daher auch bei hellhäutigen Tieren keine Gedanken zu machen.

Irgendwie langweilig hier zu schreiben, wenn niemand eine Primärquelle lesen möchte:

"Furanocumarine zeichnen sich durch besondere Eigenschaften aus. Sie erhöhen, percutan oder peroral appliziert, die Empfindlichkeit der Haut gegenüber UV-Strahlung."

peroral = durch den Mund, bedeutet geschluckt.

"Sie sind [...] für die so genannte Wiesendermatitis verantwortlich, die nach Kontakt der Haut mit
furanocumarinhaltigen Pflanzen und anschließender Sonnenbestrahlung entsteht."

Das sind die Pusteln, die man auf der Haut bekommen kann.

"Bei weiterer Bestrahlung reagiert der Furanring ebenfalls unter Bildung eines Cyclo-Additionsproduktes mit den Pyrimidinbasen der DNA, wobei es dann zu einer Vernetzung der beiden DNA-Stränge (cross-linking) kommen kann. Somit wird eine Zellteilung in den Epidermiszellen unmöglich und es kommt zu Erythem- und Bläschenbildung."

Die Quervernetzung führt aber auch zu einer entarteten Zelle, großflächig also zu einem Tumor.

e: Kürzer und einfacher zu lesen: [url]http://www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/reden_stellungnahmen/2006/sklm_furocumarine_dt_2006.pdf[/url]

hasis2011 13.05.2013 13:22

Zitat:

Zitat von Kadda (Beitrag 506942)
bei dem hier üblichen wiesenbärenklau muss man sich keine sorgen machen, der ist nur ganz schwach fototoxisch, davon merken auch nur sehr empfindliche menschen was (also mit empfindlicher haut)
gefährlich ist der riesenbärenklau (erkennt man an gezackteren blättern und wenn er erwachsen ist an seiner größe, ich finde es schwer die beiden zu unterscheiden). der riesenbärenklau war die giftpflanze des jahres 2007 oder 2008, weil er neu ist in deutschland und die meisten menschen anfangs nicht wussten, dass es gefährlich ist, ihn anzufassen. fasst man so eine pflanze an, bleibt das gift eine woche in den obersten hautschichten und wirkt bei sonneneinstrahlung. die brandblasen entstehen aber meist erst eine woche später, sodass manche dann gar nicht mehr wissen, woher jetzt plötzlich die verbrennungen kommen... ich habe damals auch gelernt, dass es tieren mit dünnem/weißen fell gefährlich werden kann. weil da eben auch die sonne durchkommt. ob das wirklich stimmt, weiß ich leider auch nicht. ich weiß nur das schafe eingesetzt werden, um das zeug zu vernichten :-D


Es ist ein Irrglaube, das Riesenbärenklau gefährlicher ist als der normale Wiesenbärenklau. Wie in der Tabelle ersichtlich ist, ist der Furocumaringehalt in Wiesenbärenklau (bis auf die Früchte) deutlich höher.;)
Riesenbärenklau ist nicht "gefährlicher" als Wiesenbärenklau und kann ebenso gefüttert werden...den Schafen hat er anscheinend auch nicht geschadet.



http://www.kaninchen-wuerden-wiese-k..._files/322.png
Quelle: Kaninchen würden Wiese kaufen.

Jinro 13.05.2013 13:27

Sind die Prozentangaben so zu deuten, dass es sich auch das Gesamtgewicht des Pflanzenteils bezieht, oder auf den Gesamtanteil aller enthaltenden Stoffe?

Sonst könnte ich ausrechnen, wieviel Gramm des jeweiligen Pflanzenteils man verfüttern kann, ohne eines Dosis zu erreichen, die Krebs fördert.

aliena 13.05.2013 14:43

Das mit der Schädlichkeit bei per-oraler Aufnahme bezieht sich nicht explizit auf Kaninchen, sondern m.W. auf Menschen, ggf. auch auf Browser (wobei wohl auch nicht alle - siehe Schafe). Leider weiß ich die Quelle nicht mehr, aber gerade die Furocumarine gehören zu der Vielzahl von "Giften", die Kaninchen enzymatisch abbauen können, wenn ich das jetzt nicht total durcheinander bringe. Sobald ich die Quelle wiederfinde, werd' ich sie hier noch angeben.

Edit: ich sehe gerade in dem DFG-Link, dass doch auch explizit Kaninchen genannt werden. Ich werd mich nochmal schlau machen. Evtl. funktioniert das mit dem enzymatischen Abbau nicht, wenn das "Gift" isoliert verabreicht wird, oder die verabreichten Dosen übersteigen weit das, was das Kaninchen aufnimmt, wenn es WBK frisst?

Jinro 13.05.2013 14:57

Würde ich mir sehr drüber freuen. Könnte sein, dass ein Kaninchen nach dem first pass Effekt wesentlich geringere Bioverfügbarkeit der Eingangsstoffe hat. Die Quelle oben nennt Kaninchen nur speziell bei Toxizitätsprüfung und Reproduktions- und Entwicklungstoxizität. Die übrigen Untersuchungen sind an Ratte, Maus, Hund, etc. also den gängigeren Tiermodellen.

e: Die Dosen in dem Zusammenhang liegen bis maximal 500mg/kg Körpergewicht, was nach der Tabelle mit den Prozentangaben dann ca. 80 Gramm Blätter von WBK entspräche.


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