Hallo und herzlich willkommen!
Ich würde vorschlagen, in diesem Fall zwei Ansatzpunkte zu wählen:
Zum einen sollte die Häsin einem Tierarzt vorgestellt werden, der abklären muss ob sie eventuell eine Veränderung an der Gebärmutter oder den Eierstöcken hat. Dadurch gerät der Hormonhaushalt durcheinander, was unter Umständen die Ursache für die Aggressionen sein kann. Hat sie bisher schon einmal Anzeichen einer Scheinschwangerschaft wie Nestbautrieb oder ähnliches gezeigt?
Zum anderen solltet ihr schauen, ob ihr an der Wohnsituation der beiden etwas verändern könnt. Ich vermute zumindest als Mit-Ursache für das Verhalten der Häsin eine Wohnsituation die deutlich verbessert werden könnte und dadurch Entlastung bringt.
Für dich als Erklärung zunächst einmal: Häsinnen sind meist sehr revierbezogen - oft deutlich revierbezogener als Rammler, und sie neigen dazu ihr Revier gegen Eindringlinge zu verteidigen - auch gegen Menschen. Außerdem lassen sich viele Kaninchen nur sehr ungern hochnehmen, diese Angst ist genetisch verankert (Fressfeinde würden ihre Beute hochheben...).
Folgendes würde ich deshalb vorschlagen:
Wenn ihr Revier groß genug ist, wird sie es nicht mehr so massiv verteidigen wollen, sie wird gelassener werden dadurch. Also würde es sich anbieten, Stall und Freigehege derart zu verbinden dass sie insgesamt
6 qm dauerhaft Tag und Nacht zur Verfügung haben. Falls du Außenhalter bist, bitte auf die Mardersicherheit achten! Wenn du Hilfe oder Anregungen brauchst, hier gibt es sehr viele äußerst unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten, und wir helfen gern bei der Entwicklung eines individuell für eure Bedürfnisse passenden Geheges.
Die Fütterung solltest du auf 2 Futterstellen ausweiten, die etwas entfernt (und vielleicht sogar sichtgeschützt) voneinander liegen. Einfacher Gedanke dahinter: sie kann ihn nicht von beiden Futterstellen gleichzeitig verjagen

Außerdem bietet es sich an, die Fütterung eventuell umzustellen, dafür müsstest du aber kurz beschreiben wie du genau fütterst. Man kann durch Fütterungsumstellung Futterneid oft gut reduzieren.
Ein dritter wichtiger Punkt: bitte überprüf, ob die beiden eventuell Langeweile haben. Kaninchen sind intelligente Tiere die sich schnell langweilen und sich dadurch Unarten angewöhnen. Beschäftigung kann man gut übers Futter einbringen - lass die beiden etwas tun für die Leckerbissen. Nicht im Napf servieren, sondern z. B. aufhängen oder unter kleinen Heuhaufen vestecken etc.