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Kaninchen in Gruppen oder lieber in Paaren?Hallo! Ich melde mich leider aus eher traurigem Anlass. Erstmal eine kleine Vorgeschichte. Ich hab vor ein paar Jahren ein Kaninchen aus schlechter Haltung adoptiert mit katastrophalen Zähnen. Mittlerweile befinden wir uns nach Jahren der OPs und Hoffen und Bangen leider in der Palliativpflege. Das wird voraussichtlich eher eine Sache von Monaten, vielleicht ein Jahr sogar aber die Zeit wirds zeigen. Ich habe insgesamt 2 Kaninchen und das hatte ich schon immer. Jetzt habe ich aber Angst, dass die Partnerin meines kranken Kaninchens dann irgendwann alleine ist. Die zwei kleben förmlich an einander und ich hab den Eindruck, dass sie eventuell nicht damit klar kommen könnte. Und sollte mein krankes Kaninchen doch rapide abbauen möchte ich mich nicht unter Druck gesetzt fühlen, so schnell wie möglich das nächstbeste neue Partnertier zu finden, nur damit sie nicht alleine ist. Auch weil ich dann wahrscheinlich selbst erst einmal etwas Zeit zum trauern brauchen werde. Deshalb meine Frage: Ich hatte deshalb überlegt, ob ich nicht vielleicht jetzt schon in die Gruppenhaltung statt Paarhaltung upgrade, solange ich meinen kleinen Racker noch hab. Platz, Lust und Budget hätte ich, Erfahrung allerdings 0. Mich interessiert vor allem, ob das überhaupt gegen Vereinsamung des Einzelnen helfen könnte. Gibt es bei Gruppen eine Gruppendynamik oder sind es doch dann einzelne Paare, die sich nur tolerieren? Bleibt ein schon vergesellschaftetes Paar lieber unter sich in einer Gruppe? Ich denke, hier gibt es viele Leute, die in Gruppenhaltung halten, deshalb wollte ich mal fragen. Hilft das gegen Vereinsamung, was sind da eure Erfahrungen?
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| Wenn du Platz, Zeit und Geld hast - los gehts. Ich habe oft die Erfahrung gemacht, wenn ich Pärchen oder vermeintlich vergesellschaftete Tiere aufgenommen und in die Gruppe gesteckt habe, dass dann dieses Paar oft zerfallen ist und die Tiere sich andere BFFs gesucht haben. Logisch: Bei Paarhaltung haben sie ja keine andere Wahl. In der Gruppe kristallisieren sich immer mal Freundschaften heraus, das muss aber nichts ganz Festes sein und kann sich auch wieder ändern. Oder es wird eine lebenslange Bindung. Aber dann halt freiwillig und nicht, weil halt nix anderes da ist.
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| Also ich hatte bisher zweimal eine 3ergruppe aus Weibchen,Weibchen,Männchen versucht. Hat leider in keinem Fall harmoniert. Demnächst werde ich das derzeitige 3erteam in 2 Gruppen teilen (das unterdrückte/ gemobbte Weibchen bekommt einen neuen Partner, so dass es insgesamt 4 Tiere sind). Beide Male allerdings Zimmerhaltung, also keine Riesenfläche, um sich aus dem Wege zu gehen. Das könnte einen Einfluss haben, denke ich.
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| Ich würde vor allen Dingen überlegen, ob es dem kranken Tier zuzumuten ist, jetzt noch eine VG mitzumachen. Er ist ja wohl in der letzten Phase seines Lebens angekommen, und wird früher oder später zusehends abbauen und Pflege und Ruhe benötigen. Ausgerechnet in diesem Stadium würde ich persönlich kein Tier neu vergesellschaften, wenn es einen Partner hat mit dem alles gut funktioniert. Ob so ein krankes Tier nachher in einer Gruppe überhaupt akzeptiert wird und sich durchsetzen kann und ob man ihm damit einen Gefallen tut halte ich für fraglich. Ich würde ihn zusammen mit seiner Partnerin in Ruhe seine letzten lebensmonate friedlich genießen lassen und danach eine gruppenhaltung anfangen wenn die Partnerin dann alleine ist. Einem kranken Tier das nur noch wenige Monate zu leben hat würde ich so eine Stress nicht mehr antun, wenn es nicht zwingend nötig ist.
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| Zitat:
Hoppelbande hat genau geschrieben, was ich gedacht habe, leider kam ich vorher nicht zum Schreiben. Bei Neuzugängen ordnet sich alles neu und Freundschaft kann bleiben oder zerbrechen. Die Tiere suchen bei Auswahl auch bevorzugte Partner und es kann auch passieren, das Dein krankes Tier zukünftig ausgeschlossen wird und es sich eine neue Dreiergang +1 bildet. Ich habe hier ein Jahr zusehen müssen wie ein Kastrat immer der Außenseiter war. Das würde ich Deinen kranken Tier nicht wünschen. LG Anni
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| Paarhaltung ist meist viel einfacher als kleinere Gruppen (Grossgruppen dagegen sind wieder einfacher gemäss Erfahrungsberichten). Ich habe mich nun über 16 Jahren mit Kleingruppen versucht: bestenfalls hat es mässig gut funktioniert und war noch tolerierbar, oft aber ging es bereits von Beginn an nicht. Oder es führte mit der Zeit zu stärkerem Mobbing, was zur Trennung führte. Meine getrennt lebenden, chron. kranke Trio-Seniorengruppe habe ich nach Ableben eines Kaninchens vergesellschaftet, indem ich die Abschrankung öffnete. Was überraschenderweise dank Platz in der Wohnung ohne jegliches Gejage funktioniert hat. Leider nur für kurze Dauer, da ich die Anderen 2 Kaninchen auch einschläfern musste. Die letzte kranke Überlebende (10 Jährige) wollte ich in Absprache mit meinen Tierärzten alleine lassen. Meine Scheue hat mich 2 Wochen lang um Beschäftigung angebettelt - früher konnte der Abstand zu mir nie gross genug sein. Es gab etwas ungeplant gleich 2 neue Partner (infolge Rettungsaktion AUS einem Tierheim), allerdings musste ich die VG abbrechen, da meine Seniorin wegen der Jüngeren genäht werden musste. Das tat mir sehr leid, aber ich wäre auch nie auf den Gedanken gekommen, dass meine Kranke je aktiv kämpfen würde: was sie in all den Jahren im gesunden Zustand noch bei keiner VG gemacht hat. Zumindest die Paarhaltung mit einem Senior funktioniert gut. Insofern hat es sich gelohnt, obwohl ich sie schon im Frühling hätte einschläfern können und auch nicht gedacht habe, dass sie bis Ende Jahr überhaupt noch lebt. Der Gesundheitszustand hat sich aktuell dank weiterer Therapie sogar erstmals gebessert. Sie macht rundum einen zufriedenen, fitten Eindruck trotz der vielen Unruhen im letzten halben Jahr mit VG von 4 Kaninchen. Daher bereue ich letztendlich nicht, dass ich ihr so viel zugemutet habe. Ob man nun vor dem Ableben mit Kaninchen aufstocken soll oder nicht, lässt sich nicht pauschal sagen. Ich würde es vom Allgemeinzustand abhängig machen. Klar, wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, dann belässt Du es in Paarhaltung. Allerdings habe ich mein Trio- Seniorengruppe auch aus Not heraus miteinander vergesellschaftet, obwohl die andere, ursprünglich Gemobbte in einem schlechten Zustand war (mit Demenz und fast ausschliesslich nur noch geschlafen hatte). Ich hätte die VG sofort abgebrochen, wenn ich gesehen hätte, dass die Demente aus ihrer Ruhe gestört worden wäre. Ob nun ein Paar durch die Aufstockung auseinander fällt oder nicht: im obigen Fall war es zwar sehr überraschend so (es waren aber auch alle krank). Ich hatte aber auch Paare, da hat wirklich nichts die Beiden getrennt und ich hätte auch dafür auch meine Hand ins Feuer gelegt.
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| Mit grösseren (weiblichen) Gruppen jenseits von 6 Monaten hab ich wenig Erfahrung, nach fehlgeschlagenen Versuchen mit 2 oder 3 Trios bin ich jetzt bei Paaren gelandet, 2x 2 Weibchen, und einmal ein Männchen mit einem kastrierten Weibchen (meine freilaufenden Haushäschen). Vom Gefühl her ist es so dass (weibliche) Paare passen -oder nicht. Trios sind schwieriger, oder brauchen mehr Glück, weil da manchmal eine den Kürzeren zieht. Mit gemischten Paaren hatte ich noch nie ein Problem. In grösseren Gruppen wird imho das Dominanzverhalten auf mehr Tiere verteilt und das entlastet die Schwächsten in der Gruppe, aber wie gesagt, diesbezüglich wenig Erfahrung aber bis 5-6 Monate hat das bei 5-7 Weibchen recht gut funktioniert. Bei Männchen ist, unabhängig von der Gruppengrösse von Geschwistern so bei 5 Monaten das Ende der Fahnenstange erreicht - bei meinen, ich bin sicher das kann je nach Linie unterschiedlich sein. Das Problem bei Männchen ist dass es von Null zu schwersten Verletzungen binnen Sekunden eskalieren kann, mit wenig Vorwarnung, ist es nicht wert das zu riskieren. Von kastrierten Männchen kann ich nur aus zweiter Hand was sagen, Nachbarn haben eine Fünfergruppe von Kastraten, funktioniert, aber haben einmal wegen Falschbestimmung ein Mädel dazu gesetzt, das musste wieder weg weil es den Frieden durcheinander gebracht hat. Geändert von Preitler (26.12.2022 um 21:16 Uhr).
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| Zitat:
Aus diesem Grund sollte man die Männchen immer kastrieren lassen. Warum werden Deine eigentlich nicht kastriert? Züchter? Hemmungen, den Böcken ihre Männlichkeit zu nehmen? Zitat:
Von kastrierten Männchen kann ich aus erster Hand sagen, dass es bei ausreichend Platz gut funktioniert. Habe verschiedene Gruppenkonstellationen gehabt: 3 Weibchen/3 Kastraten, 2 Kastraten, 3 Kastraten/1 Weibchen, 2 Kastraten/1 Weibchen, Paarhaltung. In jeder Konstellation ist keiner allein gebleiben. Jeder hat mit jedem gekuschelt, meist war es aber EIN Haufen voll Fell.
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| Stichworte |
| gruppenhaltung, paarhaltung |
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