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E. Cunucili: Wahrscheinlich oder unwahrscheinlich? auf Kaninchen Forum

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  • 1 Post By Rakete
  • 2 Post By Lupine

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Ninchen
 
Registriert seit: 19.09.2021
Beiträge: 2
Jan13579 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 22.09.2021, 15:47

E. Cunucili: Wahrscheinlich oder unwahrscheinlich?


Hallo an alle Kaninchenfreunde!
[Dies ist mein erster Beitrag hier im Forum. Also bitte auf Fehler meinerseits Rücksicht nehmen und mich darauf hinweisen!]

Mich begleitet folgendes Problem:
Mein 2 Jahre Altes Kaninchen Lynn zeigt seit ca. einer Woche Gleichgewichtsstörungen. Zu Beginn der Störung konnte sie kaum gerade laufen und sich nur noch etwas putzen. Ich hatte direkt E.C. im Hinterkopf und bin mit ihr nach 2 Tagen Beobachtung tatsächlich am Sonntag morgen direkt zum Notdienst. Kot- und Urinprobe wurde direkt abgegeben. Kot unauffällig, auf die Urinprobe (und damit auch auf das Ergebnis E.C. ja oder nein) muss ich noch bis Freitag warten.

Nun ja, wir haben ein Schmerzmittel (Melosus) bekommen, von welchem ich ihr jeden Abend 0,2ml oral verabreiche. Nach drei Tagen Medikamenteneinnahme zeigt sie sich nun so: Sie hoppelt wieder normal und zielgerichtet, aber sehr wenig. Das Putzen fällt ihr aber deutlich schwerer als zuvor, d.h. sie fällt tatsächlich bei jedem Versuch zur Seite weg und muss sich auffangen.

Jetzt sitze ich hier, warte auf das Ergebnis des Urintests und mache mich verrückt, ob es nun E.C. ist oder nicht. Ich liste unten mal auf, was meiner Meinung dafür und dagegen sprechen KÖNNTE. Vielleicht hat ja jemand in solch einer Situation schon Erfahrung.

KÖNNTE dafür sprechen:
- Gleichgewichtsstörungen
- weniger aktiv
- leichter Augenausfluss (könnte aber durch mangelnde Pflege durch verlorenes Partnertier auffällig sein)
- Verlust eines Partnertieres von einem Monat (jetzt ist sie mit ihrem Bruder Curtis zu zweit)
- Umzug in ein neues Gehege
- etwas lautere Geräuschkulisse im Stall als zuvor
- Besuch beim Tierarzt zur Vorsorge 2 Tage vor Symptombeginn-> hier war sie Panisch ängstlich

KÖNNTE dagegen sprechen:
- unglaublich guter Appetit -> sie frisst mehr und lieber als sonst
- Verbesserung beim hoppeln (oder hat sie sich nur daran gewöhnt? vielleicht Wirkung von Melosus?)
- laut meiner Schwester ist sie einige Tag vor den Symptomen von einer Ebene im Stall gepurzelt und hat sich kurz danach ähnlich verhalten, was vielleicht auf ein Trauma hindeuten könnte (warum war es aber zwischenzeitlich wieder weg, wenn es mit dem Sturz zu tun haben sollte?)
- keine Symptome wie Kopfschiefhaltung, Appetitlosigkeit, etc.

Ich freue mich über jede Hilfe und konstruktive Kritik!
Vielen Dank, Jan



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Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 22.09.2021, 17:38

Hallo Jan
wird nur Schmerzmittel gegeben?
Falls ja: eigentlich müsste man sofort bei Verdacht auf EC mit Panacur beginnen. Aufhören kann man damit erst, wenn das Resultat den Verdacht entkräftigt hat.


EC kann ja diverse Symptome haben und muss nicht gleich mit Schiefhals einher gehen. Es gibt sogar chronisch langsame Verläufe. Aber es kann sich jederzeit schlagartig verschlechtern, daher rät man auch sofort zur prophylaktischen Therapie.



Ansonsten gibt es natürlich weitere Ursachen wie Mittelohrentzündung (was schmerzhaft ist und auch gleich AB braucht), und Trauma. Für Beides müsste man ein Röntgen zur Abklärung machen. Weitere Ursachen siehe Kaninchenwiese.



https://www.kaninchenwiese.de/gesundheit/infektionskrankheiten/e-cuniculi/



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Ninchen
 
Registriert seit: 19.09.2021
Beiträge: 2
Jan13579 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 22.09.2021, 19:10

Vielen Dank für die Nachricht!
Meine Tierärztin hat genau von so einer prophylaktischen Behandlung abgeraten. Sie meinte, je höher man die Medikamente jetzt dosiert, umso weniger gesamtwirkung haben sie ab dem gemeinsamen Einsatz. Zusätzlich wiegt mein Kaninchen knapp unter einem Kilo. Sie sagte ihr Verdauungstrakt wäre so klein, dass wir Probleme mit der Darmgesundheit bekommen, wenn wir ohne richtige Diagnose alles "durcheinander" verabreichen.

Sie meinte, dadurch, dass sich Lynns Symptome unter Stress nicht so stark zeigen, wie im Ruhezustand, sieht sie die Diagnose EC als unwahrscheinlich. Konnte eine Ohrenentzündung auch ausschließen.

In sämtlichen Foren ließt man immer unterschiedliche Dinge. Wem ich Glauben schenken soll weiß ich so recht nicht��




Benutzerbild von Lupine
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 22.09.2021, 19:41

Zitat:
Zitat von Jan13579 Beitrag anzeigen
...
Meine Tierärztin hat genau von so einer prophylaktischen Behandlung abgeraten. Sie meinte, je höher man die Medikamente jetzt dosiert, umso weniger gesamtwirkung haben sie ab dem gemeinsamen Einsatz.

Die Behandlung auf E.C. soll grundsätzlich sofort erfolgen, bis E.C. sicher ausgeschlossen ist. Obligatorisch ist Panacur und ein Vitamin-B-Komplex. Mir ist nicht bekannt, dass Panacur seine Wirkung verliert, wenn man es vorab bereits einsetzt - ganz im Gegenteil, man gewinnt unter Umständen wertvolle Zeit. Das gleiche gilt für Vitamin B.


Bei einem Antibiotikum kann man darüber nachdenken, ob man vielleicht eine Resistenz erzeugen könnte, wenn es weder E.C. noch eine Ohrenentzündung ist - allerdings wiegt in einem Fall solch schwerer und im Fall einer Ohrenentzündung auch extrem schmerzhafter Erkrankungen meiner Ansicht nach der mögliche Nutzen deutlich schwerer.


Zitat:
Zitat von Jan13579 Beitrag anzeigen
... Kot unauffällig, auf die Urinprobe (und damit auch auf das Ergebnis E.C. ja oder nein) muss ich noch bis Freitag warten.
...

Ich mag ja vielleicht nicht ganz auf dem Laufenden sein... aber... Den E.C.-Titer bestimmt man nicht im Urin sondern im Blut, soweit ich weiß! Wurde denn Blut abgenommen?


Zitat:
Zusätzlich wiegt mein Kaninchen knapp unter einem Kilo. Sie sagte ihr Verdauungstrakt wäre so klein, dass wir Probleme mit der Darmgesundheit bekommen, wenn wir ohne richtige Diagnose alles "durcheinander" verabreichen.

Das gilt grundsätzlich für JEDES Kaninchen, unabhängig von der Größe. Es geht auch nicht darum , "alles durcheinander zu verabreichen" sondern gegen E.C. und Ohrenentzündung anzubehandeln, bis diese beiden Möglichkeiten sicher (durch Titerbestimmung im Fall von E.C. und durch eine Röntgenaufnahme und Bestimmung der Entzündungswerte im Fall der Ohrenentzündung) ausgeschlossen sind.



Bei beiden Erkrankungen darf man auf keinen Fall Zeit verlieren! Das zeigt sich gerade bei deinem Kaninchen sehr deutlich, denn du beschreibst ja eine deutlich sichtbare Verschlechterung des Zustandes.


Zitat:
Sie meinte, dadurch, dass sich Lynns Symptome unter Stress nicht so stark zeigen, wie im Ruhezustand, sieht sie die Diagnose EC als unwahrscheinlich.
Gewagte Schlussfolgerung. Es ist zwar häufig, dass sich bei E.C. die Symptome unter Stress verschlechtern, aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel.



Zitat:
Konnte eine Ohrenentzündung auch ausschließen.

Und wie? Von einer Röntgenaufnahme hast du nichts geschrieben. Wurde eine gemacht?


Und welche möglichen Differentialdiagnosen hat sie in den Raum gestellt, und wie will sie weiter vorgehen?



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Gute Menschen gleichen Sternen, sie leuchten noch lange nach ihrem Erlöschen.



Geändert von Lupine (22.09.2021 um 19:44 Uhr).

Moderator
 
Registriert seit: 20.02.2019
Beiträge: 3.859
4Chaoten befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 22.09.2021, 19:42

Hallo und willkommen,


ich stimme Rakete zu, Panacur kann man vorsorglich geben und mir wäre nicht bekannt, dass, wenn man später mit Vitamin B und AB zusätzlich behandelt, die Wirkung nicht gegeben ist. Bei Anzeichen von EC würde ich Panacur und Vitamin B geben. Habe ich selber auch schon mitbekommen, obwohl nichts bestätigt



Aus welchem Grund hat sie eine Ohrenentzündung ausgeschlossen? Wurde sie geröngt, ob Verletzungen vorliegen oder sie evtl. schon, obwohl jung, Spondylose/Athrose hat?




Gesperrt
 
Registriert seit: 03.07.2015
Beiträge: 5.334
Terry ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Geschrieben am 22.09.2021, 21:18

Ist das Tier eine sog. „Qualzucht“, also ein Widderkaninchen?

Ansonsten kann ich mich @Lupine nur anschließen….. Panacur und Vit. B ist am wichtigsten, Baytril wäre zusätzlich noch gut.
Bis zu Ergebnis einer Blutprobe auf EC fortführen, sollte das Ergebnis negativ (also für das Tier positiv) ausfallen, weitere Diagnostik hinsichtlich Otitis (ggf. per CT) betreiben…


Und nein EC kann man nur mit einer Blutprobe, nicht aber mit einer Urinprobe diagnostizieren….!




Geändert von Terry (22.09.2021 um 21:21 Uhr).

Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 23.09.2021, 07:43

Du kannst Dich zu dem Thema gerne bei Kaninchenwiese einlesen, den Link habe ich schon gegeben.

Keine Ahnung, in welchen Foren Du bis anhin unterwegs warst und was für Ratschläge Dir erteilt wurden. Alternativen für Erstmassnahmen (EC- Titer- Bestimmung aus dem Blut mit sofortigen Beginn mit Panacur und Röntgenabklärung) zu diesem Symptomen gibt es nicht. Das kann Dir auch jeder kaninchenkundiger Tierarzt bestätigen.

Auf alle Fälle würde ich mir da eine Zweitmeinung einholen.

Aber ich weiss nicht, wie der Allgemeinzustand Deiner Häsin ist und das könnte natürlich zwecks Behandlung schon eine bedeutende Rolle spielen.

Ein ausgewachsenes Kaninchen mit oder unter 1 kg zählt bereits zu Qualzucht und da kenne ich mich leider gar nicht aus.

Da muss man sich wohl überlegen, was generell an Behandlung dem Tier bei jeglicher Krankheit zu zumuten ist. Auch das relativ harmloses Panacur reguliert das Immunsystem stark nach unten, was bei einem massiv schlechten Immunsystem bei unnötiger Behandlung fatal sein könnte. Falls notwendig muss man natürlich therapieren, da hat man keine Wahl und muss mit dem schlimmsten rechnen.

Aber ich vermute mal, dass die generelle Lebenserwartung bei einem derart zu klein gezüchteten Kaninchen leider sowieso deutlich niedriger ist als bei einem normalen Zwergkaninchen.



 
 
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Stichworte
e. cuniculi, e.c., gleichgewichtsstörung, umfallen



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