| Dauerkrankes Kaninchen, Ursache wird nicht gefunden Hallo liebe Forenmitglieder!
Da ich leider mit meinem Kaninchen Emil nicht weiter weiß, möchte ich dieses Forum nutzen, um eventuell Hilfe von denjenigen zu bekommen, die ähnliche oder gleich Probleme haben/hatten.
Ich habe zwei Kaninchen, Emil (männlich kastriert, 6 Jahre, Russenzwerg) und Elaine (weiblich kastriert ca. 7-8 Jahre, Holländer) aus dem Tierschutz. Beide leben auf ca. 20 qm in meinem Wohnzimmer und dürfen ab Frühjahr auch den angrenzenden Balkon nutzen. Ich ernähre rein mit Frischfutter, im Sommer Wiese und Äste und im Winter Kohl, Salate, Blättriges, Kräuter etc. Zusätzlich bekommen sie Heu zur freien Verfügung.
Elaine ist chronische Schnupferin, lebt aber schon seit vielen Jahren sehr gut mit ihrer Krankheit und hat auch sonst nie irgendwelche Probleme.
Anders sieht es leider bei Emil aus. Emil ist EC positiv und bekommt täglich Vitamin B, Panacur und Vasotop (Herzmedikament). Er hat schon seit mehreren Jahren immer wieder Probleme mit der Verdauung, leidet oft an Bauchschmerzen, Übelkeit.
Wie äußert sich das?
Emil geht es von einer Sekunde auf die andere schlecht, er drückt seinen Bauch durch, hat sichtbar Schmerzen, frisst nicht mehr, fühlt sich unwohl, liegt viel, trinkt auffallend viel.
--> Es ist immer das gleiche Bild. Am Anfang traten diese Probleme gelegentlich auf, dann alle paar Monate, dann alle paar Wochen, mittlerweile alle paar Tage!
Wenn ich es rechtzeitig bemerkt habe, dass es ihm schlecht geht (ich habe eine Kamera im Wohnzimmer und kann die beiden ständig beobachten), konnten wir Emil meist mit Schmerzmittel, Dimeticon und Emeprid schnell helfen. Diese darf ich nach Rücksprache mit dem Tierarzt eigenständig geben. Oft jedoch haben die Mittel im fortgeschrittenen Zustand nicht mehr angeschlagen und ich bin zum Tierarzt.
Ich bin bei einem sehr kaninchenerfahrenen Tierarzt in Köln Rondorf. Dieser hat Emil schon oft das Leben gerettet. Schon mehrfach musste ich ihn aufgrund des schlechten Zustands und Untertemperatur dalassen und man hat ihn wieder aufgepäppelt. Röntgenbilder zeigten immer dasselbe Bild: Aufgasungen, Vermutung, dass etwas "quer sitzt" (hat sich nie bewahrheitet).
Wir haben Emil schon zigmal auf den Kopf gestellt und dabei immer wieder neue Probleme feststellen müssen. Leider bekommen wir seine Probleme aber nicht in den Griff und ich bin mittlerweile einfach nur noch verzweifelt, weil wir die Ursache nicht finden.
Was ist gut?
- Emil hat grundsätzlich keine Zahnprobleme und auch keine schlechten oder auffallenden Nierenwerte. --> beides können ja oft Ursachen sein
Was ist schlecht?
- Matschkot/ständig verklebter Popo in den Wintermonaten (konnten wir beheben, das kleine Stück Möhre als Leckerchen war ausschlaggebend, seit ich das nicht mehr gebe, hat Emil keinen Matschkot mehr)
- zu viele Hefen im Kot (mehrmals Kotprobe eingereicht, Hefen haben wir grundsätzlich immer zu viele, wir haben einmal mit Nystatin behandelt, das hat kurzzeitig geholfen, wir füttern seit Ende 2020 so gut es geht zuckerarm/frei, keine Möhre/Wurzelgemüse, keine zuckerhaltigen Leckerchen, kein Obst)
- Vermutung, dass die Haare/das Fell ihm Probleme bereiten, Emil ist das ganze Jahr über gefühlt im Fellwechsel, hat eine sehr feine Haarstruktur. Wenn es besonders schlimm ist, gebe ich Rodicare Hairball
- schlechte Leberwerte (erstmals im Frühjahr 2020 über eine Blutabnahme festgestellt, Behandlung mit Hepar comp. PlantaVet über mehrere Wochen, zuletzt aufgrund wiederkehrender Bauchprobleme nochmals Blutabnahme im Februar 2021, Leberwert deutlich schlechter als in 2020, zudem ein extrem hoher Entzündungswert --> Behandlung mit Hepar comp. PlantaVet, Mariendistelsamen, und Baytril über ca. 7 Wochen, am Anfang noch zusätzlich mit Novamin, Emeprid und Dimecticon weil es Emil so schlecht ging, dazwischen immer wieder Blutabnahmen, Leberwert nach 7 Wochen wieder normal, Entzündungswert wurde besser, stagnierte aber nach 7 Wochen so dass wir das Baytril absetzten. 2 Wochen ging es ihm super! Jetzt letzten Samstag und auch gestern wieder alles auf Anfang:
Ganz plötzlich und ohne Vorwarnung (egal zu welcher Tageszeit) geht es ihm wieder schlecht, er rennt zum Trinknapf, trinkt, legt sich hin, drückt den Bauch durch, frisst nicht mehr (Leckerchentest ist hier super). Ich gebe dann Novamin, Emeprid, Dimeticon und nach spätestens 1,5 Stunden ist er wieder der Alte. Vorausgesetzt ich bemerke es direkt!
Nach den letzten Wochen, die Emil und mich viel Zeit, Nerven, Stress (insbesondere die Blutabnahmen! und die Medikamenteneingabe) und Tränen gekostet haben, war ich 2 Wochen happy und dachte die Leber und der Entzündungswert waren des Rätsels Lösung, weshalb es ihm immer wieder schlecht ging. Aber das stelle ich jetzt alles wieder in Frage.
Hat jemand ähnliche Probleme oder weiß was ich noch tun kann?
Woher kommen diese plötzlichen Schmerzen/dieses plötzliche Unwohlsein? Es ist schon fast wie eine Art Kolik.
Kann es sein, dass der Entzündungswert in den gut 2 Wochen wieder so dramatisch gestiegen ist?
Wenn er unter Schmerzmittel steht (Emil hat 2,3 kg und bekomt 0,35 ml Novaminsulfon, im akuten Fall alle 6-8 Stunden) geht es ihm super!
Kann man das Schmerzmittel dauerhaft und vorbeugend geben?
Warum frage ich das: Ich habe immer panische Angst, ihn alleine zu lassen weil es ihm ja plötzlich schlecht gehen könnte. Zigmal schon bin ich von der Arbeit wieder heim gefahren weil ich über die Kamera gesehen habe, dass es ihm schlecht geht. Kein Chef der Welt hat da dauerhaft Verständnis für. Nachts stelle ich mir den Wecker, um zwischendurch nach ihm zu sehen. Denn wenn ich 8 Stunden schlafe und bemerke erst am nächsten Morgen, dass etwas war, muss ich meist zum Tierarzt, weil der Zustand schon wieder kritisch ist. Das macht mich fertig.
Ich hoffe, dass mir jemand von euch helfen kann!
Vielen dank und LG
Emil, Elaine und Ela |