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Frage allgemein zu KaninchenrassenHallo in die Runde, ab Mai/Juni möchten wir gerne zwei Zwergkaninchen in Außenhaltung. Wir sind in Sachen Kaninchen absolute Neulinge und ich habe inzwischen viel zu verschiedenen Kaninchenrassen gelesen. Wir tendieren zu Zwergwiddern oder Farbenzwergen. Allerdings möchten wir uns nicht festlegen, da wir auch gerne Tiere aus dem Tierheim nehmen würden. Und je enger die Eingrenzung, desto geringer die Chancen welche zum passenden Zeitpunkt zu finden. Hier aber mal eine allgemeine Frage, die mich umtreibt: Hier wird immer vor Kaninchen aus Zufallswürfen oder Unfällen gewarnt, da die Herkunft nicht geklärt ist und der Gefahr von Erbkrankheiten etc. Ok, Inzucht als Problem ist logisch. Aber sonst? Bei anderen Tieren, Hunden und Katzen.... war - und bin - ich immer ein Fan von Mischlingen bzw. nichtreinrassischen Tieren. Sie sind besonders robust und eben nicht überzüchtet. Warum scheint das bei Kaninchen anders zu sein? Oder doch nicht? Besser zwei Kaninchen aus der Zucht oder aus dem Tierheim?
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| Danke dir für deine ausführliche Antwort. Ich würde ja auch Tierheim bevorzugen. Allerdings hat man da ja tatsächlich keinerlei Garantie was Herkunft angeht. Das wäre mir dann aber egal, wenn wir neuen Kaninchen ein - hoffentlich - schönes Zuhause bieten können. Einige Rassen sollen ja grundsätzlich zahmer werden als andere. Aber vielleicht doch mehr vom einzelnen Tier abhängig. Oder wie sind da eure Erfahrungen? Wir möchten gerne ein Geschwisterpaar. Da ist Vergesellschaftung dann ja auch kein Thema. Ich habe schon Tierheime in der Region angeschrieben. Aber wir sollen uns melden, wenn es soweit ist. Mein Gedanke war eben: Vielleicht wird jetzt gerade eine schwangere Kaninchendame irgendwo abgegeben. Deren Kinder bzw. zwei davon könnten wir ja schon "reservieren".
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| Zahmheit ist absolut unabhängig von der Rasse. Das sind Märchenerzähler, die sowas behaupten. Kaninchen kennen, sobald sie in die Pubertät kommen, keine Familienbande mehr. Lasst euch deshalb bitte keine zwei Häsinnen andrehen, auch wenn sie sich "immer gut verstanden haben" - das kann sich schnell ändern. Und auch keine unkastrierten Rammler! Am besten schaut ihr nach einem Paar. Er kastriert, beide durchgeimpft. Empfehlen würde ich euch ein Alter ab 1 Jahr. Ja, ich weiß, Jungtiere sind extrem niedlich. Aber nur wenige Wochen. Und dann kommt die Pubertät, und Kaninchen sind da nicht anders als Menschen: gerne mal "auf Krawall gebürstet". Öfter auch kleine "Schweinchen" die ihr Revier mit Urin markieren. Darauf sollte man gefasst sein, wenn man sich Jungtiere anschaffen. ![]()
__________________ Gute Menschen gleichen Sternen, sie leuchten noch lange nach ihrem Erlöschen.
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| Werden denn Kaninchen, die ein Jahr alt sind, überhaupt noch zahm? Wir wollten gerne gegengeschlechtliche Geschwister. Das scheint ja am besten zu klappen. Ab wann lässt sich denn das Geschlecht mit Sicherheit feststellen?
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| Solltet ihr unbedingt Jungtiere haben wollen, beachtet bitte auch, daß sie mindestens 10 Wochen bei der Mutter bleiben. Dafür müssen die kleinen Rammler frühkastriert werden. Nicht alle Tierheime machen das, weil es ein erheblicher finanzieller Aufwand ist, die trennen dann oft die kleinen Jungs früher und lassen sie manchmal dann in einer Gruppe ohne erwachsenes Tier weiter aufwachsen. Die so auf sich selbst gestellten Burschen sind natürlich nicht so gut erzogen als wenn Mama da noch ein Wörtchen mitzureden gehabt hätte. Solltet ihr ein Geschwisterpaar mit 8 Wochen holen, müsst ihr gleich durch die Operation durch. Solltet ihr das wirklich in Erwägung ziehen, schaut euch jetzt schon nach einem guten Tierarzt um. Denn ihr müsst den kleinen Mann direkt nachdem ihr ihn übernommen habt, operieren lassen. Er könnte sonst seine Schwester decken, viel zu früh, was lebensgefährlich werden könnte.
__________________ Gute Menschen gleichen Sternen, sie leuchten noch lange nach ihrem Erlöschen.
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| Auch das ist vom Charakter abgängig. Was ist für dich zahm? Man sollte keine zu hohen Ansprüche an Kaninchen stellen ![]() Meine beiden kommen und nehmen Leckerchen aus der Hand. Den Rammler kann ich gelegentlich flauschen,das Weibchen ist eher so ein rühr mich nicht an ![]()
__________________ --- "Du mußt sie jetzt sagen, Oder ewig 'rumtragen, Deine Worte: Verzeih! Hätt' ich doch! – Einerlei. Könnt' ich doch noch! – Vorbei." (Reinhard Mey) --- [Danke, Tante Jessi]
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| Sind sie oft schon. Sie hatten ja Vorbesitzer. Meinen Leo habe ich von Privat mit geschätzt 4 Jahren übernommen, aus leider extrem schlechter Haltung, und musste ihn in den ersten Tagen mit medizinischen Behandlungen und Zwangsernährung quälen. Er war das zutraulichste Kaninchen was man sich vorstellen kann. Wuschel kam mit 12 Wochen zu mir. Sie war und blieb eine Mimose, und es hat Jahre und jede Menge Geduld gebaucht bis ich sie am Körper anfassen durfte, ohne dass sie die Flucht ergriff. Zitat:
__________________ Gute Menschen gleichen Sternen, sie leuchten noch lange nach ihrem Erlöschen. Geändert von Lupine (14.03.2021 um 11:36 Uhr). Grund: Tippfehler
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| Klar können Kaninchen mit einem Jahr noch zahm werden. Ob sie zahm werden oder nicht liegt wohl eher an ihrem Charakter Mein Kastrat lässt sich nicht anfassen und ist schon früh zu mir gekommen und meine Kaninchendame hatte 3,5 Jahre ein mieses Leben in Angst und in Buchtenhaltung und lässt sich ziemlich gerne streicheln. edit: *schnarch...zu lange beim Antworten gebraucht ![]()
__________________ Chai, chai, chai - Ken, ani od chai! Ze hashir shesaba Shar etmol l'aba - V'hayom ani
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| Zahm bedeutet beim Kaninchen: kommt angstfrei zur Hand um sich ein Leckerchen abzuholen, wuselt einem während des ausmistens um die Füße, klettert einen auch schon mal auf die Beine wenn man im Gehege sitzt um zu gucken ob man was leckeres dabei hat. Zahm heißt nicht zwangsläufig: lässt sich streicheln. Wuschel ließ sich für wenige Sekunden zum Abtasten berühren (sie war ein Langhaarkaninchen und das war eine notwendige Kontrolle ob sie irgendwelche Verletzungen hatte). Jule (gleiche Herkunft wie Wuschel, aber kurzhaarig) kam manchmal von selbst an um Streicheleinheiten einzufordern. Und Leo ließ sich am ganzen Körper problemlos berühren, obwohl er zeitlebens auf medizinische Behandlung angewiesen war. Noch eine Information zum streicheln: bitte nicht einfach über den Rücken streicheln. Das fühlt sich für ein Kaninchen an wie gerammelt werden, das ist eine Dominanzgeste. Damit würde man dem Kaninchen klar machen: Ich bin der Boss und du muckst besser nicht auf. Streicheln sollte die kaninchentypische Zuneigung imitieren: mit einem Finger in kurzen Strichen an Kopf und Ohren das lecken nachmachen.
__________________ Gute Menschen gleichen Sternen, sie leuchten noch lange nach ihrem Erlöschen.
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| Hi, Ich würde ja auch Tierheim bevorzugen. Allerdings hat man da ja tatsächlich keinerlei Garantie was Herkunft angeht. das stimmt natürlich. Der Vorteil gegenüber manchen (vielen?) Vermehrern ist aber, dass die Tierschutztiere medizinisch durchgecheckt sind und eventuell auch schon einige Zeit im Tierheim/in der Pflegestelle leben, so dass die Mitarbeiter die Tiere kennen und gute Auskunft geben können. Außerdem kann man sich bei kommerziellen Anbietern auch nicht sicher sein, ob sie aufgrund ihres Verkaufsinteresse immer ehrlich sind was Vorerkrankungen, Verhaltenauffälligkeiten etc. anbetrifft. Grüße S.
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| Zitat:
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| Soooo deutlich wollte ich das jetzt nicht schreiben ;-)
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| Danke schön für eure tollen Antworten. Zum Thema zahm: Zahm heißt für mich im Idealfall, dass die Tiere Vertrauen zu uns aufbauen, dass sie gerne in unsere Nähe kommen, dass sie gerne Möhrchen etc. aus der Hand fressen, dass sie sich auch mal anfassen lassen und dass sie im Idealfall auch mal - wenn wir bei Ihnen sind - auf unsere Beine springen. So in der Art. Dass Kaninchen nicht gerne auf den Arm genommen werden ist uns bekannt. Schade wäre es eben, wenn die beiden Kaninchen die Flucht ergreifen und sich im Häuschen verstecken, sobald sie uns sehen. Nochmal zum Alter: Mir ist klar, dass 8 Wochen die absolute Untergrenze ist. Ich dachte auch eher an 12 Wochen +. Das könnte schon alleine gegen Tiere vom Züchter sprechen. Dort werden sie vermutlich frühestmöglich abgegeben. Wenn wir also gerne Tiere aus Tierheim oder Nothilfe möchten, was empfehlt ihr: Wann sollen wir Kontakt aufnehmen? Ich hatte es, wie bereits geschrieben, ja jetzt schon versucht. Da ich dachte wir könnten 2-3 Monate im Voraus anfragen, da die Kleinen ja jetzt schon geboren sind. Aber das scheint zu früh zu sein. Also läuft so eine Vermittlung eher spontan und kurzfristig? Wenn wir genau wissen, wann unsere Voliere geliefert wird, können wir zeitlich planen. Schätzungsweise Ende Mai, spätestens Anfang Juni wird es soweit sein.
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| Du kannst die Userin Marinahexe anschreiben. Sie ist sehr gut mit Pflegestellen vernetzt und kann dich bestimmt bei der Suche unterstützen.
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| Das habe ich gerade getan, danke dir und Lupina für den Kontakt.
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| Zitat:
Viel vom Verhalten, Toleranz gegenüber Menschen und Berührungen ist genetisch bedingt, aber man kann auch das Vertrauen von Kaninchen gewinnen die eher distanziert veranlagt sind. Eines meiner mädels lässt sich nach 7 Jahren immer noch nicht gerne berühren, sie ist halt so, aber sie kommt wenn gerufen, frisst natürlich aus der Hand und weicht mir nicht aus solange ich nicht versuche sie anzufassen. Andere fordern ihre Streicheleinheiten. Da liegt der Vorteil eines etwas erwchsenen Kaninchens aus einer Pflegestelle auf der Hand, man kann den Charakter schon etwas einschätzen, was bei Jungtieren schwer oder nicht möglich ist. Das Verhalten der Elterntiere kann einen Hinweis geben, vor allem bei Zuchtlinien bei denen darauf wert gelegt wird, weniger bei mehr oder minder zufälligen Mischungen, da kann die Streuung recht gross sein. Zitat:
Wenn du einen Züchter findest der auf Charakter achtet und evt. gegen reservierung die Kleinen bis 10 Wochen oder so zur Sozialisierung in der Gruppe behält wäre das auch eine Alternative. Bei 12 Wochen setzt dann schön langsam die Pubertät ein (bei kleinen Rassen eher früher), was ein Zusammenleben im gemischten Wurf aufgrund der Gefahr von Trächtigkeit beendet, Weibchen können je nach Verhältnissen (genug strukturierter Platz) bei den Zibben bleiben, die Männchen in einer Gruppe sind aber ein gewisses Risiko, Kämpfe können spontan ausbrechen, im Gegensatz zu Weibchen schnell mit teils letalen Verletzungen. Und da bei uns die Möglichkeit der Frühkastra besteht würde ich diese nutzen. (Mein freilaufender Haushase ist nicht kastriert, aber er wäre es inzwischen wenn seine Athrose ihn nicht bremsen würde, er würde sein Mädel sonst zu viel nerven. Trotzdem hinterlässt er 1-2 pro Woche was zum Aufwischen...) Punkto Rassen: Eher sekundär, wichtiger ist für mich Charakter. Allerdings werde ich nie Widder haben, viel höhere Neigung zu Ohrproblemen, in einem Mass dass es manche schon als Qualzucht bezeichnen. Geändert von Preitler (14.03.2021 um 15:03 Uhr).
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| Zitat:
Zu Widdern habe ich genau das gelesen. Dass sie zu Ohrenproblemen neigen und dass die Ohrenform ene qualvolle Züchtung ist. Gleichzeitig liest man, dass es die idealen "Familienkaninchen" sind, weil sie eher ruhig sind und schnell zahm werden. Dann dachten wir an Farbenzwerge. Da habe ich sogar einen Züchter entdeckt, der einen vernünftigen Eindruck macht. Die Ohrenform ist hier ja natürlicher... Beim Lesen hat mich dann allerdings wieder abgeschreckt, dass sie als sehr schreckhaft und auch sehr aktiv gelten und eher mehr Platz benötigen. Und wir können eben nur 6 Quadratmeter als dauerhaften Auslauf bieten. Darüber hinaus nur, wenn wir dabei sind. Also vielleicht sollten wir das Thema Rassen wirklich vergessen und uns einfach Kaninchen im Tierheim ansehen. Und deren Verhalten beobachten. Das Argument, dass man bei etwas älteren Kaninchen besser erkennen kann, ob sehr schüchtern oder nicht, stimmt natürlich auch. Wahrscheinlich wird dann irgendwie der Zufall entscheiden.
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| Nicht Zufall, manchmel "passt es einfach" ![]() Zum Thema "aktiv" noch eine Anekdote: Eine Bekannte von mir hat sich 2 Zwergkaninchen zugelegt, und hat sie nach wenigen Monaten wieder hergeben müssen weil sie durch die nächtliche Aktivität in der Wohnung Panikattacken bekommen hat. Meine Zwei schlafen meist bei mir im Zimmer, gehen aber jede Nacht ein paar mal raus in die Küche Äste knabbern oder in den Vorraum ins Kisterl und fressen, oder hoppeln mal eine Runde. Es ist schon Leben in der Bude, daran sollte man bei begrenztem Platzangebot unbedingt denken.
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| Unsere Kaninchen werden ja komplett in Außenhaltung leben, daher würde uns Hyperaktivität in den späten Abendstunden nicht stören. Wir möchten einfach nicht, dass der Bewegungsraum für die Tiere zu wenig ist. Daher denken wir auch an Zwergkaninchen, da sie kleiner sind und mit 6 Quadratmeter besser klarkommen als große Kaninchen. Wenn die kleinen Kaninchen allerdings besonders bewegungsfreudig und quirlig sind, geht der Plan auch wieder nicht auf.
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