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Plötzlich aggressives KaninchenHallo zusammen, ich benötige dringend eure fachkundige Unterstützung. Meine Verlobte (23) und ich (24) sind seit 3 Wochen stolze Halter von 3 Zwergwidder-Geschwistern. Namentlich Klopfer, Lotte & Hermine. Die drei sind inzwischen 11 Wochen und leben bei uns in Wohnungshaltung. Um es genauer zu definieren: Dauerhaft steht ihnen ein doppelstöckiger Stall plus 6 m² Auslauf zur Verfügung (Einrichtung: Stall, weiteres Holzhaus, Weidentunnel, Holzbrücke, Kissen, Buddelkiste). Nach Feierabend bekommen sie bei uns täglich mehrstündigen Auslauf auf ca. 40m². Bisher harmonierten die drei super zusammen und es war alles top in Ordnung. Da wir kinderlos sind und den Tieren Zeit und Ruhe gaben, sind sie inzwischen super handzahm und hoppeln bei der Handfütterung inzwischen sogar schon auf den Schoß. Unserer Meinung nach nach 3 Wochen ein toller Erfolg. Letzte Woche bekamen sie ihre jährliche Impfung. In der 14. Woche soll unser Rammler dann kastriert werden. Vor ein paar Tagen begann unsere Lotte dann mehrfach damit, Klopfer und Hermine zu berammeln. Soweit so gut, wir taten es als erste Rang- und Machtspielchen ab. Auch gestern Abend ging es so, wurde allerdings intensiver und es kam vermehrt zu "Tänzchen" zwischen den Mädels. Heute morgen wurden wir von lautem Poltern geweckt und uns bot sich ein für unsere unerfahrenen Augen erschreckendes Bild. Wie von der Tarantel gestochen jagten sich plötzlich alle Tiere wild und aufgebracht durch den Außenbereich. Schlugen, traten, klopfen und bissen sich gegenseitig büschelweise Fell aus. Kurz darauf versteckten sich Klopfer und Hermine im Stall und den hintersten Ecken und ließen sich kaum noch blicken. Lotte sitzt nun demonstrativ vor dem Stall und reagiert auf jede kleinste Bewegung höchst aggressiv. Sie verjagt beide sofort von der Futterstelle, sie beißt, sie tritt und behauptet jeden Zentimeter, sobald sich jemand in ihr Sichtfeld traut. Wir brauchen nun dringend euren Rat.. Handelt es sich hierbei noch um pubertäre Machtkämpfe? Oder geht es sarüber hinaus? Was ist zu tun? Wir sind sehr besorgt.. Vielen Dank vorab für eure schnelle Hilfe!!! Beste Grüße Timo & Kristin
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| Hallo Timo, ich denke es liegt einfach an der Pubertät. Vielleicht ist eure kleine einfach frühreif.So schlimm es vielleicht aussehen mag, dieses Verhalten ist, besonders bei Häsinnenin der Pubertät ein relativ normales Verhalten.Ich würde aber zur Sicherheit auch nochmal das Geschlecht überprüfen lassen. Wir hatten auch schonmal eine Vermeindliche Häsin die sich dann als Rammler entpuppte. Macht euch aber mal keine Sorgen. Wenn du aber das Gefühl hast, das die Sache zu brutal wird ( wenn wirklich Blut fliest ) solltest du Lotte vielleicht von den anderen erstmal trennen. Ich würde den Rammler, wie Lupine schon schrieb ebenfalls mit 12 wochen kastrieren. Aber noch was anderes: Du schreibst das deine kleinen jetzt 11 Wochen alt sind und du sie vor 3 Wochen bekommen hast. Dann waren die kleinen als du sie geholt hast 8 Wochen alt? ich persönlich finde das ja schon recht früh um von der Mutter getrennt zu werden. Idealerweise sollten Kaninchenbabys mindestens bis zur 10. Woche bei der Mutter bleiben, besser sogar bis zur 12. Woher hast du die kleinen denn? LG Myrabbit Geändert von Myrabbit (19.01.2021 um 14:56 Uhr).
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| Herzlichen Dank für die wahnsinnig schnellen ersten Antworten! Zum Thema Kastration: Wir haben auch sehr oft gelesen, dass die Rammler zwischen der 08. und 12. Woche kastriert werden sollten (Stichwort Frühkastration). Unsere Tierärztin teilte uns daraufhin mit, dass sie immer erst in der 14. Woche kastriert und das zu keinen Problemen führen wird. Kastrationen bei Weibchen - so ihre Aussage - macht sie gar nicht, da es sich hierbei eher um einen Trend als um eine medizinische Notwendigkeit handelt. Eure Meinung? Was ist zu tun? Sollten wir versuchen, unseren Klopfer noch so schnell wie möglich kastrieren zu lassen? An der Geschlechterbestimmung zweifeln wir eigentlich nicht. Unsere Tierärztin war sich mit den Geschlechtern in der vergangenen Woche ganz sicher und die Aussagen deckte sich mit denen des Züchtern. Zum Thema Erwerb: Wir haben unser Tiere von einem privaten Züchter erworben. Vor dem Kauf hatten wir uns Fachliteratur zugelegt. In einem Buch wurde geschrieben, dass die Tiere zwischen der 8. und der 12. Woche zu ihren neuen Besitzern können. In dem zweiten Buch war gar die 8. Woche als idealer Abgabemoment beschrieben. Effektiv haben wir die Tiere mit 8,5 Wochen bekommen und uns nach unseren Vorinformationen keine weiteren Gedanken gemacht.
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| Uns macht es nur aktuell sehr große Sorgen, warum plötzlich - und mit plötzlich meinen wir buchstäblich über Nacht - so ein hohes Aggressionspotenzial von Lotte ausgeht. Sie waren von uns unter ständiger Beobachtung und es gab keine Auffälligkeiten und urplötzlich verteidigt sie eisern ihren Futternapf und geht jedes Tier an, welches sich aus dem Stall traut.. Das macht uns Sorgen, ob es sich hierbei wirklich nur um jugendliche Raufereien handelt.. Im Internet liest man ja oft, dass solche Kämpfe mit 3-4 Monaten überdurchschnittlich häufig auftreten..
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| Zwerge werden ab der 12 Woche geschlechtsreif, daher sollte spätestens dann getrennt werden, wenn er noch nicht kastriert ist. Ansonsten riskiert ihr das Leben der Häsin, die viel u jung für Nachwuchs sind! Edit: Idealerweise bleiben Babys bis zur 12. Woche bei der Mutter um Sozialverhalten zu erlernen. Verantwortungsvolle Züchter geben die Rammler dann bereits kastriert ab.
__________________ GESTERN warst Du noch bei uns, mit Deinem Lachen, mit Deiner Freude, mit Deinen Worten. HEUTE bist du bei uns, in unseren Tränen, in unseren Fragen, in unserer Trauer. MORGEN wirst du bei uns sein, in Erinnerungen, in Erzählungen, in unseren Herzen.
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LG Myrabbit ![]()
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| Vielen lieben Dank. Wir haben uns aufgrund eurer Nachrichten nun dazu entschieden, den Tierarzt sofort zu wechseln und unseren Klopfer nach Möglichkeit so schnell wie möglich kastrieren zu lassen. Beim ersten Termin wurde bei unserer Hermine auch eine Herzrhythmusstörung diagnostiziert mit dem Hinweis, wir sollten "beobachten und abwarten". Unser Tier war allerdings genau in dieser Zeit sehr zurückgezogen und in sich gekehrt. Abwarten wollten wir allerdings nicht und sind direkt im Anschluss zu einem fachkundigen Tierarzt gefahren, welcher sofort helfen konnte und aufgrund eines dickeren Lymphknotens eine gerade erst überwundene Erkältung / Infektion feststellen konnte. Ein Naturheilmittel bzw. leichtes Antibiotika für ein paar Tage und Hermine ging es wieder prächtig. Dort fühlten wir uns super aufgehoben und werden wohl die Kastration auch dort durchführen lassen.
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| Was würdet ihr uns den in der akuten Situation mit Lotte raten? Immerhin scheint sie regelrecht die Futterstelle zu blockieren und ihre Geschwister zu verjagen.. Aber die müssen ja fressen.. Abwarten und beobachten wie sich die Machtkämpfe entwickeln oder in irgendeiner Weise eingreifen? Richtige Verletzungen scheint kein Tier zu haben, allerdings sieht der Auslauf aus, als hätte man ein Tier komplett zerrupft, so viel Fell liegt dort herum... ![]()
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| Hi und willkommen, ich empfehle euch an dieser Stelle mal @marinahexe eine pm mit eurer PLZ zu schreiben, die kann euch gute und vor allem kaninchenerfahrene Tierärzte in eurer Nähe empfehlen. Eure klingt nämlich nicht so. Ich empfehle auch wärmstens, Rammler frühkastrieren zu lassen und zum Thema Weibchenkastra gibt es gerade einen sehr aktuellen Thread hier im Forum bezüglich der Vor- und Nachteile. Ich halte meine Meinung dazu hier raus, aber bitte sucht euch einen guten Tierarzt. Natürlich kann es auch die Pubertät sein, das wäre aber noch ein bisschen früh. Lieber ein mal zu viel als ein mal zu wenig zum Arzt gehen. Viel Erfolg.
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| Das werden wir heute noch umsetzen. Wir haben die Möglichkeit, den Auslauf zu öffnen, dann gehört ihnen das Wohnzimmer mit über 40m². Allerdings geht das nur, wenn wir auch Zuhause sind. Alternativ besteht die Möglichkeit, das Gehege ins Büro zu verlagern, dann würde Ihnen dauerhaft ca. 10-15 m² zur Verfügung stehen, rund um die Uhr. Mit dem Nachteil, dass sie dann nicht "Mitten im Geschehen" sind und eher isoliert vom Alltagstrubel sind. Im Frühjahr kommen die Tiere sowieso nach draußen, dann steht ihnen rund um die Uhr eine 25m² Dachterasse als Kaninchen-Paradies zur Verfügung. ![]()
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| Ich würde bis dahin ins Büro umlagern. Klar sind sie dann nicht mehr mitten in der Familie, aber sie haben mehr Platz und Möglichkeiten, sich aus dem Weg zu gehen. Den Doppelstockstall finde ich gefährlich, Rampen werden ganz schnell zur Falle für Kaninchen, besonders, wenn sie sich jagen und nur schnell irgendwo hin wollen. Die obere Etage hat vermutlich auch nur einen Ausgang (wenn nicht, korrigiere mich), das kann schnell dazu führen, dass einer in die Enge getrieben wird und Angst bekommt. Deswegen sollen Häuschen ja auch immer zwei Ausgänge haben.
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![]() ![]() Kleiner Tipp: Holt eure Kaninchen beim nächsten mal doch lieber aus einem Tierheim, da diese Tiere dringend ein Zuhause brauchen. Außerdem sind alle Kaninchen Tierärtzlich untersucht, geimpft und die Böckchen kastriert. LG und noch viel Spaß mit deinen Nins Myrabbit PS: War die Mutter der Kaninchen geimpft?
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Das mit der Erkältung ist uns auch bis heute ein Rätsel. Oder ob es überhaupt eine war oder eine andere Infektion. Fakt ist: Als wir Hermine bekommen haben, war sie agil, neugierig, aufgeweckt und munter. Nach 1,5 Wochen zog sich plötzlich mehr und mehr zurück und verkroch sich überwiegend in ihren Stall. Das war genau die Zeit kurz vor der Impfung. Die Tierärztin diagnostizierte dann stutzig eine Herzrhythmusstörung und war überfordert, impfte aber trotzdem. Als uns Hermine in den Tagen immer noch sehr auffällig träge vorkam entschieden wir uns, einen Fachtierarzt aufzusuchen. Als ich ihm die Geschichte erzählte, riet er uns von einem Ultraschall ab und stellte mit ein paar geübten Handgriffen und abhören fest, dass es keine Herzrhythmusstörung gab (bzw. nicht mehr gab). Stattdessen hatte sie noch einen dickeren Lymphknoten. Er war sich daraufhin zu 99% sicher, dass sie eine Infektion hatte und auf dem Weg der Besserung war. Ein paar Tage später war sie dann wieder munter und agil, also so in Form wie 2 Wochen zuvor.
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| Arbeitszimmer hört sich gut an. Bitte nur drauf achten, dass sie nicht an Kabel dran können. Die lieben Kleinen können locker bis 1m hoch springen. Es kann schon die Pubertät sein, wäre dann aber 2-3 Wochen zu früh. Aggressivität kann aber auch auf ein gesundheitliches Problem hinweisen. Hat sich bei ihr sonst etwas verändert? Ihr Hoppeln sieht normal aus? Ihr Kauverhalten ist auch normal? Frisst sie alles oder lässt sie harte Sachen wie Möhre liegen? Wann genau wurden sie geimpft? Mit welchem Impfstoff? Ich frage, weil die Impfstoffe unterschiedlich lange zum Schutzaufbau brauchen. Wenn z.B. Nobivac Plus geimpft wurde, dauert es 3 Wochen. Wenn da jetzt die Kastra zwischen kommt, wird der Schutzaufbau gestört. Schick mir gerne Deine PLZ, ich schau dann mal.
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| Ist der Stall denn nötig? Häuschen und Toiletten sollten eigentlich ausreichen oder zumindest für diese etwas schwierige Zeit genügen, damit sie voneinander wegkommen. Habt ihr schon Kaninchentoiletten? Ich lege euch auch gerne die Seite kaninchenwiese.de ans Herz. Dort findet ihr wirklich alles, was man wissen muss. Lest euch da mal rein.
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| Edit: Die Mutter war geimpft. Das sagte man uns zumindest. Einen Termin beim Tierheim hatten wir sogar schon. Allerdings haben wir uns dann so in die drei verguckt, dass wir sie dann bevorzugt mitgenommen haben. Da haben wir uns von Emotionen leiten lassen..
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| Ich bin gerade unterwegs, würde aber als gute Lektüre nochmal www.kaninchenwiese.de einwerfen. Und, als Anfänger immer gut, die Onlineseminare von Frau Dr. Diana Ruf.
__________________ GESTERN warst Du noch bei uns, mit Deinem Lachen, mit Deiner Freude, mit Deinen Worten. HEUTE bist du bei uns, in unseren Tränen, in unseren Fragen, in unserer Trauer. MORGEN wirst du bei uns sein, in Erinnerungen, in Erzählungen, in unseren Herzen.
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