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War es wirklich eine Magenüberladung?/ Der Verlust unserer HasendameHallo ![]() Ich habe mich gerade hier angemeldet, weil ich hoffe, auf erfahrene Kaninchenhalter zu treffen, die mir helfen können, den Tod eines meiner Kaninchen zu verarbeiten. Meine Luna ist am 06.08.2020 gestorben. Wie und woran möchte ich hier im Folgenden schildern. Ich kann natürlich nichts mehr rückgängig machen, trotzdem ärgere ich mich etwas über das Vorgehen unseres Tierarztes. Am Vormittag des 05.08.20 fing unser 2-jähriges Lohkaninchen-Mädchen Luni an, sich zurückzuziehen und zusammenzukugeln. Ich habe ihr dann umittelbar etwas zu futtern angeboten, was sie ablehnte. Kurzentschlossen habe ich beim TA angerufen und einen Termin am Mittag bekommen. Hier muss ich anmerken, dass wir erst seit 2018 Kaninchen halten und das das 1. Mal war, an dem eines unserer Häschen ernsthaft krank wurde. Deswegen haben wir dem TA wirklich vertraut, da wir selbst ja nicht wirklich Ahnung hatten, da die Erfahrung fehlte. Wir haben ihm alles beschrieben. Dass Luni frühs nicht zum Frühstück kam, aber trotzdem draußen im Auslauf mit unserem anderen Kaninchen getobt hat. Und dass sie sich dann eben schlagartig zurückgezogen hat. Der TA hat sie sich äußerlich angesehen: Temperatur gemessen (zu dem Zeitpunkt noch Normaltemperatur), Zähne angeschaut (die hat er gelobt, sie waren eigentlich nahezu perfekt), Bauch abgetastet. Geröngt hat er nicht, das hielt er nicht für nötig. Danach hat er ihr 2 Spritzen gegeben. Damit kenne ich mich wirklich nicht aus, ich habe aber die Rechnung noch da. Laut dieser hat er einmal "mcp-Metoclamid" und einmal "Metapyrin" gespritzt. Der Bauch war zu diesem Zeitpunkt noch weich, überhaupt nicht aufgegast. So hat er uns wieder gehen lassen, mit der Aussage, dass wir morgen wieder kommen sollen, wenn sie immernoch nicht frisst. Wir waren natürlich damals noch naiv und dachten, dass die Spritzen ihr ja vielleicht wirklich helfen könnten ... Natürlich war das nicht der Fall. Sie lag den ganzen Nachmittag rum. Mal zusammengekugelt, mal langgestreckt. Zwischendrin hat sie sich von ihrem Partnerkaninchen putzen lassen. Am späteren Nachmittag hat sie dann angefangen, mit den Zähnen zu knirschen. Das war für mich dann ausschlaggebend, doch nochmal zum TA zu fahren. Gesagt, getan. Um 18 Uhr waren wir in der selben Praxis, jedoch bei einer anderen Ärztin. Diese hat die selbe Allgemeinuntersuchung vom Mittag nochmal gemacht, obwohl wir ihr mitteilten, dass wir heute schonmal da waren . Dann hat sie die selben Spritzen wie am Mittag gespritzt. Weiterhin hat sie einmal "Dimeticon" gegeben sowie 1,6ml "ProPreBac" durchs Mäulchen. Das "ProPreBac" hat sie uns für eine 2 mal tgl. Behandlung mitgegeben. Außerdem Critical Care zum stündlichen Päppeln. Mehr wurde nicht getan. Der m.E.n. größte Fehler war aber, dass nur ganz am Rand erwähnt wurde, dass man das Kaninchen vielleicht wärmen müsste, um die Temperatur zu halten. Der Aussage hat sie aber keinen großen Wert zukommen lassen. Wir sind also wieder zurück in unseren Schrebergarten gefahren, in dem die Häschen während der Ferien mit uns lebten. Dort wohnten sie in einer Voliere. Wir waren leider so unwissend, dass wir Luni über Nacht draußen gelassen haben. Ein großer Fehler, am nachfolgenden Tag hatte sie natürlich Untertemperatur. Sie war nachts im Trixiestall, unser anderes Kaninchen in der restlichen Voliere. Auf Anraten der TÄ sollten wir das so machen, damit wir die Köttel unterscheiden können. Wir haben sie also an diesem Mittwochabend stündlich draußen, in der Voliere, gepäppelt. Am nächsten Morgen waren nur 2 kleine, harte Köttel zu finden. Sie war logischerweise schwächer als am Abend zuvor. Der Bauch war aufgegaster (vermutlich durch das Päppeln) und sie lief vor dem Hochheben nichtmal mehr weg. Da es vom TA hieß, dass Bewegung hilft, haben wir sie an diesem Morgen nochmal zu unserem anderen Kaninchen gesetzt. Dieses hat sie am Abend zuvor noch "angefaucht". Jetzt war sie aber so schwach, dass es unser Loki sofort gemerkt hat und er sie nochmal ordentlich abgeschleckt hat. Ich war dann so verzweifelt, dass ich beim TA angerufen habe und sie mir angeboten haben, Luni den ganzen Tag stationär aufzunehmen und zu beobachten. Ich hatte wirklich Angst, dass sie hier vor meinen Augen "wegstirbt". Trotzdem hatte ich noch Hoffnung und etwas Vertrauen, dass meine Maus in guten Händen ist, die ihr vielleicht doch noch helfen können. Sie ist dann selbstständig in die Box gehüpft. Das war herzzerreißend wenn ich daran denke, dass sie sonst immer die temperamentvolle Chefin war und sich in der Transportbox immer tierisch aufgeregt hat. Also habe ich sie frühs gg. halb 8 dort abgegeben. Am Vormittag wurde sie noch einmal untersucht. Die 2 Medikamente mcp und Metapyrin wurden ein drittes Mal gespritzt, obwohl sie beide Male zuvor schon keine Wirkung erzielten!? Den Sinn verstehe ich bis heute nicht, ehrlich gesagt. Weiterhin wurde sie beim TA immernoch mit CC und ProPreBac gepäppelt. Am Nachmittag bekamen wir einen Anruf, dass unsere Luna entweder mittels Magensonde operiert werden muss oder sie sonst sterben wird. Wir wurden gleich über das Narkoserisiko aufgeklärt, welches besonders hoch sei, da sie schon so geschwächt war. Wir haben uns trotzdem für die OP entschieden, da es die letzte Hoffnung war. Sie wurde am Abend operiert. Im Endeffekt hat unsere Luni-Maus die OP nicht überlebt. Sie ist nicht aus der Narkose aufgewacht. Im Nachhinein ärgere ich mich wahnsinnig darüber, wie die Dinge abgelaufen sind. Kein TA hielt es für nötig, uns wirklich hilfreiche Tipps zu geben. Diese bekamen wir erst von einem anderen TA bei unserem anderen Kaninchen 2 Wochen später (dazu unten mehr). Als abschließende Diagnose hieß es bei unserer Luni "Magenüberladung". Ich weiß aber nicht so ganz, ob ich das glauben soll. Wieso päppelt man denn bei einer Magenüberladung, wenn man quasi weiß, dass etwas die Verdauung blockiert? Nach der OP konnte der TA uns sagen, dass ihr Magen übervoll war, der Darm jedoch leer. Er hat auch nur normales Futter aus dem Magen geholt. Mir stellen sich natürlich trotzdem einige Fragen. Was wäre passiert, wenn sie bei unserem 1. TA Besuch in wesentlich besserer Verfassung operiert worden wäre? Hätte sie es mit Medikamenten wie SabSimplex (von denen ich leider Gottes erst später erfahren habe, ich dachte erlich gesagt, dass ein TA sowas empfiehlt) überleben können? Wir haben uns gegen eine Sektion entschieden, da wir den Körper zum Beerdigen haben wollten. Und da wir dachten, dass es ein tragischer Einzelfall war, der so nicht wieder passiert. Tja, falsch gedacht. Fast genau 2 Wochen später fing unser Loki mit den selben Symptomen an. Natürlich an einem Samstag . Wir sind dann zu dem TA, der Notdienst hatte. Zufällig kannte sich dieser wirklich gut mit Kaninchen aus. Er hat uns einige gute Tipps gegeben. Zwar hat er auch kein Wort über SabSimplex verloren (darauf bin ich erst später im Internet gestoßen), jedoch hat er betont, wie wichtig es ist, die Temperatur oben zu halten und den Wasserhaushalt konstant zu halten. Er hat ihm "Metacam", "Prednisolon", "Catosal" und "Coffea praeperata" gespritzt. Lokis Magen und Darm waren beim TA komplett leer, er war quasi nüchtern. Daraufhin haben wir Loki sofort aus der Voliere mit nach drinnen geholt und ihn mit Wärmflaschen und einer Wärmmatte gewärmt. Beim TA hatte er nämlich schon leichte Untertemperatur (37,8°C). Außerdem hat er stündlich 4ml Wasser rektal bekommen. Vom Critical Care, das wir von unserer Luni noch übrig hatten, hat er uns abgeraten. Gott sei Dank bin ich auf Instagram auf eine Frau gestoßen, die wirklich Ahnung hatte. So sind wir dann auch auf SabSimplex gekommen. Statt dem CC haben wir noch Möhrenbrei besorgt (glücklicherweise konnten wir das Samstagabend noch). Daraufhin hat er anderthalbstündlich Temperatur gemessen und einen Wassereinlauf bekommen. Außerdem hat er dann jedes Mal 1,5ml SabSimplex und 4ml Möhrenbrei bekommen. Und tatsächlich zeigte das Wirkung. In der Nacht zu Sonntag hat er wieder selbstständig gefressen. Jetzt ist er wieder der alte. Eine Ursache konnte der TA jedoch nicht finden.Nach diesen 2 Vorfällen frage ich mich natürlich, ob Luni bei diesem anderen TA bessere Chancen gehabt hätte. Tatsächlich haben wir uns jetzt entschieden, zu diesem TA zu wechseln. U.a. auch wegen seiner Einstellung zum Impfen (unsere wurden im September 2019 vom erstgenannten TA geimpft, das fand er sehr bedenklich, da der Impfschutz somit genau in der Mückenzeit ausläuft. Das war mir so auch nicht bewusst.). Trotz allem mache ich mir natürlich manchmal noch Vorwürfe. Wir haben zwar immer sofort gehandelt, nur musste unser Schatz leider unter der Unwissenheit einiger Ärzte leiden. Das tut mir so unendlich leid .Wieso ich das jetzt alles geschrieben habe? Ich würde mich freuen, wenn sich ein paar Menschen hier über die Behandlungstechniken äußern würden. Was denkt ihr darüber? Würdet ihr den TA ebenfalls wechseln? Ist eine Magenüberladung bei Luni wirklich realistisch? Wie hätte man dann als TA und auch als Besitzer richtig handeln müssen? Mich ärgert vor allem, dass unsere Luni so lang leiden musste. Laut "Lunis" TA kommen solche Magenüberladungen bei ihm in der Praxis recht häufig vor, verlaufen auch oft tödlich. Es wurde alles viel zu lang herausgezögert. Zumal ich nach Recherchen im Internet auch erfahren habe, dass Kaninchen Magenüberladungen durchaus überleben können. Unser Loki hat beim neuen TA überlebt, allerdings hatte er auch offensichtlich keine Magenüberladung. Dadurch lässt sich das noch nicht ganz vergleichen. Wir mussten uns zwar auch beim neuen TA viel selbst helfen, dafür hat er uns jedoch wertvolle Tipps gegeben, die wir zuvor nirgends bekommen haben. Ihr müsst natürlich nicht auf alle Fragen antworten. Vielen Dank für eure Antworten im Voraus ![]()
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| Nimm es mir bitte nicht böse, aber aufgrund einer Augenerkrankung kann ich solche Fließtexte wirklich nur lesen wenn ich sie mir extrem am Bildschirm vergrößere. Und so ein langer Fließtext ist dafür leider zu heavy. ![]()
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| Hi du, erstmal mein Beileid, das tut mir wahnsinnig Leid. Ich kann das verstehen, ich würde mir auch solche Vorwürfe machen. Aber du konntest es nicht besser wissen. Meine Kleinen haben leider auch schon solche Probleme gehabt, und mir sind schon wahnsinnig (!) viele Tierärzte begegnet, die gesagt haben ich soll Päppeln, obwohl gar nicht feststand, dass das Zeug wirklich "durchflutscht". Und dann wird aus einer Verstopfung, die man meist noch recht gut in den Griff bekommt, schnell eine Magenüberladung. Ich kann dir nur raten, wenn du das Gefühl hast der Arzt nimmt die Lage nicht richtig ernst: Geh immer zu einem weiteren Arzt. VORSICHT beim Päppeln, wenn du noch nicht weißt, ob Kot abgesetzt werden kann. Normal wird das eigentlich behandelt mit Schmerzmitteln, Medikamenten die die Magen-Darm-Tätigkeit anregen, und bei Untertemperatur mit Infusion + ggfls. Antibiotika, wenn das Problem schon was länger besteht. Wasserzufuhr ist auch wichtig. Was der Tierarzt da gemacht hat war zwar grundlegend nicht verkehrt, aber halt "08/15". Ich muss ehrlich sagen, ich habe wesentlich bessere Erfahrungen in Tierkliniken gemacht, wo es Kleintierspezialisten gibt. Schau mal, ob du eine in der Nähe hast. Da bist du für solche Fälle besser aufgehoben. Tut mir ehrlich Leid für die Kleine.
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| Tut mir leid um Deinen Verlust. Sowas geht leider immer recht schnell... Momentan ist auch gerade wieder Saison für Haarballen-Verstopfungen, weil bei mir seit August alle mehr oder weniger stark haaren. Bei mir ist das immer noch Todesursache Nr. 1., auch wenn ich inzwischen immer als Erstes gleich darauf behandle, wenn mal nicht gefressen wird. übrigens könnte man gleich nach dem Tod jeweils eine Obduktion machen lassen. Päppeln zu Beginn ist sehr heikel, das mache ich grundsätzlich nicht innert der ersten 12-24 h. Vorallem wenn bis dahin kein Kot abgesetzt wurde. Später kann man das Risiko eher eingehen, respektive oft hat man da keine Wahl. Daher ist mein erstes Prozedere immer: Schmerzmittel, Dimeticon gegen Aufgasung (SabSimplex etc.), Öl, Bauchmassage. Hilft das innert 3-4 h nicht nach Auftreten des ersten Bauchwehs (wenn das Kaninchen noch fit ist!), dann zum TA. Der soll dann zusätzliches Programm machen, v.a. unbedingt Infusionen und etwas zur Anregung der Darmtätigkeit. Ist ein Kaninchen bereits apathisch (Zähneknirschen etc.), dann ist das immer ein Notfall-Kandidat und die Überlebenschancen leider bereits schlechter. Und leider wissen noch lange nicht alle TA's, wie sie richtig behandeln müssen. Ich hatte vor einigen Jahren auch gleich ein Kaninchen zum TA gebracht, das noch recht fit war, ausser das es nichts frass. Der TA hat es mal zur Beobachtung in der Praxis gelassen, ohne was weiter zu unternehmen.. Am nächsten Morgen, als sie zur Praxis kamen, war sie schon tot... PS: beim Zufüttern übrigens immer die angegebene Menge beachten und jedesmal auch noch Dimeticon verabreichen. Beginnt der Nahrungsbrei zu schäumen, dann ist es definitiv schlecht...
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| Zitat:
Päppeln bei einem Verschluss führt zum Magenriss und somit zum schmerzhaften Tod. Geändert von Terry (31.08.2020 um 19:19 Uhr).
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| @Terry Daher päpple ich im allgemeinen auch nicht ![]() Bei einem schwerer Aufgasung mit einem apathischen Kaninchen natürlich immer ein Röntgen wie es hier der Fall war. Das entscheidet dann jeweils auch der TA. Bei ein bisschen Bauchweh, was nach 4 h wieder weg ist, verzichte ich persönlich auf ein Röntgen . Aber vielleicht handhabst Du das ja anders.PS: und ich behandle sofort nach dem entsprechenden Schema, wenn ich sehe, das ein Kaninchen kein Leckerli will. Und warte nicht ab, bis es dem Kaninchen sichtlich schlecht geht und auf nichts mehr reagiert. Geändert von Rakete (31.08.2020 um 19:08 Uhr).
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| Nach ein bisschen Bauchweh was ich mit der Kaninchenapotheke sichtbar (!) innerhalb kürzester Zeit in den Griff bekomme, fahre ich gar nicht (mehr) zum TA. Wenn ich mich aber entscheide zum TA zu fahren, dann fordere ich aber immer ein RöBi (was ich in meiner Klinik nicht brauche, die kennen meine Einstellung dazu).
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| Stichworte |
| behandlung, magenüberladung, tierarzt |
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