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Welcher Charakter passt am besten zu meiner Gruppe? auf Kaninchen Forum

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  • 1 Post By Terry

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Ninchen
 
Registriert seit: 23.07.2018
Beiträge: 17
Lili*Marleen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 02.08.2020, 14:27

Welcher Charakter passt am besten zu meiner Gruppe?


Hallo liebe Leute! Ich bin die letzten eineinhalb Jahre sehr vom Pech verfolgt, zwei Kaninchen sind nun schon seitdem wegen Krankheit und wegen eines Unfalls von mir gegangen, trotz toller TA-Behandlung kam jede Hilfe zu spät.


Von meiner ursprünglich vierköpfigen Gruppe sind noch zwei Rammler übrig. Yoshi ist ein kleiner Teufel, er sieht klein und niedlich aus, jagt aber seine Spezis gerne durchs Gehege, zeigt ihnen wer der Chef ist und kam selbst mal als Neuling in die Gruppe. Hat dem damaligen Chef den Rang blitzschnell abgelaufen und gibt den Ton an. Wobei er kein bösartiges Kaninchen ist, er zeigt den Kollegen zwar ab und zu wo‘s langgeht, aber er kuschelt auch mit den anderen Kaninchen und frisst mit ihnen, also unverträglich ist er deswegen nicht.


Fritzi ist der Ex-Chef und hat sich mit der Rolle als Nummer 2 schnell abgefunden. Wenn Gefahr von außen droht ist er immer noch der erste der klopft, Öhrchen aufstellt und seine Gruppe verteidigen würde. Absolut lieb, verträglich und immer der große Kuschelbär für mein schwächstes, nun leider verstorbenes Kaninchen in der Gruppe gewesen.


Ich möchte nun, da mein kleines Lieblingskaninchen verstorben ist, einem Tierheim-Kaninchen eine Chance geben. Ich überlege aber schon ewig hin und her, was für ein Charakter zu meinen beiden übriggebliebenen Jungs passen könnte. Ich hab nun schon – bedingt durch die Tode meiner beiden letzten Mäuse - alles durch: reine Jungsgruppen, drei Jungs und ein Mädchen, zwei Jungs und ein Mädchen… das typische Häsinnen - Gehabe kenne ich nicht. Mein Flöckchen war bisher das einzige weibliche Tier, das ich je bessen habe und sie war das liebste, friedliebenste und verträglichste Kaninchen das ich je hatte. Sie war der Beschützer und einzige Freund meines schwierig zu integrierenden Lieblingskaninchens, sie hat die Herdenchefs immer sofort ohne wenn und aber akzeptiert, wurde aber von diesen auch nie gepiesakt oder dergleichen. Also immer alles super. Flöckchen mochte jeder und sie mochte auch jeden. Deswegen habe ich keine Ahnung, wie krass sich so ein Häsinnen-Verhalten tatsächlich in ner Gruppe anfühlt. Aber selbst da lässt sich ja nix pauschalisieren. Jedes Tier ist anders.


Nun habe ich diverse Kaninchen im Auge, die für mich in Frage kämen. Sowohl Männchen als auch Weibchen, sowohl dominantere als auch eher passivere Tiere. Mit Fritzi, dem Ex-Chef wird es keine Probleme geben. Er ist ähnlich verträglich wie es Flöckchen ihrerseit war. Aber mit Yoshi?! Ich hab einerseits Angst davor, dass er passive Tiere total fertig macht und tyrannisiert, doch scheue ich auch den Revierkampf, sollte ich ihm ein etwas wehrhafteres Tier vor die Nase setzen.


Klar könnte ich mich auch einfach damit abfinden, nur noch zwei Kaninchen zu haben. Aber um jetzt ganz subjektiv-trotzig-ehrlich zu sein, ich möchte das nicht. Ich habe den Platz, ich habe das Geld, die Zeit und sonst auch alles weitere, um drei bis vier Kaninchen ein schönes Zuhause zu bieten, und mit nur noch zwei Kaninchen im Garten fühlt es sich irgendwie ein bisschen leer an, wenn ihr versteht was ich meine.


Was sind eure Einschätzungen, Überlegungen, Tipps? Freue mich über eure Meinungen!



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Benutzerbild von MoquiMarble
Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 03.08.2016
Beiträge: 166
MoquiMarble befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 05.08.2020, 14:58

Hallo!

Ich persönliche würde, bevor ich mir über den Charakter eines Tieres Gedanken mache, das Platzangebot als wichtigsten Punkt betrachten. Je mehr Platz, umso besser klappt es auch mit bisschen schwierigeren Charaktermonstern.
Und wenn du ausreichend Platz hast, würde ich an deiner Stelle auch einem TH-Ninchen oder zwei ein schönes Zuhause schenken.

Ich habe, was den Charakter der Tiere angeht, auch so meine Erfahrungen machen müssen. Es ist nicht leicht zu sagen, was für einen Charakter das jeweilige Tier hat. Ihr Verhalten ändert sich oft in unterschiedlichen Konstellationen und Situationen. Daher bin ich der Meinung, dass das Ninchen erst in einer glücklichen, artgerechten Haltung sein wahres ICH zeigen und ausleben kann.

Ich hatte z. B. ein männliches Kaninchen aus einem TH zu mir genommen. Er hieß dort offiziell Oreo (weil er aussah wie eins), aber alle nannten ihn nur „Diavolo“ oder „kleiner Teufel“. Er war ein Biest, dominant, bissig, auf Krawall gebürstet und eigentlich nicht das, was ich mir für unsere sanfte Mary vorgestellt hatte. Aber er war so zuckersüß! Wir nannten ihn dann auch Diavolo, weil sein Name Programm war. Aus ihm wurde später ein souveräner und sehr, sehr lieber Ninchen-Mann. Er blieb in der Paarhaltung dominant, aber zeigte es nie auf aggressive Art.

Karamell dagegen kam zu uns aus einer nicht artgerechten Einzelhaltung. Ich kannte ihn, da er den Nachbarn gehörte. Er war das was ich charakterlich als lieb und sanft bezeichnet hätte. Er war an Menschen sehr gewöhnt (kannte ja auch nichts anderes) und sehr interessiert. Am Gartenzaun (wenn die Nachbarn ihm mal Freilauf gewährten) suchte er immer Kontakt zu unseren Kaninchen, blieb da auch immer friedlich. Er biss nicht durch den Zaun oder zeigte irgendeine Art von Aggression. Als die Kastra bei ihm um war und die VG bevorstand, kam alles anders. Der liebe Karamell erwies sich als aggressiv und sehr, sehr dominant besonders gegenüber Diavolo.

Ich versuche die Geschichte mal abzukürzen. Karamell gab ich schweren Herzen in eine Notstation. Holte ihn aber ca. 4 - 5 Wochen später zurück, da die Notstation sich für ihn als Katastrophe erwies und er fast dort gestorben wäre. Er kam aber nicht alleine zu mir zurück sondern mit einer Partnerin (Mavis haben wir sie genannt). Sie beschützte Karamell und half ihm, gesund zu werden. Mavis habe ich als sehr sozial, clever und lieb eingeschätzt und habe in ihr eine zukünftige Chefin gesehen. Die geplante VG machte mir Sorgen, da auch Lucy ein sehr dominantes Mädel ist, die sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Lucy war seit gut einem Jahr (nachdem Mary wegen eines Nierentumors gestorben war) die neue Partnerin an Diavolos Seite.

Bei der charakterlichen Einschätzung lag ich nur bei Mavis richtig. Warum? Ich nehme an, weil sie in der Notstation geboren wurde, tagsüber dort viel Auslauf mit um die 50 bis 70 Kaninchen hatte. Sie konnte tatsächlich sozial aufwachsen, hatte ihre Freiheit mit relativ viel Platz und war eben „nur“ Kaninchen und konnte ihren Charakter zeigen.
Diavolo dagegen war im TH der bissige Teufel. Aber er konnte aufgrund seiner besch… Situation gar nicht aus seiner Haut. War dort in einem kleinen Gatter alleine eingesperrt und ringsum waren weitere Gatter mit Kaninchenpaaren oder Gruppen. Das hat ihn vermutlich so aggressiv gemacht und natürlich auch die Tatsache, dass er aus einem Altenheim beschlagnahmt wurde. Wer weiß, was er da erleben musste.

Bei Karamell konnte ich vermutlich sein wahres ICH nicht erkennen, da er ja nie Artgenossen um sich hatte und sie einfach nicht kannte. Er war an Menschen gewöhnt und war eben für sie ein liebes Kuscheltier. Vielleicht war er bei der VG überfordert und verunsichert?

Nach der VG mit Karamell+Mavis und Diavolo+Lucy ergab sich dann erstaunlicherweise eine richtig gut funktionierende und sogar sehr harmonische Gruppe.
Bei mir leben die Kaninchen in Außenhaltung. Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang sind sie auf unserem 1000qm Grundstück unterwegs. Nachts kommen sie in ein etwa 15qm großes Gehege wo sie in Erdlöchern schlafen. Also alles sehr artgerecht. Vielleicht ist dies einer der Gründe, warum 2 dominante Mädels sehr gut miteinander klarkommen – weil einfach sehr viel Platz da ist, auch nachts. Die beiden Jungs haben sich übrigens auch prächtig verstanden und aus Karamell ist ein echtes Kaninchen geworden.




Gesperrt
 
Registriert seit: 03.07.2015
Beiträge: 5.334
Terry ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Geschrieben am 05.08.2020, 15:52

Bei mir persönlich hat Paarhaltung immer am besten funktioniert, von daher würde ich zu zwei Mädels raten die auf jeden Fall schon aus der Pubertät raus sind.



Rakete likes this.

Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 05.08.2020, 19:36

Ich kann mich Terry nur anschließen.
Noch besser wäre es, wenn es 2 Häsinnen sind, die schon erfolgreich miteinander länger zusammen gelebt haben.

Auch MoquiMarbke kann ich zustimmen, dass sich Kaninchen nicht unbedingt gleich benehmen werden, wenn sie in ein neues Zuhause (v.a. größer) kommen. Ich habe auch schon 2x Gleichgeschlechtliche (1x Kastratenpaar, 1x Häsinnenpaar) übernommen, die sich bei mir gar nicht mehr verstanden haben. Einmal hat vermutlich das TH zu wenig hingeschaut betreffend mangelnder Harmonie und einmal kamen die Kaninchen aus schlechter Haltung, wo sich das Verhalten/Auskommen erst bei freier Wohnungshaltung zeigte.




Ninchen
 
Registriert seit: 23.07.2018
Beiträge: 17
Lili*Marleen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 05.08.2020, 20:13

Danke schonmal für eure ersten Rückmeldungen und Erfahrungsberichte!


Ich habe tatsächlich zwei Tiere im Auge, die ganz gut passen könnten, da es zwei Weibchen sind. Zum einen ein eher dominateres Weibchen aus dem TH (die lustigerweise auch Lucy heißt ) und ein Kaninchen von einer, mit Verlaub ziemlich dummen Arbeitskollegin. Die ist 21, wollte unbedingt ein kaninchen, hat jetzt EIN EINZIGES und sagt jede zweite Woche, dass sie keine Lust mehr hat sich drum zu kümmern, dass die Oma das Tier immer füttert und ich glaube, wenn ich dieses kleine Geschöpf zu mir hole, tue ich mindestens eine genauso gute Tat, wie ein TH-Kaninchen zu nehmen.


Das Problem: beide Weibchen kennen sich natürlich noch nicht, aber dann hätte ich halt die (objektiv) optimale Haltungsform mit zwei Pärchen.


Achja übrigens: Platz ist genug da, ich dachte ehrlich gesagt dass ich das nicht mehr dazu sagen muss




Gesperrt
 
Registriert seit: 03.07.2015
Beiträge: 5.334
Terry ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Geschrieben am 05.08.2020, 21:05

Denke bitte nicht nur an den Platz sondern auch die zwingend notwendige Quarantäne (beide Mädels getrennt!) den TA-Check inkl. Sammel-KP und die notwendigen Impfungen!




Ninchen
 
Registriert seit: 23.07.2018
Beiträge: 17
Lili*Marleen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 05.08.2020, 22:21

da zitiere ich mich jetzt einfach mal selbst :



"Ich habe den Platz, ich habe das Geld, die Zeit und sonst auch alles weitere, um drei bis vier Kaninchen ein schönes Zuhause zu bieten (...) "




Gesperrt
 
Registriert seit: 03.07.2015
Beiträge: 5.334
Terry ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Geschrieben am 05.08.2020, 22:45

Aber ein Neu-User mit einem ähnlichen Problem weiß evt. nicht was das bedeutet.

Von daher noch mal der Hinweis (ggf. eben nicht an Dich), dass beide „Neuen“ voneinander getrennt (und natürlich auch von den bestehenden) sein müssen inkl. der Hygienemaßnahmen (Schuhe und Kleidung wechseln zwischen den „Revieren“, Hände regelmäßig desinfizieren etc.).

Das nehmen viele einfach nicht genügend ernst und haben dann auf einmal an allen Milben, Flöhe, Kokzidien o.ä.

Ganz zu schweigen von RHD V2, wenn nur einer der neuen ungeimpft ist.



 
 
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Stichworte
gruppe, harmonie, rangordnung, vergesellschaftung



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