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Neuanfang nach RHD2Hallo zusammen, dies ist mein erster Beitrag. Ich habe mir einiges durchgelesen und vielleicht finde ich die Antworten schon irgendwo hier im Forum - ganz sicher sogar - aber irgendwie gelingt es mir nicht, gezielt danach zu suchen. Ich lande immer wieder bei allgemeinen Abhandlungen zu RHD1/2, Desinfektion, Impfung usw. Also bitte, seid gnädig mir mir ![]() Wir hatten bei unseren vier Kaninchen hier sehr wahrscheinlich kürzlich einen RHD2-Befall - und gestern ist leider der letzte Rammler gestorben . Die Symptome und der Verlauf waren schon sehr eindeutig, bestätigen lassen haben wir das durch Laboruntersuchungen allerdings nicht. Die Kaninchen hatten wir bis dato nicht impfen lassen - eine fatale (Anfänger-)Fehleinschätzung, dass uns diese Seuchen wohl nicht heimsuchen werden ...Nun möchten wir "bald" - was auch immer das genau heißen kann/darf - einen neuen Bestand aufbauen. Unabhängig davon, dass wir altes Futter, Streu usw. entsorgen und die Ställe sowie deren Umgebung bestmöglich desinfizieren, wohlwissend dass das vollständig wohl kaum möglich sein wird. Daher nach der langen Einleitung nun endlich die konkrete(n) Frage(n):
Ich danke euch vorab für viel hilfreiches Feedback.
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| Das tut mir sehr leid. Der neue Impfstoff braucht 3 Wochen bis ein Schutz aufgebaut wird. Ich persönlich würde keine Tiere in das Gehege setzen die erst einmal geimpft wurden. Mindestens 2 mal (halbjährlich mit Filavac in dem Fall) sollten sie schon geimpft worden sein. Zur Desinfektion eigenen sich Desinfektionsmittel gegen unbehüllte Viren. Zum genauen Ablauf kann ich dir nix sagen. Alles was möglich ist sollte man entfernen. Den Rest würde ich mehrfach desinfizieren. Anleitung dürfte auf dem Mittel stehen denke ich.
__________________ LG Britta
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| Oh Mensch, toll! Da habt ihr so schnell und hilfreich geantwortet und ich lasse euch hier so lange warten ... Also, um mal ein paar Rückfragen zu beantworten:
Wir würden die neuen Tiere, sofern Sie nicht schon beim Vorbesitzer geimpft sind, gerne bei uns in der Wohnung in einem Innenstall in Quarantäne setzen. Aber nochmal meine Frage, die noch nicht so ganz eindeutig beantwortet wurde: Vorausgesetzt, die neuen Tiere sind wirksam durchgeimpft (also mit entsprechender Wartezeit in Quarantäne oder beim Vorbesitzer) - mit welchen Mittel erstmal dahingestellt - könnten wir sie dann mehr oder weniger bedenkenlos in die alte Umgebung zurückbringen, selbst wenn diese nicht restlos desinfiziert worden ist? Meinem Verständnis einer Immunisierung nach doch eigentlich schon, oder? Natürlich muss man sie - regelmäßig je nach Impfstoff unterschiedlich häufig - nachimpfen. Vielen Dank auch für die Links zu den Vermittlungsseiten/-gruppen. Da schauen wir mal rein. Danke weiterhin für euer Feedback!
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| Zitat:
Wenn Du diese Haltung fortsetzen willst, brauchst Du weder in der FB-Gruppe, noch hier zu suchen. Kaninchen brauchen Platz- viel Platz.
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| Naja, so "klein" sind sie auch nicht, und wir haben sie bei gutem Wetter auch jeden Tag in einen Außenlaufstall verbracht. Der "kleine" Stall ist ein Doppelstall mit zwei Stockwerken, also schlecht hatten es unsere Muckis ganz sicher nicht, genauso wenig wie unsere Hühner, unsere zwei Hunde und zwei Pferde. Und tatsächlich wollten wir auch für die Kaninchen ein richtiges Gehege bauen, in dem sie Auslauf und Rückzugsmöglichkeit zugleich hatten. Allerdings kam uns da jetzt erstmal diese vermeintliche RHD2-Seuche dazwischen.
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__________________ Liebe Grüße von den Sophie mit Kiki, Stella, Jimmy, Richard, Sissi, Caramel und Heidi!
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| Ja, das ist natürlich eine Option, die wir auch durchdenken. Es soll aber ja nur nicht umsonst oder vergebens sein: Wir wollten uns hier aber überhaupt ersmal auch über dieses Virus informieren und wir man jetzt damit umgehen soll. Ich meine, mal angenommen, wir bauten uns jetzt so ein Freigehege und haben, weil der Bereich nicht 100%ig virenfrei war (weil ich mir die lückenlos Desinfektion wirklich schwierig vorstelle, je nach baulichen Gegebenheiten), direkt wieder einen "Totalverlust" unserer neuen Lieblinge ... Das wäre nicht nur extrem traurig, sondern auch teuer und entsprechend ärgerlich. Denn was machst du dann? Das neue Gehege komplett abreißen, weil eine lückenlose Desinfektion ja sehr schwierig scheint? Daher rührt auch meine bisher nicht beantwortete Frage: Wenn die neuen Kaninchen durch Impfung und Quarantäne immunisiert sind, könnte man sie doch theoretisch (!) sogar in eine nicht desinfizierte Umgebung bringen, oder? Es heißt nicht, dass wir das tun wollen, oder jetzt drauf und dran sind, uns sofort wieder neue Kaninchen zuzulegen. Wir wollen uns jetzt erstmal genauestens informieren, um nicht am Ende sehr viel Zeit, Liebe (und auch Geld) zu investieren, um am Ende wegen Unwissens eine große Enttäuschung zu erleben.
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| Ich schließe mich dem Vorschlag von Kaninchenherz28 an, das ist die sinnvollste Vorgehensweise. Ein mardersicheres Gehege von mindestens 6 qm für 2 Kaninchen sollte her. Der Standort sollte so gewählt sein, dass es nicht (zumindest nicht vollständig) in der prallen Sonne liegt - es macht viel Mühe, sonst im Hochsommer für die notwendige Abkühlung zu sorgen. Alles unter 6 qm ist für Kaninchen in Außenhaltung ungeeignet. Die üblichen Ställe resultieren aus der Mastkaninchenhaltung und da Kaninchen - anders als Katzen - nicht die halbe Straße zusammenschreien wenn man sie einsperrt, hat sich schnell ein ganzer Industriezweig zusammengefunden der "geeignete", "große" Kaninchenställe herstellt. Schaut man sich die ersten Anfänge der Kaninchenzucht an, so wird man feststellen dass die alten Römer besser als die heutigen Mäster wussten, wie man Kaninchen ordentlich hält. Damals wurden die Kaninchen in sogenannten Leporarien gehalten, mit einer Mauer umgebene große Gehege mit artgerechter "Einrichtung". Die waren zwar nicht unbedingt mardersicher und fuchssicher, allerdings wesentlich artgerechter als die heutigen Mastanlagen. Vielleicht möchtet ihr euch in der Außengehegesammlung Anregungen holen, wie ihr das Gehege am besten realisieren könnt? Oder ihr habt schon konkrete Vorstellungen und möchtet wissen wie ihr sie am besten umsetzt? Vielleicht seid ihr schon so weit, dass es um Detailfragen bei der Umsetzung geht? Wir helfen gerne weiter, es gibt hier viele die selbst gebaut haben und euch mit Tipps und Lösungsvorschlägen für eventuelle Probleme gern zur Seite stehen. Ist das Gehege fast fertig, könnt ihr dann langsam auf die Suche nach passenden Kaninchen gehen. Ihr werdet bestimmt fündig und könnt dann sicher sein dass ihr den Langohren auch ein wirklich gutes Zuhause bieten könnt.
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Theoretisch ja. Allerdings sollte man natürlich trotzdem versuchen, den Infektionsdruck (also die Anzahl vorhandener Viren) bestmöglich zu reduzieren. Ganz auf Null wird man sie niemals bekommen, die Gefahr sich die Seuche über Futter, Insekten oder bei Außenhaltung auch Wildkaninchenbesuch einzuschleppen ist ja selbst bei gründlichster Desinfektion nicht auszuschließen. Wenn ihr also bestmöglich desinfiziert, sollte das ausreichen wenn die Kaninchen ordentlich immunisiert wurden. Ordentlich heißt: vor der Impfung Kotprobe untersuchen um zu vermeiden, in einen verdeckten Parasitenbefall hineinzuimpfen, da die Seuche schon einmal vor Ort war nur Kaninchen aufnehmen die schon mindestens zweimal geimpft wurden (die Gefahr eines Impfversagers wird durch konsequente Impfung innerhalb der für Gebiete mit hohem Seuchendruck empfohlenen Impfabstände entsprechend sehr gering) und natürlich selbst in den kurzen Abständen weiterimpfen die für Gebiete mit hohem Seuchendruck empfohlen werden.
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| Danke für das ausführliche Feedback. Ja, wir werden uns hier sicherlich Anregungen holen und zumindest für den Standort im Garten haben wir auch schon konkrete Vorstellungen. Im entsprechend anderen Bereich dieses Forums werden wir uns bei Fragen dann sicherlich melden. Es bleibt aber die offene Frage, ob man immunisierte Kaninchen in diesen Garten lassen kann. Das Abdach liegt in Sichtweite und ich weiß nicht, wie ich einen solchen teilweisen Außenbereich wirklich desinfizieren kann. Wir können jetzt ja auch nicht umziehen, um auf einem "unbelasteten Grundstück" neu anzufangen. Aber wenn man uns darauf nicht antworten möchte oder kann, dann müssen wir das erstmal so akzeptieren. EDIT: Ups, da hast du ja doch nochmal geantwortet. Herzlichen Dank! Das "beruhigt" erstmal etwas, denn wenn wir jetzt sehr viel Aufwand treiben, soll es ja auch wirklich "gut" werden und nicht in einer Tragödie enden.
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Wir halten euch über unsere Aktivitäten weiter auf dem Laufenden. Und überstürzen würden wir jetzt sowieso auch nichts :-). Apropos: Desinfizieren würden wir auf Empfehlung eines ehemaligen Züchters mit Interkokask. Kennt das jemand? Gibt es weitere Empfehlungen?
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| Nein, umziehen wäre sicher schwierig - und ihr könntet nicht wissen, ob das Grundstück wirklich unbelastet wäre. Schließlich könnte sich auch dort ein Wildkaninchen mit RHD oder RHD 2 aufgehalten haben. Dieses Risiko besteht immer und überall, man kann es nicht verhindern. Deshalb sollte eine Desinfektion fester Untergründe mit einem Desinfektionsmittel gegen unbehüllte Viren denke ich ausreichen. Für Erdreich würde ich vielleicht erwägen umzugraben, einfach um ein besseres Gefühl zu haben.
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| Eine Google-Suche nach Desinfektionsmitteln gegen unbehüllte Viren ist dieser Tage leider aussichtlos - Corona und so ... Gibt es konkrete Mittel, die du empfehlen kannst? Interkokask scheint mir laut Beschreibung her geeignet, allerdings ist konkret von unbehüllten Viren selten die Rede, meistens lese ich allgemein von Viren.
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| Guck mal hier im KSF: https://www.kaninchenschutzforum.de/showthread.php?t=130294 da stehen auch verschiedene wirksame Mittel.
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| Zu Interkokask habe ich nichts gefunden, ob es auch gegen unbehüllte Viren wirkt oder nur gegen behüllte (die sind nämlich empfindlicher weil sie kaputt gehen sobald die Hülle beschädigt wird). Ihr könnt bei der DGV eine Datenbankabfrage machen, wo ihr nach Desinfektionsmitteln suchen könnt die ausdrücklich auch gegen unbehüllte Viren wirken. http://www.desinfektion-dvg.de/index.php?id=2150 Bitte bei "Wirkungsbereich" den folgenden Eintrag auswählen: "7a, unbehüllte Viren". Dann werden euch die entsprechend bei der DVG gelisteten Mittel angezeigt.
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| Ich würde Rhodasept empfehlen, das hilft definitiv sowohl gegen behüllte als auch unbehüllte Viren.
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| 1. Der Virus bleibt in der Umgebung zB in Kadavern (auch wenn tief verbuddelt) monatelang aktiv. 2. Das Desinfektionsmittel MUSS viruzid (gegen unbehüllte Viren) sein, nicht begrenz viruzid oder 'gegen spezielle Viren', auch selbstgemischtes in der Apotheke reicht nicht. 3. Wenn eine vollständige Desinfektion nicht möglich ist, sollten idealerweise 4 Monate bis zum Einzug der neuen Kaninchen vergehen. Diese müssen einen vollständingen Impfschutz aufgebaut haben, ACHTUNG; bei Nobivac Myxo Plus (der neue Impfstoff) sind das glaube ich sogar 3 Wochen. Da ihr die toten/infizierten Kaninchen ja anscheind auch durch die Gegend kutschiert habt (woanders vergraben?, leider damit RHD2 in diesen Ort eingeschleppt, hoffe da gab es keine Wildkaninchen oder Hauskaninchen in der Umgebung...) werden wohl auch Auto/ Haus ohne Desinfektion mit Viren belastet sein, also unter keinen Umständen ungeimpfte Kaninchen irgendwie aufnehmen in den nächsten Wochen. 4. Die Zucht muss länger pausieren falls ihr züchtet. Jungtiere haben keinen Immunschutz wie bei RHD1 und können erst ab 4 Wochen geimpft werden, bei FB erst vor einigen Wochen hat ein Züchter diverse Jungtiere weniger als 3 Wochen an RHD2 verloren. Ob eine Impfung der Mutter sie schützt ist nicht klar. 5. Beim Tierarzt bitte immer mit angeben, dass in letzter Zeit RHD2 vorlag damit dieser andere Praxisbesucher und ihre Kaninchen schützen kann.
__________________ Psalm 36, 6-7 HERR, deine Güte reicht, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen. Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes und dein Recht wie eine große Tiefe. HERR, du hilfst Menschen und Tier.
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