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Vergesellschaftung schnell geglückt? auf Kaninchen Forum

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  • 1 Post By Rakete

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Ninchen
 
Registriert seit: 17.04.2020
Beiträge: 2
Kleppi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 17.04.2020, 11:51

Vergesellschaftung schnell geglückt?


Hallo!

Ich habe gestern mein circa 2 1/2 jähriges Widder Kaninchen (männlich, kastriert) mit einer circa 3 1/2 jährigen Teddy Zwergkaninchen Dame vergesellschaftet.

Die Vorbesitzerin hatte mir mitgeteilt, dass die Dame (Fiene) zuvor sehr dominant war, bei meinem Kaninchen konnte ich das nicht richtig einschätzen, da er zuvor alleine gelebt hat.
Er hat ein kleines Handicap da er taub ist und hat ein Weilchen gebraucht, bevor er sie überhaupt gesehen hat.

In den ersten zwei Stunden hat sie ihn immer angefaucht (was er nicht hört) und ihn dann leicht 'attackiert'. Nach den besagten zwei Stunden hat er sie häufiger gerammelt und im Anschluss hat sie ihm immer wieder über einige Minuten hinweg die Ohren und den Kopf gesäubert.

Teils lagen sie schon nebeneinander, am späten Abend unweit von einander entfernt sehr entspannt. Die Nacht über blieb es weiterhin total still und es gibt offenbar keine Zankereien mehr.

Leider peilen beide nicht so ganz, wo sie ihr Geschäft erledigen sollen, weshalb ich die Köttel aufsammle und in die bisher unbenutzte Toilette lege.

Die Zwei essen bereits teils aus dem selben Napf oder in der Nähe voneinander.

Da der Raum für die Vergesellschaftung nicht so wahnsinnig groß ist, würde ich mir wünschen, sie möglichst zeitnah in die anderen Bereiche der Wohnung zu entlassen, auch wenn mir bewusst ist, dass eine Vergesellschaftung nicht mal eben 24 Stunden andauern kann.. oder?

Was würdet ihr mir raten, wie lange die zwei noch im neutralen Raum bleiben und worauf sollte ich achten?

Vielen Dank für eure Tipps im Voraus!



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Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 17.04.2020, 13:14

Hallo und herzlich Willkommen!

Toll, dass Du für Dein Kaninchen eine artnerin geholt hast! Kaninchen sollten niemals alleine leben müssen, da sie hochsoziale Tiere sind. Deines hat nun noch ein zusätzliches Handicap, dass es richtiges Sozialverhalten nicht kennt, was aber auf die Dauer sicher kein Hindernis ist, auch wenn es den Beginn erschweren kann.

Bei Kaninchenwiese kannst Du den Ablauf einer VG detailliert nachlesen.
Eine Seite dazu hier (es hat dort noch mehrere Seiten)
https://www.kaninchenwiese.de/soziales/ablauf-der-vergesellschaftung/

Wieviel Platz hast Du denn?
Wenn es unter 6 qm ist, dann ist es eher eine Crash- Vergesellschaftung und stresst die Kaninchen deutlich mehr, weil sie schlecht ausweichen können. Bei mehr Platz ist es entspannter.

Natürlich kann sich eine VG über Wochen oder Monate hinziehen. Es wäre eine absolute Ausnahme, wenn es schon innert 1 Tag erledigt ist
Gemäß meinen Erfahrungen fetzen sie sich innert 3-4 Tagen ordentlich und es fliegt jede Menge Fell. Danach beruhigt es sich etwas, aber die ersten 2 Wochen wurden bei mir häufig recht stark gejagt.

Respekt, wenn schon nach 1 Tag gemeinsam gefressen und nebeneinander gelegen wird! Erledigt ist es deswegen natürlich noch nicht...
Markiererei wie Pinkeln/ Kot ist ganz normal bei einer VG. Je nachdem, wie harmonisch das abläuft, legt sich das wieder. Ich hatte es aber oft auch schon über mehrere Monate. Wobei es in der Regel bei Gleichgeschlechtlichen stark ausgeprägt ist, da das Konkurrenzverhalten ist. Paare haben da keine annähernd so strenge Rangordnungsfolge miteinander und daher nicht so ausgeprägten Klärungsbedarf.

Normalerweise siedelt man um ins bekannte Revier, wenn sich die VG geklärt hat, was normalerweise dauert.
Aber es kann da auch Ausnahmen geben, wo frühzeitiges umsiedeln in grösseres, bekanntes Revier keinerlei Probleme gibt. Nämlich dann, wenn der Neue eindeutig dominanter ist und überlegen. Zudem wird berichtet, dass v.a. Häsinnen sehr Revierbezogen sind, was dann in Deinem Fall ein Vorteil wäre.

Allerdings kann ich das bis anhin von all meinen dominanten und sehr revierbezogenen Kastraten nicht so behaupten, da hatten die Häsinnen normalerweise nichts zu melden

Wenn Du bereits Umsetzen willst, kannst Du das machen. Du musst aber auch damit rechnen, dass es vielleicht zu früh war und dann wieder zurück ins jetzige Gehege musst. Oder Du musst damit rechnen, dass im bekannten Revier weiterhin markiert wird, oder evtl. sogar deutlich stärker.

Zum Thema Widder und chron. Ohrenentzündungen, falls Dir das noch nicht bekannt ist:
https://www.kaninchenwiese.de/gesundheit/infektionskrankheiten/ohrenentzuendung/
https://www.kaninchenwiese.de/widderkaninchen/

Widder leiden häufig an chron. Ohrenentzündungen und haben lebenslang Schmerzen, auch wenn sie es nicht zeigen. Manchmal ist es nicht mal vom TA ersichtlich, dazu braucht es ein Röntgen. Leider führt das öfters zu Schwerhörigkeiten oder im Extremfall zur Taubheit.



BunnyMary likes this.

Ninchen
 
Registriert seit: 17.04.2020
Beiträge: 2
Kleppi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 17.04.2020, 15:28

Hallo Rakete,

vielen Dank für deine Antwort!

Ich werde sie auf jeden Fall noch etwas im neutralen Bereich halte. Ich würde sagen, der ist so 6qm+ groß, also auch echt nicht riesig, aber da es Bad und Flur sind können sie sich ganz gut aus dem Weg gehen. Sie sitzen teils in verschiedenen Räumen dann wieder einen Meter von einander entfernt. Ich habe die Versteckmöglichkeiten jetzt mal auf zwei Bananenkartons (mit zwei großen Öffnungen) minimiert, da das Weibchen sich teilweise stundenlang unter dem Schrank zurückgezogen hat.

Dazu kommt, dass sie wohl nur auf Teppich Boden laufen kann *lach*. Obwohl alles mit Handtüchern und Decken ausgelegt ist, scheint sie teils verunsichert, wenn durchs Gerenne eine Lücke entsteht.

Ich glaube tatsächlich, dass beide nicht ganz verstehen, wo die Toilette ist, da der Stall trotz reichlich Heu und Futter erst einmal betreten wurde.

Dadurch dass er sie rammelt, er hingehen von ihr gesäubert wird und dabei mit dem Kopf auf dem Boden liegt bin ich mir nicht sicher, wer jetzt das Sagen hat - womöglich bedarf es da wirklich noch einmal Klärungsbedarf.

Ist es denn grundsätzlich okay wenn sie in den gewohnten Bereich kommen und falls es gar nicht läuft noch einmal ins selbe neutrale Gebiet einwandern?
Ich habe Angst, dass es kein Zurück mehr gibt.

Laut den Erklärungen im Internet klingt meine Vergesellschaftung geglückt, nur ist sie noch etwas schüchtern. Um ehrlich zu sein hatte ich mich auch darauf eingestellt, dass es erst einmal ordentlich knallt, aber bisher bleibt es aus.


Vielen Dank für den Tipp bezüglich der Taubheit bei Widdern. Mir hatte die Tierärztin erklärt, dass es da er ein weisses Kaninchen ist häufig vorkommt, dass sie taub sind (so wie bei weissen Katzen). Sie prüft auch immer die Ohren auf Entzündungen, aber beim nächsten Mal frage ich noch einmal gezielt nach, ob das Röntgen nicht sinnvoll wäre.




Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 17.04.2020, 16:17

https://www.kaninchenwiese.de/nachwuchs/kaninchengenetik/erbkrankheiten/
Weiße Kaninchen (Albinos, etc.) leiden unter Sehschwäche, Nystagmus, Scannen. Aber nicht unter Taubheit.

Ist Deine TÄ auch kaninchenerfahren? Es hört sich zumindest nicht so an...

Als Untergrund solltest Du Teppiche hernehmen, die nicht rutschen. . Gerade wichtig für eine VG, denn das kann das Ganze durchaus auch verfälschen, wenn sie ordentlich Angst hat. Und dann später kippen...

Auch im Gehege solltest Du darauf achten. Es gibt Kaninchen, die überhaupt nicht (auch nicht nach Jahren) auf rutschigen Untergrund laufen, weil die Angst zu gross ist. Ein Kaninchen bewegt sich immer anders, wenn es rutschfesten Boden hat. Sprünge und Rennen sind sonst eingeschränkt.

Zitat:
Dadurch dass er sie rammelt, er hingehen von ihr gesäubert wird und dabei mit dem Kopf auf dem Boden liegt bin ich mir nicht sicher, wer jetzt das Sagen hat
Sie hat dann nichts zu melden... Er ist der Boss und fordert sie zum Putzen auf, wenn er das Kinn unter sie schiebt. Sie dient als Putzsklavin.
Rammeln dient der Rangordnung: er dominiert.

Das kann natürlich auch ändern, je nachdem wer wen jagt.

Es läuft ja bereits relativ gut. 'Knallen' kann es jederzeit auch erst nach ein paar Tagen, muss aber nicht so sein.

Wichtig ist schon, dass sie sich nicht komplett verstecken kann, da hast Du sicher richtig gehandelt, dass Du sie unter dem Schrank hervor holtest und Kartonschachteln einsetzt. Aus dem Wege gehen sollen sie sich ja nicht (sowas kann unter Umständen mal richtig knallen, sollte ein komplett Eingeschüchterter aus seiner Schockstarre aufwachen...)

Ich würde sie nach Möglichkeit noch länger im neutralen Revier lassen. Ist es denn absolut neutral für ihn? Wenn er jetzt schon dominiert, dann wird es schlimmer in seinem Territorium, weil er da zusätzlich noch sein Revier verteidigt. Wenn sie die Oberhand hätte, wäre das besser gewesen für das direkte Umsetzen.

Würdest Du sie vom bekannten Revier wieder zurück ins neutrale setzen, wird es in de Regel nicht schlimmer, sondern es sollte sich wieder beruhigen. Kaninchen sind nun mal territorial und da kann ein anderer oder neuer Raum ganz anderes Verhalten auslösen.

Ich bin damals in eine neue Wohnung umgezogen. Meine Kaninchengruppe mit mir. Die Kastraten haben sich vorher mäßig gut verstanden. Der Rangniedrigere hat sich in der neuen Wohnung trotz offenen Türen ein halbes Jahr nicht aus dem KaninchenZimmer getraut, die Anderen schon. Mein Fehler, dass ich nichts dagegen unternahm... Als er sich dann doch raus traute, wurde er vom Anderen im Wohnzimmer verprügelt und mehrere Monate dort nicht toleriert. Und das obwohl es im KaninchenZimmer keine Probleme gab. Soviel zu Revierbildung mit eigenen, unterschiedlichen Gesetzmäßigkeiten Das hat sich dann erst nach 1 Jahr gelegt.



 
 
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Stichworte
paar, vergesellschaftung, zeit



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