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Bitte lesen, wenn ihr Euch Kaninchen holen wollt/Haltungserfahrung/Trauer um KanincheHallo Zusammen, erstmal meine Fragen, an alle die schonmal ein Kaninchen verloren haben, dann mein Erfahrungsbericht. Wie habt ihr um Eure Kaninchen getrauert? Wie lange hat Eure Trauer angehalten? Habt ihr viel bedauert, was ihr besser hättet machen können oder Euch gefragt was ihr noch hättet tun können? Falls ja, wie seid ihr damit umgegangen? Zunächst das was ich gerne loswerden möchte an alle, die überlegen sich ein Kaninchen anzuschaffen. Bitte gerne Korrekturen/Ergänzungen von anderen Forumsmitgliedern! Meine gesammelten Weisheiten sind fett markiert, falls ihr nicht die Zeit habt den Text zu lesen, der seeehr lang geworden ist.Vorab: Ich weiß, dass ich unglaublich viel falsch gemacht habe und wünschte so ich könnte es ändern. Ich kann nur hoffen, dass ich durch meine Fehler einem anderen Kaninchen helfen kann. Gerade deshalb schreibe ich so ausführlich weil ich gerade einfach das Bedürfnis meine Kaninchenerfahrungen zu teilen (auch um sie aus meinem Kopf zu bekommen, denn sie lassen mich nicht schlafen). Vor allem will ich auch offen und ehrlich alles zu sagen, was ich falsch gemacht habe. Ich weiß es gibt zahlreiche Artikel zu guter Kaninchenhaltung, aber ich hoffe, dass der Praxisaspekt und gerade, dass ich so viele Fehler so wohlwollend gemacht habe noch jemanden dazu bringen auf mich zu hören. Sonst wisst ihr erst was ihr den Tieren antut, wenn es zu spät ist und ich kann Euch verraten, die Gewissensbisse sind furchtbar! Also informiert Euch bitte bitte bitte zuerst, glaubt den Aussagen der Expert*innen und handelt dementsprechend! Es ist das Leben eines fühlenden Wesens, was ihr in den Händen haltet! (Diese Auffordeurung ist für Forumsmitgliedern im übrigen wsl überflüssig, aber vielleicht hilft das ja dem Kaninchen einen googelnden). Diese Woche sind beide meine Kaninchen gestorben. Sie waren beide über 10 Jahre alt, aber es kam doch recht unvermittelt... Nachdem ich Julchens Tod eigentlich ganz gut verkraftet hatte, hat mich Basilius Tod heute wirklich hart getroffen. Julchen habe ich erst vor einem dreiviertel Jahr zu mir geholt als neues Partnertier für Basilius und sie haben sich ziemlich gut verstanden (mal abgesehen davon, dass er ihr Zärtlichkeiten nur spärlich erwidert hat und es ab und an mal einen kleinen Zank gab). Daher ist es verständlich, dass ich zwar traurig aber nicht am Boden zerstört war, aber Basilius anscheinend umso mehr. Julchen ist in der Sylversternacht unvermittelt gestorben. Sie war munter als ich weg bin und lag tot im Käfig als ich zurückkam. Als ich sie gefunden habe saß mein anderes Kaninchen Basilius noch normal im Gehege, aber in den Tagen darauf wurde es immer ruhiger. Es hat auch nicht mehr so viel gefressen und den Löwenzahn nicht mehr so richtig angenommen, den es normalerweise liebt. Als ich gestern (3.Jan) gegen 13 Uhr aus der Arbeit kam habe ich mich in sein Gehege gesetzt und ihn gestreichelt. Zu diesem Zeitpunkt war er schon merkwürdig ruhig und hat den Kopf ungewöhnlich tief gehalten. Es war nicht zu übersehen, dass etwas nicht stimmt. Daher bin ich bei ihm geblieben, bis es sich plötzlich auf die Seite geworfen hat. Dann war ohnehin klar was geschehen würde. Ich habe noch meine Mitbewohnerin und meinen Bruder gerufen, die auch beide kamen und wir waren bei ihm und ich habe es gestreichelt bis es etwa 10 Minuten später vorbei war. Vielleicht bilde ich es mir ein, aber ich glaube er hat gewartet bis ich wieder bei ihm war. Ich habe ihm die ganze Zeit gesagt, dass er jetzt gehen darf wenn er will, aber ich wünscht ich hätte ihm auch noch gesagt, dass er bleiben solle. Ich hoffe nur, dass er nicht dachte, dass er gehen muss, weil ich in den letzten Tagen recht ratlos war, was der beste nächste Schritt ist (für so ein altes Kaninchen eingeeignetes Partnertier zu finden, ist doch nicht ganz einfach und es stand die Frage im Raum wann ich wie mit der Haltung aufhören kann, natürlich ohne ein Tier einsam sterben zu lassen, was ja jetzt leider doch geschehen ist...). Ich wünscht mir auch so sehr, dass ich es in den letzten Tagen mehr gestreichelt hätte und ihm noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt.Mir geht der Gedanke nicht aus dem Kopf, dass er dann vielleicht noch bei uns wäre.. Aber das ist noch eine der kleineren Sachen sie ich bedauere... Also: Streichelt Eure Kaninchen lange und ausgiebieg (ohne sie hochzuheben!), denn jeden Tag, den ihr das nicht tut werdet ihr am Ende bedauern. Mir geht vor die ganze Zeit durch den Kopf was ich alles mit ihm falsch gemacht habe und wie er unnötig dadurch gequält wurde. Ich wollte immer, dass es ihm gut geht, aber ich war sehr jung und er war mein erstes Kaninchen und ich habe einfach aus Unverständnis am Anfang viel falsch gemacht. Anfangs lebte er alleine in einem viel zu kleinen Käfig, vor allem auch, da man in meiner Umgebung der Meinung, ein Kaninchen würde ausreichen. Das die Käfige ja für Kaninchen verkauft wurden, habe ich mir bei der Größe nichts gedacht. Zitat des Verkäufers in der Zoohandlung: "Für zwei Kaninchen, die da die ganze Zeit drin sind ist er schon sehr eng aber für eines geht's". Immerhin hatte er noch Auslauf auf meinem 5 qm Balkon, aber er hatte halt nicht immer Zugang, sondern musste hingetragen und wieder hineingeholt werden. Furchtbar, wenn ich heute daran denke! Also: Kaninchen brauchen viel Platz. VIEL Platz. Nein der Käfig reicht nicht, egal was der Typ in der Zoohandlung sagt. Nein die Stunden auf dem Balkon reichen nicht. Wenn ihr in der Wohnung keinen Platz habt, bitte keine Kaninchen holen. Wenn ihr sie schon habt, dann gewöhnt sie im Sommer sachte an die Außentemperaturen und haltet sie als Außenkaninchen (Bitte vorher mehr dazu lesen als diesen Satz!) Nach eineinhalb Jahren (erst!) habe ich mich dann durchgesetzt und einfach ein zweites Kaninchen gekauft. Sie haben sich anfangs aber nicht richtig gut verstanden und da der eine sehr viel kleiner war habe ich sie auch noch zeitweise wieder getrennt und nebeneinander gehalten (auch furchtbar). Irgendwann hat das mit der Vergesellschaftung dann doch noch halbwegs geklappt, aber (vermutlich weil sie so lange alleine waren und nebeneinander gehalten wurden hatten sie sich nie richtig lieb... Wenn Kaninchen vergesellschaftet sind nicht mehr trennen, es sei denn es ist nach mehreren Tagen (hierzu mehr zum Thema Vergesellschaftung lesen!) wirkich ersichtlich, dass sie sich nicht verstehen. Dann ggf. einfach neue Partnertiere suchen und nicht meinen es geht schon so. Einsame Kaninchen sind traurige Kaninchen! Zu diesem Zeitpunkt hatten sie war immerhin schon einen Doppelkäfig und sind weiterhin auf den Balkon gekommen, aber genutzt haben sie den Doppelkäfig nicht weil die Rampe wohl zu steil/schmal war. Meine Versuche sie dazu zu bringen sie zu nutzen, indem ich sie in den oberen Käfig mit dem Loch im Boden gesetzt habe grausen mich, wenn ich heute daran denke. Wenn Eure Kaninchen etwas nicht wollen/annehmen respektiert das! Sie wissen was sie mögen und was nicht! Hochheben finden sie z.B. furchtbar. Es sollte nur geschehen wenn es wirklich sein muss (z.B. um sie zum Tierarzt zu bringen) Basilius war zeitweise schon sehr gequält, aber nach dem Tod von Solon (seinem ersten Partnertier) wurden Dinge langsam besser. Ich wusste ja nun immerhin, dass Kaninchen Partnertiere brauchen und wollte ihm wieder eines beschaffen, doch wie und wo? Nach langem hin und her (zu lange wsl., ich hätte viel schneller ein neues Partnertier finden sollen!)habe ich mich entschieden ihn zu meine Schwägerin zu geben, die ebenfalls ein einsames Kaninchen in Basilius alter hatte. Die Vergesellschaftung ging auch wunderbar. Es wurde viel berammelt, aber kam zu keinem geraufe und schließlich gewannen die beiden sich so lieb, dass sein neues Partnertier (Namen habe ich vergessen) Basilius Stirn zeitweise fast kahl leckte... Basilius störte das aber natürlich ganz und gar nicht. Endlich hatte er jemanden der ihn richtig pflegt und umsorgt. Zudem konnte er bei meiner Schwägerin frei in der Wohnung umherlaufen, bzw. auf den Filzmatten, die sie ausgelegt hatte und er entwickelte eine ungewöhnliche Freundschaft zu einem der Katerbabys dort, dass ihn ebenfalls ableckte und zu ihm in den (jederzeit offenen) Käfig, kam. Doch das neue Partnertier starb leider 1,5 Jahr später und Basilius war nun wieder alleine bzw. nur noch mit seinem Katerfreund, dem er allerdings einige Male eins auf die Schnauze verpasste, so dass sich dieser nicht mehr in den Käfig traute. Daher beschloss ich ihn wieder heimzuholen und ein neues Partnertier für ihn zu organisieren. Doch zuerst musste ich ihn gesund pflegen. Esging ihm gesundheitlich schlecht. Es stellte sich heraus, dass das Futter bei meiner Schwägerin nicht vertragen hatte. Bei mir hatte er Frischfutter und Heu erhalten (allerdings viel zu viele Karotten und viel zu monoton) und er hatte von dem Trockenfutter, dass er bei meiner Schwägerin noch zusätzlich zum Frischfutter erhalten hatte davon Durchfall bekommen. Achtung: Kaninchen brauchen kein Trockenfutter und sollten abwechslungsreich mit Frischfutter ernährt werden. Lest mehr dazu! Es gibt tolle Listen im Internet was sie gerne essen und essen dürfen! Wir mussten daher sein Fell waschen um Fliegenmadenbefall zu vermeiden, und machten leider den Fehler ihn nur soweit trockenzuföhnen wie er wollte. Wenn es um das Tierwohl geht gilt die Regel mit dem Willensrespektieren nicht! Macht was der (kaninchenkundige) Tierarzt sagt (außer siehe unten), auch wenn Euer Ninchen halt Nass von Eurem Sofa runterhops und alles tut um wegzukommen. Nach dem Stress verweigerte er zudem die Nahrungsaufnahme (außerdem sollte er nur Heu bekommen um seine Verdauung zu regulieren, was er furchtbar fand). Er unterkühlte und ich rief die Tiernotrettung. Die sagten mir, dass er es wohl nicht schaffen würde und fragten mich, ob ich ihn einschläfern wollen würde oder ob wir versuchen sollten ihn zu retten. Ich wollte ihn retten, denn er hatte noch kampfgeist in sich. Obwohl er schwach auf der Seite lag, wehrte er sich noch tapfer gegen den Tierarzt! Das war alles was ich wissen brauchte. Basilius wollte noch leben. Also haben wir ihn in die Tierklinik gefahren und entgegen aller Prognosen überlebte er. Schaut auf Euer Kaninchen, wenn Euch ein TA zum einschläfern rät und wägt mit gesundem Menschenverstand ab. Ihr kennt Euer Tier besser. Aber lasst es nicht unnötig leiden. Nachdem ich ihn aus dem Krankenhaus geholt hatte war ich entschlossen ihm noch einen schönen Lebensabend zu bereiten. Ich habe Julchen im Internet gefunden und die Vergesellschaftung ging auch ziemlich gut. Sie ist ein aufgeweckte Frauchen gewesen, dass immer für irgendeinen Unfug aufgelegt war und hat meinen vorsichtigen, besonnenen Basilius gut ergänzt. Auch sie hat ihn liebevoll umsorgt. Er war manchmal etwas knauserig mit den erwiederungen, aber er ist eben noch immer geprägt von den Jahren, die er alleine war und insgesamt waren die beiden recht harmonisch zusammen. Ich habe auch knapp ausreichenden Platz (Basilius war aber ohnehin nicht mehr sehr aktiv) für die beiden eingerichtet, auch wenn größer natürlich immer besser gewesen wäre, besonders im Winter. Die Vergrößerung des Geheges, die für das neue Jahr angedacht war (weil Basilius sich nicht mehr auf den Balkon traute, dessen Tür im Gehege war), haben die beiden leider nicht mehr erlebt. Sie bekamen das richtige Futter und abgesehen von alterswehwehchen und kleineren Krankheiten (Basilius hatte eine Harnwegsinfektion und Julchen vertrug Gurken nicht mehr, beide hatten ansetzenden grauen Star) ging es ihnen auch ganz gut. Dementsprechend überrascht war ich als ich Sylvester heimkam und Julchen (ausgerechnet die aktivere, der man ihr Alter absolut nicht angemerkt hat) verstorben in einer Ecke lag. Und nun ist eben auch Basilius fort. Sie sind beide knapp 10.5 Jahre alt geworden und besonders Basilius hat mich durch viel begleitet. Viele schwere Zeiten und Phasen. Hat mich oft getröstet, sich liebensgerne von mit kraulen lassen (am liebsten auf der Stirn, den Wangen und an den Öhrchen) und derweil zufrieden mit den Zähnen geknirscht ("geknapsert" nannten wir das). Ich bin wirklich zutiefst traurig und würde so gerne zurückgehen und alles von anfang an besser machen und dem kleinen Tierchen ein harmonisches Leben schenken. Ich hätte auch jetzt so gerne noch Zeit mit ihm verbracht und ihn in meinen neuen Lebensabschnitt (beende nächste Woche mein Studium) mitgenommen. Aber es sollte einfach nicht sein. Jetzt heißt es Abschied nehmen und mich bei den kleinen Bedanken, für all ihre Liebe und ihr Verständnis und um Entschuldigung bitten für alle Fehler. Noch ein letzter Hinweis: Wenn Euer Kaninchen stirbt wird es Euch das Herz brechen. Darauf müsst ihr auch vorberietet sein. Zum Schluss möchte ich jetzt noch meinem Julchen und meinem Basilius eine gute Reise wünschen und hoffe, dass sie letztendlich doch auch viele schöne Momente in ihrem Leben hatten. Es tut mir Leid. Machts gut!
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| haltung, kaninchen, tips, tod, trauer |
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