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Kaninchenschnupfen? auf Kaninchen Forum

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  • 1 Post By Rakete
  • 1 Post By Lotta17

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Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 16.10.2019
Beiträge: 39
Lotta17 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.10.2019, 18:01

Kaninchenschnupfen?


Hallo Ihr Lieben,
Ich war gestern mit meiner kleinen in der Tierklinik, da sie schon stärkere Atemgeräusche machte und Nasenausfluss hatte.
Der Arzt vor Ort, hat ihr Fieber gemessen, nach den Zähnen geschaut und sie abgehört. Er meinte sie hätte Schnupfen. Sie hat vor Ort noch 2 Spritzen bekommen, einmal Metacam und einmal Enrofloxacin. Dieselben Medikamente habe ich auch für Zuhause bekommen, die ich ihr einmal täglich für 6 Tage seit heute geben soll.
Sie ist aktiv und frisst und trinkt, sie wirkt etwas geschwächter als sonst.
Heute niest sie öfter als gestern und finde auch noch den Nasenausfluss stark. Wie schnell sollte das denn besser werden?
Ich mache mir schon echt Sorgen
Achso und Atemgeräusche hört man auch noch

Liebe Grüße



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Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 20.10.2019, 07:06

Hier kannst Du alles darüber nachlesen:
https://www.kaninchenwiese.de/gesundheit/infektionskrankheiten/kaninchenschnupfen/

Hatte sie länger Symptome? Kleinere Anzeichen (Niesen) werden schnell übersehen. Je länger Symptome da sind, desto kleiner die Chance, dass es dauerhaft weg geht. Meist wird es chronisch, wenn sich die Symptome zwar in Grenzen halten.
Üblicherweise sind die Kaninchen fit wie immer.. Was nicht so ist, wenn ein akuter Ausbruch vorhanden ist (z.B. mit Fieber, mit lebensbedrohlicher Untertemperatur oder akuter Atemnot/Erstickungsgefahr).

Wie alt ist sie denn? Im Alter erlahmt das Immunsystem, dann ist mit zunehmenden Symptomen zu rechnen.

Es wird mind. 10 Tage (besser 14!) behandelt.
Deine Behandlungsdauer ist definitiv zu kurz und sollte ohne Pause länger behandelt werden.

Es dauert schon 2-4 Tage, bis eine Besserung des Zustandes hörbar ist (keine Atemgeräusche, Niesen wird aber bleiben, wenn es auch irgendwann besser wird).

Beim Schnupfen sind meistens Pasteurellen vorhanden (= Haupterreger, heutzutage sind die meisten Kaninchen bereits symptomlose Träger).
Pasteurellen wird man auch NIE komplett eliminieren können. Mit längerer Behandlungsdauer reduziert sich zumindest die Anzahl massiv, so dass es dem Kaninchen deutlich besser geht. Den Rest muss das Immunsystem des Kaninchens erledigen, das man zeitlebens unterstützen kann (pflanzlich etc., siehe auch Kaninchenwiese). Bei zu kurzer Dauer von Antibiotika werden die Bakterien allerdings resistent, daher sollte genügend lange behandeln werden.

Bei schwereren Fällen behandelt man mehrere Monate.
Meine kriegt aktuell seit 4 Monaten Antibiotika; Abstrich wird jetzt nach 10 Monaten wiederholt. Sie hatte Schnupfen vor meiner Übernahme vor 5 Jahren.

Ein Nasenabstrich unter Narkose ist empfehlenswert, damit ein richtiges Antibiotika gewählt wird (gerade wenn schon mehr als einmal behandelt wurde). Allerdings sind Abstriche nicht immer aussagekräftig, da Pasteurellen gerne verpasst werden, weil sie oft in tieferen Regionen der Nasennebenhöhlen liegen. Die Bakterien können sich im Verlauf der Zeit auch mal ändern.

Unterstütze bitte auch die Darmflora mit BeneBac täglich. Antibiotika tötet auch dort die Bakterien ab. Sonst kann es zur Appetitlosigkeit und Schlappheit führen.

Wenn Nasenausfluss vorhanden ist, dann würde ich zwingend mind. 1 x täglich inhalieren (Kochsalzlösung mit Kaltinhalator) lassen. Das ist sogar sinnvoll, wenn von außen kein sichtbarer Ausfluss da ist, die Nase aber doch blockiert ist. So wird die Nasenschleimhaut befeuchtet, was wiederum die natürliche Abwehr gegen Bakterien/Viren fördert. Ggf. könnte man auch die Nase Spülen, das müsstest Du Dir aber zeigen lassen (es ist schwierig! oder der TA kann das regelmäßig machen). Meine schwere Schnupferin inhaliert bereits seit 2 Jahren.

Mein Neuer hatte auch plötzlich Atemgeräusche beim Fressen und Putzen (aber neuer selten mal ein feuchte Nase, also kein richtiger Ausfluss, selten Niesen). Nach 4 Tagen waren die Atemgeräusche weg, das Antbiotika hat sehr gut gewirkt. Den habe ich sicherheitshalber über 4 Wochen behandelt, da er vorher mehrfach eine feuchte Nase hatte (selten Niesen). Zuletzt hatte er wieder eine feuchte Nase. Es ist möglich, dass er sich bei seinem schlechteren Immunsystem einen Virus geholt hat. Das lässt sich leider nicht mit AB behandeln.

Zylexis-Kur (Stärkung des Immumsystems) wirkt übrigens gerade bei neuen Schnupfern recht gut, nicht aber wenn der Prozess schon lange vorhanden ist und das Immunsystem schon zu stark geschwächt ist/so bleibt....
Den Neuen habe ich auch damit behandelt und es hat leider keine Wirkung gezeigt. Aber ich vermute, dass er den leichten Schnupfen schon sehr lange im Tierheim hatte (und man das übersehen hat oder zumindest nur ganz am Beginn behandelte).



Sir.Hoppselot likes this.

Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 16.10.2019
Beiträge: 39
Lotta17 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 20.10.2019, 12:56

Erstmal lieben Dank für deine ausführliche Antwort!

Sie hatte vorher keine Symptome, lediglich machte sie immer schon Geräusche, wenns zum Beispiel ihr Lieblingsessen gab, hatte das dann auch beim Tierarzt angesprochen, aber sie meinte, es gäbe auch "laute" Kaninchen. Kannte ich von meinen anderen Schätzen so nicht.

Heute höre ich kaum noch Atemgeräusche und niesen tut sie auch nur ganz selten, hab ich bis jetzt erst 1 mal mitbekommen.
Was sie wohl schon immer macht oder hatte, sie wühlt sich immer so durchs Heu und dabei schnaubt sie dann schon mal. Dachte immer ja gut, wer das so "drin hängt".

Ich denke, ich werde dann trotzdem nochmal zu meiner Tierärztin mit ihr fahren, weil du ja auch meintest dass die Gabe mit AB länger erfolgen muss.

Ich habe sie gestern inhalieren lassen noch und hatte das Gefühl das tat ihr gut.
Werden wir heute auch wieder machen.
Ihr Näschen ist noch etwas feucht, aber kein Vergleich zu Freitag.
Heute stand sie auch schon wieder parat, als ich das Frischfutter vorbereitet habe.
Ich hoffe, es schlägt an. Was man sich für Sorgen macht, wenn die kleinen krank sind 😢



Rakete likes this.

Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 20.10.2019, 14:36

Ja, es gibt auch gesprächige Kaninchen beim Futtern. Allerdings auch solche, die während dem Fressen Schnorcheln, so wie ich es bei meinem Neuzugang berichtet hatte. Und der hatte ja kaum andere Symptome (selten Niesen, was anderen Halter kaum aufgefallen wäre).

Es ist schwieriger, gleichzeitig durch die Nase zu atmen unf noch zu fressen. Daher entstehen Knattergeräusche. Die tönen aber anders als die zwischendurch gesprächige Laute, wenn ein Kaninchen erzählt, wie fein es ihm schmeckt... Ist ein bisschen schwierig zu beschreiben, aber eigentlich hat man das im Gefühl, ob es sich um wohlige Laute (diverse Laute wie Schmatzen...) handelt oder ob es durch angestrengtes Atmen knattert.




Geändert von Rakete (20.10.2019 um 14:38 Uhr).

Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 16.10.2019
Beiträge: 39
Lotta17 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 23.10.2019, 14:09

Also ich war mit ihr letzte Nacht in der Tierklinik, da sie sehr schlecht atmete und ihre Nase ganz nass war.
Dazu muss ich sagen, dass es ihr wieder besser ging die Tage davor.
Jedenfalls hätte ich mir den Weg zur Klinik sparen können. Mehr als wirklich viel Geld und eine unerfahrene Ärztin habe ich nicht angetroffen.
Die Worte "ist normal" und tschüss, mehr war nicht drin.
Habe dann heute früh direkt bei meiner Tierärztin angerufen, ihr den Fall geschildert.
Bin dann also wieder mit ihr zum Arzt gefahren. Fazit dort, sie hat eine bakterielle Entzündung.(sie hat leicht grünlichen Ausfluss) Es wurde ein Abstrich gemacht, aber die Ärztin meinte, oft sind die verfälscht leider. Jedenfalls war sie der Meinung, dass sie länger als 6 Tage das Antibiotika nehmen muss. Außerdem habe ich noch Bene bac bekommen.
Sollte sich das nicht bessern, wird sie geröntgt und weiter geschaut.
Jetzt ist der Tierarzt Besuch gute 2 Stunden her und sie liegt nur in ihrem Häuschen, wenn ich komme dreht sie sich um und schaut praktisch die Wand ihres Häuschens an. Sie will weder Essen noch trinken. Sie hatte das letzte Woche nach dem Tierarzt Besuch auch, jedoch nicht so stark wie heute.
Ist es normal, dass sie mehrere Stunden einfach gar nichts "wollen"?




Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 24.10.2019, 00:05

Die Klinik hättest Du Dir tatsächlich ersparen können.

An Deiner Stelle würde ch sogar deutlich länger behandeln: 3-4 Wochen im Minimum.

Weshalb habe ich hier ausführlich geschrieben (letzte Seite):
https://www.kaninchenforum.de/kaninchenkrankheiten-gesundheit/44850-augenverletzung-wiederkehrend-4.html

Pasteurellen kriegst Du mit 2 Wochen Behandlung nicht in den Griff und die gelten heutzutage als Haupterreger, egal was man sonst noch findet im Abstrich. Die sind aber oft so tief in den Nasennebenhöhlen, da kommt kein Abstrich hin.

Nebenbei: wenn der Eiter grün ist, dann hat es Pseudomonas aeruginosa drin. Dieses Bakterium produziert grünen Farbstoff. Es ist ein Begleitkeim, der sich auch v.a. im Wasser ansiedelt.

BeneBac solltest Du immer verabreichen bei Antbiotika-Gabe.

Es empfiehlt sich sogar bei schwereren Fällen ein CT zu machen, um zu schauen, wie stark die Nasennebenhöhlen betroffen sind, respektive wie weit nach innen die Infektion geht. Oder ob zu schauen, ob ein AB angeschlagen hat.

Ist sie denn durch das Autofahren immer gestresst?

Fressen sollten sie schon. Wenn Du nicht sicher bist, ob sie gesund und fit ist, dann kannst Du jederzeit den Leckerli- Test machen (etwas geben, aus was sie im gesunden Zustand voll abfährt, z.B. Erbsenflocken etc.). En krankes Kaninchen wird die Leckerlis ablehnen. Und längere Zeit Nichtfressen führt zu Aufgasungen, was gefährlich ist...



 
 
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