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Vergesellschaftung und Wechsel auf Balkonhaltung auf Kaninchen Forum

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Benutzerbild von Sir.Hoppselot
Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 10.06.2019
Beiträge: 623
Sir.Hoppselot befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.09.2019, 10:59

Vergesellschaftung und Wechsel auf Balkonhaltung


Hallo zusammen,

unsere kleine Heide ist letzte Woche zu unserem Entsetzen verstorben. Dass ihr gerade einmal sechs Monate alter Bruder bald einen neuen Partner braucht, ist uns bewusst. Gleichzeitig wollten wir zum jetzigen Zeitpunkt aber auch auf Balkonhaltung wechseln. Die Nächte werden ja aktuell schon kühler, weshalb ich nachts wenn das Gehege im Wohnzimmer verschlossen ist schon immer die Balkontür groß auf lasse, damit sich der kleine Kerl an die Temperaturen gewöhnen kann. Er kommt auch aus Außenhaltung, daher sollte das nichts komplett Neues für ihn sein. Bis wann muss er spätestens nach draußen ziehen, um rechtzeitig ein Winterfell bilden zu können?

Da es meine erste Vergesellschaftung wird, habe ich viele Fragen an die Erfahrenen unter euch:

1. Wie lang sollte die Quarantäne für das neue Kaninchen sein? Ich habe inzwischen schon alles zwischen zwei bis vier Wochen gelesen. Ist es nicht riskant für beide, wenn die kalten Nächte beginnen und sie sich noch nicht gut genug aneinander gewöhnt haben, um kuschen zu können?

2. Falls das neue Partnertier noch geimpft werden muss, braucht es zusätzliche Quarantänezeit? Und besteht ein Risiko dabei, ein nicht geimpftes Tier aufzunehmen obwohl mein Männchen komplett durchgeimpft ist (Myxo, RHD 1 +2)?

3. Kann ich einen Teil des Balkons als Quarantänegehege nutzen, es hinterher gründlich reinigen (Steinboden ohne Fugen) und dann die Vergesellschaftung auf dem Balkon durchführen? Oder darf keines der Tiere zuvor im Vergesellschaftungsgehege gelebt haben?

4. Ist es zu dieser Jahreszeit sinnvoll, nach einem neuen Partnertier aus Außenhaltung zu suchen?

Ich kann gerade nicht einschätzen ob es sogar sehr praktisch ist, dass wir in ein neues noch neutrales Gehege wechseln wollen oder ob ein neuer Partner und eine neue Umgebung vielleicht doch zuviel Stress auf einmal für meinen Kleinen sind. Er trauert sichtlich und längere Einzelhaft will ich ihm unbedingt ersparen. Über weitere Tipps zur Vergesellschaftung bin ich euch sehr dankbar.

Danke fürs durchlesen!



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Moderatorin
 
Registriert seit: 13.07.2014
Beiträge: 1.925
Diabi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.09.2019, 11:26

Zitat:
Zitat von Sir.Hoppselot Beitrag anzeigen

1. Wie lang sollte die Quarantäne für das neue Kaninchen sein? Ich habe inzwischen schon alles zwischen zwei bis vier Wochen gelesen. Ist es nicht riskant für beide, wenn die kalten Nächte beginnen und sie sich noch nicht gut genug aneinander gewöhnt haben, um kuschen zu können?
Das hängt nicht zuletzt auch davon ab, woher es kommt und ob der Gesundheitszustand schon durchgecheckt ist.

Wenn du das Kaninchen aus einer guten Pflegestelle holst, in der schon Kotproben, Impfungen etc. gemacht wurden, würde ich den Neuling nur 1-2 Tage ankommen lassen, falls der Gesundheitszustand völlig unbekannt ist, sollte es erst durchgecheckt, Kotproben gesammelt und ggfs. Impfungen nachgeholt und dann erst vergesellschaftet werden.


Zitat:
Zitat von Sir.Hoppselot Beitrag anzeigen
2. Falls das neue Partnertier noch geimpft werden muss, braucht es zusätzliche Quarantänezeit? Und besteht ein Risiko dabei, ein nicht geimpftes Tier aufzunehmen obwohl mein Männchen komplett durchgeimpft ist (Myxo, RHD 1 +2)?
Man sollte während sich der Impfschutz aufbaut, nicht vergesellschaften, d.h. Du hättest bei Filavac z.B. eine zusätzliche Quarantänezeit von 7 Tagen, bei Nobivac von drei Wochen.

Ein Risiko für Dein Männchen bestünde eigentlich nur, wenn sich bei ihm aus welch Grund auch immer kein vollständiger Impfschutz aufgebaut haben sollte.


Zitat:
Zitat von Sir.Hoppselot Beitrag anzeigen
3. Kann ich einen Teil des Balkons als Quarantänegehege nutzen, es hinterher gründlich reinigen (Steinboden ohne Fugen) und dann die Vergesellschaftung auf dem Balkon durchführen? Oder darf keines der Tiere zuvor im Vergesellschaftungsgehege gelebt haben?
Unproblematischer für alle Beteiligten ist es sicherlich, wenn der Balkon für beide neu wäre.

Andererseits vergesellschaften wir immer nur im gewohnten Gehege, es geht also zumeist auch dann, wenn eines das VG-Gehege schon kannte.

Allerdings würde ich dann eher das Weibchen in das Revier des Männchens setzen, als umgekehrt, da die Damen meist revierbezogener sind als die Herren.

Und die Putzerei war für mich schon immer Unfug bzw. allenfalls Beruhigungstherapie für den Halter: Kaninchen kennen ihr Revier, und wissen, dass ein Fremdling da ist, einerlei, wie viel Putzmittel man verteilt...


Zitat:
Zitat von Sir.Hoppselot Beitrag anzeigen
4. Ist es zu dieser Jahreszeit sinnvoll, nach einem neuen Partnertier aus Außenhaltung zu suchen?
Wenn sie in Außenhaltung sollen, ist ein Partner aus Außenhaltung besser: je nachdem, wo ihr wohnt, endet nämlich die Zeit, in der man problemlos aus Innenhaltung nach draußen setzen kann, schon bald.

Man kann zwar auch später noch Innenhaltungskaninchen an Außentemperaturen gewöhnen (vgl. z.B. https://www.kaninchenwiese.de/haltung/hintergruende/haltungsmythen/), das kostet aber mehr Zeit und Aufwand...


Zitat:
Zitat von Sir.Hoppselot Beitrag anzeigen
Ich kann gerade nicht einschätzen ob es sogar sehr praktisch ist, dass wir in ein neues noch neutrales Gehege wechseln wollen oder ob ein neuer Partner und eine neue Umgebung vielleicht doch zuviel Stress auf einmal für meinen Kleinen sind. Er trauert sichtlich und längere Einzelhaft will ich ihm unbedingt ersparen. Über weitere Tipps zur Vergesellschaftung bin ich euch sehr dankbar.
Nach Möglichkeit würde ich beides zugleich erledigen, besser nur einmal Stress für alle, als zweimal Stress nacheinander. Und für die VG ist ein für beide unbekanntes Revier sowieso von Vorteil.



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Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 10.06.2019
Beiträge: 623
Sir.Hoppselot befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.09.2019, 11:58

Auweia, das habe ich befürchtet. Das heißt, ich suche ein voll geimpftes und durchgechecktes Kaninchen mit negativer Kotprobe aus Außenhaltung, weiblich und ohne dominantes Verhalten... und das quasi gestern.

Vielen vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Ich werde nochmals Kleinanzeigen durchforsten. Leider kommt es mir so vor als wäre da nur jedes 10. Tier geimpft, wenn überhaupt. Irgendwo hatte ich auch gelesen, dass ehemalige Labortiere sehr gut geeignet seien, da sie meisten frei von Parasiten und ansteckenden Krankheiten sein sollen. Leider ist die einzige Bedingung meines Freundes, dass das neue Kaninchen nicht weiß ist und rote Augen hat. Von diesem rein äußerlichen Kriterium konnte ich ihn leider nicht abbringen, sonst hätte ich mich um eine weiße Laborhäsin beworben, die in Berlin gerade abgegeben wird.




Moderatorin
 
Registriert seit: 13.07.2014
Beiträge: 1.925
Diabi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.09.2019, 12:01

Ist da

https://www.kaninchenschutzforum.de/forumdisplay.php?f=439

nichts dabei bzw. in Deiner Nähe?

Du könntest auch Marinahexe anschreiben, sie kennt viele Pflegestellen in ganz Deutschland...



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Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 10.06.2019
Beiträge: 623
Sir.Hoppselot befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.09.2019, 12:19

Oh danke, da werde ich auch mal nachsehen.

Ich hatte auch schon ein Weibchen aus Außenhaltung gefunden, dass ich Ende dieser Woche kennenlernen wollte, nur ist sie eben gar nicht geimpft. Da Purple während der ersten Impfung mit Kokzidien zu kämpfen hatte hab ich ihn nochmal nachimpfen lassen. Ganz sicher kann man sich aber wohl nie sein, dass der Impfschutz bei unserem Impfdurcheinander richtig aufgebaut wurde.

Auch wenn einige mir sagen, dass es bei der Vergesellschaftung nicht um die Größe geht, habe ich noch immer Bedenken bei einer VG mit einem Zwerg. Purple geht auf die 4,5 Kilo zu und scheint noch zu wachsen. Seine Partnerin musste immer viel einstecken und hatte immer irgendwelche Blessuren - mal Kratzer, mal richtige Wunden. Er hat sie gejagt und gerammelt obwohl er frühkastriert wurde. Sie hat ihn auch gerammelt und dann lagen sie wieder kuschelnd zusammen. Ich bin mir daher nicht sicher, welches der Tiere im Rang höher stand. Vielleicht durchlebt er aber auch gerade nur seine Pubertät. Mit Heide (ebenfalls ein halber Riese) waren wir zweimal beim Tierarzt, weil die Wunden so tief waren. Ist meine Angst vielleicht unbegründet und ein Zwerg steckt sowas weg wie ein Riese?




Geändert von Sir.Hoppselot (10.09.2019 um 12:22 Uhr).

Moderatorin
 
Registriert seit: 13.07.2014
Beiträge: 1.925
Diabi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.09.2019, 12:54

Nun, normalerweise sind die größeren ein bisschen gemütlicher als die Zwerge und nicht gar so streitlustig - Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, *wink* zu unserem Hannibal, der gerade unseren Rufus aus heiteren Himmel fast gehäutet hat.. - , so dass es deutlich länger dauert, bis sie sich in Kämpfe verwickeln lassen, aber wenn ein Riese dann mal zubeißt, steckt natürlich auch mehr Wucht dahinter.
Die Zwerge sind nach meiner Erfahrung giftiger, Größenwahn lässt grüssen, aber glücklicherweise auch schneller als die Großen, so dass es oft auch so ist, dass sich der Kleinste dann den Chefsessel sichert, weil der Große schlicht zu faul ist, um sich weiter zu streiten.

Letztlich würde ich es nicht von der Größe abhängig machen (außer, du selbst magst keine Zwerge oder eine bestimmte Rasse...), die Charaktere sind bei einer VG viel entscheidender.

Und auch letzteres kannst du nur schwer beurteilen, denn so manches unterwürfiges Tier hat sich wo anders schon als Furie entpuppt und umgekehrt...

deshalb: nimm eines, das dir gefällt und vom Alter her halbwegs passt, und lass die Langohren dann machen.

Im Frankenthaler Tierheim gibt es übrigens gerade sehr entzückende, schon geimpfte Riesen-Mixe, die ich sämtlich einpacken würde, wenn ich nicht schon mehr als genug Fressmonster hätte (u.a. Bruder und Schwester der Frankenthaler Damen, die entgegen der dortigen Altersangabe definitiv nicht älter als ein Jahr sind, wenn man den ganzen Unsinn bedenkt, den sie ständig anstellen...) - vielleicht ist das ja halbwegs bei dir in der Nähe?




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Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 10.06.2019
Beiträge: 623
Sir.Hoppselot befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.09.2019, 14:21

Zitat:
Zitat von Diabi Beitrag anzeigen
Und auch letzteres kannst du nur schwer beurteilen, denn so manches unterwürfiges Tier hat sich wo anders schon als Furie entpuppt und umgekehrt...
Oha, das wusste ich nicht. Erscheint mir aber logisch, schließlich besteht ja auch jede Gruppe aus anderen Charakteren.

Zitat:
Zitat von Diabi Beitrag anzeigen
deshalb: nimm eines, das dir gefällt und vom Alter her halbwegs passt, und lass die Langohren dann machen.
Danke dir für deine Hilfe! Berlin liegt leider weit weg vom Frankenthaler Tierheim. Ich werde weiter suchen und Purple hat hoffentlich bald wieder jemanden zum kuscheln und spielen.



 
 
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balkonhaltung, vergesellschaftung, winterfell



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