Hallo,
ich wollte auch hier nochmal Crispys Geschichte teilen und mir ein bisschen was von der Seele schreiben.
Noch vorweg: Ich möchte niemandem Angst machen, sondern nur unsere! Geschichte teilen. Was wir erlebt haben, muss nicht zwangsläufig bei euch auch so passieren.
Letzten Mittwoch (27.03.19) war die Welt in Villa Kunterbunt noch heil und friedlich. Crispy und Muckel ging es gut, beide topfit und alles wie immer.
Nachmittags als ich von der Arbeit kam, habe ich bereits gemerkt, dass Crispy sich etwas komisch verhält. Da er aber noch gefressen hat, habe ich mir nicht so viel dabei gedacht, da er manchmal einfach komische Anwandlungen hatte.
Als ich dann abends füttern wollte, habe ich sofort gesehen, irgendwas stimmt hier nicht: Er hat sich direkt hingelegt und zwar so richtig platt und Kopf auf die Pfoten. Von Fressen wollte er gar nichts wissen.
Meine Haustierärztin hatte natürlich schon zu, also habe ich bei der Tierklinik angerufen und bin circa gegen 21 Uhr dorthin gefahren. Schlappe 45 Minuten waren wir unterwegs. Dort angekommen wurde erstmal ein Röntgenbild gemacht, das unauffällig war. Sein Bauch war weich und auch das RöBi zeigte nur eine kleine Gasblase und Futterbrei, den ich ihm vorher bereits mit Sab und Schmerzmittel gegeben hatte.
Mir wurde angeboten, ihn dort zu lassen, aber da alles nach Bauchweh aussah und ich ihn keinesfalls so weit von mir weg in der Klinik lassen wollte, hab ich ihn wieder mit nach Hause genommen. Ein Fehler? Ich weiß es nicht. Vielleicht wäre alles anders ausgegangen, wenn ich ihn da gelassen hätte..
Jedenfalls wurde ihm dann Schmerzmittel und Appetitanreger gespritzt. Temperatur war etwas unten, aber die Tierärztin hat gesagt, das wäre normal, weil Bauchweh auch direkt auf den Kreislauf schlägt.
Bewaffnet mit Novalgin Tropfen, Bene Bac, Päppelfutter, Emeprid und Kontrastmittel (um zu schauen, ob der Futterbrei weiterrutscht) bin ich also nach Hause gefahren. Habe ihm dann sofort nochmal Futter gemacht und das Kontrastmittel rein getan.
Für 2 Stunden bin ich dann ins Bett. Um 3 Uhr nachts wieder aufgestanden, um nach dem Kleinen zu gucken. Er lag noch immer platt im Gehege und sein Zustand hatte sich überhaupt nicht verbessert, eher noch verschlechtert. Panisch, dass er mir wegsterben könnte, ohne dass ich dabei bin, hab ich ihn mit in mein Zimmer genommen und nochmal gefüttert. Bis dato kein Kotabsatz (seit circa 20 Uhr abends, wahrscheinlich schon früher).
Mehr schlecht als recht hat er die Nacht neben mir verbracht. Direkt um 9 Uhr stand ich bei meiner Haustierärztin auf der Matte. Mit einem Kaninchen, das wohl da schon mehr tot als lebendig war.
Als ich endlich dran kam(nach circa einer Stunde, ich sagte ja nur, es ist ein NOTFALL!) wurde Temperatur gemessen. Er hatte 36,5 Grad und er hat auch nur noch ganz schwer geatmet. Sie hat ihn auch nochmal geröntgt und da sah man durch das Kontrastmittel, dass der Futterbrei noch immer im Magen war. Es hat sich kein Stückchen bewegt und langsam hat sich im oberen Bereich bereits eine Gasblase gebildet, obwohl der Bauch weiterhin weich war.
Die Tierärztin meines Vertrauens hat ihn daraufhin stationär aufgenommen und ihn mit 2 unterschiedlichen Schmerzmitteln direkt zugepumpt und ihn massiert und Infusionen gegeben. Was er noch alles bekommen hat, weiß ich gar nicht so genau.
Sie haben den kompletten Vormittag und den halben Nachmittag um sein Leben gekämpft, aber Crispy konnte weiterhin keinen Kot absetzen. Seine Temperatur konnte er selbst nicht halten; war die Wärmematte weg, ging seine Temperatur sofort runter. Die letzte Möglichkeit wäre gewesen ihn aufmachen zu lassen, aber das hat sich meine Tierärztin aufgrund seines Zustands nicht mehr getraut. Sie meinte, ich könnte ihn nochmal in die Klinik fahren und dort fragen, ob sie es versuchen, aber das wollte ich meinem Kaninchen nicht mehr antun. Nochmal in die Klinik fahren, sodass er mir dort aufgrund seines Zustands unter der Narkose wegstirbt, war keine Option für mich.
Also haben wir uns entschieden, den kleinen Mann nach über 24 Stunden Kampf und Hoffen und Beten am Ende des Tages ganz sanft einschlafen zu lassen.
Und ich weiß, es ist kein schönes Thema, aber als ich dort saß und mich von ihm verabschiedet habe, da habe ich mein eigenes Kaninchen nicht mehr erkannt. Er war 3x so dick wie normal und er hat einfach alles nur noch über sich ergehen lassen. Er hat einfach alles hängen lassen und war so schlapp. Dabei war er immer voll Lebensenergie und hatte nur Unsinn im Kopf.
Es war die einzige und richtige Entscheidung, was mir die Tierärztin auch nochmal bestätigt hat.
Später durfte ich noch die RöBi angucken und ich bin entsetzt, welche Schmerzen mein Baby gehabt haben muss und wie lange er gekämpft und durchgehalten hat. Er hat bis zum Ende gewartet, bis wir da waren und ihn dann erlösen lassen konnten.
Ich vermisse ihn so doll und es tut umso mehr weh, weil er zuvor topfit war. Er hinterlässt meine 11-jährige Häsin, die jetzt einen neuen Partner sucht.
Rest in Peace, Crispy. Ich liebe dich!
* 10.09.2010
+ 28.03.2019
