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neuer Partner für altes Böckchen? Ich brauch eine Entscheidungshilfe auf Kaninchen Forum

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  • 1 Post By marinahexe
  • 1 Post By Diabi

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Ninchen
 
Registriert seit: 08.07.2009
Beiträge: 11
Lexy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.06.2018, 15:33

neuer Partner für altes Böckchen? Ich brauch eine Entscheidungshilfe


Hallo,

ich brauche mal eine Entscheidungshilfe. Aktuell lebt ein älteres, 8-jähriges kastriertes Böckchen bei mir allein und ich bin am überlegen, wie es weiter gehen soll.

Hier erstmal die Vorgeschichte:

Das letzte Jahr war echt ein Katastrophenjahr in der Familie. Nach und nach sind nahezu all unsere Kaninchen gestorben, alle an verschiedenen Ursachen.

Letztlich waren sowohl bei mir als auch bei meiner Mutter jeweils noch ein Männchen „übrig“, beide schon älter. Das Männlein bei meiner Mutter hatte bis dahin in einer 3-er Gruppe mit einer ziemlich dominanten Frau und einem absolut unterwürfigen Moppelchen gelebt.

Mein Gnom hatte ebenfalls eine dominante, aber ziemlich faule Frau (Motto „Ich guck dich böse an, aber zum hinterher rennen hab ich keine Lust... Komm lieber her und kuschel mit mir.“)

Da beide Männchen alleine waren, haben wir probiert, ob die beiden miteinander können und es klappte super. Kein Jagen oder Kämpfen, nur ein bissel ignorieren und erst heimlich und dann ganz offensichtlich miteinander kuscheln.

Leider wurde auch Gnomi sehr krank und musste letztlich eingeschläfert werden.

Daraufhin holte ich dann eine Kaninchendame aus dem Tierheim. Die Vergesellschaftung lief so na ja an, es gab schon ein paar kleine Spannungen und Reibereien, aber nix wirklich schlimmes. Aber da hatte sich gezeigt, dass auch Gimli durchaus dominant sein kann.

Letztlich ist mir aber die Dame an den Weihnachtsfeiertagen vermutlich an RHD gestorben. Es ging so schnell, dass schon alles zu spät als ich beim Not-Tierarzt ankam.

Das Mädel war laut Tierheim eigentlich geimpft, aber zuletzt im März 2017. Vielleicht hätte man nachimpfen müssen, vielleicht hat es nicht gewirkt, wer weiß. Gimli hatte seine Impfung im Mai und hat alles unbeschadet überstanden.

Dann kam gleich im Januar 2018 noch eine große OP wegen eine bösartigen Tumors am Hals auf ihn zu. Der Doc hatte damals wenig Hoffnung, dass er das übersteht, da der Tumor rasend schnell gewachsen war und die Wunde riesig war. Aber auch das hat der kleine Mann sogar ziemlich problemlos überstanden.

Nun sitzt er aber quasi seit einem halben Jahr in Quarantäne wg. des RHD-Verdachts und so langsam überlege ich, ob er wieder einen Partner bekommen soll.

Nun gibt es viele verschiedene Meinungen und ich will nix falsch machen.

Da heißt es, zwei kastrierte Böckchen gehen gar nicht – er hatte aber sowohl in seiner ersten Gruppe als auch dann bei mir mit einem anderen Böckchen problemlos gelebt.

Seine erste Frau hatte das Heft in der Hand, da hat er sich meist gefügt. Nur wenn sie zu nervig wurde, hat er sie auch mal in die Schranken gewiesen. Mit der zweiten Frau hatten wir ja gerade erst die Vergesellschaftung begonnen, bevor sie krank wurde. Aber da zeigt sich auch bei ihm mehr Dominanz als früher.

Also doch ein älteres Männchen suchen?

Dann wiederum habe ich von jemandem den Einwand gehört, dass es für so einen alten Mann zu stressig sei. Und oftmals hätten die alten Kaninchen lieber ihre Ruhe.

Man muss dazu sagen, Gimli ist eigentlich noch recht fit. Klar springt er nicht mehr wild durch die Gegend wie ein junger Hüpfer. Er schläft viel, lässt sich gerne kuscheln. Erkundet aber auch gerne noch die Umgebung, gerade wenn es was neues zu sehen gibt oder ich z. B. sauber mache. Nur die Zähne sind nicht mehr alle da bzw. stark abgenutzt und müssen regelmäßig kontrolliert werden auf Häkchen. Und er ist extrem mäkelig was das Futter angeht. Da müsste ich dann halt sehr genau aufpassen, dass er auch was abbekommt und nicht nur sein potentieller neuer Partner.

Sorry, dass das ganze jetzt so lang geworden ist. Ich musste einfach mal all meine Gedanken runter schreiben, weil ich aktuell echt hin und hergerissen bin was denn nun die beste Lösung wäre.

Wie sind denn eure Erfahrungen?

Ich bin ja auch so ein Typ, ich kann nicht einfach ein Hoppel aus dem Tierheim holen und wenn es nicht passt, diesen dann wieder zurück bringen. Das würde mir das Herz brechen, auch wenn die Tierheimleute immer versichern, dass das wäre kein Problem. Ach was mach ich nur?

Viele Grüße
Lexy



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Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.06.2018, 17:30

Hallo Lexy

er scheint ja bis anhin sehr umgänglich gewesen zu seiner in jeglicher Konstellation. Solange er nicht gerade schwer krank ist, spricht nichts gegen eine VG. Und 8 J. ist jetzt auch nicht derart alt (ab 10 würde ich mir da schon eher Gedanken machen...). Da er auch mit anderen Kastraten klar kam, sehe ich da jetzt kein Problem, sofern ein anderer, potentiell männlicher Partner sich das auch schon gewöhnt war. Pauschal gesagt, ist die Pärchenbildung (mit Häsin) am idealsten, aber wenn Du jetzt partout nur einen Kastraten im ungefähr gleichen Alter findest, würde ich es auch mit diesem wagen. Ich würde das Alter vor dem Geschlecht vorziehen. Ich würde mich einfach umschauen, was die Tierheime gerade an älteren Kandidaten/-innen haben...




Benutzerbild von marinahexe
Moderatorin
 
Registriert seit: 24.10.2010
Beiträge: 24.639
marinahexe befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 19.06.2018, 18:46

Wichtig wäre erstmal zu wissen, wann er gegen was geimpft ist. Seit 2016 gibt es RHD2, eine fast immer tödliche Seuche. Es gibt einige überlebende Tiere, die aber weiterhin andere Kaninchen anstecken können. Hier wäre es wichtig, dass beide Tiere einen aktuellen Impfschutz gegen RHD2 haben. Idealerweise mit dem Impfstoff Filavac, denn der deckt auch gleich RHD1 ab.


Dann würde ich auch nach einem Tier ab 5-6 Jahren gucken. Ob Männchen oder Weibchen, sollte egal sein. Ich hab seit einigen Jahren immer eine Männer-WG in der Wohnung und das klappt prima, vorausgesetzt es ist genug Platz da.



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Ninchen
 
Registriert seit: 08.07.2009
Beiträge: 11
Lexy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 20.06.2018, 08:50

Also Gimli war im letzten Jahr (müsste Anfang April gewesen sein) auch gegen RHD2 geimpft. Dieses Jahr hat uns die TA-Helferin vergessen zu informieren, dass RHD2-Impftermin ist (obwohl wir auf der Sammelliste stehen). Der TA bestellt den Impfstoff und macht dann immer nur eine große Impfrunde. Blöderweise hatte ich ziemlich genau eine Woche nachdem die Impfrunde vorbei war, mal nachgefragt, wann es soweit ist. Er hatte dieses Jahr früher als sonst damit begonnen. Aber dafür gibt es ja eigentlich die Liste, wo man angerufen wird und darauf hatte ich mich verlassen...


Daher bekam er dieses Jahr nur Cunivak. Die Runde war später dran.



Tatsächlich habe ich hier keinen anderen TA gefunden, der noch RHD2 geimpft hätte.



Mir wurde aber gesagt (von der Tierheim-TAin), dass Kaninchen, die eine RHD-Infektion überlebt haben, keine Überträger mehr sein können. Was denn nun? Dann brauch ich das Risiko ja gar nicht erst einzugehen, noch einen zu holen bzw. müsste bis nächstes Jahr warten, bis ich beide gegen RHD2 impfen kann. Schließlich könnte ja dann auch der/die neue potentieller Träger sein???



Ich versteh es echt nicht mehr. Da fragt man schon extra nen TA und bekommt doch überall unterschiedliche Infos.




Moderatorin
 
Registriert seit: 13.07.2014
Beiträge: 1.925
Diabi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 20.06.2018, 09:03

Hast Du denn schon in der Impfliste geschaut, ob einer der impfenden Tierärzte bei Dir in der Nähe ist?

https://www.kaninchenforum.de/kaninchenkrankheiten-gesundheit/43023-rhd2-impfliste.html

Über diese Überträger-Geschichten muss man sich keine Gedanken machen: wenn ein Tier RHD2 hat und durch ein Wunder überlebt, scheidet es während der Erkrankung natürlich auch RHD2-Viren aus.
Wenn ein gegen RHD2 geimpftes Tier Kontakt mit RHD2 hat, bekämpfen seine Antikörper sofort die RHD2-Erreger, so dass die Krankheit nicht ausbricht und das Tier normalerweise überlebt, gleichwohl scheidet es, während die Antikörper das RHD2-Virus bekämpft, auch Erreger aus.

In den meisten Fällen infizieren sich die nins aber nicht an erkrankten oder Erreger ausscheidenden Artgenossen, sondern über Stechmücken, Milben, kontaminiertes Futter, Viren, die Mensch an den Schuhsohlen oder mit der Kleidung mitbringt, und, und, und.

Deshalb ist, egal wo, egal, welche Tiere vorhanden, egal, ob es in der Umgebung schon RHD2-Fälle gab, ein Impfschutz gegen RHD2 unerlässlich.




Ninchen
 
Registriert seit: 08.07.2009
Beiträge: 11
Lexy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 20.06.2018, 09:19

Danke für die Liste. Die TA sind zwar um einiges von mir weg, zumal ich aktuell nur Überstunden schiebe und es schwer wird nen Termin zu finden, aber wo ein Wille, da ein Weg


Aber kann ich ihm denn jetzt einfach noch eine Dosis Filavac zusätzlich rein jagen und dann nächstes Jahr im Frühjahr bei "meinem" TA wieder zum gewohnten Impfrhythmus übergehen? (Es stimmt doch hoffentlich, dass nur jährlich geimpft werden muss?)




Ninchen
 
Registriert seit: 08.07.2009
Beiträge: 11
Lexy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 20.06.2018, 09:23

Nein, jetzt hab ich Quatsch erzählt. Ich muss dieses Jahr ja schon im Herbst wieder zum nachimpfen.




Moderatorin
 
Registriert seit: 13.07.2014
Beiträge: 1.925
Diabi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 20.06.2018, 09:41

Zitat:
Zitat von Lexy Beitrag anzeigen
Aber kann ich ihm denn jetzt einfach noch eine Dosis Filavac zusätzlich rein jagen und dann nächstes Jahr im Frühjahr bei "meinem" TA wieder zum gewohnten Impfrhythmus übergehen? (Es stimmt doch hoffentlich, dass nur jährlich geimpft werden muss?)
Zusätzlich wär´s ja nicht, weil er, soweit ich dies verstanden habe, dieses Jahr noch keine Filavac-Impfung hatte?

Es wäre auch kein Problem, ihn dann im nächsten Frühjahr erneut zu impfen, viele empfehlen ohnehin auch bei Filavac eine halbjährliche Impfung, auch wenn im Beipackzettel jährlich steht.

Diskutiert wird derzeit sogar, glaubt man den Infos aus dem KSF, ob Filavac geboostert werden sollte.

Schlussendlich gibt es einfach noch nicht genügend gesicherte Erfahrungswerte zur Impfschutzdauer und zur Zuverlässigkeit des Aufbaus des Impfschutzes, als dass man definitiv sagen kann, welches Impfschema richtig ist.

Für mich habe ich deshalb entschieden, dass meine Nins, solange es noch ständig Meldungen über an RHD2 verstorbene Kaninchen gibt, zweimal jährlich geimpft werden.

Auch plädiere ich bei Jungtieren für eine frühestmögliche Impfung (ab vier Wochen) mit nachfolgender Wiederholungsimpfung, weil ich es einfach fürchterlich finde, dass man immer wieder lesen muss, dass Kaninchen-Mütter mit all ihren Babys an RHD2 sterben mussten.

Es ist dann ja auch schon schlimm genug, wenn die Impfung wegen Gedankenlosigkeit oder Uninformiertheit des Halters nicht erfolgte, noch schlimmer aber, wenn eine frühe Impfung nur deswegen nicht erfolgte, weil der durchaus besorgte und informierte Halter "das Immunsystem der Kleinen nicht zu früh belasten" wollte - dabei wird das Immunsystem schon ab der ersten Minute nach der Geburt "belastet" und entwickelt sich überhaupt erst, weil es sich ständig neuen Herausforderungen stellen muss....



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Ninchen
 
Registriert seit: 08.07.2009
Beiträge: 11
Lexy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 20.06.2018, 09:57

Ok. Danke für die Info.



Schlimm finde ich ja eigentlich, dass man zum Teil auch von den Experten, sprich den Tierärzten, zum Teil unterschiedliche Meinungen hört. Manche sind da entweder sorglos oder uninformiert.



Dann werde ich mal schauen, bei welchem TA ich noch eine Filavac-Impfung bekomme und zugleich höre ich mich in den Tierheimen mal um, ob ein älteres Tier ein Heim sucht. Leider wissen ja die wenigsten Heime, wie alt die Tiere sind, zumindest bei uns. Die Tiere stehen oft in nem Karton vor der Tür und dann haben die keine Infos. Oder wenn die Besitzer mal selbst abgeben, wissen sie es selbst nicht. Echt traurig.




Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 20.06.2018, 14:03

Ich musste jetzt auch beim meinem TA 3 Wochen warten, da der Impfstoff bei ihnen ausgegangen war und sie noch nachbestellen mussten. Also erhältlich ist der Impfstoff auf alle Fälle. Fragt sich nur, ob eine Praxis genügend Willens ist, denn bei Bedarf auch wieder nachzubestellen...

Bei uns (CH) ist der RHD-Seuchendruck glücklicherweise noch lange nicht so hoch wie in Deutschland, auch wenn es letztes Jahr quasi explodiert ist mit landesweit 23 Fällen. Und Myxo war bis jetzt noch nie zugelassen, das ist fast non existent.




Geändert von Rakete (20.06.2018 um 14:05 Uhr).
 
 
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