Hallöchen ihr Lieben,
ich war bereits mal in einem Forum für Kaninchen angemeldet aber das ist schon gefühlt Jahrzehnte her. Nun dachte ich mir, dass es wieder mal Zeit ist sich auszutauschen.
Erstmal zu meiner Person:
Ich bin 27 Jahre und wohne in Bernau am Rand von Berlin. Dort habe ich zusammen mit meinem Mann und meiner Tochter ein Reihenhaus, welches einen kleinen Garten beherbergt und anliegend nur von Natur und Felder umgeben ist. Schön beschaulich eben. Seitdem ich Kind war habe ich Kaninchen besessen. Heute weiß ich, dass es falsch von meinen Eltern war, mir die Haltung zu erlauben. Es war so ziemlich alles falsch, was man nur falsch machen konnte

Mit den Jahren hat man dazu gelernt und sich mehr und mehr Wissen angeeignet. Nun stehe ich an dem Punkt, wo ich denke, es geht ihnen prima aber es kann immer noch viel besser sein. Leider sind da nicht die Möglichkeiten gegeben, wie man sie eben gerne hätte. Aber was ich so mitbekomme, fühlen sich meine Wackelnasen pudelwohl.
Ich hatte als Erstes einen deutschen Riesen (das typische Bauernhofmitbringsel

). Leider lebte die Gute nur 4 Jahre. In meiner großen Trauer, besorgte meine Oma mir damals meinen kleinen bunten Farbenzwerg Lucky. Auch er musste sein Leben in Einzelhaft verbringen, weil wir es damals einfach nicht besser gewusst haben..

. Er verbrachte sein Leben damit in Käfighaltung, schlechtem Fressen und mangelndem Interesse am Tier zu fristen. Grausam und schockierend, wenn man es bedenkt, das man selbst das Tier so gehalten hat. Der kleine Mann hatte Zahnprobleme, die regelmäßig alle 6 Wochen unter Vollnarkose behandelt werden mussten. Nach 3 Jahren dieser Tortur, wurde es mit den zähnen so schlimm, dass diese nicht nach außen wuchsen, sondern in den Kopf hinein und dann blieb somit nur die Erlösung.
Nach ihm wollte ich kein Kaninchen mehr halten. Meine Oma hatte einen kleinen Löwenkopf namens Puschel, der auch in Isolation lebte. Dadurch, dass sie schwer krank wurde und immer wieder in Kliniken eingeliefert wurde, habe ich ihn dann versorgt und mit zu mir genommen. Wie es so ist, habe ich mit meinem damaligen Partner im Zoofachgeschäft eingekauft und er blieb bei diesen armen Seelen von Langohren stehen und verliebte sich auf Anhieb in ein kleines Zwergwiddermädchen. Sie sah süß aus, wenn man bedenkt, dass die viel zu langen Ohren beim Hoppeln störten und immer auf den Boden schliffen. Ich war unsicher was zu tun sei, also beriet ich mich mit meiner Mutter, die mich mit Tierhaltung aus vergangenen Zeiten kannte und der Meinung war, dass es keine gute Idee sei und das man sowieso kein zweites Tier halten sollte. (An dieser Stelle habe ich mit den Haltungsfehlern bei meiner Mutter aufgeräumt

.)
Also kauften wir spontan das kleine Mädel und setzten sie zum Opa dazu (völlig falsche herangehensweise der VG aber gut..) Er (10 Jahre), wusste nichts mit ihr (10 Wochen) anzufangen und stand wie eine Statue dar

. Nachdem wir ihn kastrieren lassen haben, konnte er dann auch ohne Aufischt zu ihr und die beiden liebten sich so sehr!!
Die Jahre vergingen und die Haltungsbedingungen wurden immer besser. Freie Zimmerhaltung für 2 Langohren mit 14 m² - traumhaft.
Meine Tante wollte in den Urlaub fahren und hatte zu dem Zeitpunkt ein Kaninchen am Wickel von ihrem Partner. Sie kümmerten sich absolut nicht um die Seele. Also sollte ich mal am Wochenende, wo sie weg fahren nach dem Tier schauen. Ich schritt zur Tat und fuhr los. Als ich das tier sah war ich erschrocken. Das übertraf sogar meine schlechte Haltung von früher. Käfig, Dreck, handvoll Heu, Nippeltränke und 7cm lange Krallen. Das arme Ding kannte nicht mal den Ausgang des Käfigs. Es kannte keinen Freilauf, nichts..

..
Ich rief meinen Partner an und er kam mit Auto. Ohne irgendein Wort zu ihr zu sagen, nahmen wir das Bündel mit und setzten es zu Hause bei uns ins Wohnzimmer und waren ratlos. Wir wussten nicht was wir mit ihm anfangen sollten. Erstmal wurden krallen geschnitten und eein paar Kräuter gegeben. Als ih auf dem Sofa lag, kam es zu mir gehoppelt und legte sich zum kuscheln mit unter die Decke. Ich habe immer daran gedacht, dass das Dankbarkeit ausdrücken könnte, weil das kleine Wesen endlich ein bisschen Leben erfahren durfte. Wir wussten nicht wohin mit dem Hoppler, also beschlossen wir sie (laut meiner Tante und Partner) zu den anderen zu setzen und zu versuchen, dass es klappt. 3 Monate ging das ganze Spiel gut und alle vertrugen sich.
Sonntagmorgen, der 03.03.2013. Ich ging ins Zimmer und war geschockt. Blut !!
Alle schienen ruhig. Lotte hoppelte vor mir weg und ich sah an ihrem Allerwertesten ohne Ende Blut. Plötzlich bewegte sich was im Käfig und ich sah nach und fing an zu heulen. BABY'S!!! Sie hat mir Baby's geboren. Sofort fiel uns der/die Schuldige ins Auge. NOAH! Noah war also kein Weiblein, sondern ein Bock und hat volle Arbeit geleistet

. ab zum TA-Kastration. Lotte von den beiden getrennt mitsamt Jungtieren und den TA kommen lassen um zu schauen ob alles gut sei. War es. Sie kümmerte sich und war eine super Mama.Leider hatte sie nicht genug Milch, sodass wir alle 6 Baby's mit Flasche alle 3 Stunden, mit Notizen und dem Kram füttern mussten. Letztendlich hatten es alle geschafft und überlebt. 4 wurden in liebevolle Hände gegeben, wo ich mir selbst ein Bild machen konnte und 2, meine beiden Jungs, Leo und Hugo habe ich behalten. Sie waren die Schwächsten und Kränklichsten und brauchten mehr Zuwendung als die anderen und ich konnte mich einfach nicht trennen. Also hatte ich 5 Wackelnasen und war glücklich damit. 4 Jungs und ein Mädel. Noch ging alles gut. Puschel musste ich irgendwann von ihnen trennen, da sie ihn aufgrund seiner 12 Jahre drangsaliert hatten und schwer verletzt hatten. Er wurde separiert und bekam von mir ein gleichaltriges Weibchen dazu gesetzt, dass er nicht alleine sein musste. Leider lebte die Gute aufgrund einer schweren, zu spät entdeckten Lungenentzündung nur noch 3 Monate bei uns und so blieb er allein. Er wurde immer schwächer und dann entschloss ich mich ihn ziehen zu lassen mit einem stolzen Alter von 13 Jahren!!
Noah war in der Zwischenzeit auch unter einer Aufgasung verstorben. Passierte leider Nachts. Hätten die beiden Jungs nicht geklopft, hätten mein Freund und ich das Ganze nicht mitbekommen. Allerdings kamen wir zu spät. Er verstarb auf dem Weg in die Tierklinik. Ich hätte gerade ihm ein langes und erfülltes Leben gewünscht, doch sollte dies nicht so sein.
Nun besitze ich noch meine 3. Mama und beide Söhne. Bisher ist alles friedlich und ich beobachte sie genau, nicht das nochmal etwas Unvorhergesehenes geschiet. Hugo hatte leider letztes Jahr einen EC-Schub. Zum Glück war ich zum richtigen Zeitpunkt da und er konnte vollständig genesen. Wir hoffen das es so bleibt und nicht wiederkommen wird. Inzwischen leben Sie alle in Außenhaltung im Garten und haben auch die kalten Tage gut überstanden

. Der Sommer kann kommen!!!
So nun hab ich euch soweit alles erzählt. Das halbe Leben.
Viele liebe Grüße aus Brandenburg
