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Vergesellschaftung Geschwister auf Kaninchen Forum

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  • 1 Post By Angora-Angy
  • 4 Post By Lupine

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Ninchen
 
Registriert seit: 12.09.2017
Beiträge: 2
RabbitTwins befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.09.2017, 18:00

Vergesellschaftung Geschwister


Hallo zusammen,

wir sind neu in dem Forum und würden uns über etwas Hilfe sehr freuen .

Hintergrund: Wir haben unseren beiden Kinder zwei Zwergwidderchen geschenkt die wir gemeinsam als Familie pflegen. Den Kaninchen steht ein großzügiger Stall zur Verfügung und ein durch ein Rohr erreichbares Außengehege. Also für zwei Kaninchen sehr aussreichend.
Über einen Züchter haben wir uns für ein Geschwisterpärchen entschieden - Männchen und Weibchen. Die beiden sind noch keine 6 Monate alt. Die ersten beiden vier Monate sind die beiden zusammen in einem Stall aufgewachsen und wurden erst von einander getrennt, als das Männchen wohl anstalten machte seine Schwester zu ärgern. Sie waren dann gute drei bis Wochen von einander getrennt bis wir sie nach Hause geholt haben. Daheim angekommen haben wir die beiden erst einmal getrennt weil das Männchen zeitnah kastriert wurde. Getrennt jetzt aber in der Hinsicht, dass das Männchen im Hauptgehege unter kam und das Weibchen in einem Käfig (so wurde es uns empfohlen, weil Weibchen in der Revierverteidigung deutlich dominanter sein sollen als wenn das Männchen schon Hausherr war und das Mädel dazu kommt). Den Käfig haben wir aber direkt daneben gestellt haben, so dass die beiden weiterhin Sicht- und Geruchskontakt haben.

Jetzt zu den eigentlichen Fragen:
1. Haben wir hier etwas grundlegendes falsch gemacht? Man liest immer wieder, dass Kaninchen vor dem Vergesellschaftung komplett voneinander getrennt werden sollen. Wir sahen das nicht als so maßgebend an, weil die beiden sich ja von Gebut an mehr als genug kennen.
2. Man liest ständig von der 6-Wochen-Kastrationsquarantäne, auch der TA meinte das noch 4-6 Wochen "Sprit in der Leitung" (O-Ton von Doc) sein könne. Der Züchter meinte ein TA übertreibt da oft gerne und da der Rammler noch keinen Rammelversuch hatte wäre auch kein "Sprit in der Leitung". Zwei Wochen würden in dem Fall ausreichend sein aus Erfahrungswerten. Was stimmt nun? Ich muss dazu sagen, der Züchter war sehr nett und machte einen mehr als kompetenten Eindruck.
3. Wie würdet Ihr unter den oben beschriebenen Verhältnissen die Vergesellschaftung vornehmen? Unter Aufsicht haben wir die beide jetzt mal eine Woche nach der Kastration sich ganz kurz begegnenn lassen. Keine Aggressivität, aber Weibchen versuchte recht schnell das Männchen zu rammeln und umgekehrt....

Vielen Dank für Eure Tipps schon im voraus!



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Benutzerbild von marinahexe
Moderatorin
 
Registriert seit: 24.10.2010
Beiträge: 24.639
marinahexe befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.09.2017, 21:15

Kaninchen werden mit etwa 12 Wochen (3! Monate) geschlechtsreif. Ob sie nun versucht haben, das Weibchen zu decken oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Die Frist von 6 Wochen solltet ihr einhalten, wenn ihr keinen Nachwuchs provozieren wollt.

Zitat:
aber Weibchen versuchte recht schnell das Männchen zu rammeln und umgekehrt....
Der Deckakt dauert nur Sekunden. Wenn er es geschafft hat aufzusitzen, dann herzlichen Glückwunsch.

Ich kann euch noch die Seite kaninchenwiese.de empfehlen. Sie ist up to date und sehr informativ.




Gesperrt
 
Registriert seit: 03.07.2015
Beiträge: 5.334
Terry ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Geschrieben am 12.09.2017, 21:21

Zitat:
Die beiden sind noch keine 6 Monate alt. Die ersten beiden vier Monate sind die beiden zusammen in einem Stall aufgewachsen und wurden erst von einander getrennt, als das Männchen wohl anstalten machte seine Schwester zu ärgern.
Da klingeln alle Alarmglocken bei mir und ich drücke alle Daumen, dass das "ärgern" nicht der Deckakt war und Inzucht-Babys auf die Welt kommen.




Kaninchen
 
Registriert seit: 17.12.2012
Beiträge: 7.295
Angora-Angy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.09.2017, 21:26

Den Kaninchen ist es herzlich wurscht, ob sie Geschwister sind oder nicht. Das könnt ihr gleich aus eurem Gedankenplan streichen, das hat keinerlei Einfluss darauf, ob sie sich vertragen oder nicht.
Rechnet mal vom Tag eures "unter Aufsicht laufen lassen" an 31 Tage. Plusminus 3 Tage ist das der Zeitraum, bis zu dem ihr mit Nachwuchs rechnen dürft. Manchmal kann es sinnvoll sein, auf Tierärzte zu hören... Im Zweifel würde ich lieber den längeren Sicherheitszeitraum wählen, wenn ich zwei unterschiedliche Angaben höre. Macht euch auf jeden Fall schonmal mit der Thematik Geburt und Aufzucht vertraut, nur für alle Fälle.
Kaninchenwiese.de ist wirklich empfehlenswert, lest euch das ruhig zusammen mit euren Kindern (wie alt sind die eigentlich?) durch.
Mögt ihr mal ein Foto von eurem Stall und Gehege zeigen?



marinahexe likes this.

Ninchen
 
Registriert seit: 12.09.2017
Beiträge: 2
RabbitTwins befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 13.09.2017, 08:33

Hallo, vielen Dank für die schnellen Antworten.

Also zunächst kann ich sagen, dass die Kleine sehr sicher nicht trächig ist. Dieses "Rammeln" das ich bei der kurzen Zusamenführung beschrieben hat war wie beim Weibchen zuvor überhalb des Schwanzes am Rücken...also eher ein Ding der Rangordnung.

Und ja, die Kaninchen werden jetzt auf alle Fälle noch ein paar Wochen getrennt bleiben. Unser bedenken war wie gesagt hauptsächlich der Punkt, dass die beiden Käfig an Käfig stehen, sich aber seit Geburt ja gewöhnt sind. Deshalb die Frage, ob wir sie für die restlichen Wochen komplett außer Sichtweite trennen sollten oder sich weiterhin sehen lassen können.

Danke Euch!




Benutzerbild von Lupine
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 13.09.2017, 09:29

Zitat:
Zitat von RabbitTwins Beitrag anzeigen
Hallo zusammen,

wir sind neu in dem Forum und würden uns über etwas Hilfe sehr freuen .
Herzlich willkommen bei uns

Zitat:
Ich muss dazu sagen, der Züchter war sehr nett und machte einen mehr als kompetenten Eindruck.
Da ihr noch Kaninchen-Anfänger seid, war es für den Züchter ein Leichtes, euch diesen Eindruck zu vermitteln. Bei erfahrenen Kaninchenhaltern hätten an mehreren Stellen die Alarmglocken unüberhörbar geschellt... Ihr seid nicht die ersten, die auf solche Pseudo-Profis hereinfallen. Profi sind solche Leute vor allem darin, den Interessenten zu erzählen was die hören wollen - und nicht vorrangig was richtig ist.

Alarmglocke 1:

Zitat:
Die ersten beiden vier Monate sind die beiden zusammen in einem Stall aufgewachsen und wurden erst von einander getrennt, als das Männchen wohl anstalten machte seine Schwester zu ärgern.
Kein Züchter, der verantwortungsbewusst ist, wird einen Jungrammler 4 Monate bei einer Häsin lassen - es sei denn, der Jungrammler wurde zwischen der 8. und 10. Lebenswoche frühkastriert! Rammler werden, sofern es sich nicht um große Rassen handelt, ungefähr in diesem Zeitraum geschlechtsreif. Häsinnen brauchen meist etwas länger, aber mit 4 Monaten können durchaus einige schon aufnehmen, mit teils tödlichen Folgen! Das ist ungefähr so, als würde man ein 10jähriges Mädchen schwängern, so etwas ist aufgrund der fehlenden körperlichen Reife grundsätzlich eine Risikoschwangerschaft. Ein "Züchter" der sowas riskiert, ist in meinen Augen kein Züchter, sondern allenfalls ein gewissenloser Vermehrer

Zitat:
Die beiden sind noch keine 6 Monate alt. Sie waren dann gute drei bis Wochen von einander getrennt bis wir sie nach Hause geholt haben.
Dann kannst du nur hoffen, dass diese Angaben auch stimmen...

Zitat:
Daheim angekommen haben wir die beiden erst einmal getrennt weil das Männchen zeitnah kastriert wurde.
Sie waren aber auf dem Transport nicht auch wieder zusammen in einem Transportbehältnis, oder?

Alarmglocke 2:

Zitat:
Man liest ständig von der 6-Wochen-Kastrationsquarantäne, auch der TA meinte das noch 4-6 Wochen "Sprit in der Leitung" (O-Ton von Doc) sein könne. Der Züchter meinte ein TA übertreibt da oft gerne und da der Rammler noch keinen Rammelversuch hatte wäre auch kein "Sprit in der Leitung". Zwei Wochen würden in dem Fall ausreichend sein aus Erfahrungswerten. Was stimmt nun?
Das was der Doc gesagt hat, und das hätte der "Züchter" wissen müssen

Zitat:
Jetzt zu den eigentlichen Fragen:
1. Haben wir hier etwas grundlegendes falsch gemacht?
Diese Frage kann man nur mit ja beantworten. Der grundlegende Fehler den ihr gemacht habt: ihr habt dem "Züchter" vertraut. Nun müssen wir sehen, wie wir diesen Schaden eingrenzen können.

Zitat:
Man liest immer wieder, dass Kaninchen vor dem Vergesellschaftung komplett voneinander getrennt werden sollen. Wir sahen das nicht als so maßgebend an, weil die beiden sich ja von Gebut an mehr als genug kennen.
Eine komplette Trennung hätte schon beim "Züchter" erfolgen müssen, und während der Kastrationsquarantäne zu 100% aufrecht erhalten werden müssen. Nicht so sehr der Vergesellschaftung wegen, sondern eher wegen der Gefahr dass die Häsin gedeckt wird.

Zitat:
Getrennt jetzt aber in der Hinsicht, dass das Männchen im Hauptgehege unter kam und das Weibchen in einem Käfig (so wurde es uns empfohlen, weil Weibchen in der Revierverteidigung deutlich dominanter sein sollen als wenn das Männchen schon Hausherr war und das Mädel dazu kommt). Den Käfig haben wir aber direkt daneben gestellt haben, so dass die beiden weiterhin Sicht- und Geruchskontakt haben.
Käfig ist ganz schlecht. Die junge Dame wird eine saumäßige Laune haben wegen dem Platzmangel... sie sollte auch während der Quarantänefrist nicht unter 2 qm Platz zuzüglich mehrstündigem täglichem Auslauf haben, und zwar ohne dass sie irgendeine Chance hat zum Rammler zu gelangen!

Zitat:
Unter Aufsicht haben wir die beide jetzt mal eine Woche nach der Kastration sich ganz kurz begegnenn lassen. Keine Aggressivität, aber Weibchen versuchte recht schnell das Männchen zu rammeln und umgekehrt....
Zitat:
Zitat von RabbitTwins Beitrag anzeigen
...Also zunächst kann ich sagen, dass die Kleine sehr sicher nicht trächig ist. Dieses "Rammeln" das ich bei der kurzen Zusamenführung beschrieben hat war wie beim Weibchen zuvor überhalb des Schwanzes am Rücken...also eher ein Ding der Rangordnung.
Das vergiss mal ganz schnell... aber wirklich GANZ schnell. So schnell wie er drin ist, kannst du nicht mal gucken. Sie hebt für eine Sekunde den Po an, und schon ist es passiert. Das sieht man nicht mal unbedingt.

Rechne mal, wie es dir Angora-Angy empfohlen hat, und bereite dich vor.

Angora-Angy ist Züchterin. Und zwar eine richtige, eine die sich mit Kaninchen auskennt statt Geld mit ihnen verdienen zu wollen. Sie weiß was sie schreibt und sagt.

Und fangt mal schön an zu beten, dass er vielleicht doch keinen Treffer gelandet hat. Manchmal werden solche Gebete erhört. Aber leider nur manchmal...

Zitat:
3. Wie würdet Ihr unter den oben beschriebenen Verhältnissen die Vergesellschaftung vornehmen?
Vermutlich für die nächsten 3 Monate gar nicht. Schafft vorsichtshalber schon mal Platz für eine Jungfamilie, und fangt an auf die Frühkastrationen und Impfungen zu sparen. Da kann einiges zusammenkommen.

Sollte eine mögliche Trächtigkeitsfrist verstreichen, und es kommt kein Nachwuchs, könnt ihr aufatmen.

Dann solltet ihr zuerst einmal den Impfschutz der Häsin prüfen und ergänzen - beim Rammler könnt ihr das jetzt schon machen. Bitte vergesst nicht die Impfung gegen RHD2 (entweder Eravac oder Filavac!), manche Tierärzte haben leider immer noch nicht auf dem Schirm dass es eine RHD-Variante gibt die durch die herkömmliche RHD-Impfung (Cunivac oder Nobivac) nicht abgedeckt werden kann. Und auch die Myxomatose-Impfung nicht vergessen.

Danach wird das Vergesellschaftungsrevier vorbereitet. Mindestens 4 qm groß und ohne Sackgassen! Häuser mit nur einem Ausgang oder handelsübliche Ställe werden zu solchen Sackgassen und können daher Beißereien provozieren. Am besten zeigst du mal ein Foto von der derzeitigen Konstruktion, dann können wir schauen wo problematische Stellen sind.

Nun noch gründlicher "Hausputz", dann mehrere Futterstellen einrichten und mindestens 2 Trinknäpfe (Bitte KEINE Nippeltränken! Falls ihr Tränkflaschen verwenden wollt, nehmt bitte Napftränken. Die lassen sich halbwegs sauberhalten, und zwingen die Kaninchen nicht zu einer völlig unnatürlichen Kopfhaltung und sie geben auch genug Wasser her dass die Kaninchen auch tatsächlich ihren Durst stillen können. Stell dir mal vor, du musst nach dem Sport dein Getränk durch einen 3-mm-Strohhalm zu dir nehmen, der auch noch zwischendurch verstopft...) hinstellen.

Dann die Kaninchen ins Vergesellschaftungsgehege, und den bereitgestellten Baldriantee trinken.



 
 
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