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Bericht großer Knubbel am Bauch Mammatumor Brustkrebs Kaninchen auf Kaninchen Forum

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Ninchen
 
Registriert seit: 14.01.2017
Beiträge: 4
Frala befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 14.01.2017, 16:04

Bericht großer Knubbel am Bauch Mammatumor Brustkrebs Kaninchen


Da ich hier oftmals via google-Suche wertvolle Hinweise zu Symptomen und Krankheiten meiner Kaninchen bekam, möchte ich nun auch mal Erfahrungsberichte geben, die zwar schon länger her sind, aber vielleicht dem einen oder anderen weiterhelfen.

Nr. 3: Mammatumor (Brustkrebs) beim Kaninchen

Eines Tages hatte ich bei meiner etwa 7-jährigen Liese bemerkt, dass sie sich dauernd am Bauch schleckt und dann auch eine weiße Stelle entdeckt. Sie hatte einen riesengroßen Knubbel am Bauch, der offen war (Abszess). Ich wiege meine Kleinen jede Woche, aber diesen großen Batzen hatte ich wirklich nicht gesehen! Es war irgendwas zwischen Golf- und Tennisballgröße! Mit dem Verdacht auf Abszess dann auch gleich zum TA.

Dieser meinte, 50% Chance Abszess oder 50% abszidierter Tumor. Leider war es dann letzteres. Eine Zitze ist zu einem riesigen Tumor gewachsen, dann muss sie sich irgendwie verletzt haben oder reingebissen und es wurde ein Abszess draus. Nach einer Woche warten und irgendeinem homöopathischen Mittel, das den Abszess, wenn es nur so einer gewesen wäre, hätte aufgehen lassen sowie täglichem Spülen (habe ich selber gemacht) stand dann fest, dass es ein Tumor ist. TA meinte, entweder sofort operieren, wobei das bei der Größe sehr riskant ist, weil man kaum mehr Haut hat zum Zusammennähen oder auf ein Wunder hoffen, wobei man mit was Pflanzlichem unterstützen könnte. Erst letzteres versucht, aber dann nach einer Woche doch für eine OP bei einem Tierarzt, dem ich in Sachen OP sehr vertraue und der mich dabei zusehen lässt (soll ich aber nicht weitersagen, dass er das macht, sonst würden ihn seine Kollegen auslachen. Aber ich halte es immer nicht aus, die Tiere beim OP zu lassen und dann nicht zu wissen, wie es ihnen geht).
Bei der OP hat er dann das Fell abrasiert und die Bemerkung "gigantisch. Halb so groß haben wir schonmal geschafft." fallen gelassen. Das Ding war echt riesig!
Die OP war erfolgreich, er hat dann auch "nur" ca. 180€ verlangt trotz etwa 1-stündiger OP mit zwei Helferinnen. Woanders wär das wohl viel teurer. Die OP macht er nicht über einen Schlauch in die Nase, er sagte, das sei bei Kaninchen zu riskant. Er hat daher immer, wenn sie mit den Beinen gezuckt hat, was nachgespritzt.
Liese musste dann zwei Wochen im Stall/Käfig bleiben, damit die Wunde nicht wieder aufreißt. das hat ihr gar nicht gepasst, da sie es gewohnt ist, mit den anderen den ganzen Garten zu nutzen. Nach einer Woche wurden die Fäden gezogen, aber weil es so eine große Wunde war, nochmal geklammert. Die hätten dann selber abfallen sollen, taten sie aber nicht, deshalb hat sie der TA entfernt.
Ist alles super verheilt und Fell drüber gewachsen, aber leider kam der Krebs wieder. An der gleichen Stelle zuerst wie ein Insektenstich und dann rasant wachsend wieder bis Walnussgröße und auch an anderen Zitzen fing es an. Eine neue OP wollte ich ihr nicht antun (die Milchleiste wurde übrigens nicht entfernt), es hätte der Bauch an beiden Seiten geöffnet werden müssen, wie mir eine andere TÄ sagte. Ich solle ihr noch so lange es geht ein schönes Leben bieten und wenn sie eines Tages keine Luft mehr bekommt, sie erlösen. Das war etwa ein halbes Jahr nach der OP der Fall. Von heute auf morgen hat sie so schwer geatmet, dass der ganze Körper vor- und zurück gewackelt hat. Da sind wir sofort zum Einschläfern gefahren, denn ich hatte schonmal ein Kaninchen, bei dem die ganze Lunge voller Metastasen war - wir wollten bei dem nur noch einen Tag mit Einschläfern warten, da ist sie von selbst umgefallen, sie hat wahrscheinlich keine Luft mehr bekommen. Deswegen sind wir unverzüglich gefahren, als sie so schwer geatmet hat.

Etwas Wichtiges habe ich noch vergessen: Als die Knubbel wiedergekommen sind (im Nachhinein weiß ich, dass man das sofort anfangen sollte), haben wir eine Heel Tumortherapie gemacht. Das hat alles zusammen ca. 100€ gekostet, aber ich würde es sofort wieder machen. Sie war daraufhin so quietschfidel wie ein junges Hasi, ist in der Gegend rumgesprungen und war total happy.
Die Tierärtzin von Heel hat uns das per Ferndiagnose (Tumor wurde nicht untersucht, aber da der so schnell wuchs, wohl bösartig) verschrieben und ich konnte es beim Tierarzt abholen. Es waren Tabletten (Namen von allem weiß ich nicht mehr) dabei, ich glaube, jeden Tag ein, die habe ich einer kleinen Spritze in etwas Wasser aufgelöst. Dann noch etwas, was ich auch oral hätte geben können, ich habe mir aber das Spritzen zeigen lassen, so wirkt es wohl besser. Ist auch nicht so schwer, wenn man im Nacken eine Falte hochzieht und dann in die Hautfalte (Dreieck) spritzt, so weiß man genau, wenn man "drin" ist und nicht kann nicht zu tief kommen. Echinacea und Tarantula (hatte etwas schlechtes Gewissen bei letzterem, da für 10.000 Dosen wohl eine Vogelspinne? aufgelöst wird. Da ich Veganer bin, war es schwer, das mit meinem Gewissen zu vereinbaren...) Globuli habe ich aus der normalen Apotheke bekommen. Hagebutten oder Paprika wegen Vitamin C hätte ich noch füttern sollen, aber Hagebutten wollte sie partout nicht.
Wie gesagt, die Tumortherapie war super für das Befinden von Liese, auch wenn sie nur noch ein halbes Jahr nach der Tumor-OP gelebt hat.


Wollte das nur berichten, vielleicht ist es für andere Hilfesuchende eines Tages hilfreich.
Hätte auch Fotos von der Wunde nach der OP, aber leider ist das Hochladen fehlgeschlagen.



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Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 21.09.2012
Beiträge: 694
Fluffys befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 22.01.2017, 01:54

Danke für den Erfahrungsbericht, ich habe auch eine Häsin mit gleichem Problem übernommen, und fürchte auch dass es vielleicht schon gestreut hat, die OP wird auch demnächst gemacht wo hoffentlich erstmal alles gut geht.
Schade dass eure Häsin nur noch ein halbes Jahr dann hatte.
Diese Heel Tumortherapie werde ich mal googlen.




Benutzerbild von Luke
Kaninchen
 
Registriert seit: 12.04.2013
Beiträge: 10.200
Luke befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 22.01.2017, 08:34

Hallo !

Leider hatte meine Lucy auch so einen Tumor . Im Januar hatte sie eine Gebärmutterentzündung . Damit fing bei uns alles an . Diese wurde erfolgreich mit AB behandelt . Im April bekam das Tier lauter Beulen unter der Haut . Ein Tumor an der Brust war bereits nach außen aufgebrochen und musste jeden Tag gereinigt werden. Es war eine Tortour für das Tier . Zusätzlich bekam Lucy Metacam für Katzen gegen evtl. Schmerzen. Allgemein war sie aber noch fit , fraß auch und lief auch umher . Das Versorgen der Wunde machte ihr wegen dem Stress viel mehr zu schaffen.

Mein TA und auch 2 andere TA haben mir von einer OP abgeraten. Mein TA kannte den Tumor und wusste um die Ausbreitung gut Bescheid. Er hatte eine Katze mit gleichem Tumor operiert, wo derselbe Tumor in doppelter Größe nach 4 Wochen wieder da war . Wir haben Lucy die letzten Wochen schmerzfrei gehalten und als dann weitere Tumore aufbrachen , haben wir sie erlösen lassen .
Nachdem sie gegangen war tastete der TA noch einen faustgroßen Tumor im Bauchraum .
Man sollte sich auf jeden Fall mehrere Meinungen dazu einholen.
Ich war froh, dass ich meinem Tier weitere Behandlungen erspart habe , denn letztendlich hat sie gar keine Chance gehabt . Der Tumor hatte innerhalb von 3 Monaten überall hin gestreut .



__________________

Viele Grüße von mir



Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 21.09.2012
Beiträge: 694
Fluffys befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 07.02.2017, 17:32

Meine Pflegehäsin hat die OP gestern überstanden, der Tumor hatte ganze 75g so dass die Kleine nun nur noch 1,3kg hat (sie ist generell zu dünn und könnte sicher 300g mehr gebrauchen) Bei ihr war es auch schwer wegen der wenigen Haut, daher bleiben die Fäden 14Tage drin. Ich hoffe dass sie mehr Glück hat, und kein Tumor nachkommt oder es doch schon gestreut hat.
Ich suche für sie übrigens einen guten Gnadenhof, so dass sie auf alle Fälle noch Gesellschaft bekommt, vor allem relativ schnell, falls ihr doch nicht mehr soviel Zeit bleibt..Falls hier jemand einen Tipp hat und einen Gnadenhof kennt (muss nicht zwingend unser Münchner Umkreis sein) freu ich mich über eine PN.




Benutzerbild von Luke
Kaninchen
 
Registriert seit: 12.04.2013
Beiträge: 10.200
Luke befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 07.02.2017, 23:17

Zitat:
Zitat von Fluffys Beitrag anzeigen
Meine Pflegehäsin hat die OP gestern überstanden, der Tumor hatte ganze 75g so dass die Kleine nun nur noch 1,3kg hat (sie ist generell zu dünn und könnte sicher 300g mehr gebrauchen) Bei ihr war es auch schwer wegen der wenigen Haut, daher bleiben die Fäden 14Tage drin. Ich hoffe dass sie mehr Glück hat, und kein Tumor nachkommt oder es doch schon gestreut hat.
Ich suche für sie übrigens einen guten Gnadenhof, so dass sie auf alle Fälle noch Gesellschaft bekommt, vor allem relativ schnell, falls ihr doch nicht mehr soviel Zeit bleibt..Falls hier jemand einen Tipp hat und einen Gnadenhof kennt (muss nicht zwingend unser Münchner Umkreis sein) freu ich mich über eine PN.
Lass sie sich erst mal von der OP erholen . Wenn sie krank ist , sollte man sie jetzt nicht abgeben . Wer weiß wieviel Zeit ihr noch bleibt . Kranke Tiere werden in der Gruppe ausgegrenzt . Mit 1,3 kg kann sie auch nur in Innenhaltung . Sie wird kaum Fettreserven haben und draußen frieren.



__________________

Viele Grüße von mir



Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 21.09.2012
Beiträge: 694
Fluffys befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 07.02.2017, 23:47

Zitat:
Zitat von Luke Beitrag anzeigen
Lass sie sich erst mal von der OP erholen . Wenn sie krank ist , sollte man sie jetzt nicht abgeben . Wer weiß wieviel Zeit ihr noch bleibt . Kranke Tiere werden in der Gruppe ausgegrenzt . Mit 1,3 kg kann sie auch nur in Innenhaltung . Sie wird kaum Fettreserven haben und draußen frieren.
Natürlich soll sie sich jetzt erst mal von der OP erholen, aber genau weil man nicht weiß wieviel Zeit ihr noch bleibt soll sie dringend einen Platz haben wo sie noch Gesellschaft bekommt (für gesunde Tiere suche ich durchschnittlich 6Mon nach einem Platz, diese Zeit hat sie ja wenns blöd kommt vielleicht gar nicht mehr..) Die Häsin stammt aus jahrelanger Einzelhaltung und soll daher eben noch ein Leben in Gesellschaft kennenlernen. Auf Gnadenhöfen leben ja oft auch chronisch kranke Tiere in kleinen Gruppen zusammen, das kann also durchaus gut funktionieren, aber es braucht eben einen Platz wo man sich eben gerade mit kranken Tieren gut auskennt und die Möglichkeit hat sie irgendwo dazu zu integrieren, die Möglichkeit hat sie evtl auch nur mit einem Partner zu vergesellschaften wenn es mit einem besonders gut klappt usw.
Dass sie bei dieser Jahreszeit nicht raus kann, versteht sich ja von selbst



 
 
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