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Abzess im Kiefer auf Kaninchen Forum

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  • 1 Post By Lupine
  • 1 Post By knuffelchen

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Ninchen
 
Registriert seit: 11.05.2016
Beiträge: 1
amelie582 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.05.2016, 18:34

Abzess im Kiefer


Hallo,
Habe mich gerade erst angemeldet.
Im Moment kämpfe ich noch mit meinem Gewissen...
Also,
Es ist Ca. eine Woche her, als ich sah das mein Kaninchen (Mümmi) nicht mehr richtig fressen könnte. Außerdem war seine Wange dolle angeschwollen. Also ging es ab zum Tierarzt. Erst hatte ich Verdacht auf Zähne, aber mit denen war alles gut. Der Tierarzt konnte mir auch nicht weiter helfen und verschrieb mir erstmal nur Mittel die den Apetitt wieder anregen sollen. Eines Morgens sah das ich dann das ganz viel Eiter aus dem linken Ohr kam. Also fuhr ich Erneut zum Tierarzt. Er erkannte auch das irgendwo im Kopfbereich ein Eiterherd sein muss. Man müsste nur noch rausfinden wo. Also hatte ich heute morgen mit Mümmi einen Termin zum Röntgen.
Beim Röntgen wurde dann ein Riesen Abzess im Kiefer/Ohrenbereich festgestellt.
Die Knochen waren schon vom Eiter angefressen und das Trommelfell schon komplett weg.
Der Tierarzt sagte man könnte Operieren, allerdings gibt es keine Heilungschancen er sagte das Eiter würde stetig weiter aus dem Ohr fließen und die Knochen würden weiter zerfressen werden und letztendlich würde man den Tod nur herauszögern.
Auf die Frage was er tun würde wenn es sein Tier wäre antwortete er dann mit ,,ich würde das Tier erlösen." Also entschied ich mich, so schwer es mir auch fiel, dazu ihn einzuschläfern.
Im Nachhinein überlege ich die ganze Zeit ob es die richtige Entscheidung war....der Tierarzt meinte er würde starke Schmerzen haben. Wäre er ein Hund, dann würde er durchgehend schreien...nur Kaninchen zeigen schmerzen nicht so.
Denn eigentlich hatte ich das Gefühl, dass es ihm bis auf das fressen gut ging, er hoppelte in seinem Außengehege rum und zeigte einfach überhaupt keine Schmerzen im Gegenteil er kam sogar zu mir an, wenn ich sein Lieblingsleckerlie dabei hatte.

Meine Fragen sind:
Können Kaninchen die Schmerzen wirklich so gut verbergen?
Was hättet ihr getan?

Würde mich über Antworten freuen.
Liebe Grüße Amelie



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Benutzerbild von Lupine
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 11.05.2016, 18:48

Liebe Amelie,

erst einmal mein herzliches Beileid. Die Entscheidung die du treffen musstest war sehr schwer, aber du hast richtig entschieden.

Warum ich mir da so sicher bin? Ich stand vor der gleichen Entscheidung bei meinem Leo. Und als er in einem ähnlichen Stadium angekommen war wie dein Mümmi, habe ich die gleiche Entscheidung getroffen die du auch getroffen hast. Manchmal muss man so etwas tun, um schlimmes Leiden zu verhindern. Und so, wie du die Situation beschreibst, blieb dir nichts anderes übrig. Hätte der Eiter sein Gehirn erreicht, wären die Auswirkungen sehr unschön gewesen. Ebenso, wenn er in die Blutbahn durchgebrochen wäre, was bei so massiven Eiteransammlungen nicht ungewöhnlich ist. In diesem Fall wäre Mümmi an einer Blutvergiftung gestorben.

Ja, Kaninchen können Schmerzen und Erkrankungen wirklich extrem gut verbergen. Das hat auch seinen Sinn, denn kranke Tiere werden in freier Natur von Fressfeinden besonders oft angegriffen, weil sie leichte Beute versprechen. Und weil das so ist, stoßen manche Kaninchengruppen schwer kranke Artgenossen sogar aus, um keine Fressfeinde anzulocken.

Wäre der Abszess kleiner gewesen, bzw. hätte man das retrograde Wurzelwachstum was meiner Vermutung nach bei Mümmi wie bei meinem Leo die Ursache für den Abszess war eher entdeckt, hätte man eine Behandlung versuchen können. Aber nicht bei einem solchen Ausmaß. Kieferabszesse sind bei Kaninchen ein bekanntes und sehr gefürchtetes Problem. Nicht selten kehren sie, selbst wenn eine Behandlung gelingt, irgendwann wieder. So war es auch bei Leo. Einen Abszess bekamen wir rechtzeitig in den Griff (er war am Unterkiefer, relativ weit vorne - und er wuchs innerhalb eines Tages von einem winzigen Knubbel den ich zufällig entdeckte auf Kirschkerngröße!), den zweiten in Nähe des Kiefergelenks 4 Jahre später leider nicht mehr. Er war unbemerkt zu groß geworden.

Nur eines verstehe ich nicht: Bei einer Schwellung in der Kopfgegend hätte der Tierarzt sofort röntgen müssen, denn die Abszessneigung von Kaninchen bei optisch einwandfreiem Gebiss durch retrogrades Wurzelwachstum sollte sich inzwischen doch herumgesprochen haben bei den Medizinern...



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Geändert von Lupine (11.05.2016 um 18:52 Uhr).

Benutzerbild von knuffelchen
Kaninchen
 
Registriert seit: 26.10.2012
Beiträge: 3.566
knuffelchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.05.2016, 19:14

Herzliches Beileid zu deinem Verlust. Es ist immer schwer, ein Tier zu verlieren aber du hast völlig richtig gehandelt.
Ich hatte und habe leider sehr viel mit Kieferabszessen zu tun, das ist wirklich eine schwierige Sache, da der Kanincheneiter so zäh ist und nicht abfließen kann.
Da muss man nach einer OP mehrmals täglich spülen und das ist schon bei kleineren Abszessen im Unterkiefer schwierig.
In deinem Fall war ja schon das Trommelfell angegriffen und du hättest ja dann eigentlich durchs Ohr spülen müssen.
Aber das geht gar nicht und deshalb wäre der Abszess nie ausgeheilt.
Du hast deinem Liebling viele Schmerzen und Stress erspart.
Dein Tierarzt ist wohl nicht wirklich auf kleine Heimtiere, nicht zu verwechseln mit Kleintieren! spezialisiert.
Diese Tierärzte können super für Hunde und Katzen sein aber Kaninchen sind halt sehr speziell.
Falls du einen spezialisierten TA suchst, kannst du die Moderatorin marinahexe anschreiben, sie kann anhand deiner Postleitzahl aus ihrer Liste eine Empfehlung geben.

edit: Kaninchen können ihre Schmerzen extrem gut verbergen. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich einen Tierarzttermin ausmache wenn ich nur irgendwie das Gefühl habe, eines meiner Kaninchen ist "komisch".



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__________________



Benutzerbild von marinahexe
Moderatorin
 
Registriert seit: 24.10.2010
Beiträge: 24.639
marinahexe befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.05.2016, 19:54

Auch von mir ein herzliches Beileid.

Wenn Du noch einmal vor eine solche Entscheidung gestellt wirst und Zweifel hast, dann geh zu einem anderen TA und hol Dir eine 2. Meinung ein. Genau wie beim Menschen gibt es auch bei den Tierärzten welche, die sich auf bestimmte Gebiete spezialisiert haben.



 
 
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