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Hefen - wie richtig behandeln? auf Kaninchen Forum

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Benutzerbild von Rike86
Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 14.12.2013
Beiträge: 364
Rike86 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.04.2016, 11:33

Hefen - wie richtig behandeln?


Hallo zusammen,

seit etwa 10 Tagen hat Happy immer mal wieder Matschkot. Habe mir die ersten Tage wenig Gedanken drum gemacht, da ich mir dachte, dass das ja auch mal vorkommen kann. Als es sich dann aber nicht von alleine legte, sind wir am Donnerstag beim Tierarzt gewesen. Habe direkt eine Kotprobe von 3 Tagen mitgebracht. Gestern nachmittag dann der Anruf vom Tierarzt: man hätte Hefen gefunden, ich solle mir das entsprechende Medikament dafür abholen. Da ich gestern den ganzen Tag unterwegs war, ist mein Freund zum Tierarzt gefahren und hat das Medikament abgeholt.
Als ich jetzt heute morgen in die Tüte vom Tierarzt geguckt habe, war ich dann doch etwas verwundert. Happy soll eine Woche lang 3 mal täglich 1ml Dimeticon Albrecht bekommen.
Jetzt frage ich mich: Ist das das richtige Medikament, um Hefen zu behandeln? Ist Dimeticon nicht das gleiche wie Sab Simplex?
Meinen Internetrecherchen zufolge kann es durch Hefen zu Blähungen kommen. Da würde Dimeticon/Sab Simplex ja meiner Meinung nach Sinn machen. Aber gehen davon die Hefen weg?
Weiterhin habe ich gelesen, dass Hefen eine Sekundärerkrankung sind und eigentlich immer in Begleitung von anderen Krankheiten auftreten. Parasiten wurden in der Kotprobe nicht gefunden. Zähne waren soweit auch in Ordnung, allerdings tendiert Happy zur Bildung von Haken. Wodurch können Hefen denn noch entstehen?

Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen, ich bin im Moment nämlich etwas verwirrt!

Danke!
Rike



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Benutzerbild von crazy curry
Kaninchen
 
Registriert seit: 13.05.2013
Beiträge: 9.398
crazy curry befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.04.2016, 14:33

Dimeticon hilft nicht gegen Hefen sondern wird bei Bauchproblemen gegeben und sind wie Sab, da hast du recht.

Hefen haben immer eine Ursache die gefunden werden muss, meistens ist etwas mit den Zähnen, dann benötigt man auch keine Medikamente dagegen.

Ansonsten ist Nystatin das Mittel das gegen Hefen wirkt. Nur wenn die Ursachen nicht behoben werden, kommen die Hefen immer wieder in größereer Menge vor.



__________________
Liebe Grüße Heike



Benutzerbild von Lupine
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 11.04.2016, 17:40

Die Ursache für die Hefen muss gefunden werden. Sonst bekommt man sie nicht wirklich in den Griff.

Es gibt hier 3 Ansatzpunkte, die man verfolgen sollte:

- Die Neigung zu Haken an den Zähnen

Wurden die Zähne aktuell mit dem Othoskop untersucht? Manche Tierärzte verfügen über ein Endoskop, damit kann man manchmal mehr sehen. Die andere Möglichkeit wäre, ihn kurz in Gasnarkose zu legen und wirklich gründlich nachzuschauen was da los sein könnte. In der Narkose kann er nämlich die Untersuchung nicht "sabotieren" indem er die Zunge immer wieder in den Weg legt. Außerdem öffnet er unter Narkose das Maul weiter, so dass man besser sehen kann was los ist. Mein Leo war Zahnkaninchen, und ich kann mich an eine Begebenheit erinnern wo ich mit ihm zu meinem Tierarzt kam, weil ich eine Veränderung im Kauverhalten festgestellt hatte. Der Tierarzt schaute mit dem Othoskop und meinte, es sei kaum etwas zu sehen. Aber er vertraute meiner Beobachtung und legte Leo in Narkose. Als ich mein kleines Porschekarnickel wieder abholte, sah der Tierarzt noch sehr nachdenklich aus und meinte zu mir, dass er angesichts der Diagnose im Wachzustand niemals einen solchen Befund an den hinteren Backenzähnen vermutet hätte.

Außerdem sollte man eine Röntgenaufnahme des Schädels in Erwägung ziehen. Manche Zahnprobleme sind schmerzhaft, aber nicht sichtbar - sie befinden sich an den Zahnwurzeln, im Kiefer. Das können Kieferabszesse ebenso sein wie retrogrades Wurzelwachstum. Auch in diesem Fall kaut ein Kaninchen nicht ausreichend, und neigt deshalb zu Hefen.

- Die Parasiten

Wurde eine Sammelkotprobe untersucht? Wenn ja worauf? Manchmal sind die Übeltäter schwer zu finden. Kokzidien, einige Wurmarten und auch bakterielle Infektionen werden manchmal erst nach intensiver Suche gefunden. Wird es also nicht besser, sollte man da noch einmal sehr gründlich nachsehen obwohl die erste Kotprobe ohne Befund war.

- Die Fütterung

Was fütterst du deinen Kaninchen? Es gibt durchaus Kaninchen mit empfindlichem Darm, die einige eigentlich geeignete Futtermittel schlecht vertragen. Hefen treten oft in Zusammenhang mit hochkalorischer Fütterung auf, besonders bei hohem Zuckergehalt.



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Benutzerbild von Rike86
Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 14.12.2013
Beiträge: 364
Rike86 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.04.2016, 17:56

Vielen Dank für eure Antworten!
Ich habe gerade beim Tierarzt angerufen und noch mal nachgefragt, ob da nicht vielleicht noch ein Medikament fehlt. Die Tierärztin ruft mich heute Abend zurück. Happy hat heute schon wieder eine matschige Hinterlassenschaften im Gehege verteilt, sie sah auch gerade relativ verschmiert unten herum aus. Ich weiss nicht ob es evtl. auch Durchfall war. Allerdings hat sie auch gerade vor meinen Augen ganz normale Kittel abgesetzt.
Die beiden bekommen an Gemüse Chicorée, Salatherzen, Petersilie, Löwenzahn, Dill, Möhrengrün, Chinakohl, Wirsing, Fenchel, Kohlrabiblätter, Möhren (eher selten), Stilmus, ab und zu Mal ein Stückchen Apfel. Ansonsten gibt es Schwarzwaldheu und Grainless Herbs/Mix. Im Sommer gibt es auch Wiese, aber im Momentan noch nicht.
Mit was für einem Instrument die Zähne untersucht worden sind, weiss ich ehrlich gesagt nicht. Aber ich werde das mit den Zähnen nachher noch mal ansprechen. Wie entstehen denn die Hefen durch beispielsweise Haken an den Zähnen? Da ist mir der Zusammenhang nicht so ganz klar.
Wenn ich jetzt noch das "richtige" Medikament gegen die Hefen bekommen würde, also z.B. Nyastin, wäre es dann eine sinnvolle Vorgehensweise, ihr das erst Mal zu geben, um zu gucken, ob sich der Kot wieder normalisiert und dann noch mal eine Probe abzugeben?




Benutzerbild von Lupine
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Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 11.04.2016, 18:09

Nystatin würde ich nur einsetzen, wenn es wirklich nötig ist. Am effektivsten behandelt man die Hefen dadurch, dass man die Darmflora wieder in Ordnung bringt.

Der Zusammenhang zwischen den Zähnen und den Hefen ist eigentlich ganz logisch, wenn man sich die Verdauung des Kaninchens mal näher anschaut. Gerade Pflanzenfresser sind auf eine Vielzahl kleiner "Helferlein", nützlicher Darmbakterien, angewiesen um ihre Nahrung so aufzuschließen dass sie an die Energie kommen. Diese Darmbakterien benötigen die Nahrung in einem bestimmten Zerkleinerungsgrad, sonst können sie sie nicht verarbeiten. Stimmt dieser Verarbeitungsgrad nicht, verhungern sie geradezu. Die Bakterienbesiedlung bekommt "Löcher", und diese freien Stellen auf der Darmschleimhaut werden dann von den ohnehin im Darm vorhandenen Hefen besetzt. Vermehren die sich zu stark, verursachen sie Verdauungsstörungen (im Übrigen in einigen Fällen statt Durchfällen auch Verstopfung!). Sind die Zähne nicht richtig in Ordnung, oder schmerzt das Maul beim kauen, wird das Kaninchen die Nahrung nicht so zerkleinern können wie es das normalerweise tut - und schon leiden die guten Darmbakterien, und die Hefen können sich ausbreiten.

Auf ähnlichem Weg erfolgt die Infektion übrigens bei den Parasiten - auch hier wird zunächst (in diesem Fall durch die Parasiten und die durch sie hervorgerufenen Entzündungen) die Darmflora geschädigt. Im zweiten Schritt machen sich dann die Hefen breit.

Das ist auch der Grund, warum man das nicht einfach mit einem Medikament in den Griff bekommt. Die Ursache für die Ausbreitung der Hefen ist ja die Schädigung der Darmflora, und so lange man die nicht beseitigt hat werden die Hefen immer wieder aufflammen.

Du wirst sicherlich mit dem Nystatin einen Erfolg erzielen, allerdings wird er nicht von Dauer sein. Deshalb macht es mehr Sinn, die eigentliche Ursache zu erforschen.

Übrigens können auch Spritzmittel an gekauftem Salat bzw. Gemüse für eine solche Darmflora-Schädigung verantwortlich sein.




Benutzerbild von Rike86
Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 14.12.2013
Beiträge: 364
Rike86 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.04.2016, 21:06

Danke für deine ausführliche Erklärung und auch für den Hinweis mit dem gespritzten Gemüse! Ich habe mal irgendwo hier gelesen, dass Gemüse aus Spanien z.B. stärker gespritzt sei als deutsches Gemüse. Daher achte ich eigentlich immer darauf, dass ich deutschen Salat usw. kaufe. Aber zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich den eigentlich nie noch mal extra wasche. Ich mache da immer nur die äußeren Blätter ab und verfüttere ihn direkt. Wascht ihr das Gemüse vorher noch?!
Tierärztin hat mich gerade zurückgerufen. Ich habe tatsächlich das falsche Medikament mitbekommen. Es sollte eigentlich Nystatin sein. So etwas darf bei einem Tierarzt aber eigentlich auch nicht passieren, dass da falsche Medikamente herausgeben werden......




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Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 12.04.2016, 13:58

Gekauftes Gemüse würde ich vorsichtshalber schon mal unter Wasser halten, wenn es nicht gerade Bio-Gemüse ist. Die meisten Kaninchen kommen mit den entsprechenden Rückständen zwar sehr gut zurecht, aber besonders empfindliche Kaninchen könnten darauf reagieren. Probier es aus, bringt es keine Verbesserung brauchst du dir die Mühe nicht weiter zu machen.

Was die Medikamentenverwechslung betrifft, wäre hier kein allzu großer Schaden entstanden. Ob Nystatin tatsächlich nötig ist, hängt vom Ausmaß des Hefenbefalls ab. Ich habe bei Leo den Befall bis auf ein Mal wo er wirklich extrem stark Hefen hatte, nur mit Hefendiät und der Ursachenbeseitigung bekämpft und bin prima damit zurecht gekommen. Grundregel: alles was grün ist, ist erlaubt. Zucker und Stärke sind zu meiden, wo es eben geht.

Das Dimeticon würde ich ihm an deiner Stelle auf jeden Fall verabreichen. Hefen können auch mal eine Aufgasung verursachen, da ist das Dimeticon eine gute Vorbeugung.



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