Zitat:
Zitat von Smartie1707 ...
wir waren mit meinem Männchen schon vor ein paar Wochen beim Tierarzt um ihn Kastrieren zu lassen, allerdings war er zu klein.... |
Das verstehe ich nicht ganz. Wie ist das gemeint? Angesichts der Tatsache dass es hier mehrere Tierärzte gibt, die sogar Mäuse kastrieren kann ich mir nicht vorstellen dass dein Kaninchen zu klein für eine Kastration gewesen sein soll.
Bitte frage genau bei der Tierärztin nach, ob die Hoden bereits abgestiegen waren oder ob sie gerade erst den Abstieg aus dem Bauchraum begonnen hatten. Hiervon hängt ab, ob sie bereits funktionfähig waren und damit auch, ob eine Kastrationsquarantäne hätte verhängt werden müssen.
Die Aussage der Tierärztin dass Häsinnen erst aufnehmen wenn sie auch körperlich keinen Schaden mehr nehmen dreht mir den Magen um. Wäre das so, würden verantwortungsvolle Züchter sicher nicht 2 - 3 Monate auf die Zuchtreife warten, sondern ihre Junghäsinnen sofort decken lassen. Das tun sie aber nicht, denn sie wissen genau dass sie den jungen Häsinnen damit massiv schaden können.
Hasenkaninchen hat es ja schon mit dem Menschen verglichen: würde diese Tierärztin sagen: "Kein Problem, eine 13jährige ist keine Risikoschwangere, sie konnte ja schon empfangen, also ist alles in Ordnung!"? Sicher nicht, denn ihre humanmedizinischen Kollegen würden ihr für eine solche Aussage wahrscheinlich den gesunden Menschenverstand absprechen wollen. Sehr junge und sehr alte Schwangere gelten grundsätzlich allein schon aufgrund dieser Tatsache als Risikoschwangere. Gleiches gilt auch für Häsinnen. Die Gefahr für Komplikationen während der Trächtigkeit und besonders unter der Geburt ist deutlich erhöht.
Um deine Frage zu beantworten: ja, möglich ist es dass sie trächtig ist. Und das wäre nicht gut für sie.
Es besteht aber die Hoffnung dass deine Nins Spätentwickler sind und dass es sich beim Rammeln um reines Rangordnungsverhalten gehandelt hat.
Trotzdem musst du dich auf einen möglichen Wurf einrichten. Dazu gehört dass du der Häsin eine Wurfkiste zur Verfügung stellst und die Fütterung auf die mögliche Trächtigkeit abstimmst. Petersilie ist beispielsweise ab sofort tabu. Sie kann vorzeitige Wehen auslösen.
Wichtig ist auch viel Platz. Ein Gehege ab 6 qm Größe ist das Mindestmaß, sonst kann es zu massiven Aggressionen kommen. Keinesfalls darfst du auf die Idee kommen die beiden in einen handelsüblichen Käfig sperren zu wollen, das geht mit großer Wahrscheinlichkeit schief.
Ebenso wichtig ist die Telefonnummer einer Tierklinik mit 24-Stunden-Bereitschaft. Sollte es unter der Geburt zu Komplikationen kommen, muss möglicherweise ein Notkaiserschnitt durchgeführt werden um wenigstens das Leben der Häsin zu retten, mit sehr viel Glück auch das einiger Jungtiere. Das muss aber alles im Fall des schlimmsten Falles sehr schnell gehen. Da ist dann keine Zeit mehr herumzutelefonieren.
Den Tierarzt würde ich übrigens wechseln. Da fehlt mir einiges an notwendigem Risikobewusstsein.