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Kaninchen ist blind, Folge = Tod??? auf Kaninchen Forum

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Ninchen
 
Registriert seit: 11.10.2014
Beiträge: 14
Zz4ndra-- befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 27.10.2015, 21:20

Kaninchen ist blind, Folge = Tod???


Hallo,
Ich war eben mit meinem Kaninchen beim TA
Ihm wurde die Diagnose "Sternkucker" gestellt, er ist also aufgrund eines Pilzes in dem Auge (auf der Netzhaut vlt?) blind.
Der TA meinte es sei unheilbar und kann in kurzer Zeit zum Tod führen.

Kennt sich jemand mit dem Thema aus? Oder hatte ähnliche Erfahrungen?
Wie schnell kann sowas auftreten? Was sind Gründe?

Ich würde mich über Antworten freuen!



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Benutzerbild von Honeymouse
Kaninchen
 
Registriert seit: 02.08.2013
Beiträge: 27.916
Honeymouse befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 27.10.2015, 21:26

Hallo!

Sterngucker ist eine andere Bezeichnung für E.C. bzw Encephalitozoon Cuniculi.
Allerdings ist das ein parasitärer Einzeller und keine Pilzerkrankung?

Aber soweit ich weiß sind auch die Augen durch E.C. betroffen.

Hat er noch andere Symptome außer das Auge? Vllt einen schiefen Kopf, Orientierungslosigkeit oder ähnliches?

Ich find die Diagnose von deinem TA etwas seltsam.

Aber lass dir gesagt sein, E. C., wenn es das wirklich ist, kann man "behandeln" und muss nicht zwingend zum Tode führen.

Hier kannst du Dich über E.C. informieren.

http://www.kaninchenwiese.de/gesundheit/infektionskrankheiten/e-cuniculi/

Liebe Grüße



__________________
GESTERN warst Du noch bei uns, mit Deinem Lachen, mit Deiner Freude, mit Deinen Worten.
HEUTE bist du bei uns, in unseren Tränen, in unseren Fragen, in unserer Trauer.
MORGEN wirst du bei uns sein, in Erinnerungen, in Erzählungen, in unseren Herzen.



Geändert von Honeymouse (27.10.2015 um 21:50 Uhr).

Benutzerbild von Tinachen
Kaninchen
 
Registriert seit: 26.09.2010
Beiträge: 11.070
Tinachen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 27.10.2015, 22:15

Hört sich wirklich nicht so an als ob sich Dein TA damit auskennt. Vielleicht steht hier noch etwas Hilfreiches für Dich dabei. Gute Besserung.

http://www.kaninchenforum.de/kaninchen-faq-arbeit/39121-e-c.html



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Benutzerbild von marinahexe
Moderatorin
 
Registriert seit: 24.10.2010
Beiträge: 24.639
marinahexe befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 27.10.2015, 22:35

Du solltest gleich morgen zu einem kompetenten TA gehen. Bei EC ist es wichtig, dass möglichst schnell mit der Behandlung begonnen wird. Die meisten EC-Kaninchen überleben so einen Ausbruch mit mehr oder weniger bleibenden Schäden. EC als tödlich zu bezeichnen ist schon grob fahrlässig.

Welche Medikamente hast Du denn mitbekommen? Es sollten Baytril, Panacur und Vitamin B sein.



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Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 16.08.2015
Beiträge: 106
nika141 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 27.10.2015, 22:52

Hallo,

der Tierarzt scheint wirklich nicht kompetent zu sein wenn er diese Krankheit gleich als tödlich verkündet. Ich habe EC zwei Mal mit unterschiedlichen Tieren durchgestanden und es waren nach einiger Zeit deutliche Besserungen zu erkennen. Die Symptome gingen dann endlich nach und nach zurück. Es dauert, man macht sich Tag für Tag Sorgen. Aber wenn das Kaninchen Lebenswillen zeigt und weiterhin freiwillig frisst während du es mit Medikamenten (die du hoffentlich bekommen hast) behandelst, ist das zu schaffen. Und auf jeden Fall das Partnerkaninchen bei dem Erkrankten lassen. Das ist wichtig. Als bei mir ein Tier erkrankt war, nahmen Kuscheleien und Fürsorge unter den Kaninchen plötzlich kein Ende.
Wie schon gesagt auf jeden Fall so schnell es geht einen anderen Tierarzt aufsuchen. Und nicht zum Einschläfern überreden lassen ohne dass vorher eine Therapie versucht wurde.

Viel Kraft dir und deinem Ninchen!



__________________
Vivere militare est.



Ninchen
 
Registriert seit: 11.10.2014
Beiträge: 14
Zz4ndra-- befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 29.10.2015, 22:25

Hallo, danke für die lieben und hilfsbereiten Antworten!!

Bis jetzt zeigt er als Symptome "nur" die Blindheit. Ich habe vom TA nun Wurmmitel "Panacur" mitbekommen. Er meinte damit könnte es weggehen, es sei jedoch überhaupt nicht sicher. Antibiotika wollte er mir nicht mitgeben, er meinte es sei zu viel für mein Kaninchen.

Ich hab jedoch heute im Stall ihn schon ein wenig umkippen gesehen und es sah aus, wie er die Hinterfüße beim Essen einmal nicht richtig nachgezogen hat. Sind das schon erste Anzeichen für die Lähmungen? :/




Benutzerbild von Lupine
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 30.10.2015, 08:40

Ja. Steig bitte dem Tierarzt aufs Dach, und verweise ihn auf seine Kollegin Dr. Drescher. Sie ist anerkannte Kaninchenspezialistin und hat sich mit dieser Erkrankung intensiv beschäftigt.

Hier der entsprechende Auszug aus ihrem Dossier:

Zitat:
4. Therapie

Die Therapie der E. cuniculi-Infektion besteht aus:

1. Antibiose: Oxytetrazyklin (20 mg/kg KM s.c./d über 14 Tage) (EWRINGMANN und GÖBEL, 1998)
oder: Sulfonamid-Trimethoprim (20 mg/kg KM s.c./d über 14 Tage) (FEHR ,1997)
oder: Chloramphenicol (30 mg/kg KM s.c.) überwindet die Bluthirnschranke.

2. Antiphlogistikum: Dexamethason (0,2 mg/kg KM s.c./d)
oder: Prednisolon (2 – 1 mg/kg KM s.c./d)

3. Vitamin-B-Komplex (0,5 ml/kg KM s.c./d)

4. Infusionen (z.B. Sterofundin 40 ml/kg KM s.c./d)

5. bei Uveitis zusätzlich lokal tetrazyklin- und kortisonhaltige Augensalben mehrmals täglich im Wechsel.

6. Antiparasitikum Fenbendazol (Panacur® Suspension 10 % für Hunde; 0,2 ml/kg Kaninchen 1 x täglich oral über 20 Tage)
Quelle: http://www.birgit-drescher.de/kaninchen03.html


Vor euch liegt eine harte Zeit, aber das kämpfen lohnt sich so lange dein Kaninchen Lebenswillen zeigt. Schau mal in die Forensuche, es gibt eine Menge Threads zum Thema E.C.

Übrigens haben hier auch Leute mehr als die von Dr. Drescher angesetzte Woche bis zur Besserung kämpfen müssen, oft 2 - 3 Wochen, und mit weit schlimmeren Symptomen als sie dein Kaninchen jetzt zeigt (rollen, massive Kopfschiefhaltung). Trotzdem gelang es ihnen, ihren Tieren so weit zu helfen dass diese ein Leben mit nur geringen Einschränkungen und hoher Lebensqualität führen können.

Die Aussage des TA dass ein Antibiotikum für dein Tier zu viel wäre, ist Unsinn - das AB ist im Gegenteil seine Chance!




Ninchen
 
Registriert seit: 11.10.2014
Beiträge: 14
Zz4ndra-- befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 15.12.2015, 18:15

Hallo,

ein kleines Update: Mein Kaninchen würde nun 18 mal täglich mit Panacur behandelt. Es sieht aus, als es ihm glücklicherweise wieder ziemlich gut geht. Keine Kopfschiefhaltung, Lähmungen oder Hinken. Ich kann nichts erkennen. Er isst wieder normal nur das Trinken ist manchmal noch bisschen viel. In seinem Stall macht sich seine Erblindung kaum bemerkbar. Im Auslauf draußen hatte ich ihn bei diesem Wetter noch nicht, deshalb weiß ich nicht wie er sich dann dort zurechtfinden wird.




Benutzerbild von janh
Kaninchen
 
Registriert seit: 22.05.2012
Beiträge: 5.391
janh befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 15.12.2015, 18:25

Das ist toll.dass es Deinem Ninchen wieder gut geht.
Ninchen können mit Blindheit erstaunlich gut leben.Für den Nahbereich haben sie ja ihre Tasthaare und ihre Nase.Und was sonst um sie rum geschieht können sie mit den großen Ohren gut hören.Du solltest nur drauf achten,dass Du nix veränderst oder umstellst,wo es gegen laufen könnte.Und Gefahrstellen absichern,wo es runterfallen oder sich verletzen könnte.



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__________________
"O Bär", sagte der Tiger, "ist das Leben nicht unheimlich schön, sag!" "Ja", sagte der kleine Bär, "ganz unheimlich und schön." Und da hatten sie verdammt ziemlich recht.



Benutzerbild von Lupine
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 15.12.2015, 18:40

Zitat:
Zitat von Zz4ndra-- Beitrag anzeigen
...Er isst wieder normal nur das Trinken ist manchmal noch bisschen viel. ...
Behalte das bitte im Auge, vor allem wenn der Appetit wieder leiden sollte. E.Cuniculi ist leider dafür bekannt dass es die Nieren schädigen kann, ein Zeichen eines solchen Nierenschadens ist verminderter Appetit. Man kann die Symptome mit Medikamenten etwas lindern, das sollte man dann auch tun.

Unterstütze bitte das Trinken, es schützt seine Nieren ein bisschen. Frischfutter kannst du ihm feucht anbieten, darauf achten dass er möglichst viel frisches und möglichst wenig trockenes Futter angeboten bekommt, und wenn er weniger trinkt ihm gelegentlich zusätzlich zum Wasser etwas lauwarmen ungesüßten Tee anbieten, oder Wasser mit einem Schuss Apfel- oder Möhrensaft.



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Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 11.03.2014
Beiträge: 142
Goldaländer befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 21.12.2015, 01:16

Ich habe gerade selbst ein nierengeschädigtes EC-Nin mit Schiefkopf bei mir in Behandlung. Trinken ist sehr wichtig, damit der Erreger es möglichst schwer hat, sich in den Nieren anzusiedeln und schnell wieder ausgeschieden wird. Bei meinem Nin wurde leider erst die Niere geschädigt, der Schiefkopf kam viel später, als es schon lange in Behandlung war. Der Erreger setzt sich leider überall im Körper, insbesondere den Nieren und im Gehirm fest, aber nicht nur da. Mit dem Panacur kannst du den Erreger im Magen-Darmtrakt bekämpfen, in den anderen Bereichen muss das Immunsystem des Kaninchens selbst mit dem Erreger klarkommen. Das Vitamin B gibt man zu Unterstützung der Nervenregeneration, das anfängeliche AB (gehirngängiges), um Sekundärinfektionen zu bekämpfen, die sich vor allem in den abgestorbenen Hirnregionen, die dem Erreger zum Opfer gefallen sind, einen ansonsten guten Nährboden finden würden.

Alles in allem ist EC nicht völlig heilbar, aber oft gut therapierbar.
Wenn dein Kaninchen viel trinkt, wäre ein Bluttest unter Umständen keine schlechte Idee, um u.a. die Kreatininwerte und den Harnstoffwert überprüfen zu lassen, was einen Anhaltspunkt liefern kann, ob die Nieren schon in Mitleidenschaft gezogen sind. Mein Nin wird wegen der sehr eingeschränkten Nierenfunktion täglich Infundiert, seit ungefähr 6 Monaten schon.

Blindheit ist in der Regel für Kanichen kein großes Problem, zumindest wenn es in einem Bereich lebt, der nahezu unverändert ist, wo es seine Wege kennt und sich nicht unverhofft an gefährlichen Gegenständen oder Gegebenheiten verletzen kann.

Ich wünsche deinem Nin alles Gute.



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