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Kräuter und Pflanzen trocknen. Fragen dazu. auf Kaninchen Forum

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Ninchen
 
Registriert seit: 16.10.2012
Beiträge: 14
Wonnsche befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.05.2015, 14:20

Kräuter und Pflanzen trocknen. Fragen dazu.


Hallo,

ich möchte dieses Jahr das erste mal Pflanzen und Kräuter trocken. Gedacht hatte ich an folgendes:
Löwenzahn, Gänseblümchen, Labkraut, Klee, Schafgabe, Berufkraut, Gundermann, Ampfer, Vogelschmiere, Storchschnabel...
Ist das alles zum trocknen geeignet?
Zu welcher Tageszeit sollte man sammeln oder ist das egal?

Möchte das ganze in einen unbenutzten Raum ins Haus legen ca. 20-25 Grad. Kann ich das einfach auf ein altes Handtuch/Betttuch geben und trocknen lassen?
Hab irgendwo gelesen, dass manche es auf Tüchern auf den Wäscheständer legen und da trocknen lassen. Geht das auch?

Wie lange soll man es ungefähr trocknen lassen? Sechs Wochen ist das korrekt? Nach dem trocknen wollte ich es in Eimer mit Deckel verpacken mach ich da besser noch Luftlöcher rein oder kann man das ganz verschließen?

Danke für eure Hilfe.

Viele Grüße
Wonnsche



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Kaninchen
 
Registriert seit: 17.12.2012
Beiträge: 7.295
Angora-Angy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.05.2015, 15:11

Trocknen kannst du alles was auf der Wiese wächst. Wenn du es im Haus machen möchtest, würde ich empfehlen, kleine Bündel zu binden und auf eine Wäscheleine/Wäscheständer zu hängen. Du kannst die Kräuter auch lose auf ein Rost legen, so dass von unten Luft dran kommt. Ist der Rost zu grob, kannst du gut ein Leinen- oder Baumwolltuch drunter legen, damit die Pflanzen nicht durchfallen.
Zum Sammelzeitpunkt soll der frühe Vormittag am günstigsten sein, wenn der Nachttau schon abgetrocknet ist, aber die Sonne die Pflanze noch nicht "ausgelaugt" hat. Logischerweise nicht bei oder direkt nach Regen, die Pflanzen sollten schon äußerlich trocken sein.
Zum Lagern würde ich Kartons nehmen, die sind atmungsaktiv, müssen aber 100% trocken stehen. Reinpacken kannst du die Kräuter, sobald sie beim Anfassen rascheln, spröde sind und sich nicht mehr feucht anfühlen. Heu soll man 6 Wochen ablagern, weil es in der Zeit gärt (dabei kann es sich bei unsachgemäßer Lagerung bis zur Selbstentzündung erhitzen) und diese Gärung Verdauungsprobleme verursachen können. Inwieweit das auf kleine Mengen Trockenkräuter zutrifft weiß ich nicht. Aber im Normalfall willst du ja einen Wintervorrat schaffen, somit liegt es ohnehin ein paar Monate vor Verwendung.



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Benutzerbild von Tinachen
Kaninchen
 
Registriert seit: 26.09.2010
Beiträge: 11.070
Tinachen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.05.2015, 16:08

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Richtig ernten, richtig trocknen.

Es macht großen Spaß in die Natur zu gehen um für die Kaninchen gesundes, frisches Grün für den täglichen Bedarf zu pflücken. Wer hat sich dabei nicht schon gefragt, wie man die ganze wunderbare Vielfalt an frischem Grün auch noch in der vegetationsarmen Zeit nutzen könnte.

Das Zauberwort heißt: Trocknen.

Man sollte sich zwar darüber im Klaren sein, dass beim Vorgang des Trocknens einiges an Inhaltsstoffen verloren geht, trotzdem ist es eine schöne Möglichkeit ein bisschen was von der Fülle des Sommers in den Winter hinein zu retten.
Beim Trocknen von Pflanzen wird als Hauptanteil Wasser entzogen. Leider ist dabei auch mit einem gewissen Verlust verschiedener Vitamin- und sekundärer Pflanzenstoffe zu rechnen.
Das Haltbarmachen durch trocknen, war besonders für unsere Vorfahren, die noch nicht im Genuss eines Kühlschranks oder eines Eiskellers waren, eine wichtige Methode. So war auch im kargen Winter für Vorrat gesorgt, was natürlich überlebenswichtig war.
Diese Art der Konservierung hat also eine lange Tradition. Warum sollten wir sie nicht nutzen um für unsere Kaninchen einen kleinen Wintervorrat anzulegen.

Ernte

Laut Volksmund ist die beste Zeit für die Ernte die Zeit zwischen Johanni (24.6.) und Maria Himmelfahrt (15.8.). Dies ist natürlich nur ein grober Anhaltspunkt auch aus der Historie. Diese Tage waren/sind wichtige Tage in der Landwirtschaft. Die sogenannten Lostage gelten als aussagekräftige „Wettertage“ des Jahres Wie das Wetter an diesen Tagen ist, gibt laut Beobachtungen und Überlieferungen, Aufschluss über das weitere Wetter.
Es spricht sicher nichts dagegen die Ernte auch vor, bzw. nach diesen Terminen fortzusetzen. So gelten die 30 Tage nach Maria Himmelfahrt z. B. als sehr segensreiche Tage. Es soll ja auch Spaß machen und die Ernte richtet sich auch nach der Blütezeit, usw.. Natürlich ist der Nährstoffgehalt im Frühjahr/Sommer höher als gegen den Herbst zu. Das sollte man bedenken.

Was eignet sich zum Trocknen?

Eigentlich fast alles was man auch sonst für seine Tiere erntet. Auch hier darf man natürlich nichts Giftiges verwenden. Wenn man Zeit und Lust dazu hat kann man Löwenzahn und Co nehmen.
Sinnvoller ist es aber sich auf Pflanzen zu konzentrieren, die für die Tiere im getrockneten Zustand einen größeren Nutzen haben. Das sind besonders (siehe auch Liste Ernährungsthread):

Kräuter, Wild- und Heilkräuter, z. B.:

Dill, Bohnenkraut, Estragon, Lavendel, Oregano, Petersilie, Pfefferminze, Rosmarin, Salbei, Thymian,
Kamille, Huflattich, Wegerich, Schafgarbe, Rossminze, Hirtentäschelkraut, Johanniskraut, Bärenklau, Vogelmiere, Brennesseln, usw..
Gut eignen sich auch:

Blätter von Sträuchern und Bäumen, z. B.:

Haselnussblätter, Obstbaumblätter, Johannisbeerblätter, Weide, Himbeere, Brombeere, verschiedene Wiesenblumen, Blüten, usw., usw..
Obst und Gemüse.

Geerntet wird am Besten vormittags an einem sonnigen Tag. Der Morgentau muss bereits abgetrocknet sein. An festes Schuhzeug und evtl. Mückenschutz denken.

• Es ist sinnvoll nur immer eine Sorte zu ernten und zu trocknen. Dabei kommt es natürlich auch auf die Größe des Trockenplatzes, bzw. die geerntete Menge an. Verschiedene Blätter kann man gleich in guter Mischung sammeln und trocknen.
• Geeignete Werkzeuge sind Messer, Scheren, Sichel, Sense, oder man pflückt mit den Händen (Handschuhe nicht vergessen).
• Für die Ernte und den schonenden Transport wählt man luftdurchlässige Körbe, Wäschekörbe, usw.. Bitte keine Plastiktüten, darin verdirbt das gesammelte Grün schnell..

Trocknen

Die Kräuter, Blüten und Blätter sollten sauber und trocken sein. Je nach Art der vorgesehenen Trocknung, bzw. Aufbewahrung werden die Pflanzen z. B. in kleinere Stücke geschnitten. Blätter vom Ast gezupft, usw..
Es gibt verschiedene Möglichkeiten des Konservierens durch Trocknung.

• Kleine, nicht zu dicke Sträuße bündeln, an den Stängeln zusammen binden und mit Hilfe einer Schnur, Bast, Gummi mit dem Kopf nach unten (Schnur, Wäscheleine, Balken) aufhängen.

• Es gibt spezielle Dörrgeräte.
Die Anschaffung lohnt sich nur, wenn man wirklich sehr viel trocknet. Gute Geräte sind nicht ganz billig. Man kann nur Kleinmengen (je nach Gerätegröße) dörren. Eignet sich auch für Obst, Gemüse und Wurzeln, das dazu klein geschnitten werden muss. Energieaufwendig.

Selbstgebautes.
Man könnte sich aus Leisten/Dachlatten einen Rahmen bauen, den man mit einem Netz, Gitter oder z. B. Mull bespannt. Darauf kommt das zu trocknende Material. Dieses immer wieder wenden.
Z. B. Apfelringe auf eine Schnur auffädeln und aufhängen.

• Trocknung im Backofen, bei geringer Temperatur (30° bis max.50°).
Auf dem Rost, auf Backpapier, Blech, die Türe mit Hilfe eines Kochlöffels einen Spalt geöffnet lassen um die Feuchtigkeit abzuleiten.
Nur kleine Mengen möglich, zeitaufwendig (durch die Niedrigtemperatur mindestens drei Stunden). Energieaufwendig. Immer wieder kontrollieren.

• Mit Unterlage, z. B. Handtuch, Decken auf dem Boden.
So können größere Mengen getrocknet werden. Durch die Unterlage leichter an andere Orte zu transportieren. Immer wieder wenden und lockern. Bitte beachten das es durch Gerbstoffe in den Blättern zu Boden bzw. Stoffverfärbungen kommen kann, die schwer zu beseitigen sind.

Bei der Trocknung ohne Geräte wählt man einen Ort mit guter Luftzirkulation.
Möglichkeiten sind:

Dachboden, Schuppen, Gartenhäuschen, Balkon, usw..
Keine direkte Sonneneinstrahlung. Immer wieder wenden.
Je nach Wetterlage, Ort und Feuchtigkeit kann das bis zu drei Wochen dauern.
Das fertig Getrocknete „knirscht“ wenn man es berührt. Das sorgfältige Trocknen ist wichtig um Schimmelbildung, Pilzsporen oder Gärungsprozessen vorzubeugen.

Nun muss man noch für die richtige Aufbewahrung sorgen.
Um die sorgsam getrockneten Kräuter, Blätter und Blumen zu lagern eignen sich Behältnisse aus luftdurchlässigen Materialien.
• Papiertüten
• Kartons
• Schuhkartons
• Tontöpfe
• Dunkle Glasgefäße
• Obststeigen

Jetzt fehlt nur noch das Beschriften. Die getrockneten Vorräte dunkel aufbewahren.
Viel Spaß beim sammeln und trocknen.



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Benutzerbild von cady7
Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 19.03.2015
Beiträge: 383
cady7 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 13.05.2015, 09:15

Zitat:
Zitat von Tinachen Beitrag anzeigen
• Nun muss man noch für die richtige Aufbewahrung sorgen.
Um die sorgsam getrockneten Kräuter, Blätter und Blumen zu lagern eignen sich Behältnisse aus luftdurchlässigen Materialien.
• Papiertüten
• Kartons
• Schuhkartons
• Tontöpfe
• Dunkle Glasgefäße
• Obststeigen

.
geht es nicht auch in Jutesäcken oder in Baumwollsäcken? die sind doch auch Atmungsaktiv oder?



__________________
cady



Kaninchen
 
Registriert seit: 17.12.2012
Beiträge: 7.295
Angora-Angy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 13.05.2015, 09:36

Zitat:
Zitat von cady7 Beitrag anzeigen
geht es nicht auch in Jutesäcken oder in Baumwollsäcken? die sind doch auch Atmungsaktiv oder?
Jap. Simple alte Kissenbezüge aus Baumwolle sind superpraktisch. Da krümelt auch nichts raus.



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Benutzerbild von Tinachen
Kaninchen
 
Registriert seit: 26.09.2010
Beiträge: 11.070
Tinachen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 13.05.2015, 13:39

Zitat:
Zitat von cady7 Beitrag anzeigen
geht es nicht auch in Jutesäcken oder in Baumwollsäcken? die sind doch auch Atmungsaktiv oder?
Natürlich. Alles was luftdurchlässig oder mit Luftlöchern, usw. versehen ist. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt



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