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Bauchhämatom und Blasenversagen auf Kaninchen Forum

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Benutzerbild von schakal87
Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 25.02.2013
Beiträge: 120
schakal87 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 05.05.2015, 13:21

Bauchhämatom und Blasenversagen


Hey,

meine Häsin hat seit Samstag Abend riesige Probleme und Schmerzen.
Ich hole mal ein wenig aus.

Wir waren übers lange Wochenende auf Rügen mit unseren beiden Kaninchen. Wenn wir verreisen kommen die Beiden immer mit.
Unsere Häsin hatte das letzte Jahr extreme Probleme mit Magenaufgasungen und Verstopfungen. Diese traten alle 4 Wochen auf. Insgesamt sicher schon 10 mal allein letztes Jahr. Nach mehrmaligen Besuchen bei unserer Kaninchen-Tierarztspezialistin stellte sich heraus, dass es an dem Fell unseres Rammlers liegt, da Sie ihn ständig putzt. Auf Grund dessen wurde beide komplett geschoren und wir schneiden wöchentlich das Fell selber. Eine komplette Hausapotheke mit Novalgin, Emeprid, Sab Simplex und Leinöl ist ständig vorrätig und wird auf jeder Reise mitgenommen und bei auftretenden Problemen verabreicht. Seit dem Scheren trat keine Magendilatation mehr aus und wir waren echt glücklich, dass wir es jetzt im Griff hatten.

Zurück zum Urlaub letztes Wochenende.
Die ersten beiden Tage war alles ganz normal. Sind rumgehoppelt, haben ganz normal gefressen und gespielt. Am Samstag ABend gegen 18 Uhr wurde Sie auf einmal ganz komisch. Wollte nicht viel fressen, ging danach gleich zurück in den Toilettenkäfig und Presste. Wir dachten sofort, dass sie nicht Kökeln kann und wir gaben Ihr alle oben genannten Medikamente und Leinenöl. Nach etwa 30 Minuten trat eine Besserung ein und sie verhielt sich normal. Wir ließen Sie aus dem Gehäge, damit sie in der Ferienwohnung frei herumlaufen konnte. Nach etwa 10 Minuten ging sie auf einmal in eine Ecke und presste wieder extrem. Es kamen komisch Schnaub und leichte Quickgeräusche aus der Nase und wir wussten sofort, irgendwas ist diesmal anders und viel schlimmer als sonst.

Wir setzten Sie in den Toilettengehege da wir dachten, sie müsse Urinieren. Trotz extremes Pressen mit Schmerzen vor ihr, kam nichts heraus.
Gegen 21 Uhr beschlossen wir, nach Hause zu fahren in unsere Tierklinik. Da es auf Rügen keinen Tierarzt gibt der zu dieser Uhrzeit an einem Samstagabend offen hat, geschweige Fachkennnisse von Kaninchen besitzt.
Also wurde alles schnell eingepackt und wir kamen gegen nachts halb drei bei unserer Tierklinik an. (Zentrum für Tiermedizin Berlin- Kufsteiner Straße 22 in Schöneberg). Der arbeitende Tierarzt röntge sofort, gab Ihr eine Infusion und noch einmal die oben genannten Medikamente interveniös.
Auf dem Röntgenbild war der Darm extrem aufgegast und die Blase extrem groß. Wir sollten die Nacht abwarten und am nächsten Tag wieder kommen. Die Röntgenbilder schickte Er sofort an die Kaninchenspezialistin um zu Beratschlagen was gemacht werden soll. Da er auf Hunde und Katzen spezialisiert ist.
Am Sonntag waren wir noch zweimal dort, um Schmerzmittel und Infusion ihr zu geben. Dabei wurde noch einmal ein Röntgenbild gemacht und die Blase leicht ausgedrückt. Ebenfalls wurde ein Urintest angesetzt.

Gestern früh hatten wir sofort einen Termin bei der Kninchenspezialisitin (Sie arbeitet leider nur Mo-Fr). Sie nahm sich extrem viel Zeit und erklärte uns alles. Bei der Begutachtung der Röntgenbilder mit Lupe stellte sich keine Steine oder sonstiges heraus. Die Urinuntersuchung ergab, dass Antibiothika enthalten sind. Keiner weiß woher die kommen könnten. Anschließend wurde die Blase ausgedrückt. Dabei ergoss sich so eine Menge Urin, wie ich sie noch nie gesehen habe über den gesamten Behandlungstisch. Man sah sofort, dass extrem viel Blasengrieß enthalten ist. Sofort wurde ein ph-Analyse und Teststreifen-Analyse durchgeführt. Aber auch dort keine Auffälligkeiten. Ihr ging es nach der Zwangsentleerung sofort besser und lief im Behandlungszimmer herum. Die Tierärztin gab ihr und uns ein stärkes und länger wirkenden Schmerzmittel mit (Metacam), denn Novalgin wirkt nur 6h.
Ich habe sie gestern und heute früh jede Stunde hochgehoben un versucht die Blase zu entleeren. Es kamm immer ein Strahl Urin heraus und es ging ihr kurzzeitig etwas besser. ANsonsten sitzt sie die ganze Zeit herum und presst, weil sie denkt, sie müsse ständig auf die Toilette und das bei starken Schmerzen. Sie schnaupt und gibt leichte quitschgeräusche von sich.
Für den heutigen Tag wurde ein Termin für eine Ultraschalluntersuchung bei einem anderen Spezialisten (alles in der selben Praxis) angesetzt unter Beisein unserer Kaninchenspezialistin.
Beim Rasieren kam das Unheil schon zum Vorschein. Der gesamte Bauchraum war Blutrot unterlaufen und angeschwollen. Die Ärzte bekamen einen komischen Schock und dachten, wir hätten sie so zugerichtet. Wir verneinten dies sofort, denn wir würden sowas nie irgendeinem Tier antun, geschweige überhaupt daran denken. Wir überlegten zusammen wie so etwas passieren konnte und denken, dass sie beim Sprung in den Käfig oder beim Spielen mit dem Rammler auf eine der Hütten oder den Toilettenkäfig geknallt sein muss. Denn manchmal jagen sie sich wie die wilden.
Die Ultraschalluntersuchung ergab, dass die Nerven der Blase stark geschädigt sind. In wie weit sie durch die Prellung /Sturz nur gequetscht sind oder wirklich zerstört sind, kann man nicht sagen. Da kann man nur abwarten und hoffen dass es wieder wird.
Uns wurde daraufhin gezeigt wie man die Blase selber richtig ausdrücken kann ohne die Prellung und den Bluterguss zu verstärken. Dies müssen wir jetzt alle 2h machen, da sie selber nicht mehr wirklich urinieren kann. Sie bekommt jetzt Einzelhaltung im Gehäge mit Nichts drinn.
Am Donnerstag haben wir einen weiteren Kontrolltermin. Das ganze kann bis zu 3 Wochen dauern, die das Hämatom verschwunden ist. Erst dann kann genau gesagt werden, ob die Blase wieder von alleine geleert werden kann.

Alles so eine scheiße und uns tut Sie sowas von leid. Haben allein die letzten 3 Tage 350 € bezahlt, aber das ist uns egal, Hauptsache ihr wird geholfen.

Woher die Grießbildung und das Antibiothika kommt, wird erst einmal zurückgestellt und nach hoffentlich erfolgreiche Behandlung untersucht und behandelt.

Unsere Fütterung sieht wie folgt aus:
- früh 1 Hand Trockenkräuter (kann daher der Blasengrieß kommen, da dort Luzerne vorhanden sind?)
- über den gesamten Tag und die nacht verteilt Kohlrabieblätter, Blumenkohlblätter, Fenchel, Stangensellerie, Möhrengrün, Möhren, Chinakohl, Spitzkohl, Zucchini
- Abends eine kleine Hand getrocknetes Gemüse und eine kleine Hand Trockenkäuter

Sie trinkt extrem viel (sicher 5 mal am Tag). Er dagegen alle 2 Tage mal, wenn er lust hat. Wir denken, dass es genetisch veranlagt ist.
Pullern tun beide extrem viel auf Grund des vielen Frischfutters.

Ich hoffe der Text war nicht zu lang für euch und bitte drückt uns die Daumen. Gerne könnt ihr uns wertvolle Tipps geben.



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Benutzerbild von marinahexe
Moderatorin
 
Registriert seit: 24.10.2010
Beiträge: 24.639
marinahexe befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 05.05.2015, 17:39

Mensch, da habt ihr ja ein stressiges WE hinter euch.

Ich würde alles trockene vom Speiseplan verdammen und ausschließlich frisches, mit Wasser besprühtes Grünzeug geben.

Schau hier:
http://www.kaninchenwiese.de/gesundheit/blase-niere/

Alles Gute!



 
 
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