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Dauerhafte Antibiotikagabe bei Kaninchenschnupfen? auf Kaninchen Forum

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Ninchen
 
Registriert seit: 26.04.2015
Beiträge: 2
SunnyBee befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 26.04.2015, 22:49

Dauerhafte Antibiotikagabe bei Kaninchenschnupfen?


Hallo liebe Foris,

ich bin neu hier in diesem Forum und mir brennt eine Frage auf der Seele: kann ich meinem Zwergkaninchen wirklich dauerhaft ein Antibiotikum verabreichen?

Der Hintergrund: Jackie ist 6 Jahre alt und hat schon lange Kaninchenschnupfen, bisher aber ohne schwerwiegende Symptome. Im letzten Herbst wurde es dann aber schlimmer und sie bekam Nasenausfluss. Der Tierarzt meines Vertrauens praktiziert leider nicht mehr, weshalb ich in eine andere Praxis wechseln musste. Dort gab man mir für sie Baytril, was aber nicht anschlug. Daraufhin bekam sie eine Depotspritze (Namen weiß ich nicht mehr) eines Antibiotikums und die Symptome wurden vorübergehend besser, aber nach der Wirkzeit verschlimmerte sich alles wieder, der Nasenausfluss wurde eitrig-gelb. Weil man in der Praxis pampig auf meine Fragen reagierte und mir Untersuchungen vorschlug, bei denen ich ein schlechtes Gefühl hatte (z.B. Zahnuntersuchung in Vollnarkose - in ihrem Zustand), habe ich gewechselt. Die nächste Tierärztin warf einen Blick auf meine Maus und sagte, "Die stinkt ja! Da läuft Eiter aus der Nase, ich würde einschläfern!" -> Ohne sie überhaupt nur aus der Transportbox zu nehmen...

Jackie war die ganze Zeit über aktiv in ihrem Gehege (draußen), hat gefressen und dieses Funkeln in den Augen, das sagt, ich will weiterleben. Deshalb kam Einschläfern für mich nicht in Frage. Die nächste Tierärztin hat dasselbe Funkeln wie ich gesehen und sich ganz lieb um sie bemüht. Einen Abstrich hat sie nicht gemacht, aber sie meinte, die Zähne sehen gut aus und ihre Symptome kommen nicht daher.
Seit ein paar Monaten bekommt Jackie nun schon zweimal täglich 25mg Doxicyclin ins Mäulchen gespritzt, außerdem täglich eine erbsengroße Menge BeneBac. Ich habe sie überdies in die Wohnung geholt, sie lebt jetzt mit ihrem kleinen Freund im Wohnzimmer und bereitet mir viel Freude, allerdings hat sie immer noch weißlichen Ausfluss aus einem Nasenloch. Wir inhalieren jeden Tag mit einer Inhalationscreme für Kleinkinder. Wenn sie aufgeregt oder sehr aktiv ist, hört man Atemgeräusche, sie scheint aber gut Luft zu bekommen (wurde von der TÄ bestätigt). Wenn man in das Nasenloch hineinsieht, sieht es nicht verstopft aus.

Ich habe gehört, dass man Antibiotika nicht über längere Zeit geben soll, die Tierärztin sagt aber, ohne würde sie es nicht schaffen. Ich lieb die wie doof und möchte nur das Beste für sie. Ich soll beobachten, ob sie Durchfall bekommt - hat sie bis jetzt nicht. Vom Verhalten macht sie einen guten Eindruck, sie ist etwas ruhiger geworden als früher (das mag auch mit am Alter liegen), aber ihr Appetit ist sehr gut, sie ist neugierig und dickköpfig usw.
Was meint ihr? Kann das gutgehen?

Was kann ich außerdem noch tun? Ich bin skeptisch gegenüber Homöopathie, versuche aber, Jackie gut zu ernähren. Kamillenblüten frisst sie nicht und auf Echinacea reagiert sie allergisch. Sie bekommt zu ihrer normalen Nahrung (Heu, Gemüse, Salat, eine kleine Menge Grainless Complete) noch getrockneten Spitzwegerich und Brennessel.

Danke schonmal vorab für eure Hilfe,
SunnyBee



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Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 26.07.2013
Beiträge: 329
Katharina P. befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 27.04.2015, 05:35

Eine Dauergabe ist wirklich nicht ratsam und schädigt die Darmflora.

Zudem gibt es Schnupfer, die immer aktiv, also mit Nasenausfluss, schnupfen. Ich selber habe auch aktive Schnupfer.

Baytril hilft auch nicht bei Schnupfen. Zumindest nicht ausreichend

Ich selber halte nicht viel von Nasenabstrichen, den mache ich erst, wenn die Standard-AB´s nicht mehr helfen. Bei deiner wurden aber bisher nur 2, naja, eigentlich ein AB verabreicht, was annähernd helfen könnte. Daher käme eine solche Untersuchung schon in Betracht.

Ich selber arbeite gerne mit Convenia. Relativ teuer, hilft aber und hat Depotwirkung und wird nur alle 7 Tage gegeben.
Marboxyl/ Marbofloxacin oder Cloramphenicol/ Chloromycetin Palmitat wären noch Mittel der Wahl. Ich selber habe einige, die ich nur mit Veracin behandelt bekommen habe.

Schleimlösend kannst du ihr Bisolvon oder auch NAC geben. Ich gebe NAC und Bisolvon als Prise ins Wasser direkt ins Maul. Zudem inhaliere ich wenn mit NaCL und NAC.

Ich habe am Anfang auch nicht viel von Homöopathie gehalten, arbeite aber seit Jahren sehr viel damit und habe nur gute Erfahrungen gemacht. Du kannst damit nur helfen, nix kaputt machen.

Ich gebe gerne Euphorbium Nasenspray. Gibt es auch als Ampullen, die man oral verabreicht. Gibt man bei chronischem und akuten Schnupfen.
Mucosa compositum regeneriert die angegriffene Nasenschleimhaut
Wenn ihr Ausfluss weiss und zäh ist, würde sich Hydrastis empfehlen.
Man kann auch Engytol gegen den Schnupfen geben.

Grundsätzlich wäre zu klären, ob ihre Tränennasenkanäle frei sind. Kann manchmal auch Ursache sein.
Hat sie denn Eiter oder so in den Ohren?




Benutzerbild von Bellinchen
Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 25.09.2010
Beiträge: 106
Bellinchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 27.04.2015, 10:22

Hallo,

ich hab eine recht alte Kaninchenschnupfen-Dame, die grad einen schlimmen Schub hinter sich hat und sich immer noch erholt, vielleicht kann ich dir helfen.

Du hast ja Tierärzte bei dir, aber das kenne ich leider. Es ist oft schwer eine kompetente Praxis zu finden.
Ich kann mir auch nicht vorstellen das es von den Zähnen kommt. Bei mir waren das immer die Anzeichen vom Schnupfen deswegen finde ich das röntgen in Narkose wegen den Zähnen in so einem Fall auch übertrieben, weil es ja echt unwahrscheinlich ist. Ein guter TA kann das aber abwägen.
Früher hab ich auch mal einen Abstrich machen lassen, seither aber nicht mehr, halte ich nicht soviel davon.

Dauerhaft AB ist nicht gut, es werden ja Resistenzen entwickelt.
Also ich gebe AB nur im Notfall ich habe die letzten 3 Jahre keine AB mehr gebraucht, erst letzte Woche bei diesem Schub. Ich habe inhaliert (Beurer Inhalator mit Kochsalz und Babix, alles andere ist meiner Meinung nach Nonsens, heisses Wasser in der Schale und so Scherze, kann ich nicht empfehlen) und Bisolvon gegeben hin und wieder und was fürs Immunsystem (mein Favorit, Gladiator Plus) Damit kamen wir Jahre über die Runden.
Jetzt im akuten Schub, bekommt sie 12 Tage AB, es ist viel besser und danach geht es ganz normal weiter, man wird sehen wie lange.

LG
Bellinchen




Ninchen
 
Registriert seit: 26.04.2015
Beiträge: 2
SunnyBee befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 27.04.2015, 13:49

Hallo und danke für eure Antworten!

Da ist sehr viel dabei, was ich (noch) nicht kenne, da muss ich mich erstmal reinfuchsen und schauen, was das alles ist. Ich lasse mich sehr leicht verunsichern, besonders wenn ich denke, dass mein Gegenüber eigentlich mehr Ahnung hat als ich - also z.B. Tierärzte. Aber ich möchte trotzdem, dass man mir auf Augenhöhe begegnet und auf meine Fragen antwortet. Ich hätte der Zahnuntersuchung in der ersten Praxis ja auch zugestimmt, wenn man mir erklärt hätte, wozu das gut ist und wie man darauf kommt, dass es notwendig ist. Wir hatten noch nie Zahnprobleme, Jackie hat keine Fehlstellung und sie waren auch noch nie zu lang oder hatten Abszesse, außerdem frisst sie den ganzen Tag Heu. Wenn also die Diagnose lautet Kaninchenschnupfen, wozu dann die Zähne röntgen? Ich habe ganz normal gefragt und die Antwort war, wenn ich die Behandlung verweigere, dann muss ich mich auch hinterher nicht wundern, wenn mein Kaninchen stirbt. (??? Bis dahin waren wir schon fünfmal dagewesen und ich habe alles andere angenommen.)
Da haben sie auch gesagt, wir sollen mit Kamillentee inhalieren, wo die jetzige TÄ meinte, das sei Quatsch und bringe überhaupt nichts. (Jetzt nehme ich Eucabal Balsam und merke einen deutlichen Unterschied.)

Bei der zweiten war ich dann schockiert, wie leichtfertig sie Jackie einschläfern wollte. Nichtmal abgehorcht, keine Anamnese, gar nichts!
Natürlich ruderte sie gleich zurück, als sie merkte, wie schockiert ich über die Aussage bin. Aber da war's für mich schon gelaufen.
Letztens waren wir bei schönem Wetter draußen im Garten, da hat sie Freudensprünge gemacht, gebuddelt und Gras gemümmelt. Das macht doch kein Kaninchen, bei dem alle Hoffnung verloren ist.
Eiter in den Ohren hat sie nicht. Ich weiß jetzt leider nicht mehr, ob der Tränenkanal untersucht worden ist, kann man sonst irgendwie feststellen (als Laie), ob damit was ist? An den Augen erkennt man nichts Ungewöhnliches, sie glänzen, sind nicht trüb, tränen nicht und sind auch nicht verklebt.

Leider ist die Auswahl an Tierärzten bei uns nicht gerade üppig... Ich fahre jetzt schon zehn Kilometer. Habe die Adresse von einer Züchterin, die mit ihren Tieren da hinfährt.

Habe noch ein paar Fragen:
- Die TÄ sagt, so wie die Symptome jetzt sind, wird es bis an ihr Lebensende bleiben. Wenn ich das AB absetze, wird der Schnupfen wieder schlimmer und sie überlebt das wahrscheinlich nicht.
Was denkt ihr, sollte ich jetzt machen? Nochmal in die Praxis fahren und um ein anderes Medikament bitten? (Wie wird Convenia verabreicht, muss man das spritzen? Das traue ich mir nicht zu.) Soll ich trotz der Warnungen versuchen, das Doxicyclin abzusetzen bzw. erstmal runterzudosieren?

- Seht ihr eine Chance, dass sie ihren Schnupfen noch mal wieder loswird? Oder müssen wir damit leben? (Und falls ja: Ihr Leben ist doch trotzdem lebenswert, oder?)

- Kann ich mit Homöopathie selber experimentieren? (Hab gesehen, dass es Bücher darüber gibt.) Oder sollte das nur jemand machen, der damit Erfahrung hat?

Danke euch!




Benutzerbild von marinahexe
Moderatorin
 
Registriert seit: 24.10.2010
Beiträge: 24.639
marinahexe befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 27.04.2015, 15:01

Wenn es denn Kaninchenschnupfen ist, werdet ihr damit leben müssen. Man kann die Symptome lindern, aber heilen kann man ihn nicht.

Vielleicht hilft Dir dieser Thread noch weiter:

http://www.kaninchenforum.de/kaninchenkrankheiten-gesundheit/21196-kaninchenschnupfen-ist-keine-erk%E4ltung.html

Wenn Du mir Deine PLZ schickst, kann ich mal in meiner TA-Liste nach einem kaninchenerfahrenen TA in Deiner Ecke schauen.




Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 26.07.2013
Beiträge: 329
Katharina P. befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 27.04.2015, 19:10

wenn der TA keine Kanüle in den Tränennasenkanal gesteckt hat und gespült hat, dann ist er auch nicht eindeutig frei. Man kann auch mit der Lampe untersuchen, bringt aber oft nicht viel

AB ganz oder gar nicht, runterreduzieren ist nicht gut

Dass das bis an ihr Lebensende bleibt, ist möglich. Aber auch das Leben ist so lebenswert. Meine Handaufzuchten sind seit Babytagen an schon Schnupfer gewesen und ich muss sagen, sie haben ein gutes Leben. Auch alle meine anderen sind Schnupfer und es geht ihnen prima. Das ist also kein Grund ein Tier einzuschläfern

Convenia wird gespritzt. Da du schon scheinbar länger das AB gibst und es keine Wirkung zu zeigen scheint, würd ich ein anderes versuchen

Man kann Homöopathie vom Tierheilpraktiker erklären lassen, sich selber aneignen und auch bei der Firma Heel anrufen, den Fall schildern und die TA am Telefon stellen einem dann auf das Tier abgestimmt eine Behandlung zusammen



 
 
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