Hallo und herzlich willkommen

Schön, dass wir dich hier unter den Kaninchenverrückten begrüßen dürfen.
Dass hier viele den Kauf im Zoohandel ablehnen, liegt an mehreren Gründen.
- Viele haben die Erfahrung machen müssen im Zoohandel kranke Tiere zu erwerben (z. B. Kaninchenschnupfen, wie eine Nachbarin meiner Schwiegereltern).
- Auch mit der Geschlechtertrennung kennen sich die Zoohandelsangestellten oft nicht aus. Überraschungspakete sind da keine Seltenheit - schau einmal im Forum herum, du wirst viele Threads finden wo im Zoohandel die Geschlechter falsch bestimmt wurden.
- Die "Produktionsbedingungen" sind oft grausig. Häsinnen die 6 - 8 Würfe pro Jahr bringen müssen (seriöse Züchter setzen nicht mehr als 2 Würfe pro Jahr), Kaninchen die mit 4 oder 5 Wochen bereits von der Mutter weggerissen werden damit sie möglichst süß aussehen und möglichst klein wirken (8 Wochen sollten Kaninchen mindestens bei der Mutter bleiben, eher länger). Auch durch die hohe Besatzdichte verursachte Infektionen wie Kokzidiose die viele Jungtiere das Leben kostet ist keine Seltenheit.
Aber auch gegen Züchter kann eine ganze Menge sprechen, zumal man als Anfänger nicht in der Lage ist einen guten von einem schlechten Züchter zu unterscheiden.
Schlechte Züchter
- verfüttern hauptsächlich oder überwiegend (meist pelletiertes oder mindestens weizenhaltiges) Trockenfutter (sehr bequem und billig für den Menschen, aber nicht gesund fürs Tier)
- verfüttern kaum oder gar kein Grünfutter (Wiese ist DAS Nahrungsmittel für Kaninchen!)
- Halten ihre Tiere in engen Boxen (Kaninchen haben den gleichen Bewegungsdrang wie eine Katze!)
- Halten ihre Tiere teils sogar auf Rosten statt auf Einstreu (weil dann das "Ausmisten" bequemer ist... Ballenabszesse sind da vorprogrammiert)
- haben oft wenig oder gar keine Ahnung von Genetik (Gendefekte können auf diese Art weiterverbreitet werden)
- stellen ihr Zuchtziel über den Tierschutz (verpaaren zum Beispiel zwei Typschecken miteinander, obwohl sie wissen dass dann ca. 1/4 der Jungtiere nicht lebensfähig ist und jämmerlich krepiert!)
Was nun? Irgendwoher sollen die Nins ja kommen?
Es gibt noch eine weitere Bezugsquelle, die du bislang ganz außer Acht gelassen hast: den Tierschutz. Zum Beispiel den Kaninchenschutz e.V., die Kanincheninsel Egelsbach und hunderte weiterer Initiativen die sich um Kaninchen kümmern die übrig sind, die dem Besitzer lästig wurden, oder um die sich der Besitzer aus welchen Gründen auch immer nicht mehr kümmern kann. Dort bekommst du fertig vergesellschaftete Kaninchenpaare, die Rammler sind kastriert, die Tiere fast immer komplett durchgeimpft. Für Anfänger ist das absolut ideal, zumal die Tierschützer auch kein Interesse daran haben ein Gesundheitsproblem zu verschweigen. Anders als Züchter und Zoohandel wollen sie nämlich kein Geld verdienen, das kann man im Tierschutz nicht. Da zahlt man nämlich grundsätzlich drauf.
Oder wie steht es mit den Vermittlungsanzeigen in den Foren? Auch dort finden sich oft Traumkaninchen. Es lohnt, hineinzuschauen und sich einfach mal zu verlieben.
Zu den Langhaarrassen: Für Anfänger sind diese Rassen nicht gut geeignet. Man muss sehr viel beachten, sie benötigen je nach Fellstruktur sehr viel Pflege und vor allem auch Fachwissen.
Was hat man da sitzen? Ein Angora? Ein echtes, oder hat da nur jemand Langhaar mit Angora gleichgesetzt? Angoras müssen regelmäßig geschoren werden, das muss man erst mal lernen. Oder beim Tierarzt recht viel Geld dafür berappen.
Ein Teddy? Ich kann dir aus Erfahrung sagen dass auch die pflegeintensiv sind, schau mal auf meinen Avatar. Meine Wuschel war ein Teddy. Und für sie habe ich mir oft gewünscht sie wäre ein ganz normales Kurzhaarkaninchen. Ich musste ihr beim Sauberhalten helfen. Oft blieb Blinddarmkot im Fell hängen - das ist nicht gerade lecker, wenn man das entfernen muss. Immer die Angst einen Fliegenmadenbefall zu übersehen - der könnte binnen nur eines Tages den Tod eines Kaninchens bedeuten.
Dazu die Sorgen auch um die anderen, das verschluckte Fell kann einen Haarballen im Magen auslösen. Verstopft der den Magenausgang oder den Darm, kann das den Tod des Kaninchens bedeuten. Wuschels Mitbewohnerin Jule hatte solch einen Bezoar im Magen, und er hat sich einmal tatsächlich vor den Magenausgang geschoben, ich hätte sie beinahe daran verloren.
Noch ein Wort zu den Traumkaninchen die du dir vorstellst: es kommt immer anders als man denkt
Jule (die braune in meinem Avatarbild) und Wuschel (das Flusenmonster) waren zunächst zu zweit. Ich habe immer gesagt: Ein kurzhaariges Stehohr habe ich, ein langhaariges Langohr mit V-förmig getragenen Ohren habe ich, fehlt noch ein Widder in der Sammlung. So, und nun schau noch einmal hin, du wirst ein kohlschwarzes Stehörchen mit winzigen Ohren entdecken

Das war Leo, und er war das beste was mir jemals passiert ist. Ein ganz besonderes Kaninchen, ich habe ihn sehr geliebt und eine sehr enge Bindung zu ihm gehabt. In seinem vorherigen Zuhause war er übrig, so kam er zu mir. Sehr krank war er zu der Zeit, und ich musste ihn mit Medikamenten und Zwangsernährung sehr stressen, sonst hätte er das nicht überlebt. Trotzdem war er unglaublich zutraulich und anhänglich, als hätte er gewusst dass ich ihm mit all dem nur helfen wollte.