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Ein Leben ohne Backenzähne? auf Kaninchen Forum

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Ninchen
 
Registriert seit: 10.12.2011
Beiträge: 5
Schlappohr1402 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.05.2014, 22:05

Ein Leben ohne Backenzähne?


Hallo zusammen!

Nachdem Tommy seine Spondylose irgendwie weggesteckt hat und wieder richtig munter war, hat er leider einen Kieferabszess entwickelt und deshalb drei untere Backenzähne (also quasi eine ganze Zahnreihe) gezogen bekommen. Die OP war ziemlich aufwendig, da lange feste Wurzeln und zum Schluss ist noch der Kieferast gerissen und der Gute fast verblutetet, was nicht zum allgemeinen Wohlbefinden beigetragen hat... Er frisst momentan nur Erbsenflocken,aber nicht die Menge (immerhin - er versucht zumindest zu fressen!) und bekommt täglich eine halbe Rimadyltablette. Kann man die Dosierung evtl noch erhöhen, sodass es ihm etwas besser geht? Ich stelle mir auch die Frage, ob es wirklich sinnvoll ist, weiter zu machen. Wie lange würdet ihr eine (halbwegs) Genesungsphase einräumen? Ich möchte ihn ja auch nicht unnötig leiden lassen. Außerdem die Grundsatzfrage: Die oberen Zähne haben ja keinen Gegenspieler zum Abnutzen mehr und müssten demnach bis zum Lebensende per Hand gekürzt werden, oder? Das wird ja auch schwierig...



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Benutzerbild von knuffelchen
Kaninchen
 
Registriert seit: 26.10.2012
Beiträge: 3.566
knuffelchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.05.2014, 22:27

Hallo Schlappohr,
wann war denn die OP?
Ich habe 2 Zahnis, bei Knuffelchen wurden alle Backenzähne links oben entfernt und bei Mäxli ist es noch etwas problematischer:
Ihm fehlen alle Backenzähne rechts unten und dazu noch alle 4 Schneidezähne.
Für die Heilung kannst du mal locker 3 Wochen ansetzen, wenn alles gut verläuft.
Ich habe meinen beiden anfangs mit der Päppelspritze Karottenbrei oder Pastinakenbrei (gibt's von Hipp für Babys) gefüttert weil sie nicht genug fressen konnten.
Ich habe sie morgens und abends gewogen, wenn einer abends weniger wog, hab ich gepäppelt - solange bis das Gewicht wieder raufging.
Für Mäxli muss ich jetzt halt sämtliches Futter in mundgerechte Stücke zerkleinern, das ist ein Aufwand aber ihm geht's super gut.
Momentan muss ich mit beiden ca. alle 6 Wochen zum Zähne richten.
Die OP von Knuffelchen war im Juli 2013, Mäxlis letzte (er hatte 3) im September 2013.
Mäxli hatte ich aus schlechter Haltung übernommen und bei ihm hat alles geeitert, was nur eitern kann. Ich habe am Anfang sehr gezweifelt, ob alles so sinnvoll ist vor allem, da er ja in 2 Monaten 3 OPs hatte.
Aber heute bin ich froh, es hat sich gelohnt. Wenn er seine Runden im Gehege rennt und dabei in der Luft um 180 Grad dreht, das ist pure Lebensfreude.




Benutzerbild von mausefusses
Kaninchen
 
Registriert seit: 11.08.2010
Beiträge: 4.990
mausefusses befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 13.05.2014, 13:58

Zitat:
und zum Schluss ist noch der Kieferast gerissen
Wie wurde das versorgt ?
Genagelt?

Das klingt ja gruselig. was sagt der TA zur Prognose ?
das er versucht zu fressen ist ja erstmal als positiv zu bewerten. Ich würde ihm Brei anbieten, hast Du das mal versucht ?




Benutzerbild von knuffelchen
Kaninchen
 
Registriert seit: 26.10.2012
Beiträge: 3.566
knuffelchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 13.05.2014, 16:36

Ich hab das "Kieferast gerissen" als Schreibfehler interpretiert, sollte das nicht "Kiefer fast gerissen" heißen?
Wenn der Kiefer reißt (bricht) dann ist sowieso alles zu spät, das wird dann nichts mehr.
Da kann man auch nicht nageln oder sowas, der Knochen ist viel zu klein.
Mein TA hat damals von Mäxlis eitrigem Kieferknochen soviel es ging entfernt aber mehr war nicht drin, weil wenn er bricht ist nur noch Einschläfern angesagt.

edit: ich glaub ich muss mal meinen Nick ändern in "unfreiwillige Zahn-und Kieferexpertin" )




Geändert von knuffelchen (13.05.2014 um 16:42 Uhr).

Ninchen
 
Registriert seit: 10.12.2011
Beiträge: 5
Schlappohr1402 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 13.05.2014, 21:12

Nein, der Kiefer ist noch ganz. Glaube ich zumindest... Es ist ein Gefäß gerissen, als der letzte Zahn raus war. Vielleicht meinte sie mit "Kieferast" irgendeine durchgehende Ader...? Naja, zumindest würde in dem Moment alles greifbare ins Maul gestopft, eine TA-Helferin losgespurtet um Gerinnungspads zu holen, die andere Helferin hat die Zunge fixiert und ich Langohr hinten hochgelagert, damit er sich nicht verschluckt. War nicht sehr schön, eigentlich dachte ich, wir lassen ihn gar nicht mehr aufwachen... Die OP war letzen Freitag, also jetzt eine halbe Woche her. Dafür geht es ihm dann ja wohl schon ziemlich gut. Bei Brei rümpft er angewidert die Nase, mittags hat er es noch geschluckt, abends dann nicht mehr und ich wollte es dann auch nicht reinzwängen. Sonnenblumenkerne, Erbsenflocken und ein bisschen getrocknetes Obst hat er ja heute gefressen (einzeln angereicht versteht sich...aber was soll's). Er bekommt jetzt natürlich nur sein allerliebstes Lieblingsfutter. Außerdem hat er ein bisschen Kohlrabigrün geknabbert und ist heute nachmittag, nach der Rimadylauffrischung sogar mal über die Wiese gehoppelt. Man merkt aber, dass er sehr hungrig ist und nicht so kann, wie er will. Müssen die Zähne in Narkose gekürzt werden?
Ich denke ja auch, dass es schon was wert wäre, wenn er noch einen guten Sommer hätte. Außerdem muss ich auch ganz egoistisch sagen, dass es mir lieb wäre, würde er noch etwas weiterlümmeln, denn sonst muss ich mich schweren Herzens auch von Bunny trennen. Und ein tolles Heim zu finden ist immer schwierig...




Benutzerbild von mausefusses
Kaninchen
 
Registriert seit: 11.08.2010
Beiträge: 4.990
mausefusses befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 13.05.2014, 21:15

Zitat:
Außerdem muss ich auch ganz egoistisch sagen, dass es mir lieb wäre, würde er noch etwas weiterlümmeln, denn sonst muss ich mich schweren Herzens auch von Bunny trennen.
Verstehe ich nicht !

Zitat:
Nein, der Kiefer ist noch ganz. Glaube ich zumindest..
Davon ist auszugehen.




Benutzerbild von knuffelchen
Kaninchen
 
Registriert seit: 26.10.2012
Beiträge: 3.566
knuffelchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 13.05.2014, 23:35

Also dass er gerne fressen würde aber nicht so richtig kann ist ein paar Tage nach der OP völlig normal. Ich würde morgen mal Hipp Babykarotte und Reine Pastinaken kaufen und ihm mit der Spritze anbieten. Mäxli hat das immer ganz begeistert genommen.
Beim Zähne kürzen gehen hier ja die Meinungen auseinander, die meisten sagen nur in Narkose.
Mein TA macht es ohne Narkose und zwickt die Zähne ab, dann raspelt er noch und es klappt immer gut und geht schnell.
Allerdings gebe ich beiden vor dem "Zahnarztbesuch" ein Schmerzmittel, da Knuffelchen schon mal hinterher nicht so gut gefressen hat.




Ninchen
 
Registriert seit: 10.12.2011
Beiträge: 5
Schlappohr1402 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 14.05.2014, 22:08

[QUOTE=mausefusses;637093]Verstehe ich nicht !


Da ich diesen Sommer meinen Schulabschluss in die Tasche stecke und nicht weis, wo es mich hin verschlägt, ginge die Ära Kaninchen mit Tommy und Bunny ggfs. erstmal unter. Nach dem Motto "das sollte dann wohl so sein". Leider gibt es niemanden, der die beiden während meiner Abwesenheiten wirklich zufriedenstellend versorgt, sodass ich immer ein bisschen ein schlechtes Gewissen habe. Sie werden zwar gefüttert und gemistet aber naja... Mutti macht's halt besser. Verpflanzen ist etwas schwierig. (falls sich jemand dafür interessiert, unser Hoppelheim findet sich bei diebrain. "bei den Gartenmümmels" :-)

Es ist gut zu wissen, dass sogar Kaninchen mit weniger Zähnen ein schönes Leben führen! Meinst du, ich sollte päppeln, obwohl er selbstständig frisst? Von seinem "Normalgewicht" ist er etwa ein halbes Kilo entfernt, da er ja schon seit längerem nicht gut gefuttert hat. Reserven hat er also nicht mehr... Aber freiwillig mag er keinen Brei. Weder mit Möhre, noch mit Haferflöckchen oder Basilikum drin. Nur eben Erbsenflocken usw. Siehe oben. Es geht aber zumindest von der Munterkeit aufwärts. Dafür sifft der Abszess weiter vor sich hin... Wird weiterhin gespült. Sonst kann man ja nichts machen, oder? Kannst du was zur Dosierung von Rimadyl sagen? Wie hoch kann man denn gehen? Im Übrigen ist unsere TA gerade im Urlaub...




Benutzerbild von knuffelchen
Kaninchen
 
Registriert seit: 26.10.2012
Beiträge: 3.566
knuffelchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 15.05.2014, 11:06

Ich habe bei Mäxli anfänglich gepäppelt, weil er nicht genug fressen konnte.
Ich habe das nur solange gemacht, bis er nicht mehr an Gewicht verlor. Da er täglich 30 - 40 Gramm verloren hätte ging es nicht anders. Hast du es schon mit Karotte oder Pastinake Babybrei versucht? Das haben meine 3, die ich schon päooeln musste immer ganz gerne gefressen. Mäxli ging sogar von ganz alleine an die Spritze, allerdings nur auf dem Küchentisch. Im Gehege nahm er nichts an.
Mit Rimadyl kenne ich mich nicht aus, meine Zahnis bekamen als Antibiotikum Veracin (Knuffelchen) bzw. Clindamycin (Mäxli). Da bei Mäxli der Kieferknochen stark betroffen war hat kein anderes AB funktioniert. Ich musste es ihm 2x täglich spritzen, da es oral von Kaninchen sehr schlecht vertragen wird.
Gegen die Schmerzen gab es anfänglich Metacam und bei Mäxli zusätzlich noch Novalgin.
Falls du es mal nachlesen willst, hier findest du es ausführlicher:
[URL]http://www.kaninchenforum.de/kaninchenkrankheiten-gesundheit/29267-knuffelchen-m%E4xli.html[/URL]

Lass dich davon nicht schocken, mir wird's heute selbst noch ganz anders wenn ich es wieder lese




Benutzerbild von mausefusses
Kaninchen
 
Registriert seit: 11.08.2010
Beiträge: 4.990
mausefusses befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 15.05.2014, 14:49

ok!

Zitat:
Es ist gut zu wissen, dass sogar Kaninchen mit weniger Zähnen ein schönes Leben führen! Meinst du, ich sollte päppeln, obwohl er selbstständig frisst? Von seinem "Normalgewicht" ist er etwa ein halbes Kilo entfernt, da er ja schon seit längerem nicht gut gefuttert hat. Reserven hat er also nicht mehr... Aber freiwillig mag er keinen Brei. Weder mit Möhre, noch mit Haferflöckchen oder Basilikum drin. Nur eben Erbsenflocken usw. Siehe oben. Es geht aber zumindest von der Munterkeit aufwärts. Dafür sifft der Abszess weiter vor sich hin... Wird weiterhin gespült. Sonst kann man ja nichts machen, oder? Kannst du was zur Dosierung von Rimadyl sagen? Wie hoch kann man denn gehen? Im Übrigen ist unsere TA gerade im Urlaub...
Päppeln ja, aber auf keinen Fall unter Zwang und auch nicht mit Brei wenn er fressen kann und will.
Diese Breis sind eine Noterhaltungsnahrung bei Tieren die nichts fressen, zunehmen kann man damit nicht.
Biete ein paar Haferflocken, Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne tec. zusätzlich an. Ansonsten wird er so oder so zunehmen wenn er wieder gut frißt. Wenn Du die Möglichkeit hast: Wiese ist zum zunehmen auch wunderbar geeignet.

Gute Besserung!




Benutzerbild von knuffelchen
Kaninchen
 
Registriert seit: 26.10.2012
Beiträge: 3.566
knuffelchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 15.05.2014, 17:33

Zitat:
Zitat von mausefusses Beitrag anzeigen
Päppeln ja, aber auf keinen Fall unter Zwang und auch nicht mit Brei wenn er fressen kann und will.
Das würde ich jetzt nicht so sagen. Mäxli konnte und wollte nach seinen OPs auch fressen. Er fraß nur so langsam, dass er einfach nicht genug Nahrung aufgenommen hat. Zudem musste er seine Fresstechnik an sein Gebiss anpassen, das dauerte auch seine Zeit.
Er war ja immer am Futter am mümmeln und hat trotzdem abgenommen.
Da ist dann Päppeln einfach angebracht.
Zugenommen hat er dadurch nicht, aber die stetige Gewichtsabnahme konnte ich so einigermaßen stoppen.




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Kaninchen
 
Registriert seit: 11.08.2010
Beiträge: 4.990
mausefusses befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 15.05.2014, 17:43

Zitat:
Das würde ich jetzt nicht so sagen. Mäxli konnte und wollte nach seinen OPs auch fressen. Er fraß nur so langsam, dass er einfach nicht genug Nahrung aufgenommen hat. Zudem musste er seine Fresstechnik an sein Gebiss anpassen, das dauerte auch seine Zeit.
Ein Tier das fressen will frißt dann aber Brei eigentlich freiwillig, ohne Zwang.
Zwang finde ich immer etwas übel und nur als absolute Notsituation tragbar.

Das Tier um das es hier geht frißt aber wohl jetzt ganz normal selber, so habe ich es jedenfalls verstanden.
Zitat:
Meinst du, ich sollte päppeln, obwohl er selbstständig frisst?




Ninchen
 
Registriert seit: 10.12.2011
Beiträge: 5
Schlappohr1402 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 16.05.2014, 21:29

Jo. Wir harren der Dinge, aber es geht wohl aufwärts. Zum Glück wird es jetzt endlich wieder wärmer, dieses nass-kalte Wetter war auch nicht förderlich. Das Schmerzmittel habe ich jetzt abgesetzt und es ist keine Änderung eingetreten. Tommy frisst sowieso momentan am liebsten "Junk Food" und Knabbereien, darf er ja auch. ;-) Wiese steht ja ganztägig zur Verfügung, allerdings ist das meiner Erfahrung nach eher eine schlankeren Figur zuträglich. Zumindest sind sie im Winter bei Gemüsefütterung moppeliger. Eibe Frage stellt sich noch: wie merkt man denn, dass die Zähne wieder gekürzt werden müssen?




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Kaninchen
 
Registriert seit: 26.10.2012
Beiträge: 3.566
knuffelchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 16.05.2014, 21:39

Wenn er langsamer frisst, dann müssen die Zähne gekürzt werden.
Oder es wird mit der Zeit zum Erfahrungswert. Ich bin anfangs alle 4 Wochen zum TA, dann alle 5 und jetzt haben wir gemerkt, dass alle 6 Wochen reichen.
Das kommt halt auf die Zähne und das Futter an.



 
 
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