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Kaninchendame kastrieren lassen??? auf Kaninchen Forum

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Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 17.01.2013
Beiträge: 30
atomflunder befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 05.03.2014, 18:01

Kaninchendame kastrieren lassen???


Hallo, ich brauche mal wieder einen Rat von euch.

Unsere Clara ist jetzt 1 Jahr und 3 Monate und mehr als nur lebhaft. Es ist ja schön wenn sie rennt und springt und hüpft, aber es ist ein wenig zu viel. Unser Rammler hat seit ein paar Wochen keine Ruhe mehr. Wenn sie mal nicht schläft oder frisst ist sie nur am rammeln und jagen. Zudem ist sie ständig nur im Klo und buddelt im Einstreu (dieses Kratzgeräusch! ), obwohl es auch eine große Kiste Sand gibt. Wenn ich z.B. aufstehe und zum Gehege gehe, springt sie gleich raus dem Klo, weil sie ganz genau weiß das sie das nicht machen soll. Aber immer wieder springt sie rein und scharrt das ganze Streu durcheinander

Ich habe ein wenig Angst das es unserem Ralphie irgendwann mal zu viel wird. Auch wenn man sie in der Wohnung laufen lässt springt sie überall rein und hoch. Egal ob im Gehege oder draußen, sie verliert Köttel und macht ab und an kleinere Pfützen. Teilweise auch Spritzer und das alles natürlich nicht im Klo. Ich war vor einigen Tagen in einer Tierklinik und hab sie mal vorgestellt, beide Ärzte meinten das eine Kastra wohl nichts bringen wird und sie vom Wesen her einfach so sein wird. Nach einer Kastra muss keine Besserung eintreten.

Wie gesagt, es geht schon seit einigen Wochen so. Vor einiger Zeit war Ralphie krank, Verstopfung ausgelöst durch einen Schiefstand der Backenzähne. In der Zeit der Behandlung hatten wir beide teilweise getrennt, er kam mit ihr im Gehege nicht zur Ruhe. Sie hat auch nur ihre Blume oben. Wie als würde sie jeden Moment zum Angriff übergehen. Eigentlich hat sich Ralphie auch immer gewehrt dagegen. Er hat dann den Spieß umgedreht, sie gejagt und gerammelt (er ist natürlich kastriert!), das macht er schon seit einer Weile nicht mehr. Er bleibt still liegen, so nach dem Motto "Nee...keinen Bock auf die Alte!" Ich will sie nicht der Narkose und allem unterziehen wenn es am Ende nichts bringt.

Was hat euch dazu bewegt eure Kaninchendame zu kastrieren und hat sich ihr Verhalten danach wirklich gebessert?


Vielen Dank schonmal für eure Antworten



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Benutzerbild von Lupine
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 05.03.2014, 19:04

Mich hat bewegt meine Jule kastrieren zu lassen, dass sie eine Gebärmutterveränderung hatte.

Eines vorweg: sie war auch sehr lebhaft, geradezu explosiv. Und daran hat sich nichts geändert.

Was sich geändert hat, war dass sie nicht mehr scheinschwanger wurde. Sie hat geringfügig weniger markiert als vorher, aber wirklich nur geringfügig.

Ich würde folgendes vorschlagen, falls das im Checkup noch nicht enthalten war: einen Ultraschall von Gebärmutter und Eierstöcken. Dann kann man sehen, ob eine Gebärmutterveränderung Mit-Ursache des Verhaltens ist.

Außerdem solltet ihr sie gründlichst durchchecken lassen ob sie möglicherweise eine schmerzhafte Erkrankung hat.

Bei Jule habe ich vom Verhalten her die Erfahrung gemacht, dass ihr der Platz mit dem die anderen beiden gut auskamen nicht reichte. Sie brauchte unheimlich viel Bewegung und auch Anregung und Beschäftigung. Das habe ich erreicht indem ich sie übers Futter beschäftigt habe, nämlich viel blättriges und damit energiearmes Futter gegeben habe so dass sie recht lange mit fressen beschäftigt war, und außerdem ihr die Bewegungsmöglichkeiten gegeben haben die sie brauchte.




Benutzerbild von Keks3006
Kaninchen
 
Registriert seit: 24.01.2012
Beiträge: 4.002
Keks3006 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 05.03.2014, 19:24

Ich habe eine Kaninchendame kastrieren lassen, weil sie so oft scheinschwanger war, und die andere, nachdem sie eine Gebärmutterentzündung hatte. Ich persönlich würde Weibchen aber grundsätzlich kastrieren lassen, um späteren Gebärmutterveränderungen vorzubeugen, die bei Kaninchenmädels leider sehr häufig vorkommen. Ob sich das Verhalten dadurch ändert oder nicht, ist dabei eher nebensächlich.

Eine Verhaltensänderung durch die Kastration tritt nur ein, wenn ihr Verhalten vorher hormonell oder durch bereits bestehende Gebärmutterprobleme bedingt war. Das weiß man vorher nicht.

Auf dem Ultraschall sind nicht alle Veränderungen auch sichtbar. Kann man machen, aber ein negativer Befund ist nicht 100%ig sicher.



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Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 17.01.2013
Beiträge: 30
atomflunder befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 08.03.2014, 03:00

Der TA bemerkte beim tasten nichts an der Gebärmutter. Alles normal und in Ordnung. Wir haben sie seit über einem Jahr und sie ist vom Verhalten her schon immer so. Wäre sie ein Mensch, sie hätte jeden Tag gute Laune und fände alles toll

Habt ihr zufällig einen Tipp was man gegen dieses Kratzgeräusch machen kann? Die Schale ist schon glatt, keine Unebenheiten, Rillen, o. ä. Es klingt so schrecklich, wie damals in der Schule wenn jemand mit Fingernägeln über die Tafel kratzt ...irgendwann kann mans nicht mehr hören.

Ich danke euch!




Benutzerbild von Minerva
Kaninchen
 
Registriert seit: 19.10.2013
Beiträge: 42.082
Minerva befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 08.03.2014, 12:46

Vielleicht kannst du gegen die lästigen Kratzgeräusche eine Steinplatte in die Schale legen. Geräusche sind dann natürlich nicht zu vermeiden, aber sie sind für die Ohren vielleicht angenehmer.

Wenn keine gesundheitlichen Probleme dafür sprechen, würde ich eine Kaninchendame nicht kastrieren lassen.
Freu dich doch, dass sie so lebhaft ist! Das Partnertier wird dadurch nicht gestört, solange er genug frisst und sich auch entspannt zeigt, ist doch alles ok.



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Vergangenheit ist Geschichte,
Zukunft ist ein Geheimnis,
aber jeder Augenblick ist ein Geschenk.



Ninchen
 
Registriert seit: 12.03.2014
Beiträge: 29
Pustekuchen91 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.03.2014, 09:28

Hallo,

meine beiden Kaninchendamen fingen erst an sich zu beißen. Danach fing die eine an genau wie deine in meinem Zimmer zu markieren und schein schwanger zu sein.

Sie hat ihre Schwester nicht mehr in Ruhe gelassen.

Die Tierärzte Haben mir geraten (und zwar alle Tierärzte hier in der Gegend) ein Kaninchen wegzugeben. Doch das konnte ich nicht, ich wollte es wenigstens probieren.

Also habe ich beide kastrieren lassen. Es läuft super. Ich konnte mir beide Gebärmüttern angucken und Cookies (die scheinschwangere) Gebärmutter wär deutlich größer (dadurch dass sie bereits geschlechtsreif war). Man konnte deutlich den Folikel sehen. Die Tierärztin meinte dass Cookie eine Kandidatin für Gebärmutterkrebs gewesen wäre.

Die Wochen danach waren anstrengen, weil sie viel pflege und Aufmerksamkeit brauchten. Aber das sind sie mir immer wieder wert!

Ich bereue es keinen Moment.




Kaninchen
 
Registriert seit: 17.12.2012
Beiträge: 7.295
Angora-Angy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.03.2014, 10:36

Zitat:
Zitat von Keks3006 Beitrag anzeigen
Ich persönlich würde Weibchen aber grundsätzlich kastrieren lassen, um späteren Gebärmutterveränderungen vorzubeugen, die bei Kaninchenmädels leider sehr häufig vorkommen.
Dann lass bei der Gelegenheit auch gleich Herz, Magen, Leber, Niere und alle anderen Organe entfernen. Es kommen ja auch Herzprobleme, Verstopfung und Durchfall, Lebertumore, Nierenerkrankungen und dergleichen häufig vor...

Eine Weibchenkastration ist ein schwerwiegender Eingriff. Eigentlich auch illegal, das Tierschutzgesetz schreibt eindeutig vor, dass das Entfernen von Körperteilen/-geweben ohne medizinische Indikation VERBOTEN ist! Reine Vorbeugung ist NICHT ausreichend! Selbst die routinemäßige Kastration der männlichen Tiere ist theoretisch nicht statthaft, da steht allerdings die Regelung dagegen, dass die Kastration dann auch ohne medizinische Notwendigkeit erlaubt ist, wenn sie für die artgemäße Haltung des betreffenden Tieres notwendig ist.



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Benutzerbild von Keks3006
Kaninchen
 
Registriert seit: 24.01.2012
Beiträge: 4.002
Keks3006 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 13.03.2014, 02:08

Zitat:
Zitat von Angora-Angy Beitrag anzeigen
Dann lass bei der Gelegenheit auch gleich Herz, Magen, Leber, Niere und alle anderen Organe entfernen. Es kommen ja auch Herzprobleme, Verstopfung und Durchfall, Lebertumore, Nierenerkrankungen und dergleichen häufig vor...

Eine Weibchenkastration ist ein schwerwiegender Eingriff. Eigentlich auch illegal, das Tierschutzgesetz schreibt eindeutig vor, dass das Entfernen von Körperteilen/-geweben ohne medizinische Indikation VERBOTEN ist! Reine Vorbeugung ist NICHT ausreichend! Selbst die routinemäßige Kastration der männlichen Tiere ist theoretisch nicht statthaft, da steht allerdings die Regelung dagegen, dass die Kastration dann auch ohne medizinische Notwendigkeit erlaubt ist, wenn sie für die artgemäße Haltung des betreffenden Tieres notwendig ist.

Ja genau, ein super Vergleich. Entfernen wir das Herz, ist das Kaninchen tot. Entfernen wir die Gebärmutter, kommt es super ohne klar. Entfernen wir den Magen, ist das Kaninchen tot. Entfernen wir die Gebärmutter, kommt es super ohne klar. Sorry, aber der Vergleich hinkt nicht nur, der ist schlichtweg falsch.

Laut Statistik liegt das Risiko eines Gebärmuttertumors bei Kaninchen bei ca. 80%. Das kann ich einfach ignorieren (die leichteste Variante...) oder ich kann es ernst nehmen und regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen (ohne Garantie auf rechtzeitige Entdeckung von Veränderungen) oder ich kann kastrieren lassen und das Krebsrisiko dadurch enorm senken.

Und so viel zum Thema "Kastrationen sind illegal":

(TierSchG, 2010), § 6:
„(1) Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres. Das Verbot gilt nicht, wenn
1. der Eingriff im Einzelfall nach tierärztlicher Indikation geboten ist oder bei jagdlich zu führenden Hunden für die vorgesehene Nutzung des Tieres unerläßlich ist und tierärztliche Bedenken nicht entgegenstehen,
2. ein Fall des § 5 Abs. 3 Nr. 1, 1a oder 7 vorliegt,
3. ein Fall des § 5 Abs. 3 Nr. 2 bis 6 vorliegt und der Eingriff im Einzelfall für die vorgesehene Nutzung des Tieres zu dessen Schutz oder zum Schutz anderer Tiere unerläßlich ist,
4. das vollständige oder teilweise Entnehmen von Organen oder Geweben zum Zwecke der Transplantation oder des Anlegens von Kulturen oder der Untersuchung isolierter Organe, Gewebe oder Zellen erforderlich ist,
5. zur Verhinderung der unkontrollierten Fortpflanzung oder - soweit tierärztliche Bedenken nicht entgegenstehen - zur weiteren Nutzung oder Haltung des Tieres eine Unfruchtbarmachung vorgenommen wird.“

Das bedeutet doch nicht, dass die Kastration der Böckchen "theoretisch nicht statthaft" ist, aber halt geduldet wird, weil man Kaninchen sonst nicht artgerecht halten kann. Das bedeutet, dass man Tieren keine Körperteile oder Organe entfernen darf, es sei denn, es handelt sich um eine Kastration. Das ist ein großer Unterschied! Denn das bedeutet dann, dass Kastrationen grundsätzlich gestattet sind. Und zwar nichtmal nur, um unkontrollierte Fortpflanzung zu verhindern, sondern auch generell "zur weiteren (...) Haltung des Tieres". Keine Ahnung, warum da immer wieder reininterpretiert wird, dass man Tiere streng genommen nicht kastrieren lassen darf...?!

Wer schon mit Gesetzen kontert, sollte sie auch richtig lesen Sorry. Konnte mir die Bemerkung nicht verkneifen.

Und was Weibchenkastrationen betrifft, fallen die genauso unter Punkt 5 wie Böckchenkastrationen. Aber durchaus auch unter Punkt drei, denn eine Weibchenkastration geschieht zum Schutz des Tieres vor dem nicht zu verachtenden Krebsrisiko.

So oder so sind Kastrationen definitiv NICHT illegal! Auch nicht rein theoretisch oder strengenommen oder ...

Natürlich ist eine Kastration nicht zu unterschätzen. Aber bei einem erfahrenen Arzt ist das Risiko nicht viel größer als bei anderen OPs auch.



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Geändert von Keks3006 (13.03.2014 um 02:11 Uhr).

Kaninchen
 
Registriert seit: 17.12.2012
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Angora-Angy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 13.03.2014, 09:05

Trotzdem halte ich es für absoluten Bullshit, Organe zu entfernen, weil sie möglicherweise irgendwann vielleicht mal erkranken könnten. Prominentes Beispiel ist Angelina Jolie, die sich die Brüste hat abnehmen lassen aus Angst vor Brustkrebs. Wie bekloppt ist das denn?
Mit der Interpretation des Gesetzes magst du Recht haben.



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Benutzerbild von Lupine
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Registriert seit: 09.08.2009
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Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 13.03.2014, 09:22

Das was Angelina Jolie gemacht hat ist absolut nicht bekloppt, Angy. Es wäre bekloppt, wenn sie nicht nachweislich die hohe Disposition für die Erkrankung gehabt hätte. Aber das hat sie, und in solch einem Fall würde ich diese Entscheidung ebenfalls treffen. Aber es ist ein hinkender Vergleich, denn niemand kann das Risiko für Gebärmutterveränderungen beim Kaninchen ausreichend gut bestimmen, um die gleiche Entscheidungsgrundlage zu liefern.

@Keks3006:

Vorsicht, die von dir zitierten Stellen im Gesetzestext rechtfertigen nicht unbedingt eine Ovariohysterektomie, nicht einmal zwangsläufig eine Kastration. Unfruchtbar machen kann man auf verschiedenen Wegen, z. B. durch eine Sterilisation. Bei Rammlern ist es so, dass wegen ihres hochaggressiven Verhaltens unter beschränkten Platzbedinungen eine Entfernung der Keimdrüsen notwendig erscheint.

Bei Häsinnen ist das aber anders, weil das Risiko-Nutzen-Verhältnis einer Ovariohysterektomie ganz anders ausfällt. Unfruchtbar machen könnte man eine Häsin auch durch eine Sterilisation oder durch eine Entfernung der Keimdrüsen (einfache Kastration), diese Eingriffe sind durchaus kleiner als eine Ovariohysterektomie. Für diese muss also eigentlich ein medizinischer Grund vorliegen (z. B. Vergrößerung oder Veränderung der Gebärmutter, oder zumindest die Vermutung hierauf).

Tierärztliche Bedenken dürfen nicht entgegenstehen, das ist ein ganz wichtiger Satz im Gesetz. Und da ist eine Auslegung extrem schwierig. Was sind tierärztliche Bedenken? Einer legt es großzügig aus und sagt: Na ja, es kann natürlich schief gehen, aber obwohl ich keine Hinweise auf eine Gefährdung der Gesundheit habe, habe ich trotzdem keine Bedenken. Ein anderer sagt: Wenn die Gebärmutter jetzt unverändert ist, halte ich das Risiko einer Operation gemessen an ihrem Wert für zu hoch.

Vorbeugende Ovariohysterektomien sind tatsächlich bei normalerweise in Gehegen lebenden Tieren wie Kaninchen rechtlich umstritten. Und obwohl ich eine Häsin an einem zu spät entdeckten Gebärmuttertumor verloren habe, würde ich nicht vorsorglich kastrieren lassen.

Noch eine Anmerkung, die vielleicht wichtig ist, da ich das Gefühl habe dass das zu wenig bekannt ist:

Mit einer Ovariohysterektomie lässt sich das Risiko nicht auf Null senken! Denn es verbleibt ein Reststumpf der Vagina, und an dessen Ende kann sich ebenfalls Krebs entwickeln. Man kann das Risiko also zwar vermindern, aber nicht ausschließen.




Benutzerbild von Selkie
Moderatorin
 
Registriert seit: 20.12.2009
Beiträge: 19.449
Selkie befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 13.03.2014, 09:33

Ist die Zippe denn dauerhaft so Wild?

Ich hab die erfahrung gemacht, dass meine Zippen immer ewas aktiver und wilder waren als die Rammler. Insbesonder in jungen Jahren. Aber das ist für mich kein Grund ein Kaninchen kastrieren zu lassen.
Ich denke man sollte nur dann Kastrieren lassen, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht (häufige Scheinschwangerschaften, diagnostizierte Veränderungen der Gebährmutter...).

Wegen dem Kratzen: Das kann einen richtig in den Wahnsinn treiben. Ich kenn das. In einem der Katzenklos von meinem zwei sind richig tiefe Kratzspuren.

Bei mir wird die Buddelkiste seit da Erde drin ist lieber genutzt. Zudem hab ich dafür gesorgt, dass die Kaninchen leichter in die Kiste kommen.
Vielleicht gefällt deiner Zippe ja auch der Kisteninhalt nicht?



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Man kann nicht glücklich sein ohne manchmal auch unglücklich zu sein.

(Quelle: Oliver, Lauren: Delirium)




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Kathy566 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 13.03.2014, 12:58

Ich habe meine Kaninchendame auch kastrieren lassen. Sie war auch häufig scheinschwanger. Ich bin der Meinung, dass es einfach sinnvoll ist zu kastrieren, auch wenn es noch keine Gebärmutterveränderungen gibt. Das ist zwar eine ziemlich große OP, aber ich sehe das ähnlich wie bei Hunden auch. Da machen es auch ganz ganz viele Leute einfach so.
Mein TA ist auch der Meinung. Man erspart den Tieren den ständigen Check-up-Stress im Alter und es ist einfach so, dass es im Alter viel öfter zu solchen Veränderungen kommt, nur dann ist es manchmal schon zu spät oder die OP wird noch riskanter wegen des Alters.

Wenn man sowieso keine Jungen will und die Weibchen fit und vital sind, denke ich da eher pragmatisch. Wenigstens das Krebsrisiko ist dann schon mal gebannt. Es gibt ja so schon genug



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Ganz liebe Grüße von Kathy und ihren Lieblingen



Lily, 08.03.2011 - 19.11.2011
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Für immer unvergessen in meinem Herzen Wir werden uns wiedersehen.

Kaninchenschutz e.V. Helfen mit Herz



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Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 13.03.2014, 14:15

Die Checkups sind trotzdem eigentlich nötig, Kathy566. Das ist das, was ich vorhin schon angesprochen habe:

Die Krebsgefahr ist NICHT vollständig gebannt dadurch. Es gibt Fälle, wo sich der Krebs von der nicht mehr vorhandenen Gebärmutter auf den Stumpf verlagert der im Körper verbleibt. Auch wenn solche Fälle sicher nicht häufig anzutreffen sind - ein Restrisiko bleibt trotz Kastra.




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Keks3006 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 13.03.2014, 15:17

Katzen z.B. werden reihenweise kastriert, auch wenn sie nur im Haus leben, um ihnen den Stress einer Rolligkeit und mögliche Komplikationen der Gebärmutter zu ersparen. Warum sollte das bei Katzen rechtens sein (ich habe noch nie einen Tierarzt getroffen, der sich gegen eine Katzen-Kastration ausgesprochen hätte), aber bei Kaninchen nicht?!

Ich kann mich Kathy nur anschließen.

Und was das Erkrankungsrisiko betrifft: Ich habe zwei Mädels. Die eine hatte zum Zeitpunkt der Kastra eine vergrößerte, flüssigkeitsgefüllte Gebärmutter, die andere eine blutige Gebärmutterentzündung (die ich nur durch absolut glückliche Zufälle überhaupt entdeckt habe). Beide waren noch sehr jung (1 Jahr und vier Monate sowie 9 Monate). Klar, im ersten Fall kann man nicht sagen, ob die Veränderungen im Laufe der Zeit problematisch geworden wären. Aber stutzig macht mich das doch.

Angelina Jolies Brustamputation hat auch nicht zu einem Brustkrebsrisiko von 0% geführt. Ein Restrisiko bleibt immer. Aber dieses ist nun mal wirklich signifikant kleiner als vorher.

Ich denke, dass jeder selbst entscheiden muss, ob ihm für seine Kaninchen das OP-Risiko oder das Krebsrisiko (bzw. das Risiko anderer Veränderungen wie Entzündungen) lieber ist. Ich verstehe absolut, wenn jemand die OP nicht vorsorglich machen lässt. Aber wenn man die Kastration verschreit, weil man das Risiko von Gebärmutterkrebs für so verschwindend gering hält, dass man es auch unter den Tisch fallen lassen kann - das verstehe ich nicht. Ist ja nicht so, als würden alle, die präventive Kastrationen ablehnen, deshalb regelmäßig Ultraschalle durchführen lassen o.ä..



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Benutzerbild von Lupine
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Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 13.03.2014, 16:01

Zitat:
Zitat von Keks3006 Beitrag anzeigen
Angelina Jolies Brustamputation hat auch nicht zu einem Brustkrebsrisiko von 0% geführt. Ein Restrisiko bleibt immer. Aber dieses ist nun mal wirklich signifikant kleiner als vorher.
Das ist richtig, und hier liegt ein großer Unterschied zu den Kaninchen. Denn es gibt keine verlässliche Statistik wie groß das Risiko tatsächlich ist. Im Gegenteil, die extrem hohe Quote die oft angegeben wird (ich glaube sie liegt bei 80 %) soll sich auf eine Häufung in bestimmten Zuchtlinien beziehen, die wohl tatsächlich ein verstärktes Risiko tragen - ähnlich dem, das zu Jolies Entscheidung für die Amputation führt. Nur können diese Linien nicht so einfach festgestellt werden. Das würde vieles leichter machen, unter anderem auch die Entscheidung für eine durchaus lebensgefährliche Operation.

Zitat:
Ich denke, dass jeder selbst entscheiden muss, ob ihm für seine Kaninchen das OP-Risiko oder das Krebsrisiko (bzw. das Risiko anderer Veränderungen wie Entzündungen) lieber ist. Ich verstehe absolut, wenn jemand die OP nicht vorsorglich machen lässt.
Ja, jeder muss selbst entscheiden, er muss sich nur wirklich klar darüber sein dass die OP kein Pappenstiel ist und der Erfolg längst nicht so 100%ig wie er oft vermutet wird.

Zitat:
Aber wenn man die Kastration verschreit, weil man das Risiko von Gebärmutterkrebs für so verschwindend gering hält, dass man es auch unter den Tisch fallen lassen kann - das verstehe ich nicht.
Tut das jemand hier? Ich wüsste spontan keinen. Das Risiko ist da. Nur bezweifle ich ob es wirklich so hoch ist wie immer mal durchs Internet geistert, denn es gibt durchaus sehr kritische Stimmen zu dieser Angabe.

Zitat:
Ist ja nicht so, als würden alle, die präventive Kastrationen ablehnen, deshalb regelmäßig Ultraschalle durchführen lassen o.ä..
Entwurmst du deine Kaninchen regelmäßig präventiv? Werden sie in regelmäßigen Abständen mit einem Kokzidostatikum behandelt?

Jeder muss selbst entscheiden ob er lieber die OP-Risiken in Kauf nimmt oder nicht, wenn es um die Krebsgefahr geht. Der Meinung bist du genauso wie ich. Damit können beide Seiten durchaus leben denke ich.

Geht es aber ums Verhalten - und das war ja die eigentliche Frage! - dann ist meine Antwort ganz klar: Finger weg von der OP! Eine OP ist niemals eine "Verhaltenstherapie".



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Geschrieben am 14.03.2014, 01:23

Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen
Das ist richtig, und hier liegt ein großer Unterschied zu den Kaninchen. Denn es gibt keine verlässliche Statistik wie groß das Risiko tatsächlich ist. Im Gegenteil, die extrem hohe Quote die oft angegeben wird (ich glaube sie liegt bei 80 %) soll sich auf eine Häufung in bestimmten Zuchtlinien beziehen, die wohl tatsächlich ein verstärktes Risiko tragen - ähnlich dem, das zu Jolies Entscheidung für die Amputation führt. Nur können diese Linien nicht so einfach festgestellt werden. Das würde vieles leichter machen, unter anderem auch die Entscheidung für eine durchaus lebensgefährliche Operation.
Im Kaninchenschutzforum berichtete eine Groß-PS mal über eine (fast?) 100%ige Trefferquote für Gebärmutterveränderungen bei Kaninchenweibchen über 5 Jahren. Betrifft zwar nicht nur konkret Krebs, ist aber trotzdem nicht zu verachten bei gut 50 Weibchenkastrationen mit normalen Mix-Kaninchen. Das finde ich persönlich erschreckender als alle Statistiken.

Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen

Entwurmst du deine Kaninchen regelmäßig präventiv? Werden sie in regelmäßigen Abständen mit einem Kokzidostatikum behandelt?
Natürlich nicht. Aber ich gebe vorsorglich Kotproben ab und pflücke die ganze Wiesensaison über wurmkillende Kräuter

Davon mal abgesehen stirbt ein erwachsenes, gesundes Kaninchen nicht urplötzlich an einem Wurmbefall, die Schwere ist eine andere. Wenn dem so wäre, wäre die präventive Entwurmung sicherlich anders zu bewerten. Beispiel: präventive Kokzidienbehandlung bei Jungtieren aus Notfällen, die akut in einer Stresssituation stecken und bei denen Koki-Befall wahrscheinlich und möglicherweise tödlich ist.

Zitat:
Zitat von Lupine Beitrag anzeigen

Jeder muss selbst entscheiden ob er lieber die OP-Risiken in Kauf nimmt oder nicht, wenn es um die Krebsgefahr geht. Der Meinung bist du genauso wie ich. Damit können beide Seiten durchaus leben denke ich.

Geht es aber ums Verhalten - und das war ja die eigentliche Frage! - dann ist meine Antwort ganz klar: Finger weg von der OP! Eine OP ist niemals eine "Verhaltenstherapie".
Klar, dem schließe ich mich an, wenn es nur um lebhafte Tiere geht, die dem Halter zu anstrengend sind o.ä..

Wenn ein Kaninchen aber permanent unter hormonellem Stress steht und daher extreme Verhaltensweisen an den Tag legt (starkes Fellrupfen bei sich und anderen, auffallende Aggressivität, ...), denke ich persönlich, dass es durchaus im Sinne des Tieres sein könnte, den Stress zu beenden. Ob das Tier ohne Stress tatsächlich besser dran ist oder ob das ein positiver Stress ist, weiß ich aber natürlich nicht.

Übrigens möchte ich nochmal sagen, dass ich auch nicht leichtfertig irgendwo kastrieren lasse. Ich fahre über 150km durch die Weltgeschichte, damit die Mädels für die OP bei einem Tierarzt landen, der sich WIRKLICH darauf versteht. Bei jemandem, der solche OPs täglich macht, seit Jahren, und sich darin mehr und mehr perfektioniert, halte ich das OP-Risiko für absolut vertretbar. Von meinen normalen Tierärzten würde ich auch kein Weibchen kastrieren lassen.



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Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 14.03.2014, 09:02

Zitat:
Zitat von Keks3006 Beitrag anzeigen
Wenn ein Kaninchen aber permanent unter hormonellem Stress steht und daher extreme Verhaltensweisen an den Tag legt (starkes Fellrupfen bei sich und anderen, auffallende Aggressivität, ...), denke ich persönlich, dass es durchaus im Sinne des Tieres sein könnte, den Stress zu beenden.
Richtig - nur sollte man meiner Ansicht nach vorher die Wahrscheinlichkeit eingrenzen mit der Hormone an dem Verhalten "schuld" sind. Das ist ja durchaus möglich, teils bereits durch Verhaltensänderungen.

Der Bericht der Groß-PS aus dem KSF interessiert mich. Kannst du mir mal den Link zukommen lassen? Für diese Häufung muss es eine Erklärung geben, denn ich kenne einfach zu viele Häsinnen deutlich über 5 Jahre, die keine Probleme mit der Gebärmutter haben, um solch hohe Quoten als gegeben anzunehmen.

Auch interessiert mich der weitere Lebensweg der Häsinnen, insbesondere die Frage ob eine oder mehrere dieser kastrierten Häsinnen möglicherweise später an einer anderen Art von Krebs erkrankten.




Kaninchen
 
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Angora-Angy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 14.03.2014, 09:56

Zitat:
Zitat von Keks3006 Beitrag anzeigen
Katzen z.B. werden reihenweise kastriert, auch wenn sie nur im Haus leben, um ihnen den Stress einer Rolligkeit und mögliche Komplikationen der Gebärmutter zu ersparen. Warum sollte das bei Katzen rechtens sein (ich habe noch nie einen Tierarzt getroffen, der sich gegen eine Katzen-Kastration ausgesprochen hätte), aber bei Kaninchen nicht?!
Weil Katzen unkontrolliert durch die Gegend steunen, bei Rolligkeit jede Möglichkeit des Ausbruchs finden und sich genauso karnickelmäßig vermehren. Bei Kaninchen im Haus kann man die Vermehrung sehr gut kontrollieren. Freilebende Streunerkatzen sind futtermäßig deutlich eingeschränkter als Pflanzenfresser, die eine wesentlich solidere Ernährungsgrundlage haben, auch in der Stadt. Deshalb führen unkastrierte Katzen, ob beabsichtigte Freigänger oder Ausbrecher, zu immensem Tierleid. Hierbei gilt dann die Devise "Das Wohl Vieler wiegt schwerer als das Wohl des Einzelnen".




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Keks3006 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 14.03.2014, 15:25

Lupine, ich schaue später mal nach, ob ich den Thread wiederfinde. Ist schon echt lange her. Wenn nicht, schicke ich dir den Namen der Userin, damit du sie anschreiben kannst.

Zitat:
Zitat von Angora-Angy Beitrag anzeigen
Weil Katzen unkontrolliert durch die Gegend steunen, bei Rolligkeit jede Möglichkeit des Ausbruchs finden und sich genauso karnickelmäßig vermehren. Bei Kaninchen im Haus kann man die Vermehrung sehr gut kontrollieren. Freilebende Streunerkatzen sind futtermäßig deutlich eingeschränkter als Pflanzenfresser, die eine wesentlich solidere Ernährungsgrundlage haben, auch in der Stadt. Deshalb führen unkastrierte Katzen, ob beabsichtigte Freigänger oder Ausbrecher, zu immensem Tierleid. Hierbei gilt dann die Devise "Das Wohl Vieler wiegt schwerer als das Wohl des Einzelnen".
Ich habe von Katzen im Haus gesprochen, die definitiv nicht rauskommen. Soll es geben Genauso, wie man ein Gehege mardersicher bekommt, bekommt man auch eine Wohnung/einen Garten sicher gegen Katzenausbrüche. Mir ist schon klar, dass freilaufende Katzen und Streuner grundsätzlich kastriert sein müssen. Von denen war nicht die Rede.



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Angora-Angy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 14.03.2014, 16:28

Zitat:
Zitat von Keks3006 Beitrag anzeigen
Ich habe von Katzen im Haus gesprochen, die definitiv nicht rauskommen. Soll es geben Genauso, wie man ein Gehege mardersicher bekommt, bekommt man auch eine Wohnung/einen Garten sicher gegen Katzenausbrüche. Mir ist schon klar, dass freilaufende Katzen und Streuner grundsätzlich kastriert sein müssen. Von denen war nicht die Rede.
und ich habe explizit geschrieben, dass auch Katzen, die nicht raus sollen, gerne mal Wege finden, wenn sie unbedingt wollen. Die sind schneller als so mancher Besitzer, wenn der durch die Tür kommt.



 
 
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