 | Kaninchen | | Registriert seit: 09.08.2009
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Geschrieben am
28.05.2013, 20:05
| | | | Generell kann man das nicht sagen, es kommt sehr darauf an wie die Fellstruktur der Vorfahren war und wie gut bzw. schlecht sie sich weitervererbt hat. Selbst bei reinrassigen Angoras gibt es immer wieder Tiere mit mangelhaftem Fell, die extrem zum filzen neigen.
Pflegeintensiv ist jedes Langhaarkaninchen, das muss dem Halter klar sein.
Wichtig ist es, das Fell sehr engmaschig auf Verfilzungen zu kontrollieren und diese zu entfernen. Tut man das nicht, können sich darunter leicht Entzündungen oder Parasitenbefall bilden - im schlimmsten Fall kommt es zur sogenannten Myiasis, dem Fliegenmadenbefall. Sind die Fliegenmaden erst einmal geschlüpft, ist das Kaninchen binnen 24 Stunden in akuter Lebensgefahr!
Ebenfalls myiasis-gefährdet ist die Intimregion. Langhaartiere können sich hier oft schlechter sauberhalten als kurzhaarige Kaninchen. Das Fell in diesem Bereich muss sehr regelmäßig gekürzt werden, und das Kaninchen muss täglich auf Verschmutzungen kontrolliert und diese gegebenenfalls entfernt werden.
Ein weiteres Problem das bei Langhaarkaninchen oder deren Partnern häufig auftritt, ist ein sogenannter Bezoar - ein Haarballen im Magen oder im Darm. Dieser kann den Magenausgang oder Darm im schlimmsten Fall verschließen, und dadurch einen lebensgefährlichen Zustand herbeiführen. Deshalb muss man bei Langhaarkaninchen besonders sorgfältig auf die richtige Fütterung mit viel Rohfasern, und auf jeden Fall ohne Pellets oder Futterbestandteile die schnell satt machen achten. Am besten wäre eine Wiesen-Ernährung, außerdem sollte bei Köttelketten sofort reagiert werden. Das Kaninchen ist dann gründlich zu beobachten und ein geeignetes Öl zum Futter dazuzugeben.
Auch auf die Haltungsform muss geschaut werden: nicht alle langhaarigen Kaninchen sind Außenhaltungs-tauglich. Soll eine Außenhaltung ins Auge gefasst werden, muss besonders auf Wind- und Regenschutz geachet werden.
Die Einstreu darf nicht zu fein sein, sonst hängt sie sich im Fell fest und fördert das verfilzen. Meiner Erfahrung nach haben sich Holzpellets (oder, falls sie nicht angefressen werden, auch Strohpellets) mit einer Auflage aus hochwertigem, nicht zerfasertem oder stark gebrochenem Stroh bewährt.
Richtige Angoras werden normalerweise nicht gebürstet, sondern gezupft oder geschoren. Bei ihnen würde durch das Bürsten das Fell geschädigt.
Andere Langhaarkaninchen sollten aber gebürstet werden - mindestens einmal die Woche, je nach Fellstruktur auch bis zu täglich. Das kommt auf die Güte der Begrannung an, wie gut das Fell gestützt wird und wie viel oder wenig es dadurch zum verfilzen neigt. |