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M. Geitners Meinung zum Sperrriemen (Pferd) auf Kaninchen Forum

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Kaninchen
 
Registriert seit: 19.03.2011
Beiträge: 1.144
Sabrinili befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 24.04.2013, 21:45

M. Geitners Meinung zum Sperrriemen (Pferd)


interessanter artikel von M. Geitner, den ich von facebook habe und ich denke, dass er deshalb problmelos veröffentlicht werden darf
Zitat:
M.Geitner zum Sperrriemen: "Ich höre oft die landläufigen "Argumente" für die Benutzung des Sperrriemens (Kinnriemen) wie "Mein Pferd streckt sonst die Zunge raus" oder "Das Pferd sträubt sich sonst gegen die Trense" [..] Die Fakten, die GEGEN den Einsatz des Sperrriemens sprechen, sind folgende, dazu kurz etwas zur Historie:
Der Erfinder des Englischen Kombinationshalfters hatte ursprünglich ein...e wirklich gute Idee. Die Schlaufe die vorne am Nasenband angebracht ist, wurde komplett anderes verwandt als heute. Es wurde der Riemen jeweils links und rechts durch das Gebiss, und zwar von innen nach außen, verschnallt. So konnte der Zug auf das Gebiss beschränkt werden und der Druck auf den Naserücken weiter gegeben werden.
Zudem fand der Sperrriemen Verwendung, die aus den Bedürfnissen des Militärs heraus entwickelt und angepasst wurden. Um bei Stürzen zu verhindern, dass sich die Pferde, durch weit geöffnete Mäuler, den Unterkiefer brachen, wurde ihnen der Unterkiefer mittels Sperrriemen zugeschnürt. Dadurch verringerten sich die Kieferbrüche der damaligen Pferde um 80%.
Wahrscheinlich seit den späten 70igern, kommt dem Sperrriemen nun eine sehr unglückliche, zweckentfremdete Aufgabe zu, nämlich dem Pferd das Leben schwer zu machen.
Was der Sperrriemen aber sehr deutlich einschränkt und zum Teil auch stark behindert, ist das Abschlucken des Speichels. Wenn nämlich sein Maul zugeschnürt wird, kann das Pferd nicht mehr durch das leichte Öffnen des Mauls den Druck des Trensengebisses auf den Gaumen abmildern. An der Stelle, an der das Trensengebiss gegen den Gaumen drückt, sitzen aber Nervenrezeptoren, die den Schluckreflex unterbinden und den Deckel des Kehlkopfes blockieren. Dadurch entsteht das Einspeicheln des Pferdes, was also in erster Linie ein Zeichen dafür ist, dass das Pferd seinen Speichel nicht abschluckt, aber noch lange kein Hinweis darauf, dass das Pferd korrekt "durch das Genick" geht.

Das kann jeder an sich selbst ausprobieren: Wenn man mit einem Löffel an den Gaumen drückt, dann kann man seinen Speichel nicht mehr abschlucken und es entsteht zudem ein Würgereiz. [...]

Neben vielen anderen Funktionen bildet der Speichel einen natürlichen Schutz der Magenschleimhäute des Pferdes. Wir wissen heute, dass etwa die Hälfte aller Pferde im Freizeitsport und sogar 80% der Pferde im Leistungs- und Hochleistungssport unter Magenproblemen leiden. Denn der Speichel erfüllt neben dem rein mechanischen Abtransport des bereits im Maul zerkauten Nahrungsbreis aus der Maulhöhle in den Magen noch eine Reihe weiterer ganz wichtiger Funktionen. Im Speichel befinden sich wichtige Mineralien, vor allem Natriumbikarbonat, das als chemischer "Puffer" eine Übersäuerung des Magens verhindert. Fehlt nun dieser Speichel als Säurepuffer, kommt es schnell zu einer Übersäuerung des Magens. Ist die Magenschleimhaut zum Beispiel durch Stress an manchen Stellen dünner als normalerweise, führt eine Übersäuerung des Mageninhaltes an diesen Stellen zu einem Magengeschwür, da die Magensäure - übrigens fast reine Salzsäure - an diesen Stellen die "Schutzhülle" der Magenwände einfach wegfrisst. Dieses Problem ist NICHT zu unterschätzen, da eine Erkrankung des Magens das Pferd sehr unrittig machen kann, weil es durch Anspannung der Muskulatur immer wieder versucht, den schmerzenden Magen ruhig zu stellen, damit die Magensäure nicht soviel herumschwappt. [...]

Der nächste Punkt gegen den Einsatz des Sperrriemens ist die eingeschränkte Freiheit des Kiefergelenks. Man hat festgestellt, dass, wenn das Kiefergelenk nicht richtig arbeitet bzw. festgeklemmt oder festgehalten wird, die Muskulatur des Kiefers Bewegungsstöße des Körpers, z.B. beim Laufen, nicht mehr abfedern kann. Wenn wir also einen Dauerlauf mit zusammengebissenen Zähnen laufen würde, dann würden wir uns derart die Wirbel der Wirbelsäule prellen, dass wir am Abend nicht mehr wüssten, wie wir uns überhaupt bewegen sollen. Die Pferde müssen das tagaus, tagein erleiden, und die Praxis des Sperrriemens kann Gelenkschäden bis hinunter zu den Fesselgelenken zur Folge haben. Man sagt daher: Das Kiefergelenk ist der erste Halswirbel. [...] Neben der Sicherstellung des Funktionsfähigkeit der Wirbelsäule ist die Kieferfreiheit zudem ganz wichtig für die Speichelproduktion, die vor allem durch die Ohrspeicheldrüse gesteuert wird.
Durch den Einsatz des Sperrriemens und die dadurch mögliche verursachte beeinträchtigte Funktionsfähigkeit der Ausführungsgänge der Ohrspeicheldrüse kann es zu einer Rückstauung des Speichels kommen. Dem Pferd steht keine ausreichende Menge an Speichel zur Verfügung und der vorhandene Speichel kann nicht abgeschluckt werden.Und das gerade in der stressigsten Zeit, im Training.
Da brauchen die Pferde ihren Speichel nämlich am nötigsten. [...]
Zudem verläuft genau an dem Punkt, wo der Sperrriemen sitz, die Austrittsstelle (For. Mentale) eines empfindlichen Nervs, dem Nervus mentales, der für die Haut, Muskulatur, Schleimhaut der Unterlippe, sowie für das Kinn zuständig ist.
Um es auf den Punkt zu bringen, formuliere ich das Problem des Sperrriemens folgendermaßen: Ich würde mir wünschen, dass die verschwendete Energie, die die Pferde aufbringen (müssen), um sich gegen den Sperrriemen zu wehren, als freie zusätzliche Energie für das zur Verfügung steht, was die Pferde leisten können. Wenn man die für den Kampf gegen den Sperrriemen eingesetzte Konzentration im Training zusätzlich zur Verfügung hätte, um sie für das Lernverhalten des Pferdes einzusetzen, dann wäre jeder, der von dieser Energie und Konzentration Gebrauch macht, gleich um Klassen besser, als derjenige Standart, den man sich mühsam gegen den Sperrriemen erkämpft hat."



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Kaninchen
 
Registriert seit: 19.03.2011
Beiträge: 1.144
Sabrinili befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 24.04.2013, 21:45

von "gegen Rollkur" gepostet



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Kaninchen
 
Registriert seit: 05.05.2011
Beiträge: 2.829
Kaddikeks befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Kaddikeks eine Nachricht über ICQ schicken
Geschrieben am 24.04.2013, 22:46

Ich kann dazu nur sagen, dass ich seit Jahren ohne dieses Riemchengedöns reite und es funktioniert super. Unsere Pferde haben Halfter, die man Ruckzuck in eine Trense umwandeln kann. Gebiss rein, eingehakt, Zügel dran, fertig. Wir sagen immer Wanderreithalfter, aber ob die teile wirklich so heißen - keine Ahnung.

Wo ich reiten gelernt habe, hab ich es auch mit 3 Riemchen an der Trense beigebracht bekommen. Aber da wurde eh viel wert auf Stil gelegt irgendwie... Ich hab 2 Jahre lang nur an der Longe geritten um den perfekten Sitz zu lernen. Und das hat nie richtig Spaß gemacht.
meine Freundinnen und ich haben dann den Stall gewechselt und wir dürfen uns heute noch anhören, dass wir wie Dressurreiter aufm pferd sitzen >_> Darüber machen sich die Freizeitreiter natürlich immer schööön lustig

Also: Ich finde ohne das Riemchengedöns macht es mehr Spaß. Das Pferd ist viel ruhiger, ausgeglichener, freier...




Kaninchen
 
Registriert seit: 19.03.2011
Beiträge: 1.144
Sabrinili befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 24.04.2013, 23:54

@kaddikeks: wusstest du, dass es solche auswirkungen haben kann usw?!



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Kaninchen
 
Registriert seit: 26.04.2011
Beiträge: 8.789
Blume befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 25.04.2013, 08:47

Ich reite auch ewig ohne den Sperrriemen. Naja, aber ist auch praktisch, wenn das Pferd das Maul nicht vor Schmerz aufreißen kann...



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Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 24.04.2012
Beiträge: 496
CaraMo11 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 25.04.2013, 14:05

Bei mir in der Reitschule laufen leider auch die meisten Schulpferde und -ponys mit Sperrriemen.
Bei dem Wallach, den ich immer reite habe ich durchgesetzt dass der Sperrriemen wegkommt- und simsalabim, schon läuft der Gute viel entspannter und zufriedener. Das ist sogar dem Reitlehrer aufgefallen



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Kaninchen
 
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Angora-Angy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 25.04.2013, 15:11

Ich hab damals einfach immer den Riemen raus getan und dafür erstmal einen Anranzer kassiert. Hab dann die „Reitlehrerin“ (die Pferde unter heftigsten Einsatz von Ferse und Riegeln “an die Hilfen gestellt “ hat...) aufgefordert, mir den Sinn des Riemens zu erklären. Erst kann was falsches, dann einfach die pauschale Antwort “das haben wir schon immer so gemacht “. Diese Antwort akzeptiere ich grundsätzlich nicht und hab seither generell jedes Pferd ohne das Ding geritten. Man hat mir dann auch nicht mehr dreingeredet.




Kaninchen
 
Registriert seit: 05.05.2011
Beiträge: 2.829
Kaddikeks befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Kaddikeks eine Nachricht über ICQ schicken
Geschrieben am 25.04.2013, 16:20

Ich hab mir nie Gedanken darum gemacht, welche Auswirkungen ein Sperrriemen haben kann. Ich hab mit 7 angefangen zu reiten, da hab ich nicht drüber nachgedacht und mit 10 hab ich dann in einen andern Stall gewechselt und da gibts, wie gesagt, nur diese Reithalfter. Das ist ja sowieso ganz was anderes als ne normale Trense und ich hab mir nie die frage gestellt, wieso es da keinen Sperrriemen gibt.

Aber jetzt wo du es sagst... in meinen ganzen FN-Lehrbücern ist vom Sperrriemen auch nie die Rede... das ding steht da nirgens drin.




Kaninchen
 
Registriert seit: 19.03.2011
Beiträge: 1.144
Sabrinili befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 25.04.2013, 21:51

ich finde es richtig heftig, was es für nebenwirkungen haben kann. ich mochte das ding noch nie. in der reitschule wo ich bin, wird es (natürlich) auch verwendet, werde den artikel mal dort posten an die pinnwand.....! aber ich schätze mal es änder nichts....



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pferd, reiten, sperrriemen



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