Ja, es gibt Risiken. Risiken gibt es immer - das Leben ist und bleibt nun mal lebensgefährlich
Man kann die Risiken zum einen minimieren, zum anderen muss man auch das Risiko mit dem Risiko vergleichen, NICHT zu handeln.
Risiken bei der Impfung entstehen vor allem dadurch, dass die Tiere möglicherweise nicht 100%ig fit sind wenn geimpft wird. Da ist der Halter gefragt, denn der TA allein kann zwar gründlich untersuchen, aber nur im Zusammenwirken mit der Beobachtung des Halters ist das Risiko gering zu halten einen Infekt zu übersehen.
Deshalb ist wichtig, die Kaninchen immer bestens zu beobachten. Benimmt sich eines ungewöhnlich? Sitzt es plötzlich an einem anderen Platz als gewöhnlich, nimmt es andere Futtermittel auf, verweigert plötzlich das Lieblingsfutter? Trinkt es häufiger als gewöhnlich, wirkt es möglicherweise müde oder abgeschlagen, oder ist es aggressiver als normalerweise? Nimmt man irgendetwas wahr was auf einen Infekt hindeuten könnte, wie niesen oder schnelle Atmung in Ruhephasen? Wie entwickelt sich das Gewicht?
Die gefürchtetste Nebenwirkung ist die sogenannte Impfmyxomatose. Allerdings tritt sie selten auf, und es ist zu vermuten dass sie ausschließlich bei Kaninchen auftritt bei denen in einen Infekt geimpft wird. Die Impfmyxomatose verläuft normalerweise sehr viel schwächer als eine Myxomatose durch eine Infektion.
Weitere Nebenwirkungen sind zum Beispiel vorübergehende Abgeschlagenheit, die aber nicht länger als 1 bis maximal 2 Tage dauern sollte. Das Immunsystem hat viel zu tun nach einer Impfung, da braucht der Körper oft mehr Ruhe. In einigen Fällen kommt es auch zu Schwellungen oder Rötungen der Impfstelle. Ein Impfabszess oder Spritzenabszess tritt vor allem dann auf, wenn Tierärzte aus Kostengründen mehrere Tiere mit nur einer Nadel impfen. Deshalb Vorsicht bei Sammelimpfterminen!!!
Welche Risiken bestehen, wenn man nicht impft kommt darauf an wo man wohnt. Es gibt durchaus Gegenden (z. B. in einigen Bergtälern), die weitestgehend oder völlig erregerfrei sind, weil die blutsaugenden Insekten die die Krankheiten übertragen nicht bis dorthin gelangen und sich auch die Wildkaninchenpopulation nicht wirklich mit anderen Populationen austauschen kann. Aber in fast allen Gegenden in Deutschland ist das Risiko einer Infektion gegeben. Deshalb sollte man impfen - denn man kann niemals die Erreger völlig von seinen Kaninchen fernhalten wenn sie sich in der Umwelt befinden. Auch in Innenhaltung nicht.