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E. Cuniculi - Wie wir Felix das Leben retteten. auf Kaninchen Forum

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  • 6 Post By Hasenvati

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Ninchen
 
Registriert seit: 23.02.2013
Beiträge: 5
Hasenvati befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 23.02.2013, 21:55

E. Cuniculi - Wie wir Felix das Leben retteten.


Liebe Kaninchenbesitzer !

Felix ist ein zwei Jahre altes Zwergkaninchen und er wog vor seiner Erkrankung etwas über 2 kg. Felix hatte immer wieder Blasengrieß, den wir mit ausgewogener Ernährung und von Zeit zu Zeit mit einer Behandlung beim Tierarzt beikommen mussten.



Anfang Februar fiel uns auf, dass Felix, der gesundheitlich etwas angeschlagen war, immer wieder sein Köpfchen leicht nach links drehte und wieder gerade machte. Wie ein Automatismus. So etwas hatte er schon einmal, damals war es eine leichte Bindehautentzündung. Also behandelten wir mit einer Augensalbe das leicht gerötete Auge. Nach zwei weiteren Tagen wurde es nicht besser und er drehte das Köpfchen nun nicht mal mehr gerade, im Gegenteil, es wurde immer schiefer. Auch fiel er manchmal um und drehte sich um seine eigene Achse. Also beschlossen wir zu unserem Tierarzt zu fahren, der sich immer sehr liebevoll um unsere Kaninchen kümmert.



Bereits die Arzthelferin sagte, das sieht nicht gut aus, es könnte E. Cuniculi sein. Ein Schreck, obgleich wir nicht viel damit anfangen konnten. Wir ließen Felix in der Praxis, zur Klärung was nun wirklich mit ihm ist.




Umgehend suchten wir alles im Internet was über diese Krankheit zu finden war und als wir dann aus der Praxis die Nachricht erhielten, wir müssen uns auf das Schlimmste einstellen waren wir völlig hilflos. Man sagte uns es gäbe ein 50% - %50 Chance und wenn es nicht in den nächsten Tagen besser würde müsse man Felix erlösen. Wir waren geschockt!



Wir konnten und wollten nicht glauben, dass es so zu Ende gehen soll, zumal Felix nicht nur ein Familienmitglied ist auch seine Partnerin Finchen würde ihn vermissen.



Wir lasen alles was wir zu der Krankheit finden konnten. Die Tierärztin bereitete uns vor, dass das Krankheitsbild noch schlimmer werden würde. Das war auch so Felix konnte kaum noch laufen er rollte sich nur noch und war völlig verzweifelt sein Kopf war nun nicht mehr nur zur Seite gedreht sonder auch schief so dass wenn er nicht sehen konnte wo er hin lief wenn er umfiel lag sein Kopf auf der Seite wodurch sein Auge sich entzündete und immer weiter zu schwoll. Es war schrecklich anzusehen. Er konnte auch nicht mehr selber fressen in dieser Situation.



Wir wollten aber nicht aufgeben! Nachdem das Gehege von allem Spielzeug und Klettergegenständen befreit war, wir ließen nur eine Höhle damit er sich an eine dunklen und ruhigen Ort zurückziehen konnte, legten wir alles mit Decken aus da er nicht mehr kontrollieren konnte, wie er sich bewegte, er rollte unkontrolliert umher.




Unterdessen haben wir auch die Medikation mit der Praxis besprochen und es wurde festgelegt, dass Felix zwangsernährt werden muss, er nahm in drei Tagen fast 800 g ab. Zu dem muss er gegen den Erreger einen Einzeller, der das Gehirn befallen hat und auf das Nervensystem wirkt, 0,5 ml Panacur am Tag erhalten und für mindestens 28 Tage lang. Zur Wiederherstellung der Nervenbahnen wurden 2 ml Vitamin B-Komplex am Tag verabreicht. Gegen die Entzündungen erhielt er zwei mal in drei Tagen etwas Cortison gespritzt und für sieben Tagelang 0,65 ml Baytril als Antibiotikum. Seine entzündeten Augen wurden weiter mit Augensalbe behandelt. Zu dem mussten wir Ihm einen zusammengestellten Päppelbrei einflößen.



Es war für uns schrecklich den hilflosen und kranken Felix der sicherlich auch Schmerzen hatte so anzusehen und mit den zahlreichen Medikamenten und Spritzen in Mäulchen zu malträtieren.

Der Krankheitsverlauf war rapide nach dem am 5. Tag nach der Diagnose das arme Kaninchen fast regungslos dalag, waren wir so verzweifelt, dass wir gar nicht mehr wussten wie es weitergehen soll.


Wir haben gelesen, dass wenn das Tier noch Nahrung zu sich nimmt es auch noch einen Lebenswillen hat, eine Chance hat und wir wollten definitiv nicht aufgeben. Das Verabreichen der Medikamente &Co. gestaltete sich sehr schwer, da das Köpfchen so lag, dass das Mäulchen nach oben zeigte, es drohte also immer etwas vom Medikament oder Speisebrei in die Nase zu laufen. Ein Verschlucken hätte auch fatale Folgen gehabt. Glücklicherweise waren der Patient und die Pfleger aber sehr geduldig und man spürte, dass Felix auch nicht aufgeben wollte.



Das Gatter war behindertengerecht mit Decken und Kissen ausgelegt und der Raum verdunkelt, um den Stress so gering wie möglich zu halten und auch die Augen zu schonen.

Wir verabreichen im Stundentakt immer wieder Päppelbrei und frische Kräuter wie Petersilie und Basilikum, diese wirkten wundersam auf den Appetit.
Die ganze Zeit über kümmerte sich Finchen rührend um Felix, sie kuschelte sich an ihn, putzte ihn und war trotz seiner Anfälle immer in seiner Nähe. Das half ihm sehr seine Leid zu ertragen.


Den Päppelbrei stellten wir aus etwas Tee, CriticalCare, BeneBac und ein paar Tropfen Leinöl her. Zusätzlich gab es zum Spülen der Nieren noch Kräutertee, Möhrensaft und Babybrei mit Apfel. Alles wohlgemerkt in 1 ml Spritzen und Schlückchen für Schlückchen.



Nach diesen schlaflosen Nächten wurde es am 6. Tag etwas besser der Appetit von Felix nahm zu und er versuchte von Zeit zu Zeit einen Standortwechsel. Ab dem 7. Tag nahm die Mobilität zu und er suchte nach dem Wassernapf und trank sogar etwas daraus. Von nun an ging es von Tag zu Tag besser; Futter wurde aus dem Napf aufgenommen, Felix bewegte sich zunehmend sicherer.

Nach etwa zwei Wochen war der Kopf wieder fast gerade nur das Gewicht ist noch sehr niedrig und die Augen sind noch etwas entzündet.


Den Kampf aufzunehmen hat sich gelohnt! Felix kann nun fast wieder ein normales Kaninchenleben führen. Als deutlichstes Zeichen, dass es ihm besser ging konnte man den Widerstand gegen die weiterhin nötige Medikamentengabe werten, dabei strampelt er wie verrückt und beißt auch auf die Spritze, zieht Schildkrötenartig seinen Kopf ein und knurrt und klopft. Diese Art von Ergotherapie stellt nun die geschwundene Muskelmasse wieder her, die er durch seine Immobilität eingebüßt hat.



War er während der Zeit als er nicht alleine gefressen hat sehr kuschelig und genoss die Streicheleinheiten und die Nähe, so ist er nun fast wieder das wehrhafte Kaninchen, dass er vorher schon war.


Es hat sich gelohnt die Behandlungskosten zu investieren und die nervenaufreibende Behandlung durchzuziehen, denn Felix hat es verdient weiterzuleben - noch viele Jahre.

Wir können nur jedem raten den Kampf gegen die Krankheit aufzunehmen, die Chancen stehen gut, wenn man schnell genug zum Tierarzt geht sich dem Tier widmet und die Medikamentengabe konsequent durchführt.

Solltet Ihr Fragen zu Details der Behandlung haben, schreibt uns.


Jedes Ninchen hat eine Chance verdient!




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Benutzerbild von marinahexe
Moderatorin
 
Registriert seit: 24.10.2010
Beiträge: 24.639
marinahexe befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 23.02.2013, 22:12

Hallo Hasenvati und herzlich willkommen bei uns!

Vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht. Hier im Forum gibt es immer wieder EC-Fälle. Wir raten auch immer dazu, nicht aufzugeben. Egal, wie schlimm es aussieht. Die meisten Kaninchen schaffen es.

Wenn Du noch Medis geben musst, kannst Du das Kaninchen in ein Handtuch einwickeln, dann kann es nicht so strampeln.

lg
marinahexe




Ninchen
 
Registriert seit: 23.02.2013
Beiträge: 5
Hasenvati befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 23.02.2013, 22:19

Hallo Marinahexe,

wir machen das schon mit dem Handtuch meine Frau hat ihn auf dem Schoß in der Decke und ich versuche ihm die Spritze ins Mäulchen zu geben. Der Lump dreht und windet sich aber. Er zieht den Kopf an die Brust wie eine Schildkröte. Es dauert mindestes 10 - 15 min bis das Spektakel vorüber ist. Er will dann auch nicht schlucken und behält das Panacur ewig in der Schnute bevor er es schluckt. Ich massiere ihm die Wagen, um ihn zum Schlucken zu animieren.

Aber danke für den Tipp.



 
 
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Antwort

Stichworte
behandeln, behandlung, e. c., e. cuniculi



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