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Tumor am Gesäuge - Noch Medizin verabreichen? auf Kaninchen Forum

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Ninchen
 
Registriert seit: 04.02.2011
Beiträge: 17
Bender-1729 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 30.01.2013, 23:26

Tumor am Gesäuge - Noch Medizin verabreichen?


Hallo zusammen,

ich muss mich leider mit einem sehr unschönen Thema an Euch wenden. Meine 8 Jahre alte Kaninchendame, Jill, hat einen, bzw. mehrere Tumore, die sich schon über das Gesäuge ausgebreitet haben. Jill ist zwar nicht grade das was man einen "Schmusehasen" nennen würde, aber natürliche fasse ich sie ja doch häufiger an und bis gestern war mir gar nichts aufgefallen. Ich gehe also davon aus, das das Ganze leider recht zügig voranschreitet.

Mein Tierarzt hat mir aufgrund des hohen Alters und der Tatsache, dass Jill sowieso dauerhaft durch eine langjährige E-Cuniculi-Erkrankung geschwächt ist, von einer OP abgeraten. Ich soll lieber zusehen, dass es ihr so wie sie jetzt ist noch möglichst lange gut geht. Da ich bereits einmal ein 9-jähriges Kaninchen wegen Krebs habe operieren lassen, hätte ich hiervon sowieso abgesehen, weil das damals leider mehr Quälerei als Nutzen für mein Kaninchen Jesse gebracht hat. Stattdessen hat mein Tierarzt mir nun das Medikament "Metacam" verschreiben, wovon Jill jeden Tag 0,75 ml oral einnehmen muss.

Jetzt zu meiner eigentlichen Frage: Da ich, wie bereits erwähnt, leider schon Erfahrung mit der Behandlung eines krebskranken Kaninchens habe, stehe ich dem ganzen äußerst kritisch gegenüber. Rückwirkend musste ich feststellen, dass mein Versuch, Jesse zu retten damals wohl eher egoistisch war, weil ich ihn unbedingt retten wollte. Für den Kleinen war das Ganze aber mit der OP und den Medikamenten (auch Spritzen) jeden Tag aber wohl eher Schikane. Rückwirkend bin ich mir sehr unsicher, ob ich mich damals richtig verhalten habe und genau vor dieser Frage stehe ich jetzt wieder. Zwar kommt eine OP nicht in Frage, aber ich überlege, ob nicht schon die tägliche Verabreichung des Medikaments das Unvermeidliche nur um eine kurze Zeitspanne herauszögert und ich Jill im Endeffekt keinen Gefallen damit tue. Eines natürlichen Todes wird Jill angesichts der Krankheit wohl leider sowieso nicht sterben, so dass ich sie früher oder später sowieso werde einschläfern lassen müssen.

Um es kurz zu fassen: Ich überlege ernsthaft, ihr das Medikament nicht zu geben und sie einfach noch so lange normal und ohne "Medikamenten-Qual" leben zu lassen, wie ihre Gesundheit es zulässt. Ist das zu verantworten, oder liege ich hier total falsch?



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Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 11.11.2010
Beiträge: 219
jule-mit-hasi ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Geschrieben am 30.01.2013, 23:42

Ich glaube, du solltest dir auf jeden Fall erst mal keine Vorwürfe machen, wie du damals bei Jesse gehandelt hast. Ich kann sowohl die eine als auch die andere Option gut verstehen und wer weiß das vorher schon, was das Richtige ist?
Jetzt das mit Jill, da wird dir wohl keiner eine klare Antwort geben können. :/ Es kann zwar jeder seine Meinung sagen, aber du kennst dein Kaninchen am besten. Wahrscheinlich würde ich es mit den Medikamenten versuchen an deiner Stelle und wenn du merkst, du quälst sie damit, kannst du dich immer noch umentscheiden, oder?
Bei meiner Häsin ist gerade nicht so sicher, ob ihr Bein dran bleiben kann oder ob es ab muss. Und wenn es ab muss, werde ich wahrscheinlich auch eher das Einschläfern vorziehen, weil sie eben auch dauerhaft durch E.C. geschwächt ist wie deine Jill, und außerdem auch dadurch eine Niereninsuffizienz hat.
Vielleicht gibt es hier den ein oder anderen, der sagt "Versuch das mit den Medikamenten!!!", einer anderer könnte sagen "Lass sie doch operieren!" und der nächste sagt "Seid ihr alle verrückt? Lass sie lieber gleich einschläfern, das ist Quälerei!". Aber am Ende musst du das leider entscheiden. Aber wie auch immer du dich entscheidest, es wird das Richtige sein.




Benutzerbild von marinahexe
Moderatorin
 
Registriert seit: 24.10.2010
Beiträge: 24.639
marinahexe befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 30.01.2013, 23:43

Hallo Bender,

tut mir leid, dass Jill Tumore hat. Ich glaube, ich würde ihr die OP auch nicht mehr antun. Mach ihr noch ein paar schöne Tage/Wochen/Monate und lass sie dann gehen. Du wirst merken, wann die Zeit gekommen ist. Metacam ist ein Schmerzmittel.

Ich wünsch euch noch eine schöne, gemeinsame Zeit
marinahexe




bbd bbd ist offline
Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 18.10.2012
Beiträge: 439
bbd befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 31.01.2013, 01:05

Hey also ich kann nur von Hund mit Tumoren berichten. Wir haben bei unserem Boxer auch lange nicht bemerkt das sich in seinem Zahnfleisch richtige Tumore gebildete haben die richtig gewuchert sind (da sie ja immer ihre "Hautfetzen" drüber hatte konnte man es auch einfach nicht sehen)
Der TA hat uns damals auch operieren abgeraten und gemeint solange sie noch fressen kann sollte man es so lassen. Wir haben es auch dann so gelassen und auch keine Schmerzmittel oder so gegeben, sie hat dann noch ein paar Jahre gelebt und ist letzt endlich wegen Herzversagen eingeschläfert worden.
Von daher würde ich auch nicht operieren nur schauen ob sie Schmerzen hat und dann ggf das Schmerzmittel geben.




Benutzerbild von Gopu1990
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2012
Beiträge: 1.022
Gopu1990 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Gopu1990 eine Nachricht über Skype™ schicken
Geschrieben am 31.01.2013, 01:58

Ich finde es wurde schon alles gesagt, so lassen wie es ist und bei bedarf Schmerzmittel verabreichen.

Das ist so traurig... Fühl dich gedrückt!



__________________

"Würde man Menschen mit Tiere kreuzen, würde dies die Menschen veredeln, aber die Tiere herabsetzen."
Mark Twain

Mein Vorstellungsthread:
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Benny
Gast
 
Beiträge: n/a
Geschrieben am 31.01.2013, 08:31

Zitat:
Zitat von Bender-1729 Beitrag anzeigen
Um es kurz zu fassen: Ich überlege ernsthaft, ihr das Medikament nicht zu geben und sie einfach noch so lange normal und ohne "Medikamenten-Qual" leben zu lassen, wie ihre Gesundheit es zulässt. Ist das zu verantworten, oder liege ich hier total falsch?
Nachdem was du alles so geschildert hast, würde ich persönlich mich für DIESEN Weg entscheiden.
Ich habe hier auch ein Kaninchen sitzen, das über kurz oder lang eingschläfert werden muss. Es bekommt alle paar Wochen eine Depotspritze, damit es wieder ein paar Wochen überbrücken kann, nur irgendwann wird das nicht mehr helfen.
Wenn ich diesem Kaninchen täglich etwas verabreichen müsste, wäre das für meinen Chaplin die reinste Quälerei, da er nicht zahm ist und daher hätte ich mich in diesem Fall für eine frühere Euthanasie entschieden. Es kommt m.E. auch auf das Kaninchen an. Wenn das tägliche verabreichen eines Medikamentes für das Kaninchen keinen Streß bedeutet, würde ich das machen, solange es geht. Eine OP käme für mich in diesem Alter nicht in Frage. Das Kaninchen hat sein Leben gelebt und ist eh "relativ" alt geworden.




Geändert von Benny (31.01.2013 um 08:33 Uhr).

Moehre222
Gast
 
Beiträge: n/a
Geschrieben am 31.01.2013, 18:47

meine damalige häsin hatte auch ein gesäugetumor gehabt da war sie 9 jahre ich habe sie trotz alldem operieren lassen
sie hat alles gut verkraftet
ich finde 8 jahre sind noch nicht so ein so hohes alter




Ninchen
 
Registriert seit: 04.02.2011
Beiträge: 17
Bender-1729 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 31.01.2013, 23:22

Vielen Dank für all Eure Antworten. Es hilft mir schon ein wenig weiter, dass Ihr mich nicht spontan "verurteilt", weil ich diese Vorgehenswesie in Erwägung ziehe.

Ich fühle mich schon irgendwie komisch dabei, aber ich habe leider aus Erfahrung kein großes Vertrauen in die bekannten Möglichkeiten ein Krebsleiden zu verlangsamen. Und nur um im Endeffekt vielleicht einen oder auch 2 Monate zu gewinnen, möchte ich Jill nicht jeden Tag mit Medikamenten "quälen". Wie gesagt, ist sie nicht unbedingt ein Schmusetier. Ich habe zwar nie herausgefunden wieso, aber das war sie von Anfang an nicht. Das monatliche Krallenschneiden ist schon immer ein Kampf und wenn ich dran denke, dass ich sie jetzt jeden Tag zu etwas zwingen soll was sie nicht mag ...

Ich werde morgen nochmal mit dem Tierarzt sprechen und fragen, was er von der Vorgehensweise hält. Ich glaube einfach nicht, dass eine Behandlung noch etwas bringt und das E-Cuniculi macht die Lage ja leider auch nicht grade besser, auch wenn es sich bei Jill "nur" dadurch äußert, dass sie auf einem Auge blind ist.

Eine OP kommt absolut nicht in Frage. Auch wenn es gut gehen könnte, das Risiko ist mir einfach zu hoch, dass nochmal so etwas passiert wie nach der OP von Jesse. Das war wirklich Quälerei für den Kleinen und das möchte ich nicht nochmal erleben.

@ Moehre222

Das kommt meiner Meinung nach auch immer etwas auf das Tier an. Mein Jesse ist z. B. nur 4 Tage vor seinem 10. Geburtstag gestorben und hat bis wenige Wochen vor seinem Tod noch einen total munteren und "jugendlichen" Eindruck gemacht. Er hat beim Auslauf noch Haken geschlagen und wenn eine meiner Katzen ihm blöd kam, dann gabs eine mit den Vorderpfoten. Kurz gesagt: Sein Alter hat man ihm gar nicht angemerkt. Jill hingegen ist wirklich schon eine kleine "alte Dame", die eher ruhig in der Ecke liegt und ihr Heu mümmelt. Alleine deswegen hätte ich bei einer OP schon ein schlechteres Gefühl. Und wenn man sich die durchschnittliche Lebenserwartung eines Kaninchens ansieht, dann sind 8 Jahre eben leider doch schon recht alt.




Geändert von Bender-1729 (31.01.2013 um 23:32 Uhr).
 
 
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