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die geschichte von knuffelchens abszess auf Kaninchen Forum

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  • 1 Post By knuffelchen

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Benutzerbild von knuffelchen
Kaninchen
 
Registriert seit: 26.10.2012
Beiträge: 3.566
knuffelchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 30.11.2012, 20:40

die geschichte von knuffelchens abszess


abends mitte februar 2012 dachte ich beim gehege säubern, knuffelchens rechtes auge sieht irgendwie komisch aus. es war am inneren augenwinkel so kahl, so wie abgeschabtes fell. das muss ich beobachten. aber am nächsen morgen war das ganze auge vereitert, so daass ich sofort einen termin beim ta ausmachte.
der ta untersuchte knuffelchen, spülte den tränenkanal und verschrieb augentropfen, die ich 3x täglich anwenden sollte.
das auge wurde auch besser und ausgerechnet am tag der nachkontrolle war es wieder total zu
der ta spülte den tränenkanal und verschrieb andere augentropfen.
das auge wurde besser, aber nicht richtig gut, obwohl wir jetzt 2 x in der woche zum tränenkanalspülen gingen.
da gab es dann den durchbruch! der ta holte aus dem tränenkanal ein stück heu heraus. juhuu, endlich war der übeltäter gefunden!
dann sollte ich beide augentropfen verabreichen, es wurde erst besser, dann wieder total eitrig.
mittlerweile waren 6 wochen vergangen, da meinte der ta, vielleicht sind es die zähne, also termin fürs röntgen.
ich lieferte knuffelchen gegen 11 uhr in der praxis ab und sollte ab 15 uhr anrufen, um nach dem ergebnis zu fragen.
dann der schock: knuffelchen hatte alles gut überstanden, aber es mussten ihm rechts oben 2 backenzähne gezogen werden, die total vereitert waren.
Der eiter aus dem auge kam nicht vom auge, sondern von den zähnen
das heustück aus dem tränenkanal ist nicht von außen reingekommen, sondern von der mundhöhle durch das total vereiterte gewebe nach oben gewandert.
Ich war total fertig!
der ta erklärte mir, dass die wunde riesig groß und total eitrig ist, also war alle 2 tage wundspülung angesagt.
wir gingen dann zur wundpülung ende april, den ganzen mai, juni, juli, august, september....
und am 10. september die !hammernachricht! alles gut!!!!
ja und knuffelchen fühlte sich auch so richtig wohl, er lag lang hingestreckt in der sonne und ich war sooooo glücklich!
bis nach ca. 6 wochen knuffelchen so komisch wirkte. ich beobschtete ihn und stellte fest, dass er fast nichts mehr fraß.
also zum ta, eine wundspülung emacht, aber es kam kein eiter raus.
da knuffelchen trotzem nichts mehr fressen wollte, hbe ich ihn gepäppelt und auf einen röntgentermin bestanden.
ja und dann kam der supergau!
auf dem röntgenbild sah man ein komisches helles ding, das der ta nicht zu deuten wusste und die ganze augenhöhle war von hellen wölkchen durchzogen.
der ta schickte dann die aufnahmen an eine uni-spezialistin und da km die niederschmetternde diagnose zurück:
das Kaninchen hat einen massiven retrobulbären Abszess mit Deformation aller oberen Backenzähne. Die große Knochenblase ist auf der dv-Aufnahme gut sichtbar. Meiner Erfahrung nach kann hier nur eine aggressive chirurgische Intervention mit Entfernung des Auges (auch wenn dieses ohne Veränderungen ist) sowie aller Backenzähne helfen. Der zurückbleibende Defekt zur Mundhöhle ist riesig und muss langsam zugranulieren, sofern man es nicht schafft ihn postoperativ zu vernähen. Nahtdehiszenzen sind häufig. Alles andere wird keinen Therapieerfolg bringen. Ein schwieriger Fall.
ich war total geschockt und habe nur noch geweint.
ein gespräch mit dem ta (ich würde meinem tier so eine op nicht zumuten) hat mich dann zu dem entschluss gebracht, knuffelchen einschläfern zu lassen.
es war so schlimm, ich ging ins gehege, um abschied zu nehmen und knuffelchen kam zu mir her (obwohl er mich sonst nicht mehr leiden konnte). ich erklärte ihm, warum ich ihn einschläfern lassen will und dann fing er einfach an zu fressen.
ich traute meine augen nicht!
aber mir war klar, einschläfern ist nicht richtig, aber was dann?????
ich wälzte internetseiten über abszesse bei kaninchen, viel positives aber überwiegend negatives.
und ich beschloss, es zu versuchen:
ein mittel bei abszessen - hepar sulfuris
ein mittel bei schlechten zähnen - calcium fluoratum.
Dann rief ich sofort in der ta-praxis an - mein ta war krank, also zur vertretung.
die ta (vertretung) gab ihm sofort aantibiotikum und ich besorgte mir aus der apotheke die beiden mittel.
und zu knuffelchen sagte ich: das ist deine einzige chance!
Dann gab ich ihm:
6x täglich päppeln, denn er fraß nichts mehr
4x täglich (alle 6 stunden, da bin ich extra aufgestanden) novalgin gegen die schmerzen.
3 x täglich hepar sulfuris, calcium fluoratum und benebac.
1x täglich baytril.
es war die hölle!
aber es machte sich bemerkbar, es fing an zu wirken.
knuffelchen fing wieder an zu fressen.

zum spülen gehe ich jetzt alle 5 tage, das reicht aus, der eiter wird immer weniger.
knuffelchen hat jetzt schon wieder 100 gramm zugenommen, ich muss ihn schon seit fast 3 wochen nicht mehr päppeln.
heute konnte die ta keinerlei schwellung beim abtasten feststellen.
wir führen die behandlung fort, bis beim spülen kein eiter mehr kommt, und dann hoffentlich ein gutes ende, mal sehen.
auf jeden fall wäre einschläfern der falsch weg gewesen, denn jetzt geht es ihm gut. er rennt sofort zum futter, reisst es seiner ina aus dem maul und ist total an allem interessiert (ich isoliere gerade das innengehege) was abgeht.
mein akkuschrauber ist der hit für ihn! den beschnuffelt er heiß und innig!
selbst wenn ich ihn anschalte (mit beleuchtung) ist knuffelchen begeistert.
ich hoffe, diese geschichte kann anderen etwas mut machen, die in einer ähnlichen schlimmen situation sind!
gebt nicht auf!



Natie likes this.
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Benutzerbild von marinahexe
Moderatorin
 
Registriert seit: 24.10.2010
Beiträge: 24.639
marinahexe befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 30.11.2012, 21:50

@knuffelchen, kannst Du den Text kopieren und unter "Erlebnisse beim TA" posten? Da ist eine ganze Sammlung von solchen Geschichten.




Benutzerbild von knuffelchen
Kaninchen
 
Registriert seit: 26.10.2012
Beiträge: 3.566
knuffelchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 10.10.2013, 15:35

Ich berichte jetzt mal weiter, weil es ja aktuelle ähnliche Fälle gibt.
Mit Knuffelchen ging ich also treu und brav jede Woche zum Oberkieferspülen und hoffte, dass der Abszess sich irgendwann entleert hätte.
Aber es eiterte munter weiter
Ende März/Anfang April sah es gar nicht gut aus, der Eiter wurde wieder mehr und Knuffelchen fraß nicht mehr so richtig und deshalb schaute ich mich nach einem oder zwei neuem Kaninchen um, damit es für Ina nicht ganz so schwer würde, wenn....
Ich fand 2 ganz arme verräucherte Käfignins, die ich, ohne groß zu überlegen, mitgenommen habe.
Die erste Untersuchung beim TA brachte den Schock - der Rammler ist zahntechnisch noch viel schlimmer dran als Knuffelchen.
Laut 2 TÄ der Kleintierpraxis hatte er einen Kiefertumor - inoperabel - hilft nur noch einschläfern.
Mein Bauchgefühl sagte mir: das stimmt nicht und es hatte recht.
Ich googlete sämtliche TÄ in Heilbronn und Umgebung, bis ich im Hamsterforum auf sehr positive Meinungen bezüglich meines jetzigen TA stieß.
Und er war unsere Rettung!
Mäxli hatte nur völlig verquer wachsende Zahnwurzeln und Knuffelchen hatte sich Futter in das Loch der gezogenen Zähne gebissen, das bis hinter die Zahnwurzeln der Nachbarzähne gewandert war.
Er bekam diese Zähne auch noch gezogen und seither ist Schluss mit Eiter




Kaninchen
 
Registriert seit: 13.02.2012
Beiträge: 3.102
Clagiostro befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 13.10.2013, 08:50

Hochachtung und Lob für dich für so viel Engagement und Mühe um das Leben und die Gesundheit deiner Hasis.
Ich weiß wie anstrengend und aufreibend so etwas ist, ich mache Ähnliches mit einem meiner Hunde durch.
Viele rieten mir schon zum "Erlösen", aber das ist für mich keine Option, nur um weniger Arbeit zu haben (oder Kosten).
Alles Gute für deine Tiere und dich



 
 
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