abends mitte februar 2012 dachte ich beim gehege säubern, knuffelchens rechtes auge sieht irgendwie komisch aus. es war am inneren augenwinkel so kahl, so wie abgeschabtes fell. das muss ich beobachten. aber am nächsen morgen war das ganze auge vereitert, so daass ich sofort einen termin beim ta ausmachte.
der ta untersuchte knuffelchen, spülte den tränenkanal und verschrieb augentropfen, die ich 3x täglich anwenden sollte.
das auge wurde auch besser und ausgerechnet am tag der nachkontrolle war es wieder total zu

der ta spülte den tränenkanal und verschrieb andere augentropfen.
das auge wurde besser, aber nicht richtig gut, obwohl wir jetzt 2 x in der woche zum tränenkanalspülen gingen.
da gab es dann den durchbruch! der ta holte aus dem tränenkanal ein stück heu heraus. juhuu, endlich war der übeltäter gefunden!
dann sollte ich beide augentropfen verabreichen, es wurde erst besser, dann wieder total eitrig.
mittlerweile waren 6 wochen vergangen, da meinte der ta, vielleicht sind es die zähne, also termin fürs röntgen.
ich lieferte knuffelchen gegen 11 uhr in der praxis ab und sollte ab 15 uhr anrufen, um nach dem ergebnis zu fragen.
dann der schock: knuffelchen hatte alles gut überstanden, aber es mussten ihm rechts oben 2 backenzähne gezogen werden, die total vereitert waren.
Der eiter aus dem auge kam nicht vom auge, sondern von den zähnen

das heustück aus dem tränenkanal ist nicht von außen reingekommen, sondern von der mundhöhle durch das total vereiterte gewebe nach oben gewandert.
Ich war total fertig!
der ta erklärte mir, dass die wunde riesig groß und total eitrig ist, also war alle 2 tage wundspülung angesagt.
wir gingen dann zur wundpülung ende april, den ganzen mai, juni, juli, august, september....
und am 10. september die !hammernachricht! alles gut!!!!
ja und knuffelchen fühlte sich auch so richtig wohl, er lag lang hingestreckt in der sonne und ich war sooooo glücklich!
bis nach ca. 6 wochen knuffelchen so komisch wirkte. ich beobschtete ihn und stellte fest, dass er fast nichts mehr fraß.
also zum ta, eine wundspülung emacht, aber es kam kein eiter raus.
da knuffelchen trotzem nichts mehr fressen wollte, hbe ich ihn gepäppelt und auf einen röntgentermin bestanden.
ja und dann kam der supergau!

auf dem röntgenbild sah man ein komisches helles ding, das der ta nicht zu deuten wusste und die ganze augenhöhle war von hellen wölkchen durchzogen.
der ta schickte dann die aufnahmen an eine uni-spezialistin und da km die niederschmetternde diagnose zurück:
das Kaninchen hat einen massiven retrobulbären Abszess mit Deformation aller oberen Backenzähne. Die große Knochenblase ist auf der dv-Aufnahme gut sichtbar. Meiner Erfahrung nach kann hier nur eine aggressive chirurgische Intervention mit Entfernung des Auges (auch wenn dieses ohne Veränderungen ist) sowie aller Backenzähne helfen. Der zurückbleibende Defekt zur Mundhöhle ist riesig und muss langsam zugranulieren, sofern man es nicht schafft ihn postoperativ zu vernähen. Nahtdehiszenzen sind häufig. Alles andere wird keinen Therapieerfolg bringen. Ein schwieriger Fall.
ich war total geschockt und habe nur noch geweint.
ein gespräch mit dem ta (ich würde meinem tier so eine op nicht zumuten) hat mich dann zu dem entschluss gebracht, knuffelchen einschläfern zu lassen.
es war so schlimm, ich ging ins gehege, um abschied zu nehmen und knuffelchen kam zu mir her (obwohl er mich sonst nicht mehr leiden konnte). ich erklärte ihm, warum ich ihn einschläfern lassen will und dann fing er einfach an zu fressen.
ich traute meine augen nicht!
aber mir war klar, einschläfern ist nicht richtig, aber was dann?????
ich wälzte internetseiten über abszesse bei kaninchen, viel positives aber überwiegend negatives.
und ich beschloss, es zu versuchen:
ein mittel bei abszessen - hepar sulfuris
ein mittel bei schlechten zähnen - calcium fluoratum.
Dann rief ich sofort in der ta-praxis an - mein ta war krank, also zur vertretung.
die ta (vertretung) gab ihm sofort aantibiotikum und ich besorgte mir aus der apotheke die beiden mittel.
und zu knuffelchen sagte ich: das ist deine einzige chance!
Dann gab ich ihm:
6x täglich päppeln, denn er fraß nichts mehr
4x täglich (alle 6 stunden, da bin ich extra aufgestanden) novalgin gegen die schmerzen.
3 x täglich hepar sulfuris, calcium fluoratum und benebac.
1x täglich baytril.
es war die hölle!

aber es machte sich bemerkbar, es fing an zu wirken.
knuffelchen fing wieder an zu fressen.
zum spülen gehe ich jetzt alle 5 tage, das reicht aus, der eiter wird immer weniger.
knuffelchen hat jetzt schon wieder 100 gramm zugenommen, ich muss ihn schon seit fast 3 wochen nicht mehr päppeln.
heute konnte die ta keinerlei schwellung beim abtasten feststellen.
wir führen die behandlung fort, bis beim spülen kein eiter mehr kommt, und dann hoffentlich ein gutes ende, mal sehen.
auf jeden fall wäre einschläfern der falsch weg gewesen, denn jetzt geht es ihm gut. er rennt sofort zum futter, reisst es seiner ina aus dem maul und ist total an allem interessiert (ich isoliere gerade das innengehege) was abgeht.
mein akkuschrauber ist der hit für ihn! den beschnuffelt er heiß und innig!
selbst wenn ich ihn anschalte (mit beleuchtung) ist knuffelchen begeistert.
ich hoffe, diese geschichte kann anderen etwas mut machen, die in einer ähnlichen schlimmen situation sind!
gebt nicht auf!