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Problem bei Vergesellschaftung auf Kaninchen Forum

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Ninchen
 
Registriert seit: 11.10.2009
Beiträge: 1
Linda_H befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.10.2009, 20:29

Problem bei Vergesellschaftung


Abend Leute!
Ich habe mich hier registriert, da ich momentan ein Problem mit meinen Kaninchen habe...
Es begann damit, dass Ende September meinem siebenjährigen Charlie der Bruder starb und ich ihm natürlich wieder Gesellschaft bieten wollte. Da ich ich mir schon seit einiger Zeit wieder ein kleines Rudel gewünscht habe, beschloss ich, ihm gleich drei Häsinnen dazuzugesellen - in dem Glauben, er würde Weibchen viel eher akzeptieren als Männchen.
Da Charlie für sein Alter noch sehr lebhaft und verspielt ist, sah ich kein Problem damit, ihm junge Kaninchen dazuzugesellen, die sich ja - wenn es ihm "zu wild" werden sollte - gegenseitig zum Toben hätten. Ich habe ihm daher zunächst ein 13 Wochen altes Widdermädchen ("Nushy") dazugesetzt und am nächsten Tag zusätzlich die einjährigen Schwestern "Kelsey" und "Perle".
Während die Häsinnen sich zunächst alle recht gut verstanden - wenn auch eher aus dem Weg gingen - hätten Charlies Reaktionen unterschiedlicher nicht sein können. Nushy hat er am ersten Tag massiv angeknurrt und gejagt, sodass sie nach kürzester Zeit wirklich panische Angst vor ihm hatte. Mittlerweile hat sich das aber gelegt - die beiden fressen und sitzen oft zusammen und scheinen sich zu mögen.
Perle und Kelsey hat er erst einmal intensiv beschnuppert und dann ignoriert, doch als Kelsey vor seiner Nase durchs Zimmer zu hoppeln begann, versuchte er sie zu bespringen. Sie ließ sich das nicht gefallen und kurz darauf waren die beiden erbittert am Kämpfen. Da sie ein einziges wildes Knäuel gebildet hatten und die Gefahr ernsthafter Verletzungen bestand, musste ich sie auseinanderziehen. Von da an hatte Kelsey auch Angst vor Charlie und wich ihm nach Möglichkeit aus - er hingegen ließ alle drei Häsinnen weitgehend in Ruhe, solange sie ihm aus dem Weg gingen.
Das Ganze schien sich allerdings zunächst laufend zu verbessern - schon am zweiten Tag "Viersamkeit" kamen alle vier Kaninchen gemeinsam zum Fressen und hockten dicht zusammen, während sie friedlich ihr Grünzeug mampften. Jagden gab es so gut wie keine mehr.
Am vierten Tag dann geschah das Unglück: Als ich nachmittags von der Arbeit nach Hause kam, war der gesamte Boden meiner Wohnung mit Haarbüscheln übersäht und kurz darauf stellte ich fest, dass Kelsey eine üble Bisswunde am Ohr hatte - der Knorpel war vollständig durchtrennt.
Da meine Tierärztin Zweifel daran hatte, dass das Loch an dieser Stelle von selbst wieder optimal heilen würde, riet sie mir zu einer Operation. Ich stimmte zu und ließ Kelsey, wie ich es auch für die anderen Häsinnen geplant habe (Charlie ist es bereits) bei der Gelegenheit gleich kastrieren.
Nun habe ich sie wieder zu Hause, kann sie aber natürlich mit den frisch vernähten Wunden nicht zu den anderen Kaninchen lassen. Sie lebt momentan im Flur, während die anderen das Wohnzimmer (und bei schönem Wetter auch den Balkon) haben.
Um die Reaktion der Kaninchen aufeinander zu testen, habe ich die Flurtür gestern einmal offen gelassen und die Tiere stattdessen mit einem Gitter voneinander getrennt. Es war sofort ersichtlich, dass die Häsinnen nun im Gegensatz zu vorher massive Aggressionen aufeinander haben - sowohl Perle als auch die kleine Nushy greifen Kelsey durchs Gitter unermüdlich an und umgekehrt sieht es genauso aus; Charlie und Kelsey scheinen sich weitgehend zu ignorieren, doch als ich ihn vorhin einmal vor ihr auf den Boden setzte (wobei ich ihn allerdings festhielt), stellet sich heraus, dass Kelsey große Angst vor ihm hat (ob er sie tatsächlich noch attackieren würde, kann ich nicht sagen).
Nun weiß ich nicht, wie ich ab jetzt am besten verfahren soll - Kelsey wirkt ziemlich unglücklich so alleine, eine erneute Vergesellschaft wage ich jedoch erstmal nicht, da ich Angst habe, dass die Kämpfe wieder ausarten und ihre Wunden aufreißen.
Andererseits ist mir klar, dass, je länger ich damit warte, es umso schwieriger werden wird, sie wieder zu integrieren - denn die anderen drei kommen nun gut miteinander aus.

Wann würdet ihr mir einen erneuten Versuch empfehlen?
Soll ich Kelsey dabei vielleicht besser nacheinander (d.h. nicht gleich alle vier) mit den anderen zusammensetzen?
Wäre es ratsam, Perle VORHER ebenfalls kastrieren zu lassen (Nushy ist ja ohnehin noch zu jung)?
Wann kann ich mir sicher sein, dass der Frieden endgültig ist und nicht nur einen Tag anhält, ehe sie sich wieder so massiv zu beißen beginnen?
Soll ich Kelsey bis zur nächsten Zusammenführung bei geschlossener Flurtür oder lieber mit Gitter halten? (Ich weiß, dass Gitter die Lage im Normalfall verschlimmern, aber die Kaninchen kennen sich ja nun ohnehin schon... spielt es da noch eine Rolle? Außerdem wirkte Kelsey doch sehr niedergeschlagen, während sie so völlig isoliert war - jetzt hoppelt und frisst sie schon wieder mehr)

Ich versteh nicht so recht, was ich falsch gemacht habe; die Kaninchen hatten Tag und Nacht knapp 38qm Platz (also Raum, sich aus dem Weg zu gehen) UND viele Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten (zwei Ställe, Tunnel, "Höhlen" unter Bett sowie Sofa und Sessel), außerdem habe ich ihnen an verschiedenen Stellen Futter und Wasser zur Verfügung gestellt und es gab auch mehrere Toiletten. Vor der ersten Zusammenführung konnten sie sich weder sehen noch riechen (bis auf Perle und Kelsey natürlich, die ja von Geburt an zusammen gelebt haben).

Da mir alle drei neuen Kaninchen bereits ans Herz gewachsen sind und ich keines von ihnen wieder hergeben möchte, wäre ich euch für ein paar liebe, ausführliche Ratschläge sehr dankbar




Geändert von Linda_H (11.10.2009 um 20:33 Uhr).
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Benutzerbild von Lupine
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 17.10.2009, 23:33

AW: Problem bei Vergesellschaftung


Ich hatte es schon beim Lesen vermutet, eine der Häsinnen war vermutlich die Urheberin der Verletzungen.

Wenn du tatsächlich noch für die zweite und dritte Häsin eine Kastra planst, solltest du sie jetzt durchführen lassen, sonst hast du später noch einmal ein Problem mit der Vergesellschaftung.

Dann trennst du alle 4 nochmal voneinander (die Rekonvaleszenz-Zeit nach den Kastras bietet sich da an), und versuchst es noch einmal.

Eine Vergesellschaftung ist immer eine heftige Sache, drei Häsinnen und ein Kastrat (zumal ein älterer, der sich vielleicht nicht mehr so durchsetzen kann) sind allerdings ein recht unausgeglichenes Geschlechterverhältnis. Da kann es auch schon mal hoch her gehen.

Deine Unterschlüpfe solltest du vor einem erneuten Vergesellschaftungsversuch noch überprüfen, haben sie alle einen zweiten Ausgang? Gab oder gibt es irgendwo eine Sackgasse?



 
 
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