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Trommelsucht durch Futter oder Kokzidien?Hallo, ich bin neu hier im Forum. ich halte seit einigen Jahren Stallkaninchen zum schlachten. Dieses Jahr sind mir einige Jungtiere verschiedener Würfe gestorben. Sie waren (plötzlich innerhalb weniger Stunden) aufgebläht und sind dann gestorben (bzw. ich habe sie erlöst) trotz Gabe von Sab Simplex und massieren des Bauches. Eine Bekannte (Tierärztin) hat allerdings ohne Kotuntersuchung auf Kokzidien getippt, ich habe dann die noch nicht erkrankten Jungen mit Baycox behandelt, von denen ist dann auch keines mehr erkrankt. Allerdings hatten die Tiere keinen Durchfall (bei Kokzidien haben sie ja meistens Durchfall?), ich hatte auch das Futter nicht umgestellt (wovon ja auch diese Aufgasung kommen kann)...ich weiss jetzt schlussendlich nicht, von was diese Trommelsucht gekommen ist. Die Ställe habe ich gründlich saubergemacht, da es aber große Holzställe sind, komme ich da mit kochendem Wasser nicht sehr weit. Ich möchte den Jungen nicht vorbeugend immer Baycox geben, aber ich weiss nicht, wie sich das Karnickelsterben sonst vermeiden lässt. Ich gebe Oreganotee vorbeugend, aber dass das Futter nicht mit Kot in Berührung kommt lässt sich kaum realisieren. Hat jemand Erfahrung ob Kokzidien auch ohne Durchfall innerhalb von wenigen Stunden zu solchen Aufblähungen führen können?
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AW: Trommelsucht durch Futter oder Kokzidien?Du musst erst einmal feststellen ob du tatsächlich Kokzidien im Bestand hast. Das heißt im Klartext: sammle von allen Kaninchen die du hast einige Köttel von 3 aufeinanderfolgenden Tagen, und reiche die der Tierärztin zur Kotprobenuntersuchung ein. Getestet werden sollte sowohl auf Kokzidien als auch auf Würmer und Girardien. Erst dann kannst du überhaupt wissen, wie du vorgehen musst. Sollte eines oder mehrere deiner Tiere tatsächlich befallen sein, musst du den gesamten Bestand behandeln - soweit das möglich ist bei Kaninchen die der Fleischgewinnung dienen. Es gibt Beschränkungen bei den Medikamenten bzw. Wartefristen. Die Ställe musst du dann während der Behandlung täglich reinigen, und zwar mit kochendem Wasser, trocknen lassen und dann frisch einstreuen. Denkbar ist aber auch eine Enterocolitis! Diese wird nach den Erfahrungen einiger Züchter durch Pelletfutter massiv begünstigt. Auch sie äußert sich durch massives Aufgasen. Weiterhin denkbar: Giftstoffe innerhalb der Ställe oder verdorbenes Futter, und dadurch ausgelöst evtl. eine Tympanie. Wichtig für dich: willst du auf längere Sicht von solchen Zwischenfällen verschont bleiben, wirst du mit einer guten Frischfutterernährung deutlich mehr erreichen als mit Medikamenten und Behandlungen.
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AW: Trommelsucht durch Futter oder Kokzidien?Hallo, ich füttere selbst angebaute Futterrüben, dann noch manchmal Futterkarotten, Weizen, Heu, manchmal einen Maiskolben und etwas trockenes Brot. Keine Pellets. Im Sommer dürfen sie in einem versetzbaren Auslauf im Garten weiden. Die Ställe hab ich aus unbehandeltem Holz selbst gebaut, sie sind insgesamt 2,80m langen und doppelstöckig. Ich werde mal an einer Sammelkotprobe sammeln und untersuchen lassen. Ich habe kein ungewohntes Futter gegeben, deshalb wundert mich auch das plötzliche Aufgasen. Kaninchen scheiden doch fast immer Kokzidien aus, erkranken aber meist nicht daran, dachte ich.
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AW: Trommelsucht durch Futter oder Kokzidien?Da haben wir die üblichen Verdächtigen. Pellets sind es zwar nicht, aber der Rest der Ernährung ist problematisch und kann die Darmflora schädigen. Weizen gehört nicht in einen Kaninchenmagen, auch wenn er billig zu haben, und ein gutes Mastfutter ist. Er ist genetisch extrem weit von den Wildgräsern entfernt, und enthält große Mengen Klebereiweiße die von vielen Kaninchen auf Dauer nicht vertragen werden. Eines meiner Nins ist auch so ein Fall. Warum traten solche Verluste früher nicht so sehr auf? Schauen wir uns einmal an, wie früher die (Schlacht-)Kaninchen ernährt wurden, ich weiß es von meinen Schwiegereltern: mit Frischfutter, vor allem Gras und Löwenzahn und Wildkräuter, und mit Heu. Möhren auch, evtl. auch mal eine Rübe, ganz selten trockenes Brot. Wenn du also auf Dauer einen gesunden Bestand haben willst, musst du: - Eine Diagnose haben! Also die Kotprobe untersuchen lassen. Nur so kann man feststellen was zu deinen Verlusten geführt bzw. nicht geführt hat. Und dann weiß man wie man weiter vorgehen muss. - KEIN BROT mehr füttern! Wenn die Kleinen da dran gegangen sind, ist es nicht groß ein Wunder dass sie eine Tympanie erlitten haben. Insbesondere dann wenn das Brot entweder nicht 100%ig trocken war, oder nicht absolut frisch sofort durchgetrocknet wurde. Gleiches gilt wenn im Brot Konservierungsstoffe oder Salz enthalten sind, auch die schädigen gerade so junge Tiere extrem. - Keinen Weizen mehr füttern, er zerstört auf Dauer die natürliche Darmflora der Muttertiere! Dadurch werden diese anfälliger für Darmparasiten, die vielleicht nicht die Mütter aber sicherlich die schwächeren Jungtiere töten. - Fütterung langsam ausbauen, Wildkräuter und Gräser einbeziehen. Je abwechslungsreicher und strukturreicher die Frischfütterung, desto stabiler die Darmflora. Auch bei der Mast darauf achten dass die Tiere nicht zu viel Stärke und Zucker zu sich nehmen - vor allem aber nicht die Muttertiere. Die sollten besonders gut mit Frischem versorgt werden, nachdem sie daran gewöhnt wurden. Sie müssen zwar auch eine gehörige Portion Energie zu sich nehmen, sollten das aber nicht über Weizen und Brot machen sondern über Gemüse wie Fenchel (regt übrigens die Milchbildung an) und Futterkarotten, Knollensellerie etc. zusätzlich zur Grünfütterung. Willst du auf Getreide in der Fütterung nicht verzichten, weiche bitte auf eine Sorte aus die näher an den Wildgräsern ist. Hafer und Dinkel kämen zum Beispiel in Frage, sie sind noch "ursprünglicher". Am besten ist es, sie in der Ähre zu geben damit gleichzeitig ausreichend Rohfaser aufgenommen und der Verdauungsvorgang unterstützt wird. EDIT: Nein, Kaninchen sollten KEINE Kokzidien ausscheiden! Wird mal in einer Kotprobe eine einzige Oozyste gefunden ist das noch nicht bedenklich, aber größere Mengen Oozysten sollten keinesfalls gefunden werden, sonst ist der Bestand chronisch verseucht! Deine Info kommt daher, dass fast alle Züchter ihre Tiere genau wie du aus Unwissenheit falsch ernähren. Manche leider auch aus Bequemlichkeit. Und das führt dazu, das Kokis bei einer solchen Haltung leider ein Dauerthema sind. Statt aber die Ursachen zu bekämpfen, wird das als "normal" eingruppiert und lieber Futtermittel mit Kokzidostatika vorbeugend eingesetzt. Das ist ungefähr so, als würdest du dem Löwenzahn immer nur die Blätter abschneiden, nicht aber die Wurzel rausziehen. Den wirst du auf die Art auch nicht los... Meine Nins scheiden übrigens seit Jahren keine Kokis aus, wie regelmäßige Kotproben ergeben. Geändert von Lupine (11.01.2012 um 11:52 Uhr).
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AW: Trommelsucht durch Futter oder Kokzidien?Hallo, danke für die guten Tipps! Ich habe schon seint einigen Jahren Kaninchen und hatte überhaupt noch nie Probleme mit irgendwelchen Infekten, aber dieses Jahr sind die Jungtiere sehr anfällig gewesen. Kotprobe ist gerade beim TA, ich werde Weizen und Brot weglassen. Im Sommer gebe ich ja fast nur Grünfutter, wir haben einen sehr großen Garten und Obstwiese, da schneide ich Gras mir der Sense, da ist alles mögliche an leckeren Kräutern dabei, dazu gibt es Obstbaumäste mit Blättern und Rinde zum abnagen.
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AW: Trommelsucht durch Futter oder Kokzidien?Zitat:
Bitte gebe eine Kotprobe ab und laß die untersuchen, mit dem Mikroskop und nicht mit dem bloßen Auge. Deine Ernährung ist sehr "industriell" und stärkelastig, eigentlich gar nicht das richtige für Kaninchen, daher vermutlich auch die Kokis. Versuche die Tiere möglichst frisch zu ernähren, im Sommer also nur Wiese, zusätzlich kannst Du Hafer im Spelz etc, anbieten und für tragende bzw. laktierende Häsinnen vielleicht etwas Nösenberger Natur-Struktur Müsli oder Union Strukturgold. Schau mal hier: [url=http://www.kaninchenwiese.de/]Kaninchenratgeber Haltung & Ernhrung[/url] [url=http://www.hauskaninchen.com/]Hauskaninchen.com - Wissenswertes ueber Kaninchen[/url]
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AW: Trommelsucht durch Futter oder Kokzidien?Ist doch schon längst dort gelandet, mausefusses Zitat:
Zitat:
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AW: Trommelsucht durch Futter oder Kokzidien?Die Kaninchen haben Wurmbefall, ich soll mit Panacur entwurmen...der TA muss jetzt nur noch rauskriegen, wie die Wartezeit beim Schlachten ist. Denkt ihr, ich soll die Erwachsenen Kaninchen auch mit entwurmen (sie sehen fit aus und sind symptomlos) oder nur die Jungen, die in einem extra Stall untergebracht sind? Geändert von brackenlady (13.01.2012 um 11:39 Uhr).
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AW: Trommelsucht durch Futter oder Kokzidien?Du solltest schon alle behandeln. Bei den Jungen macht sich der Wurmbefall heftiger bemerkbar als bei ausgewachsenen Tieren. Hattest Du keine Sammelkotprobe abgegeben (von allen von 3 Tagen)?
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AW: Trommelsucht durch Futter oder Kokzidien?nur von den erkrankten Jungtieren, und ich habe nur einen Tag gesammelt (habe meinen TA gefragt)
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AW: Trommelsucht durch Futter oder Kokzidien?Es waren auch Kokzidien drin, habe ich gerade beim TA erfahren, auf die Frage, ob die nicht mitbehandelt werden, hat mir die TA Helferin gesagt, wir geben ja das Wurmmittel...?? Ich habe jetzt alle schon erstmals mit Panacur 0,2 ml pro kg KG behandelt. 5 tage soll ichs geben.
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AW: Trommelsucht durch Futter oder Kokzidien?Kokzidien werden eigentlich mit Baycox behandelt. Du solltest täglich die Ställe saubermachen, damit Du Kokzidien und Würmer bald wieder los bist. Geändert von marinahexe (13.01.2012 um 20:21 Uhr).
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AW: Trommelsucht durch Futter oder Kokzidien?Zitat:
Kokzidien werden mit Baycox behandelt, Panacur hilft da nicht! Geändert von mausefusses (14.01.2012 um 12:32 Uhr).
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AW: Trommelsucht durch Futter oder Kokzidien?Der TA hat mir das Panacur abgemessen mitgegeben, von daher weiss ich nicht wieviel mg in einem ml drin sind. Ich habe sehr große Holzställe und kann die nicht täglich komplett mit heißem Wasser behandeln wegen der kokzidien, werde aber mehrmals sehr gründlich ausmisten. Vielleicht "hungern" sich die Kokzidien aus, wenn ich nur Heu und Karotten füttere, allerdings habe ich auch noch Baycox zu Hause, das hat mir eine Bekannte (Tierärztin) im Sommer ja auf Verdachtsdiagnose "verordnet". Aber jetzt mache ich erstmal die Wurmkur und rede dann nochmal mit meinem TA.
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AW: Trommelsucht durch Futter oder Kokzidien?Aushungern klappt nicht. Für den ersten Schritt der Besiedlung befallen Kokzidien körpereigene Zellen, in denen sie sich ernähren und anfänglich vermehren. Das lässt sich nur medikativ unterbinden.
__________________ Neues Spiel, neues Glück: https://www.kaninchenforum.de/spiele/47383-anmeldung-werw%F6lfe-runde-4-a.html Momo und Hannibal: Die zweite Generation: [url]https://www.kaninchenforum.de/unsere-kaninchen-user-vorstellung-fotos/44592-momo-hannibal-%96-auf-gro%DFen-pfoten-ins-sp%E4te-gl%FCck.html[/url] Barney und Flocke: In Gedenken an das Traumpaar: [url]http://www.kaninchenforum.de/unsere-kaninchen-user-vorstellung-fotos/12413-barney-flocke-lovestory.html[/url]
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AW: Trommelsucht durch Futter oder Kokzidien?Was für ein TA ist denn das? ![]() Panacur trägt den Wirkstoff Fenbendazol und ist gegen diverse Würmer sowie gegen Encephalitozoon Cuniculi wirksam. Kokzidien dagegen MÜSSEN mit einem Sulfonamid-Präparat (Baycox oder Retardon beispielsweise) behandelt werden!!! Und zwar ALLE Tiere, da ältere Tiere auch dann die Kokzidien ausscheiden können wenn sie selbst keine Anzeichen zeigen. Die Behandlung erfolgt mindestens über 10 Tage, ab dem 7. Tag wird 3 Tage hintereinander Kot gesammelt und wieder geprüft, und falls noch nicht alle Kokzidien verschwunden sind muss noch ein paar Tage weiter behandelt werde. Eingeschleppt werden Kokzidien z. B. über Futter oder aber über Schadnager wie z. B. Mäuse. Die strikte Reinigung ist wichtig, mindestens ausmisten MUSST du jeden Tag. Am letzten Tag der Behandlung MUSS die Grundreinigung mit kochendem Wasser erfolgen, am besten jedoch auch zwischendurch schon ein paar mal.
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AW: Trommelsucht durch Futter oder Kokzidien?Habe jetzt nochmal mit dem TA telefoniert, es waren Spul- und Fadenwürmer drin, aber jetzt doch keine Kokzidien... Ich habe das Futter umgestellt auf Heu, Karotten, Futterrüben und etwas Hafer und habe in nächster Zeit hoffentlich keine Probleme mehr.
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